Welche gebrauchten Klarinettenmodelle für Saxophonisten?

Dieses Thema im Forum "Klarinette" wurde erstellt von Silver, 4.Oktober.2025.

  1. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Vielleicht spielst du beide Instrumente?
     
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  2. jimi

    jimi Ist fast schon zuhause hier

    No I’m serious.

    I once had a Tenor player that I respected, (Steve Neff)say my tenor sounded like a bass clarinet.


    Nein, ich meine es ernst.

    Einmal sagte ein Tenorsaxophonist, den ich sehr schätzte (Steve Neff), mein Tenorsaxophon klänge wie eine Bassklarinette.
     
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  3. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Keine Sorge. Mein Rant richtet sich nicht gegen Dich - im Gegenteil.

    Die Essenz der 28 Minuten waren es durchaus wert.
    Man hätte es aber genauso detailliert in drei Minuten geschafft. Und das ist eine allgemeine YouTube - Krankheit (und allgemein eine Krankheit, die mir in vielen Bereichen begegnet).
    Jeder ist gestresst, hat keine Zeit, "arbeitet zu viel" - und verplempert unfassbare Mengen an Zeit mit leerem Gewäsch. Kein Wunder, wenn der Tag nicht lang genug ist...
    Anderes Thema.

    Ich bin geneigt, wie allermeistens, Deiner Empfehlung zu folgen. ;)
    Wie genauso oft nicht, ohne sie kritisch zu hinterfragen, versteht sich. :)

    Ich habe die kürzere Birne jetzt mal bei Duchstein angefragt und wenn der Versand überschaubar ist, lege ich sie mir für kleines Geld hin.
    Die Zoom-Birne für 280 Eier habe ich abgehakt.

    Das müsstest Du mir bitte erläutern.
    Bezieht sich das "so ein Ton" auf das BD5 oder auf Deinen Kollegen und was müsstest Du dafür umstellen?
    Das verlinkte Video ist eins von Deinem Kollegen oder mit so einem Ton oder, oder, oder...?

    In Rätseln Du sprichst, Meister.
     
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  4. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Ja, das ist ein BD5.
    Der Kollege spielt mit sehr wenig MPC im Mund, Lippe sehr weit drin.
     
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  5. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Ich finde übrigens den Rat von Ray Smith nicht so schlecht.
    Saxophon level from the middle, Klarinette level from the top.

    Also Klarinette über die ganze Range etwas so wie wenn man ein hohes D (also d''') spielt, auch unten - ja, das d''' kann man am Anfang nicht. Wenn man nicht so spielt, ist man bei den höheren Tönen ziemlich flat und "unfokussiert", die tieferen kommen aber möglicherweise fetter vor, was man als Saxophonspieler gerne als positiv empfindet.
    Saxophon z.B. ein f'' mit dem b als Oberton matchen, über die Range bei dieser Einstellung (möglichst) bleiben.

    Innen passieren natürlich trotzdem viele Sachen.
     
  6. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Verstanden. BD5, wenig MPC - interessanter Sound aber nicht unbedingt das, was ich anstrebe.

    Ich bin mir aktuell überhaupt nicht sicher, was genau ich unter "klarinettig" auf der Klarinette verstehen will bzw. soll.

    Nehmen wir die Beispiele von @jimi :
    Das Tenorsax soll wie eine Bassklarinette klingen? Damit habe ich ähnliche Probleme wie mit den Mundstückreviews von Steve Neff (ohne damit dessen Kompetenz schmälern zu wollen)
    Die Klarinette klingt ... wie eine Klarinette und wird meiner bescheidenen Meinung nach auch "klarinettig" bedient.
    Und damit meine ich nicht die Klangfarbe der Instrumente.

    Den Swing vom Swoboda finde ich genre-entsprechend eher beim frühen Swing angelegt, auch klanglich - und eindeutig "klarinettig".

    Und spielte Rolf Kühn nun etwa nicht "klarinettig" - obwohl der ja nun - für meine Ohren - komplett anders klang.
    Sogar auf seinen Ausflügen ins Seichte:



    Mit dem Ray Smith gehe ich insoweit konform, als es schon ein anderes Klangbild werden soll, als bei einem luschig gelutschten Tenorsax. (Aber mit Fuh-Fuh kann ich auch am Tenor nicht viel anfangen)
     
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  7. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    In diesem YouTube-Video musste ich ganz schön lange Geplänkel anhören, bis endlich mal ein paar Klarinettentöne kamen. :D
    Aber das Drumsolo über 2 Chorusse war nicht übel…

    Mir klingen die Swingklarinetten oft ein bisschen zu sehr zuckersüß. Von mir aus gern eine Prise mehr Holz. Das hat aber nicht unbedingt mit dem Druck zu tun. Gerade im unteren Chalumeau finde ich ein bisschen Druck nach oben vom Sound nicht schlecht.
     
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  8. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Hab auf die Schnelle nichts anderes gefunden, wusste aber, dass Rolf Kühn auch (wenngleich selten) das Genre bedient hat.

    "Zuckersüß" ist ein schöner Begriff.
    Mir klebt die Zunge gedanklich schon am Blatt (obwohl ja bei dem Stil genau das Gegenteil passiert) :eek:
     
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  9. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    So vielleicht :)

     
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  10. ppue

    ppue Mod Experte

    Das könnte ich so nicht unterschreiben. Sicherlich ist der Ansatz bei der deutschen klassischen Klarinette recht anders als we
    Wenn du aber auf der Böhm mit etwas weiter geöffnetem Mundstück Jazzklarinette spielst, ist der Unterschied zum Sopransax für mich nicht groß.
     
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  11. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar


    Ich kenne eher deutsche Klarinettisten mit deutschem System... Auch gibt es ja auch nicht den eindeutigen Saxofonansatz...

    Vielleicht muss man ja Klarinette und Saxofon in der Klassik oder im Jazz trennen. So betrachtet wären die Instrumente näher zusammen.
     
  12. ppue

    ppue Mod Experte

    Ja, das sollte man machen (-:
     
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  13. gefiko

    gefiko Strebt nach Höherem

    @jimi klingt für mich aufm Tenor „klassisch“, man könnte auch „Klarinettig“ sagen.


    Der Jimmy hier nicht:











     
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  14. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Klassiches Tenor klingt für mich so:

     
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  15. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Streame gerade auf dem Heimeg etwas Rolf Kühn. Der konnte echt auch ganz anders als zuckersüß. Der Hammer.
    Und Giuffre sowieso. Für mich spielt er immer Klarinette, egal auf welchem Instrument. Aber so dass es gut ist!
     
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  16. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Dieses Stück war die erste Bb-Klarinette im Jazz, die ich vom Klang wirklich mochte bzw. liebte:



    Stimmt, aber wunderbar!

    Ansonsten komme ich vom Klangideal der Bassklarinette, Bariton- und Sopransaxofon des John Surman.
     
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  17. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich habe ihn zwei Mal live erlebt. Einmal ganz nah in einem kleinen Club - da war er schon 91 und hatte lauter sehr junge Leute um sich. Unter anderem Lisa Wulff, die sich als Bassistin einen Namen gemacht hat.

    Ich fand den Menschen total angenehm und seine Musik berührt mich (wenn er nicht gerade für die Miete Evergreens flötkert).

    Sein Bruder, Joachim Kühn, ist das krasse Gegenteil. FreeJazz Pianist, eher ein Kotzbrocken aber musikalisch ähnlich genial (wenn er nicht gerade für die Miete Popsongs klimpert).
     
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  18. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich habe über das Thema "wie will ich auf der Klarinette klingen" ein bisschen nachgedacht und mir fallen zunächst mal drei Namen ein, mit deren Sound ich mich identifizieren kann:
    Arne Domnerus für "sachlichen" Swing, Rolf Kühn für die moderne Interpretation im Jazz und für die Stimmhaftigkeit des Instruments Giora Feidtman

    Alle für mein Ohr meilenweit von der klassischen oder auch "typischen" Jazz-Klarinette entfernt und natürlich auch untereinander nicht vergleichbar.
    Aber eben auch nicht dieses "zuckersüße" der frühen Swing-Ära und davor.
    Im Swing ist es dann auch Benny Goodman, den ich klanglich gut finde - ich gebe aber zu, dass mir da Referenzpunkte fehlen. Ich kenne einfach zu wenige Klarinettisten.

    Das ist auch genau mein Eindruck und - richtig oder falsch - meine Herangehensweise. Dadurch wird für mich weder die Klarinette zum Sopran noch das Sopran zu Klarinette aber die Tonerzeugung ist für mich als Spieler sehr ähnlich.

    Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und zwischen Klassik und den verschiedenen Genres des Jazz trennen wollen.
    New Orleans / Dixie und (Early-)Swing auf der einen Seite und andere, weniger süßliche Genres auf der anderen.


    Kleiner FunFact:
    Dire Straits, Brothers in Arms (meine erste CD!), Your Latest Trick hat mich zum Saxophon gebracht (da hatte ich keine Ahnung, wer dieser Brecker sein könnte).

    Zum Jazz hat mich das hier gebracht, weil ich mal meine Stereoanlage "ausfahren" wollte:



    Hier - aus thematischen Gründen - ein Track mit Klarinette.
    Es war aber schon das ganze Album, das mich musikalisch gepackt hat.
    (Und die Aufnahme - analog auf einem guten Dreher ... hach!)
     
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  19. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Würde Dich das von der Klarinette entfernen oder Dich ihr nähern?
    Das ist ungefähr der unfassbarste Jazzvirtuose an der Klari, den ich kenne.
    Und irgendwie befreit er herlich von dem was man vielleicht glaubt, dass die Klarinette sein müsste.



     
    Zuletzt bearbeitet: 3.Dezember.2025
    urnon, Bereckis, Loppi und 2 anderen gefällt das.
  20. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich höre es interessanterweise anders. Für meine Ohren brachten erst Goodman und Konsorten das zuckersüße so richtig in die Jazzklarinette, gepaart mit einer Glattheit.

    Dodds ist vergleichsweise bratzig und hölzern, auch wenn er heulen kann wie sonst was, Noone ist schön und soft, Bigard sehr elegant, aber alle nicht mit dieser kräftigen Süße. Selbst Bechet, bei dem der Sirup nur so fließt, hat eine herbe Note für meine Ohren. Und auch George Lewis klingt sehr nach Holz für mich, eine schöne Rohheit im Klang.

    Im Swing wurde es dann ein anderer süßlicher Sound, viel geschmeidiger, der dann auch „rückwärts“ in den Dixieland Einzug fand. Bei Giuffre und Pepper höre ich noch die gleiche Süße, die dank der Coolness aber weniger im Vordergrund steht. Danach kamen dann noch mal ein paar andere Geschmacksnoten, die vielleicht auch wieder klassisch inspiriert sind.

    Bei der Ausdrucksweise ist auch Helmut Eisel für mich sehr hörenswert.
     
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