Erfahrungen und Erinnerungen an die Anfangszeit

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von Gast12229, 20.Juli.2017.

  1. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Hast Du einen Lehrer?

    CzG

    Dreas
     
  2. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Hallo Chrissi,
    das ist vollkommen normal.
    • Ich hatte echte Probleme, überhaupt eine halbe Stunde am Stück durch zu halten. Die Lippe ist die neue Anstrengung überhaupt nicht gewohnt. Über die Jahre baut sich der Muskel auf. Ich sage Jahre, nicht Wochen.
    • Anfangs hatte ich Wasser ohne Ende in der Kanne. Heute kommt nach einer Probe nicht mal ein Tropfen raus, wenn ich das Rohr umdrehe.
    • Dauernd hat es beim Spielen unkontrolliert gequietscht. Mein Lehrer hat gesagt: ignorier das, das geht von alleine weg. Es wird erst weniger und irgendwann fällt dir auf, dass es schon ewig nicht mehr gequietscht hat. Genau so wars.
    • Ich hatte meine Finger immer ganz steif und viel zu weit von den Tasten weg. Natürlich ist der Weg dann lang und langsam und man muss auch gegen die eigene Finger Spannung arbeiten. Heute bin ich viel näher an den Tasten, weil sich nicht mehr alle Finger bewegen, wenn ich nur einen brauche. Ich spiele jetzt viel entspannter und auch viel schneller. Gut, an dem Teil muss ich noch arbeiten, das dauert wohl noch länger.
    • Ich habe mich angehört wie eine defekte Hupe, mittlerweile klingt's schon etwas runder.
    Ich spiele seit Herbst '08. Einen "sicheren Ansatz", also so, dass jeder Ton immer so kommt wie ich es will, dass er bei leisen Tönen gut anspricht, oder nicht abreißt hab ich bis heute nicht. Meistens geht's gut, manchmal nicht.

    Ich habe mit meinem Lehrer anfangs etwas aus der "Jazz Methode" geübt. Das macht Laune und klingt gleich nach was. Gleich zu Anfang hat er mir "den deVille" verordnet und das ist wirklich was für's Leben. Übungen, Übungen, Übungen. 300 Seiten Fingerübungen. Da kann man auch nach 30 Jahren noch dran kauen. Einige leichtere Duette und Stücke aus der Dux "SaxPlus" Reihe. Die sind nicht ohne, klingen aber auch gut. Nix für's erste Jahr.

    Was mich am meisten weiter gebracht hat war sein Drängen, eine unbesetzte Stelle als 2. Alt Sax in der Musikkapelle zu übernehmen. Das hat mich echt gefordert und mich dazu gebracht WIRKLICH jeden Tag mindestens eine Stunde zu üben. Denn anders als ich damals noch vermutet hatte, heißt "Blasmusik Kapelle" nicht zwangsläufig, dass hier dauerbesoffene Typen nur grausliche Märsche spielen. Tatsächlich sind das durchwegs sehr anspruchvolle Werke, immer an der Obergrenze dessen, was vollzeitbeschäftigte Menschen in ihrer Freizeit leisten können. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich mit den anderen zumindest halbwegs mit halten kann. So im unteren Drittel, aber nicht mehr zwangsläufig der, der am meisten patzt. Das gemeinsame Musizieren motiviert wirklich enorm. Das Gefühl beim Konzert mitten drin zu sitzen und ein kleines Bisschen dazu beizutragen, dass es gut klingt ist einfach unbeschreiblich. Mit denen habe ich es wirklich gut getroffen. Als absoluter Newby haben sie mir alle Patzer (meist) kommentarlos verziehen, höchstens versucht, mir auf angenehme Weise die Angst zu nehmen und mir zu helfen. Wir sind alles Hobby Musiker und jeder gibt sein Bestes - so viel das eben im Moment ist.

    Eine der besten Entscheidungen meines Lebens.
     
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  3. snah62

    snah62 Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe im Dezember 2015 angefangen..... leider übe ich immer nur phasenweise...... dann mal wieder eine Wochen am Stück dann wieder
    6 Wochen gar nicht, dann wieder 2 Tage u.s.w..... leider sonst wäre ich bestimmt schon besser auf dem Sax.... auch habe ich zuerst auf einem Tenor angefangen
    und spiele jetzt nur noch alt (wenn) aber es ist ein tolles Instrument was ich nie an den Nagel hängen werde... vorgestern habe ich seit Wochen
    mal wieder das Sax ausgepackt und meinem Lehrer zum Geburtstag ein Ständchen aufgenommen .....happy birthday....
     
  4. edosaxt

    edosaxt Strebt nach Höherem

    Hallo Chrissi!

    Ich könnte einfach @bebob99 s Beitrag kopieren. Genauso war / ist es bei mir.

    Ein Unterschied ist, dass ich irgendwann im Blasorchester das Alt gegen ein Bariton eingetauscht habe und mich damit viel wohler fühle.
    Ich mag halt lieber den Teppich legen, als darauf zu tanzen.

    Hab ganz viel Spaß beim Üben, sei fleissig aber auch locker, die meisten Schmerzen kommen nicht (nur) von der Dauer, sondern eher von Verkrampfungen.
    Man braucht erschreckend wenig Kraft, um ein Sax klingen zu lassen. Aber die Erkenntnis kommt noch.
     
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  5. Gast12229

    Gast12229 Guest

    Vielen Dank nochmal an alle! Das sind wirklich hilfreiche Tipps! :happy:
    Ich werde sie mir mal aufschreiben und so etwas wie einen Lernplan erstelllen - dann decke ich bestimmt alle Bereiche gut ab!
    Und die Empfehlung, mit anderen zusammen zu spielen, werde ich mir auch zu Herzen nehmen! Ich hoffe, ich finde in meinem Umfeld Leute, die Lust auf sowas haben :) Kann mir gut vorstellen, dass das viel bringt!

    Sie sind eher in den Lippen, denke ich. Also es tut auch nicht wirklich weh, es fühlt sich eher so ein bisschen gelähmt an, was dann zu einem Kontrollverlust führt - ich kann die Töne dann nicht mehr "pünktlich" und "schön" spielen. Den Mund ganz weit zu öffnen fühlt sich eigentlich an wie immer.
    Vielleicht liegt es wirklich an Verkrampfungen, ich versuche es mal, den ganzen Mund lockerer zu lassen.

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Chrissi :happy:
     
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  6. Rick

    Rick Experte

    Ja, das ist ein typisches Anfänger-Phänomen, einfach eine Muskelermüdung, weil der Ansatz noch nicht so trainiert ist. Das kennen allerdings auch Fortgeschrittene, wenn sie mal ein paar Wochen nicht gespielt haben. :D

    Das beste Mittel dagegen wurde schon genannt: Nichts erzwingen, sondern pausieren, eventuell für eine Stunde, im schlimmsten Fall für Tage, bis sich die Muskeln wieder erholt haben.

    Man kann versuchen, wie bei jedem körperlichen Training den Ermüdungspunkt allmählich nach hinten zu verschieben, doch wenn man "kämpft", ist die Gefahr der Einübung von Ansatzfehlern (Verkrampfen, Beißen) sehr groß.
    Das kenne ich noch von meiner eigenen Anfangszeit, damals als ehrgeiziger Jugendlicher - ich sage immer meinen Schülern, dass ich früher so ziemlich jeden Fehler gemacht habe, den es gibt, und mich deshalb damit leider gut auskenne... :roll:

    Gut, dann sind es also noch keine drastischen Verkrampfungen, denn sonst würdest Du eine Art Ziehen spüren. :)

    Genau, darauf sollte man am Anfang am meisten achten - mehr als aufs korrekte Notenspielen. ;)


    Alles Gute weiterhin,
    Rick
     
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  7. Pil

    Pil Strebt nach Höherem

    An alles werd ich mich nicht mehr erinnern können.
    Früher war mein Gedächtnis besser.
    - wie war es den früher?
    - ich weiß es nicht mehr!

    An die einzelnen Schwierigkeiten kann ich mich kaum erinnern. Der Selbschutzmechanismus des Menschen ist auf positiv getrimmt.
    Wohl führe ich im Gedächtniss eine Tabelle meiner dümsten Fehler, welche dann doch jeder mal für sich selbst reinrattern darf.
    Das eigene Erlebnis hilft auf Dauer mehr als die Worte.

    Die steigernde Freude blieb doch im Gedächtniss.
    Ich freue mich noch heute über kleine Erfolgserlebnisse. :)

    Der Tip ist allgemein gültig. Konserviere regelmässig deine eigenen Aufnahmen und sei selbstkritisch.
    In späterer Zeit könnte es so amüsant wie deine Babyfotos sein. :dummy1:

    LG
    Pil
     
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  8. sachsin

    sachsin Strebt nach Höherem

    Das regelmäßige Aufnehmen des eigenen Spieles von Anfang an ist ein guter Tipp zur Selbstkontrolle von Fehlern, Intonation und Rythmus...
    Man hört sehr rasch seine "Baustellen" und stellt auch "Tagesschwankungen" fest.

    Für den Anfang reicht ein Aufnahmegerät von Zoom oder Tascam völlig aus um sich aufzunehmen, da sie doch sehr einfach in der Bedienung sind.

    Viele Grüße,
    Christine
     
    Zuletzt bearbeitet: 23.Juli.2017
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