Kunststoffblatt bearbeiten

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von Hans, 7.September.2016.

  1. Hans

    Hans Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Leute,

    ich habe vor längerer Zeit mal bei irgendjemandem gelesen, dass er auch Kunststoffblätter erfolgreich nachbearbeitet hat, finde den Text aber nicht mehr. Ich habe ein 3er Legere Signature, mit dem ich sehr zufrieden bin, aber zwei weitere 3er, die seltsamerweise deutlich schwerer spielbar sind. Hat jemand schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht und mit Nachschliff Erfolg gehabt? Wie sollte man vorgehen? (Der Kauf liegt schon länger zurück, daher Umtausch nicht mehr möglich.)

    Beste Grüße
    Hans
     
  2. Woliko

    Woliko Strebt nach Höherem

    Hallo Hans,
    der Hersteller schreibt im vorletzten Absatz auf der Web-Seite
    http://www.legere.com/node/26
    etwas dazu. Ich habe es allerdings noch nicht probiert.
    In einem anderen Thread schrieb neulich jemand, man sollte in dem Fall das Blatt ganz kurz in heißes Wasser halten, war von dem Foristen aber wohl auch noch nicht selbst ausprobiert worden.

    LG, Woliko
     
  3. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    warum seltsamerweise?
    die blätter haben streuung, da eine fertigung ohne toleranzen nicht möglich ist
    die bahnen vom mpc sind ja auch nicht 100% gleich.......
    was soll beim bearbeiten von plastik-blättern anderst sein?
     
  4. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Nachbearbeiten der Legere ist nicht so gut praktikabel. Spitze zurückschneiden geht beispielsweise mit dem üblichen Klippser nicht. Schleifen ist auch nicht wirklich toll. Auch wenn man, wie von Legere angemerkt, vom Vamp zur Spitze schleift, stehen am Ende feinste und unangenehme Fäserchen auf. Zudem "schmiert" es gerne beim Schleifen, weil der verwendete Kunststoff so ein "seifiges" Verhalten zeigt. Selbst bloss die vielleicht harte Kante etwas zu mildern, ist Mist. Da kommen sofort Fasern lose. Kein Vergleich mit Holz. Auch die Forestone gehen besser. Bei Fiberreed gibt es äusserst unangenehme und aggressive Fäserchen, die haben mir mal beinahe die Lippe ruiniert. Wenn es zu hart ist, scheint mir heisses Wasser noch am erfolgversprechendsten. Erwarte aber nicht zuviel.

    antonio
     
  5. ppue

    ppue Mod Experte

    Vielleicht ist es einfacher, die Blätter hier oder anderwo zu verkaufen und sich leichtere dafür zu besorgen.
     
  6. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Ich habe mal in einem Moment höchster Verzweiflung ein paar Legere-Blätter nachbearbeitet. Wie von @antonio berichtet. Nach dem zweiten Blättchen wurde es besser (das Leichtermachen), aber richtig gut wurde es nicht.

    Die Legeres sind aber sehr empfindlich auf die Aufspannposition. Wenn das Blatt nicht viel zu stark ist, kann man es etwas leichter machen durch Zurückschieben auf dem Mundstück und durch Zurückschieben der Blattschraube (also jeweils von der Spitze weg).

    Auch werden die meisten Legeres nach einigen Minuten etwas weicher (durch Aufwärmen beim Spielen).
     
  7. Sandsax

    Sandsax Gehört zum Inventar

    @Hans

    spielst Du das "gute" Blatt vielleicht schon länger und hast es nach und nach weicher gespielt und Dich ebenso nach und nach daran gewöhnt? Für mich ein Nachteil von Kunststoffblättern, sofern man sie nicht auch rotierend spielt.
    Dann wäre erklärlich warum die anderen 3er Dir Probleme bereiten.... nur so ne Idee
     
  8. Werner

    Werner Strebt nach Höherem

    Muß ich leider bestätigen. Heisses Wasser werd ich mal probieren.


    http://www.swing-jazz-berlin.de/
     
  9. saxpuu

    saxpuu Kann einfach nicht wegbleiben

    Habe ähnliche Erfahrung gemacht: Ein Blatt super zu spielen, das zweite Blatt hart wie Teakholz ... nach 2 Minuten war ich restlos fertig ... dann hatte ich auch noch eines in einer viertel Stärke dicker, das ging (etwas) leichter, hat mich aber auch nicht vorwärts gebracht ...

    Habe mich dann für den Umstieg auf Holz entschieden. Hat eine ganze Weile gedauert, aber ich träume nicht mal mehr von Kunststoff ...

    Bei der Gelegenheit: In meiner Kiste liegen ein Legere 2,5 Tenor Studio Cut und ein Legere 2,25 Tenor (kein Studio Cut) ... jeweils wenige Spielversuche!

    Wer's haben will: PM an mich mit Adresse, dann stecke ich (eines oder beide) in einen Briefumschlag und VIEL SPASS damit ...

    liebe Gruesse, Ernst
     
    Woliko gefällt das.
  10. ReneSax

    ReneSax Ist fast schon zuhause hier

    Hallo.

    Ein Legere Kunstoffblatt richtig zu bearbeiten ist nicht einfach und erst recht nicht mit einem Holzblatt gleichzusetzen.
    Mein Tipp: Ein passendes Blatt kaufen und das vorhandene verkaufen. Das reduziert Frust ....

    Beste Grüße

    René
     
  11. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Logo, aber oft leichter gesagt als getan. Die Kunststoffblätter streuen halt auch. Aber wenn man mal ein richtiges hat, dann hält es auch sehr sehr lang. Ich bin eigentlich noch nie ans Lebensende eines guten Legeres gekommen, mir wurde es immer schon vorher unheimlich und ich habe einen Nachfolger gesucht.

    Für die Klarinette versendet die Firma Maxton mehrere Legere-Blätter nach Wahl zur Ansicht, die Ungewünschten kann man für eine minimale Gebühr retournieren. Wahrscheinlich geht das auch für Sax. Und wahrscheinlich macht das auch Playnick.
     
  12. Werner

    Werner Strebt nach Höherem

    Hey Florentin,
    hast du oder jemand anderes hier schon Erfahrungen mit Playnick Kunstblättern auf dem SAX? Die scheinen ja eher Klarinettenorientiert zu sein.

    Cheers
    Werner


    http://www.swing-jazz-berlin.de/
     
  13. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    @Werner

    Nein, nur auf der Klarinette. Aber einfach anrufen, das sind alles sehr kleine und unkomplizierte Firmen.

    Für die Klarinette hat die Firma Playnick (Nick Kückmeyer) aber eine Verbesserung an den Legere-Blättern erfunden, die seither standardmäßig verkauft wird (neues Logo NICK / Legere) und die eigentlich den wahren Durchbruch geschafft hat (Stichwort Wiener Philharmoniker / Berliner Philharmoniker).
     
  14. Werner

    Werner Strebt nach Höherem

    . . . mit anderen worten, derzeit gibt es keine Blatt-Eigenmarke von playmick fürs Sax, sondern die nutzen Legere Blätter fürs sax.
    Merci

    http://www.swing-jazz-berlin.de/
     
  15. Jogi

    Jogi Ist fast schon zuhause hier

    Und nicht nur das...
    Wer auch im Freien spielt, wird u.U. im Winter an seinem Blatt verzweifeln, wohingegen im Sommer bei 30 Grad das Blatt "labberig" wird.
    Hab schon mal überlegt, für den Winter eine warme Mundstückkompresse zu basteln und anzulegen.
    Beim Legere ist der Effekt geringer, als beim BARI
    Und beim Sopran schlägt es stärker zu Buche, als beim Tenor.
    Abschleifen auf der Unterseite hab ich auch schon probiert, allerdings mit mäßigem Erfolg.

    So sieht's aus!
    Ein Fachmann sagte mir mal: "Wenn es denn funktioniert, dann funktioniert es... und das ewig"
     
  16. Gerd_mit_Sax

    Gerd_mit_Sax Ist fast schon zuhause hier

    Das hatte ich geschrieben - und auch vorher schon ausprobiert! Ich muss aber warnen: "Kurz" war bei mir maximal 2 Sekunden und der Effekt war schon gewaltig! (Gefühlt von Stärke 3 auf 2)!
     
  17. ehopper1

    ehopper1 Strebt nach Höherem

    @Jogi Mein Alt-Kollege in der Bigband hat das "Wärmeproblem" mit seinen Legères auch hin und wieder. Wobei er dann verschiedene Blättstärken nutzt (1/4 Unterschied).

    Ich selber spiele Fiberreeds. Da hatte ich bisher keine Probleme, und ich hatte dieses Jahr schon Livegigs im Freien zwischen 3 und 35 Grad.

    Lg
    Mike
     
  18. saxhornet

    saxhornet Experte

    Naja ewig nicht, ich kenne Leute, denen ist das Kunststoffblatt beim Konzert beim Spielen gestorben (Klang und Ansprache wurden typisch deutlich schlechter).
     
  19. Gelöschtes Mitglied9218

    Gelöschtes Mitglied9218 Guest

    Ein Kunststoffblatt zu schleifen ist sicherlich nicht die richtige Methode um es zu bearbeiten. Das Anschleifen von Kunststoff raut die Oberfläche auf, anstatt diese zu glätten. Kunststoffe besitzen einen Schmelzpunkt, ab welchem die Kunstoffe weich werden und vom festen in den flüssigen Zustand übergehen. Deshalb ist die Behandlung mit Temperatur theoretisch vielleicht möglich. Das Problem ist jedoch, daß es mit dem Erwärmen alleine nicht getan ist. Man müsste zusätzlich das Blatt nach dem Erwärmen strecken oder stauchen um Dicke, Form, Beschaffenheit etc. des Blattes zu verändern. Da man aber weder die Kenntnis (Art, Schmelzpunkt, etc.) über den verwendeten Kunststoff, noch das erforderliche Equipment zum temperierten Bearbeiten hat, würde ich mein Kunststoffblatt weder ins heiße Wasser, noch mit dem Fön oder Backofen selber nach behandeln.

    LG
    Paedda
     
  20. Woliko

    Woliko Strebt nach Höherem

    Sorry, die grauen Zellen. Aber zumindest kam dadurch indirekt zum Ausdruck, dass bei der Methode Vorsicht geboten ist.
    LG, Woliko
     
    Gerd_mit_Sax gefällt das.
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