Falsche Haltung...

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von peterCLP, 23.August.2017.

  1. peterCLP

    peterCLP Schaut nur mal vorbei

    Moin Forum,

    ich spiele nun ein knappes Jahr ein Tenorsaxophon. Ich muss immer wieder feststellen, dass ich mit der linken Hand so fest zudrücke, dass mir der Daumen auf dem "Daumenplättchen" schmerzt.

    Kennt Ihr dass auch? Gibt es Tricks es abzustellen? Mir gelingt es leider bisher noch nicht, mit weniger "Fingerdruck" zu spielen.

    Vielleicht könnt Ihr mir ja nen Tipp zur Verbesserung geben! Danke.

    Viele Grüße
    peter
     
  2. 47tmb

    47tmb Gehört zum Inventar

    Geht sicher besser, wenn nicht sogar ausschließlich bei "Begutachtung" am lebenden Objekt.

    Cheerio
    tmb
     
  3. GelöschtesMitglied11524

    GelöschtesMitglied11524 Guest

    Screenshot 2017-08-23 09.25.33.png


    Das ist der Klassiker aus der Unterrichtspraxis.
    Ich würde mir mal ergoogeln, wie der Daumen funktioniert, bzw. vielleicht hast Du jemanden in Deinem Umfeld, der von Anatomie Ahnung hat.
    Es gibt aber eh hunderte Videos auf youtube dazu, wie die Finger und der Arm designed sind.

    Oft sind es auch "Patterns", die Probleme machen. Man setzt sozusagen Körperteile zum Spielen ein, die eigentlich mit der Tonerzeugung gar nichts zu tun haben.
    So etwas zu beobachten wäre halt Sache eines kundigen Lehrers.

    Es sei wieder einmal das großartige Video "Move well, avoid injury" empfohlen.
    Hier ein Teaser:



    Good luck, T.S.
     
    Paco_de_Lucia gefällt das.
  4. Wenke

    Wenke Ist fast schon zuhause hier

    Weißt du denn, wieso du doller drückst oder machst du das einfach so? Ich z.B. muss mit links bisschen doller drücken, weil mein Sax nicht 100% dicht ist :-( Viele Anfänger nehmen die Finger ja auch total weit von den Klappen weg anstatt sie locker drauf liegen zu lassen und brauchen so natürlich auch länger für schnelle Abfolgen. Vielleicht drückst du deswegen dann doller? Und wahrscheinlich stimmt die gesamte Haltung deiner Hand dann einfach nicht... Ist wirklich schwierig zu sagen, ohne das man es sieht. Falls du keinen Lehrer hast, kann das mal jemand filmen wie du spielst und du stellst es dann hier rein?
     
  5. Guido1980

    Guido1980 Ist fast schon zuhause hier

    Hatte ich ganz am Anfang auch. Kleiner Tipp: Klebe mal eine "Noppe" von der Bläschenfolie mit Tesa darauf und versuche die nicht zu zerdrücken :)
    Die ganz harten können auch eine Reißzwecke nehmen.

    Und übrigens kann man die Finger auch ohne zu spielen am Instrument traineren. Manche verkrampfen erst wenn sie oben hineinblasen. Vor dem Spiegel kann man sich dabei gut beaobachten !

    LG Guido
     
  6. Paco_de_Lucia

    Paco_de_Lucia Ist fast schon zuhause hier

    da wir beim Thema sind → @Ton Scott zBps. → hat einer ein paar nützliche Ratschläge für die Klarinette?
    Ich bekomme da auch den 'Tennisarm' - Rechts außen - weil ich die Möhre mit zu viel Kraft festhalte.
    Stichwort für Klarinettisten: Wechsel Kurz Lang - oder A| Bb → nach B | C
    Die Kräfte, dich ich auf die Mechanik einleite, sind enorm, ich weiß das,
    versuche auch immer schön locker mit dem Arm|Hand zu spielen,
    aber in schnellen Passagen ist das alles vergessen - nennt mich 'Iron-Hand'

    freu mich über Ideen & Ratschläge

    ps.an den Blecktröten ist das sicher ähnlich, aber nicht so auffällilg.

    cheers
    Paco
     
  7. bluefrog

    bluefrog Strebt nach Höherem

    Wenn Du das A oder Bb spielst,deckst Du rechts schon alles ab? Mir hat das enorm geholfen, abgesehen davon, dass die kurzen Töne auch besser klingen.

    LG Helmut
     
  8. Paco_de_Lucia

    Paco_de_Lucia Ist fast schon zuhause hier

    @bluefrog → danke Helmut, ja klar, ab G1 geht die rechte Hand zu → B | C | D etc. ist dann schon vorbereitend geschlossn
    Deshalb hab ich auch den Tennisarm ;-) ich greif da eben richtig zu...totaler Quatsch, weiß ich, weil die winzigen Klappen brauchen alles andere, nur keine Kraft
    Erst hab ich den Quatsch mit Links gemacht → Tennisarm links, dann hab ich kompensiert → jetzt hab ichs rechts...
    Ich merk auch, dass ich die Klarinette stark mit rechts halte,
    es wechselt nicht zwischen Links & rechts...
    mfG
    Paco
     
  9. vmaxmgn

    vmaxmgn Ist fast schon zuhause hier

    Paco_de_Lucia gefällt das.
  10. Paco_de_Lucia

    Paco_de_Lucia Ist fast schon zuhause hier

    ja super, vielen Dank @vmaxmgn → das mach ich eh immer, vor & nach dem Spielen.
    Dehnen, dann kann man auch die neuralgischen Punkte, wo es Verhärtungen gibt, mit leichter 'akkupressur' durch Finger ertasten,
    dann draufdrücken während dem Strecken etc.
    Da hat mich meine PhysioFreundin schon instruiert, wenn gar nix mehr geht - Ultraschall. Entspannt super,
    dann ne Woche nix spielen :-(
    dann gehts wieder ne Zeit...also, bisher bin ich so über 6 Monate jetzt gut hinkommen, derzeit muss ich aber mehr spielen/üben, dann gehts wieder los.
    Aber dennoch vielen Dank
    mfG
    Paco
     
  11. Reference54

    Reference54 Ist fast schon zuhause hier

    Hi zusammen,

    ein Schüler von mir spielt ebenfalls mit zuviel Kraft. Man kann beobachten, wie schwerfällig die Finger sich dann bewegen und wie angespannt die Unterarme sind. Ich hab das Gefühl, dass die "normale" Körperspannung die wir zum Spielen brauchen (Bauchmuskeln/Zwerchfell, Sehnen etc) überhand nimmt. Während man sich dann auf eine komplizierte Passage mit vielen Vorzeichen o.Ä. konzentriert, wird zum Einen die Anspannung noch größer und zum Anderen bleibt keine Synapse mehr frei, um sich darauf zu konzentrieren, weniger Kraft auszuüben. Daher lasse ich ihn als Teil der Aufwärmübungen eine Tonleiter oder auch nur 3-4 Töne daraus spielen. Darauf muss er kaum kognitive Ressourcen verwenden, kann die Augen schließen und sich ganz auf das Gefühl in seinen Fingern konzentrieren und spüren, wie wenig Kraft eigentlich nötig ist, um eine Klappe zu schließen.
     
  12. jogi_music2

    jogi_music2 Schaut nur mal vorbei

    Hallo peterCLP,

    mache den Gurt ein wenig kürzer, so dass der rechte Daumen entlastet wird.
    Nun spüre mal, was sich links tut. Besser? Ich machte die Erfahrung, dass sich
    beide Daumen "abstimmen" mit dem Druck.

    BTW: der linke Daumen "hält" das Sax nur in Postition und ist dazu da, die Oktavklappe
    zu betätigen.

    Übung: Spiele mal die Oktav-Töne ohne Daumenbewegung. Dann wieder mit. Und
    spüre, wie weit der Daumen bewegt werden muss, um die OK zu öffnen, also der
    Ton entsteht.

    Just my 50 ct.
    Good luck!
    LG
    Jogi
     
  13. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Hallo Peter,
    manchmal ist es auch einfach eine hinderliche Ergonomie des Instruments.
    Bei meinem alten Keilwerth ist der Daumenknopf nicht nur - für meine Flossen - ungünstig angebracht sondern auch noch zu klein.
    Das hat dazu geführt, dass ich deutlich fester zugegriffen habe, als nötig - eigentlich paradox...

    Ein Sektkorken zurecht geschnibbelt, etwas Pattex und schon wurde es deutlich besser und ich konnte wieder so "leichtfingerig" spielen, wie ich es von anderen Instrumenten gewohnt bin.
    Korken.jpg
    LJS
     
  14. Roland

    Roland Gehört zum Inventar

    Moin!

    Meine Erfahrung bis jetzt mit körperlichen Tätigkeiten, die man erlernen muss/kann/soll/darf/will:
    Man muss lernen, welche Muskeln man benutzt.
    Aber schwerer fand ich, zu lernen, welche man halt nicht benutzt, welche man entspannen kann.

    Grob gesagt: Wenn ich einen Fauststoß gegen den Sandsack mache und spüre meinen Bizeps, dann fühlt sich der Schlag zwar kräftig an, ist es aber gerade nicht, denn das was man spürt, ist der bremsende Bizeps.
    Beim Autofahren war ich anfangs nach 45' alle, weil ich viel zu verkrampft im Bereich des Schultergürtels war.
    Noch heute geht es mir so, dass ich bei einem bestimmten Stück mit Sopran Kondistionsprobleme hatte. Bis ich mich darauf besann, aktiv zu entspannen, alles locker zu lassen, was man nicht braucht, es leicht zu nehmen. Bingo, war direkt viel weniger anstregende, ich kam mit der Luft besser hin, grundsätzlich klang es besser.

    Und so weiter. :)

    Derzeitige Baustelle: eine entspannte Spielpostition für mein Klarinettchen, das lange Biest.

    Liebe Grüße
    Roland
     
  15. bluefrog

    bluefrog Strebt nach Höherem

    Der springende Punkt beim Verspannt-/Verkrampftsein ist immer dass Muskeln, die eine Bewegung ausführen sollen, durch gegnwirkende Muskeln (Antagonisten) gebremst werden. Wenn jetzt die gewünschte Bewegung forciert wird, braucht es eine unverhältnismäßig große Anstrengung, um ein bisschen was zu erreichen. Das ist wie wenn man beim Auto bremst und durch Gasgeben die Bremswirkung kompensieren will.

    Also entspannen, d.h. den "Bremsmuskel" ausschalten. Leider ist das willentlich nicht so einfach zu machen. Es gibt aber systematische Entspannungsübungen, oder z.B. die Alexander-Technik (@Ton Scott weist gern darauf hin) oder Feledenkrais, das ich mit Gewinn mache.

    LG Helmut
     
  16. Pil

    Pil Strebt nach Höherem

    Die Frage verwundert...
    Ich möchte auch niemand zu nahe treten...
    Welche bekannten Schmerzen aus dem Leben könnt ihr noch aufzählen...
    Welcher Mangel an Lebenserfahrung führt zu solch einer Frage...
     
  17. Wenke

    Wenke Ist fast schon zuhause hier

    Also manchmal wundere ich mich ja wirklich über die Antworten mancher Mitglieder hier. Das war doch eine ganz normale Frage, wieso muss man da, meiner Auffassung nach, so hochnäsig kommentieren?
     
  18. DieTonTraegerin

    DieTonTraegerin Nicht zu schüchtern zum Reden

    Hallo Peter, vielleicht würde es ja helfen, immer mal wieder zwischenrein mit voller Absicht so fest zuzugreifen beim Spielen, wie Du nur kannst? Ich könnte mir vorstellen, dass es danach umso lockerer geht und Du ein besseres Gefühl für den Unterschied entwickelst.
     
  19. Badener

    Badener Strebt nach Höherem

    ...das kenne ich vom Martin C-Melody. Auch sehr klein, und sitzt noch zu weit rechts.
    Beim ansonsten baugleichen Alt ist es besser.

    Badener
     
  20. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    @peterCLP
    spiele einfach mal, ohne den Daumen aufzulegen. Du wirst sehen, wie wenig Kraft du benötigst. Diese Gefühl gilt es dann zu transportieren.

    Gruß,
    Otfried
     
    flar, claptrane und bluefrog gefällt das.
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