Jupiter oder Expression

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von Saxversuch, 3.März.2026.

  1. Matthias Wendt

    Matthias Wendt Ist fast schon zuhause hier

    Das die Selmerclone alle gleich klingen, finde ich jetzt nicht sooo überraschend. Wenn der Mann im zweiten Video nicht so unendlich viel gelabert hätte, hätte man ja vielleicht den Unterschied zwischen dem Conn und dem Selmer/Yani noch etwas deutlicher hören können.
     
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  2. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Dies stimmt so nicht.

    Erstens habe ich zu Beginn zwei Jahre lang auf ein wirklich abgerocktes uraltes Selmer (Alt) begonnen und dann mit einem neuen Yanagisawa-Tenor weiter gemacht, als ich mein Staatsexamen bestanden hatte.

    Alle meine Instrumente hatte ich irgendwie finanziert.

    Ich hatte relativ viele erwachsene SchülerInnen nach dem Staatsexamen und immer wieder die Situation vernünftige spielbare Instrumente zu besorgen. Zu der damaligen Zeit waren die Jupiter und Yamahas für Anfänger lange nicht so gut wie heute. Auch gibt es heute in allen Preislagen eine unglaubliche Auswahl.

    Ich hatte später auch mal ein gerades Expression-Sopran für einen Schüler besorgt und ihm irgendwann abgekauft. Es war ein ordentliches Instrument.

    Mein gebrauchtes Weltklang-Bari hatte ich für kleines Geld gekauft, weil ich damals einfach nicht genügend Geld hatte. Auch hatte ich 10 Jahre lang ein Thomann-Sopranino, dass ich im Forum gelobt hatte.

    Ich rede nur von Instrumenten, die ich selber testen konnte.

    Daher unterstelle mir bitte nicht, dass ich mir keine Gedanken mache, welche Instrumente für Starter sinnvoll sind.

    Auch sind die Chinesen von heute nicht mit denen von damals vergleichbar. Ich hatte auch einen Schüler, der mit solch einem Billigteil angefangen hat und heute recht gut Sopran im Saxofontrio spielt.

    Inzwischen habe ich sogar lernen müssen, dass die Chinesen bei Eastman sehr gute Saxofone bauen. Dies hatte ich noch nicht in der Hand.

    Meine jahrelange Erfahrung ist, dass man leider einen guten Sound sich nicht erkaufen kann.
     
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  3. Spacecat

    Spacecat Ist fast schon zuhause hier

    Nein, das habe ich dann nicht deutlich ausgedrückt. Das mit den Gedanken war allgemein gemeint, dass jemand der ein Saxophon der Top Liga, sei es ein MK VI oder sonstiges hat, nicht für sich überlegt, ob er doch eher ein 280 nehmen soll. War nicht auf Dich bezogen.
    Deine Gedanken zu Beratung Anfänger etc. hast Du geteilt, sehe ich auch so.
     
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  4. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Wir gehen jetzt hier zu sehr in Richtung Sound und ich habe mitgemacht, weil es hieß, dass Anfänger-Yamahas nicht gut klingen. Und am Ende landen wir bei dem Punkt, wie wenig Unterschiede beim Zuhörer ankommen, und ob das Instrument dann egal sei.

    Dabei geht es ja bei der Instrumentenwahl gerade beim Einstieg erstmal nur nachrangig um Sound, es geht darum, wie es sich spielt, wie es in allem Belangen technisch performt.

    Mein erstes Sax-Upgrade vor knapp 30 Jahren von einem Hohner President auf mein immer noch gehütetes Selmer Serie III war in fast jeder Linie ein Upgrade, weil es ein so viel besseres Instrument ist. Aber in Sachen Sound war es ein Downgrade, was eine Kröte war, als es mir klar wurde, die ich aber letztlich aufgrund der anderen Eigenschaften geschluckt habe.
     
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  5. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Das gehört m.E. aber zusammen. Ich verstehe aber, was du meinst.
    Da ich nie so wirklich Anfängersaxophone hatte, habe ich das mal bei meinen Trompeten durchgezogen. Brassbands gibt es in den USA an jeder Schule, dementsprechend einen großen Markt für Einsteigerinstrumente.
    Eines der bekanntesten Modelle war jahrelang das Ambassador der Firma FE OLDS. Die Dinger gibbet gebraucht wie Sand am Meer, also so ein Teil besorgt (Kornett und Trompeten, mit der Begeisterung wie günstig trompeten im Vergleich zu Saxophonen sind). Zum Vergleich habe ich noch zwei Trompeten von EMO, eine champion und eine world, das eine eher mittelklasse, das andere oberliga.
    Die Amassador(en) sind robust wie ein Panzer, dickes Blech, eine solide Mechanik. In der Ausstattung dann Abstriche, also Daumen - bzw Fingerhalter gibt es keine, auch nur einen Stimmzug, die Steckungen sind Messing auf kurze neusilberbuchsen. Das ist bei den EMO anders, die sind leichter, das Blech ist dünner, eine solide Maschine haben die auch, aber alle Steckungen sind aus Neusilber, unterschiedlich aufwendig ausgeführt. Hier gibt es zusätzliche Ringe/Haken für die Finger zur besseren Stabilisierung. Die Mechaniken laufen leichter.
    Klang: die Ambassadoren spielen gut, nix zu meckern, noch deutlich besser als ich. Aber durch das dicke Blech haben sie einen eher gedeckten Ton, nicht im Sinne von matt, sondern eher unauffällig. Das ist zum einen toll, wenn man damit übt, es ist nicht so laut im Raum, nur vor dem Trichter, zum zweiten fügt sich der Klang harmonisch in eine Gruppe ein, man sticht nicht heraus, und man kann ganz gut Töne anspielen, auch weich, die rasten gut ein.
    Nehme ich eine EMO wird das anders. Die Dinger sind laut in jede Richtung, die wollen brillieren, herausstechen, die machen dir klar, dass du trompete bläst und dich mit deinem Sound nicht in der Gruppe verstecken kannst. Falscher ton => der war's und jeder zeigt mit dem Finger. Tja, wenn du damit weich spielen willst geht das nicht von alleine, die Töne rasten auch nicht ein, da muss man arbeiten. Beides ist toll, man kann super töne ziehen (auch als Anfänger), der Preis ist, die Töne lassen sich ziehen, du bist dauernd mit der Intonation auf Kriegsfuß, und leise bedarf einer gefestigten Luftführung. Ein moment nicht aufgepasst, und schon erschallt Forte oder du bist 30-40ct daneben. Dann bekommst du Stress das iwi wieder einzufangen.
    Nix gegen die EMO, aber für mich als Newbie sind die Ambassador einfacher zu bedienen und lassen mir mehr Kapazität mich auf Noten und Mitspieler zu konzentrieren.
    Ich denke mal bei Saxophonen ist das ähnlich.
     
  6. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Wenn Du damit meinst, dass moderne Profisaxophone anspruchsvoller zu händeln seien als moderne Einsteigermodelle, würde ich da widersprechen. Meine modernen Selmer sprechen alle supergut an, intonieren präzise, sind einfach zu bedienen etc. Das einzige, was dagegen spricht, solche Instrumente als Anfänger zu spielen, ist der Preis.
     
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  7. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Warum spielst du dann teure moderne Selmer? Wenn ich dich richtig verstehe sind moderne Schülerinstrumente genau so gut, kosten nur weniger.
     
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  8. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Da kann ich Dir jetzt nicht folgen. Ich meine, dass professionelle Saxe (zumindest die, die ich kenne und spiele) nicht schwieriger zu händeln sind als Einsteigermodelle. Das bedeutet aber doch nicht, dass sie nicht mehr können. o_O
     
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  9. Rick

    Rick Experte

    Immer wieder interessant, was man so lernt!
    Ich habe bisher geglaubt, man müsste spielen können, etwas musikalisch draufhaben, und JETZT erfahre ich erst, dass die Instrumente "etwas können sollen"!

    Ach, hätten alle meine Schüler sich doch bessere Hörner geleistet, anstatt ihre wertvolle Lebenszeit mit ÜBEN zu verschwenden...
     
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  10. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Ich stimme dir zu. Auch ich habe den Drang möglich gute und leider meist sehr teure Instrumente zu haben. Schon alleine vor der Verarbeitung dieser Spitzeninstrumente habe ich hohen Respekt.

    Genau dies ist der Punkt. Das Können kann ich mir nur erarbeiten und wird nicht durch das Instrument vorgegeben. Die professionellen Musiker wechseln tendenziell eher selten ihre Instrumente. Dies wird vermutlich auch der Grund sein, dass sie tendenziell eher nicht die modernen Spitzeninstrumente spielen, sondern ihr "ewiges" Instrument.

    Mich würde wirklich interessieren, wer hauptsächlich Selmer Supreme oder Yanagisawa WO30er kauft.
     
  11. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Naja, das finde ich jetzt beckmesserisch. Ich denke, es ist klar, wie ich es gemeint hatte, oder? Dann ersetze eben können durch ermöglichen oder Möglichkeiten bieten oder Potenzial bieten, oder was auch immer Dich glücklich macht.

    Und dass ein gutes Horn das Üben ersetzt, habe ich wirklich nirgends geschrieben, gemeint oder gedacht. Nicht so nett, so etwas untergeschoben zu bekommen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6.März.2026
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  12. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Was können sie mehr? Wenn du mit meiner Erklärung nicht einverstanden bist, dann bitte, beschreib es selbst mal. Ich habe nicht geschrieben, dass professionelle Saxe schwieriger zu handhaben sind, nur anders.

    "Das einzige, was dagegen spricht, solche Instrumente als Anfänger zu spielen, ist der Preis."
    Natürlich kann ein fahranfänger auf einem Porsche, Ferrari o.ä. fahren lernen. Ein Golf oder Corolla ist trotzdem sinnvoller.
     
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  13. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Vielleicht habe ich Dich dann falsch verstanden. Ich habe Dein Beispiel mit den Trompeten so verstanden, dass Einsteigermodelle tendenziell leichter zu kontrollieren seien und Profimodelle eben anspruchsvoller zu kontrollieren seien. Das ist gut möglich, keine Ahnung, ich spiele keine Trompete. Und dann meintest Du, dass das ja vielleicht bei Saxophonen ähnlich sei. Und nur darauf bezog sich mein Post, weil ich eben nicht die Erfahrung gemacht habe, dass Profisaxe anspruchsvoller zu kontrollieren sind. Nicht mehr und nicht weniger wollte ich zum Ausdruck bringen. Aber ich bin jetzt hier raus. Absichtliche Missinterpretationen und Bullying brauche ich nicht. Damit meine ich nicht Deinen Post, sondern den von @Rick.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6.März.2026
  14. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Vielleicht klingt das so. Das läuft nur in etwa deine Richtung (so war es zumindest gemeint). Meine besseren Trompeten geben dir als Spieler mehr Möglichkeiten (sie können mehr). Das geht aber auf Kosten der einfachen Spielbarkeit (jetzt bitte nicht so verstehen, dass die anderen schwierig sind).
    Nehmen wir das Einrasten der Töne. Auf der Ambassador geht das rel leicht. Damit stimmt die Intonation, ich kann mit meinem ungeübten Ansatz prima und sauber von Ton zu Ton wechseln. Das Instrument "hilft" mir sauber zu spielen und "verzeiht" meine Schwächen. Natürlich kann ich damit auch Töne ziehen.
    Die professionelleren Instrumente rasten auch, aber nicht so klar und deutlich. Hier muss ich mehr einbringen, mehr aufpassen, mehr Können. Dafür ist halt das Ziehen einfacher und eine schlechte Tagesform des Spielers wird weniger tolleriert.
    Dynamik. Beide Gruppen können genau so laut oder leise, vielleicht die Profiteile etwas mehr (das hat was mit der bohrung zu tun, nicht unbrdingt mit der Einstufung.). Die Anfängerdinger brauchen einfach etwas mehr "Überzeugungsarbeit" aus ihrer Komfortzohne bewegt zu werden (in der sie sich leicht spielen lassen), die Professionelleren haben diese "Komfortzone" nicht, was dann mehr Kontrolle und Können erfordert.
    Vielleicht ist das bei saxophonen anders...
     
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  15. Still

    Still Kann einfach nicht wegbleiben

    Ganz böses Wort, mach das weg!
    o_O
     
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  16. BP

    BP Ehem. Katzenmusiker Admin Mod

    Zitat von Rick: ...Ach, hätten alle meine Schüler sich doch bessere Hörner geleistet, anstatt ihre wertvolle Lebenszeit mit ÜBEN zu verschwenden...

    Onkel D: ...Naja, das finde ich jetzt beckmesserisch. Ich denke, es ist klar, wie ich es gemeint hatte, oder? Dann ersetze eben ...

    @Onkel D, da schwingt bei @Rick doch ein wenig Ironie mit, nicht gemerkt?:p
     
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  17. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Doch, schon gemerkt. Aber mir zunächst etwas unterzuschieben und das dann ironisch zu kommentieren finde ich halt nicht lustig, sondern übergriffig. Nicht gemerkt?
     
  18. BP

    BP Ehem. Katzenmusiker Admin Mod

    Nee, nicht gemerkt :(
     
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  19. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    OK.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6.März.2026
  20. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    wenn ein Instrument qualitativ taugt, top eingestellt ist - dann ist die Marke völlig egal. Ob Yamaha, Jupiter, Expression……. ist doch wurscht.
    Wenn jemand viel Budget hat, heißt das nicht, er landet automatisch im Hochpreissegment. Es muss halt von der Ergonomie her auch taugen.
    Und dann landet man bei irgendeiner Marke. Ab und zu testet man ein anderes Horn, und selten findet man den Gamechanger, wenn die eigene Kanne funktoniert. Die Markendiskussionen sind aus meiner subjektiven Sicht total überzogen. Vergleichvideos auf youtube bestätigen mich. Da sind Mundstücktests deutlicher herauszuhören. Man kann das aber anderst empfinden, das Keilwerth ist unten rum viel fetter etc.
    Meinstens bleiben top Saxer bei ihren Kannen, aber auch hier wird manchmal gewechselt, von alt zu neu, siehe Branford Marsalis. Vielleicht täusche ich mich, aber die Hörner sehen neu aus…..
     
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