Gleichweit gar nicht gleich weit

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von giuseppe, 12.Januar.2026 um 14:54 Uhr.

  1. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Durch meine Beschäftigung mit ein paar alten Klarinetten und dem Versuch, Unterschiede im Klang im Vergleich zu einer neueren fassbar bzw. hörbar zu machen, habe ich Aufnahmen mit verschiedenen Klarinetten und jeweils dem gleichen Mundstück versucht, siehe Klarinetten-für Saxophonisten-Thread. Eigentlich wollte ich da weiter machen, bin aber über ein Problem gestolpert, das mich mit Aufnahmen einzelner Töne innehalten lässt:
    Die unterschiedlichen Klarinetten harmonieren unterschiedlich gut mit verschiedenen Mundstücken, was Vergleiche mit gleichem Setup schwieriger zu bewerten macht. Dazu kommt, dass die 20er Jahre-Klarinetten mit den für sie harmonischsten alten Mundstücken in der Stimmung eher so bei 436-438 Hz landen, während sie mit modernen Mundstücken besser an die 440 Hz rankommen, allerdings auf Kosten einer schlechteren Intonation in sich. Es lässt mich auch noch mal darüber nachdenken, wie ich hier das Setup wähle oder verändere. Da geht sicher noch was (wie ich von Saxophonen weiß).

    Jetzt habe ich gesehen, dass der österreichische Mundstückmacher Gleichweit identische Mundstücke mit zahlreichen unterschiedlichen Bohrungen und Zapfen anbietet. Bevor ich jetzt alte Mundstücke schrittweise aufbohre in der Hoffnung etwas zu lernen, wäre ein Test bestehender Mundstücke natürlich vernünftiger. Wenn am Ende eines eine gute Intonation in der Nähe der Gegenwart ermöglicht, wäre es natürlich fairerweise auch gekauft. Vielleicht frage ich dort auch mal um Rat. Wer etwas so systematisch anbietet, hat sich offenbar Gedanken gemacht.

    Meine Frage in die Runde: hat jemand Erfahrung mit den Mundstücken und wenn ja mit welchen konkret? Vielen Dank schon mal.
     
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  2. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

  3. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Ich spiele auf der Klarinette ein Mundstück von Gleichweit und ein anderes von seinem Ex-Kompagnon Fluch (Maxton).

    Die stellen verschiedene Bohrungen her für deutsch / deutsch weit / Wiener Klarinetten. Dazu auch speziell welche für Holz- oder Kunststoffblätter (da geht es wohl mehr um die Bahnlänge). Damit waren sie wohl entscheidend für die Akzeptanz der Légère-Blätter selbst in klassischen Spitzenorchestern.
     
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  4. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ordern kann man sogar noch mehr Bohrungs-Varianten, mindestens 6. Nicht zu allen finde ich Millimeterangaben. Aber ich finde das Konzept sehr beachtlich.

    Ich weiß das es unterschiedliche Volumina auch in Klarinettenmundstücken gab, und allein bei Böhm unterschiedliche Designs, die Kaspars, Chedeville, Selmers oder Vandoren. Aber viel mehr weiß ich nicht darüber. Man findet auf den Clarinetpages auf konkrete Fragen ältere kurze Abhandlungen von Clark Fobes, Vytas Krass, Walter Grabner etc. und im Klarinettenforum im Musiktreff auch gelegentliche Informationsschnipsel - aber kaum Systematik. Ich habe Mundstücke, die die zu kurze Duodezime der linken Hand verstärken oder abmildern, weiß aber nicht, ob das eher von der Länge oder vom Volumen abhängt. Ich kann versuchen es herzuleiten, habe aber keineahnukg ob es stimmt. Aber ein bisschen Blut geleckt habe ich, das alles etwas besser zu verstehen.

    Wie ist das Material bei beiden Marken?
     
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  5. Dsharlz

    Dsharlz Ist fast schon zuhause hier

    Ciao Giuseppe,

    hab mir v. Joh. Gleichweit vor ein paar Jahren für mein Böhm-instrument ein Mundstück (BW 10) gekauft,
    das ich noch aktuell verwende, weils meiner Soundvorstellung entspricht, bin aber nur Nebenerwerbsklarinettist,
    ich würd ihn am besten persönlich kontaktieren,
    saluti
    Dsharlz
     
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  6. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Von der Maxton-Webseite:
    Aus meiner Spieler-Sicht:
    Die Flexilis-Mundstücke sind zwar sehr gut zu blasen und angeblich mit höherer Präzision gearbeitet. Aber das Material sieht etwas unansehnlich (gräulich) aus und hat optisch eine rauhere Oberfläche. Auch sind die Rillen für die Schnur sehr schwach ausgeprägt. Da ich mich beim Positionieren der Blattschraube an den Rillen orientiere, stört mich das.


    Von der Webseite Gleichweit:
     
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  7. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Danke für deine Rückmeldung. Ja die Materialangaben hatte ich gesehen, deshalb auch die Nachfrage. Maxton ist als Standard offenbar Print, was mich nur mäßig anmacht. Acrylglas bin ich auch nicht so richtig begeistert. Aber seis drum. Mir geht es ja in erster Linie um die Geometrie. Vielleicht lasse ich mal eins kommen.
     
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