Welches Alt für einen weichen, leisen, rauchigen Klang?

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von Treno, 5.Dezember.2015.

  1. Treno

    Treno Schaut öfter mal vorbei

    Hallo und einen Neulingsgruß ans Forum ...

    Ich komme aus dem Flötenbereich und liebäugele schon seit längerem mit einem Saxophon. Die Kaufberatung habe ich bereits ein wenig durchgeackert, aber habe noch eine grundsätzliche Frage:

    Welches Saxophon, welches Zubehör nehmen für einen weichen, leisen und rauchigen Sound?

    Wie es die Frage vermuten lässt - ich stehe auf einen eher melancholischen, gesetzten Sound, weniger auf den rotzig-frechen, aufdringlichen Sound. Ich lasse Töne gerne weich ausklingen, spiele auf meinen Flöten eher langsam und fließend.

    Das würde ich auch gerne auf dem Saxophon umsetzen.

    Es soll ein Alt werden, denn das gefiel mir beim ersten Antesten eines Saxophons besser als ein Tenor. Nach ein paar Minuten des Erstkontakts in der Probekabine waren bereits kleine Melodien wie "Scarborough Fair" und sowas drin.

    Beim Tenor tat ich mich etwas schwerer, der Luftverbrauch macht mir mehr zu schaffen, und der Tenor ist offenbar von der Lautstärke her deutlich präsenter. Es waren jeweils die 280er von Yamaha.

    Wie komme ich also an einen Sound wie beschrieben? Wenn ich das richtig gelesen habe, am besten keine vernickelten oder versilberten Modelle, da die härter usw. klingen. Kommt der Rest über Mundstück und Blättchen, oder gibt es bestimmte Marken oder Modelle, die grundsäätzlich weicher und rauchiger klingen?
     
  2. kokisax

    kokisax Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Treno,

    willkommen im Forum.
    Wenn Du hier mitliest, wirst Du feststellen, dass es auf Deine Frage keine eindeutige Antwort geben kann.
    Du bringst grundsätzlich schon einen eigenen Sound mit (Rachenraum, Luftvolumen, Stütze usw.)
    Mit dem Equipment kannst Du diesen Deinen Klang in Deine Richtung etwas beeinflussen, aber zunächst musst Du das Alt "beherrschen" lernen.
    Dein Sound wird sich im Laufe Der Zeit verbessern und stabilisieren.
    Verlange also nicht zu viel am Anfang, damit die hochgesteckten Ziele nicht unerreichbar werden.
    DEIN Sound wird kommen und Du wirst Dein Setup finden (oder weiter suchen, wie viele von uns hier).......

    Viel Spass dabei
    kokisax;)
     
    Bereckis gefällt das.
  3. Huuuup

    Huuuup Ist fast schon zuhause hier

    Na da passt doch ein klassisches Mundstück wie die Faust aufs Auge. Ein Selmer S80 C* und blaue Vandoren Klassikblätter. Eins der besten Mundstücke erstens für Anfänger zweitens für einen warmen klaren leisen Ton.
    Das Saxophon ist da eher zweitrangig,hauptsache technisch in Ordnung.
    Du und das Mundstück machen den Ton.
    Übrigens schau mal hier in Kleinanzeigen. Mein Antigua könnte für dich passen. Und da ist zubehörmäßig alles dabei was dubrauchst
     
  4. stefalt

    stefalt Ist fast schon zuhause hier

    Oh, das muss nicht so sein. Ich habe im Zuge Schallkabine etc. viel rumgemessen. Bei mir ist das Alt immer das lautere ( waren immer so ca. 4-8dB Abstand von leisen Tenor aus lautere Alt).

    Grüße Stefan
     
  5. Treno

    Treno Schaut öfter mal vorbei

    Danke für die Infos ...

    Also ist der Body des Saxophons weniger für die Klangfarbe zuständig? Ich meine aber gelesen zu haben, dass eben z.B. Vernickelung, Lackierung und co. schon so ihren Einfluss haben, ob das Sax weicher oder schärfer klingt.

    Ich möchte halt nicht hinterher gesagt bekommen "hättest du mal Modell xy genommen, ist ja bekannt für seine smoothe Klangfarbe ...".

    Sonst nehme ich lieber erstmal eine BilligKanne mit einem ordentlichen Mundstück, und teste die besseren Modelle durch, wenn ich das selbst beurteilen kann ...

    Wegen der Lautstärke: nachdem ich ein paar Minuten Alt gestestet habe, klang der Tenor für mich und meine Begleiting subjektiv schon recht deutlich lauter. Kann aber eben auch nur das Empfinden sein.
     
  6. Saxfreundin

    Saxfreundin Ist fast schon zuhause hier

    Liebe/r Treno,

    ich bin zwar noch Anfängerin, muss Dir aber sagen:
    DU, nicht das Sax, macht den Sound aus ;-)

    Für mich der beste Rat:

    Finde heraus, womit DIR das Spielen, Greifen, Tuten
    am meisten Spaß macht.
    Häufig ist das ein Equipment, mit dem es Dir LEICHT fällt,
    zu spielen, und von dem DU Dich unterstützt fühlst,
    DEINEN gewünschten Klang zu erzeugen.

    Das kann kein anderer für Dich wissen,
    und es ist (im Grunde) auch egal, was drauf steht ;-)

    Viel Spaß bem Saxen
    saxamo
     
    Bereckis gefällt das.
  7. Saxfreundin

    Saxfreundin Ist fast schon zuhause hier

    Ja, oder Du könntest Dir erst mal eins mieten, um Auszuprobieren.

    Mit Oboe-Vorerfahrung findest Du vermutlich bald heraus, was Dir liegt und was nicht
    .
     
    Woliko gefällt das.
  8. RomBl

    RomBl Ist fast schon zuhause hier

    Ein weiterer fortgeschrittener Anfänger kann das bestätigen ... :D

    Meine Lehrerin hat mir in Bezug auf Lautstärke Zurückhaltung verordnet.
    Mein Setup ist von der Sache her eher durchsetzungsstark, aber es ist schon wichtig, dass man dieses in allen Lautstärkeabstufungen beherrscht. Und richtig leise zu spielen ist über eine längere Phrase oder ein ganzes Stück richtig schwer, für mich zumindest (noch) ...
     
    Saxfreundin und Rick gefällt das.
  9. macpom

    macpom Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Sax einen erheblichen Einfluss auf den Klang hat. Kann die meines s.u. für deine Soundvorstellung empfehlen.

    Andreas
     
  10. Treno

    Treno Schaut öfter mal vorbei

  11. saxhornet

    saxhornet Experte


    Ich würde sowas einfach nicht ernst nehmen (wie so einiges bei Tobias, SOTW lacht heute noch über P-ligging). Da gibt es so viele Behauptungen, die sich alle in Blindtests nicht beweisen lassen.
    Es gibt konkret keinen Beweis in welche Richtung welcher Lack oder welches Material den Sound wie stark beeinflusst. Wer was anderes behauptet sollte dann bitte auch ganz schnell mal die wissenschaftlichen Beweise vorlegen.

    Erstmal ist ein ordentliches Sax notwendig, das mechanisch gut ist, von der Ergonomie stimmt, wo die Verarbeitung gut ist, die Intonation stimmt etc.
    Das kannst Du alles als Anfänger aber gar nicht beurteilen.
    Hinzu kommt, daß es unter Saxophonen des gleichen Modells immer eine Streuung gibt, die sind also nicht alle gleich.
    Es empfiehlt sich meist, erstmal einen wirklich guten Lehrer zu suchen, der einen bei der Auswahl des Instruments helfen kann. Am besten nimmst Du als Lehrer Jemanden, von dem Du von anderen Leuten bereits gehört hast, daß er guten Unterricht gibt.

    Auch ist es sinnvoll anfangs erstmal zu mieten und erstmal erste Erfahrungen zu machen.

    Sowohl das Alto als auch das Tenor lassen sich smooth, sanft und leise spielen. Wie laut es klingt und wie es klingt hängt zum grossen Teil vom Spieler ab (und vom Mundstück und Blatt, sowie wie viel er übt und wie weit er schon ist). Am Anfang ist das mit leise, sanft und dergleichen meist eher schwierig, das dauert bis das funktioniert.

    Als Hilfe kann auch mein Anfängerguide hier in der Guidesection dienen, wo Du weitere Infos zu dem Thema finden wirst.

    LG Saxhornet
     
    Bereckis, last und Rick gefällt das.
  12. Treno

    Treno Schaut öfter mal vorbei

    Ok, dann werde ich das abhaken. Sicherlich werde ich mir erstmal ein Saxophon mieten, und dann mit etwas Erfahrung ein höherwertiges Modell suchen, wenn ich dabei bleibe. Aber auch bei den Mietmodellen gibt es eben diverse Materialien in meinem bevorzugten Shop, deshalb die Frage ...
     
    Bereckis gefällt das.
  13. Blasebalg

    Blasebalg Ist fast schon zuhause hier

    Nicht einfach alles abhaken. Es gibt zwischen Himmel und Erde weit, weit mehr Dinge als "Wissenschaft". Für mich persönlich und auch viele andere Musiker zählt der ganz persönliche Eindruck und das persönliche Gefühl weit mehr als so genannte wissenschaftliche Tests. Zudem zeigen solche Tests immer nur einen kleinen, gefilterten Teil....
     
  14. Jogi

    Jogi Ist fast schon zuhause hier

    Das einzige was mir dazu evtl. noch als bemerkenswert einfällt...

    Saxophon ist ja auch nur sowas wie 'ne spezielle, große Tin Whistle.
    Aber man sollte evtl. bedenken (besonders wenn man mit anderen Scarborough Fair in Am spielen will), daß Alt in Es und Tenor in B ist.
    Für transponierfreudige, des Spielens kundige Saxer sicher kein Problem...
    Aber wenn man mal eben auf die schnelle mit anderen etwas Folk spielen will, ist tenor "transponierfreudiger", oder noch besser, ein C-mel.
     
  15. saxhornet

    saxhornet Experte

    Das heisst, wenn es in doppelten Blindtests nicht nachweisbar ist, dann kann da trotzdem etwas magisches passieren?
    Ich bin da sehr sehr skeptisch und absolut sicher daß bei entsprechenden Blindtests keiner in der Lage ist klar den Einfluss von Lack und Material zu unterscheiden (wenn wir mehr als nur 2-4 Saxophone nehmen) oder zu definieren.
    Das Problem ist doch daß bestimmte klangliche Eigenschaft einem Material nicht zugeordnet werden können, denn es gibt immer wieder Gegenbeweise wo das Ergebnis anders ausfällt. Es dürfte aber schon daran scheitern, daß es überhaupt ein Problem sein würde wirklich baugleiche Instrumente zu finden, die sich wirklich auch in kleinsten Dingen nicht unterscheiden (was kaum möglich ist) um überhaupt klar zu zeigen, daß es wirklich der Lack oder das Material ist und nicht andere Faktoren.

    Hier hat man es leider so oft mit Glauben zu tun und nicht wirklich mit nachweisbarem Wissen, daß man sehr vorsichtig sein sollte.

    Man kann keinem Material oder Lack einen bestimmten Sound zuordnen, wer das tut befindet sich im Bereich des Glaubens aber nicht im Bereich von nachweisbaren Fakten.

    LG Saxhornet
     
    Bereckis, last, slowjoe und 2 anderen gefällt das.
  16. Blasebalg

    Blasebalg Ist fast schon zuhause hier

    Bei mir hat es was mit Gefühl zu tun. Und das ist für mich das wichtigste, vor allem bei und in der Musik.....
     
    Saxfreundin gefällt das.
  17. Isachar

    Isachar Guest

    @Treno

    Ob das Altsaxophon leiser ist als ein Tenor, würde ich auch nicht unbedingt unterschreiben. Da liegt wohl viel im Ansatz und der Blastechnik verborgen. Ich kenne einen sehr guten ehemaligen Saxophonisten, der auf dem Tenor völlig weich und in Zimmerlautstärke spielen konnte aber ebenso brüllend laut, wenn er wollte.
    Ich selber spiele Sopran und Bariton und auf dem kleinen Sopran bin ich eindeutig lauter ! Mir fällt es einfacher, das Bariton leise und weich zu spielen und das ist ja nochmal größer als das Tenor !
    Wenn Du weiche und rauchige Töne willst, dann würde ich dem Tenorsaxophon nochmal eine Chance einräumen und es vielleicht mit anderem Mundstück und Blatt versuchen vor allem weil das Alt ja auch heller kling und etwas durchdringender ist, so empfinde ich das zumindest.

    Grüßle

    Isachar
     
    Treno und Dreas gefällt das.
  18. Treno

    Treno Schaut öfter mal vorbei

    @Isachar

    Der Tenor klang grundsätzlich erstmal voluminöser, was man auch subjektiv als lauter bezeichnen kann. Mehr Luft, mehr Volumen, mehr Kabumms, so zumindest mein Eindruck.

    Übrigens finde ich den Klang des Alt in der Realität sogar interessanter, wenn auch der Tenor in Aufnahmen oft besser klingt. Die Meinung ändert sich vielleicht auch noch. Aber erstmal ist es ganz nett, dass ich mit dem Alt ausnahmsweise mal nicht die seltenste (sprich Tiefste) Tonlage eines Instruments favorisiere, die in der Literatur und in den Communities meist nur eine Randerscheinung ist.
     
  19. Rick

    Rick Experte

    Hallo Treno,

    :welcome: im Sax-Forum!

    Wie schon die Kollegen bemerkt haben WERBEN zwar manche Hersteller mit einem angeblichen Zusammenhang zwischen Korpus und Klang, manche Spieler meinen auch, diesen entdeckt zu haben, doch insgesamt scheint das so beweisbar wie die Wirkung von Homöopathie. :roll:

    Was aber wohl jeder bestätigen kann, ist der Zusammenhang von Klang und Blatt: Je nach Blattstärke kann man eher mittiger oder obertonreicher klingen; derzeit ist es Mode, eher weichere Blätter zu spielen (Dave Sanborn), weil man sich mit dem helleren Sound teilweise besser im poppig-rockigen Umfeld durchsetzen kann, früher hat man gerne härtere genommen (Stan Getz, Paul Desmond), um damit sanfter und unaufdringlicher zu klingen.

    Wobei das "eher" schon zeigt, dass dies sehr relativ ist - für mich wäre bei meinem aktuellen Equipment etwa Rico Royal 3 schon zu weich, für andere die Obergrenze an Härte.
    UND diese Einteilungen sind nicht genormt, je nach Marke völlig unterschiedlich.

    Nicht zuletzt hängt die Blattstärke von der Bahnöffnung des Mundstücks ab, hier hört man gern die Regel: Je offener die Bahn, desto weicher sollte das Blatt sein.

    Also hat man da schon viel Potenzial, um auszuprobieren und für sich sowie den gewünschten Sound die passende Blatt-Mundstück-Kombination zu finden - viel Spaß beim Ausprobieren! :)

    Gut Sax,
    Rick
     
    Zuletzt bearbeitet: 5.Dezember.2015
    Bereckis, last und Treno gefällt das.
  20. zwar

    zwar Ist fast schon zuhause hier

    je höher, desto lauter.
    höhere töne transportieren bei gleicher amplitude mehr energie als tiefere, weil mehr stoßwellenfronten in der gleichen zeiteinheit passieren. physik.

    gruß
    zwar
     
    Bereckis und bluefrog gefällt das.
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden