Mundstücke mit eingeschnittenem Tisch....

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von Al Bundy, 6.März.2026 um 21:29 Uhr.

  1. Al Bundy

    Al Bundy Schaut öfter mal vorbei

    Servus zusammen,
    ich bin heute über ein Foto im Netz gestoßen, worauf ein Metall Mundstück mit langen Schnitt im Tisch zu sehen war. Breite, geschätzt ca. 2-3mm und Länge ca. 20mm. Also direkt unter dem Blatt. Was hat das für einen Sinn? Das Blatt liegt also in der Mitte quasi nicht auf...
    Schönen Abend und viele Grüße
     
  2. nosi65

    nosi65 Ist fast schon zuhause hier

    Das waren bestimmt die JodyJazz dv bzw JodyJazz dv ny, die "Billigheimer" bei Jody, Was es ganau Macht bzw. den Sinn kann ich nicht sagen, evtl mehr Schwingung vom Blatt übertragen (Meine Theorie). Auf dem Bari klingt das JodyJazz dv ny klasse, sogar bei mir ;-) , wenn ich mich anstenge.

    Das DV NY hatt eine große Kammer und passt besser auf mein altes Bari

    Matthias
     
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  3. Sandsax

    Sandsax Gehört zum Inventar

    Wie bei den JodyJazz Metall Mundstücken?

    Einerseits vergrößert sich dadurch das Kammervolumen, andererseits sind die Mundstücke nach meinem Empfinden blattfreundlicher, weil die mittig stärkere Blattquellung hier weniger ausrichten kann.
     
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  4. Al Bundy

    Al Bundy Schaut öfter mal vorbei

    Genau das war es. Ich musste jetzt speziell noch nach dem Namen suchen und bin fündig geworden.... danke. Eure Erklärung klingt einleuchtend
     
  5. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Wenn ein MPC für > 600 € für Dich ein Billigheimer ist. :D
    https://www.thomann.de/de/jody_jazz_tenor_dv_ny_7_mouthpiece.htm

    Ansonsten stimme ich zu. Das Jody Jazz DV NY ist ein tolles Mundstück, bei mir am Tenor mein aktueller Liebling. Leichte Ansprache, warmer Klang. Das liegt aber sicher nicht bzw. nicht nur an dem zusätzlichen Fenster im Tisch.

    Jody Espina redet da irgendwas von goldenem Schnitt und harmonischer Geometrie. Er ist halt auch ein guter Verkäufer.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7.März.2026 um 04:42 Uhr
  6. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    P.S.: Ich vermute, durch das Fenster im Tisch ist der Kontaktbereich zwischen Mundstück und Blatt besser definiert und das könnte zu einer besseren Ansprache führen. Quellen des Blattes wurde oben ja schon genannt.
     
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  7. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    Ich besitze auch ein JJ DV für das Bari.

    Die Aussparung ist jedoch deutlich breiter als 2-3 mm.
    Ca. 10mm würde ich sagen.

    Grüsse Gerrie
     
  8. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Interessant....sogar gleich eine ganze Schlitz-Aussparung im Tisch.

    Passt ein bisschen zu meinem eigenen Blattbefestigung-Thema.

    Nur wegen dem kleinen 3,0mm-Gewindelöchlein, etwa Mitte des Tisches, kamen gleich Rektionen, als sei das Mundstück nun wertlos und unrettbar zerstört.

    Mittlweile habe ich meinen ganzen Mundstücks-Stall (etwa 30 Stck. der engeren Wahl) so umgerüstet und freue mich immer mehr über die Vorteile und spürbaren Verbesserungen bezügl.Sound und Ansprache.....ebenso hat da ewige Suchen zur passenden Blattschraube der jeweiligen Mundstücksmodelle und Größen nun endgültig ein Ende.

    Gr Wuffy
     

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  9. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Vielleicht solltest du da differenzieren zwischen wertlos im Sinne von "spielt nicht bzw klingt nicht" , und "kann man nicht weiterverkaufen". Letzteres ist für dich vllt unwichtig, für andere nicht. Wenn du in mein 600€ link early babbit ein loch bohrst spielt es noch, nur fällt der wiederverkaufswert gegen null
     
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  10. Al Bundy

    Al Bundy Schaut öfter mal vorbei

    Nun ja, ich ja auch die verrücktesten Ideen während meiner Klarinetten Zeit gehabt und auch umgesetzt. Selbst in Birnen werden ja auch Tonabnehmer gebohrt. Ich habe Kammern verändert, Baffels mit Wachs und Epoxidharz verändert, von Kabelbindern über Ringe, bis hin zur Draht Wicklung...usw...auch Blättchen verändert, ein paar verschiedene Hölzer zur Blattherstellung getestet.....und einmal auch ein Edelstahlblech versucht...Einfach alles was irgendwie federt. Aber ein Loch ins Blatt zu bohren, davor habe ich mich doch gescheut. Ich kann es zwar nicht belegen, aber ich könnte mir vorstellen, dass durch die Trennung der Fasern viel am Schwingungsverhalten gestört wird....weiss es aber nicht genau, weil ich es nicht messen kann
     
  11. BlackForest

    BlackForest Ist fast schon zuhause hier

    Bei dem aufgerufenen Thema geht es ja offensichtlich erstmal um das konstruktive Merkmal der Aussparung und dessen Auswirkungen bzw. Verbesserungen auf den Sound - wie von den Koryphäe berichtet; das Thema Wiederverkaufswert war gar nicht angesprochen und dürfte in dem Zusammenhang erstmal sekundär sein.
    Die Wuffy-Lösung wird allerdings bei derartigen MPC's ein Befestigungsproblem bekommen. Frage ist, ob das Bohrloch soweit nach hinten verlegt werden kann?
    Wenn mann sich allerdings für ein > 600 € MPC entschieden hatte, wollte ich das selbst auch nicht ausprobieren.
     
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  12. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Habe keinesfalls die Absicht, selbst so ein Mundstück anzuschaffen !

    Es ging nur um den Eingriffs-Vergleich am Tisch...also massiver Schlitz zu meinem kleinen Löchlein
     
  13. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Würde mich hüten, sowas im direkten Schwingungsbereich des Blattes, also weiter vorne im Kammerbereich zu machen.

    Mein Löchlein sitzt ca, in der Mitte des Tisches und wird von der zentrischen Andrucksplatte ...denke ziemlich schwingungsfrei angepresst.

    Da ich schon lange nur noch synthetische Blätter (Fibracell) spiele, dürfte es auch kein Problem mit verletztes Fasern geben.
     
  14. BlackForest

    BlackForest Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe mir erlaubt, die beiden konstruktiven Ansätze gedanklich zu kombinieren und die Frage gestellt, ob es - theoretisch - möglich wäre, das kleine Bohrloch im Blatt und im MPC ins hintere Drittel des Tisch's zu verlegen. Wie gesagt, praktisch ausprobieren wollte ich das bei einem JodyJazz dv auch nie.
    Trotzdem bleibt natürlich die spannende Frage, ob eine solche Lösung u.U. eine (sehr) positive Auswirkung hätte.
     
  15. Katzenmusiker

    Katzenmusiker Admin Mod

    Ich will mal versuchen, die Funktion dieser DV-Mundstücke anhand der Aerodynamik, also den Luftbewegungen und Strömen, zu erklären. Dann wird auch deutlich, was dieser ominöse Spalt für einen Sinn hat.

    Die Idee der DV-Mundstücke ist, neben dem bekannten, per oft Baffel (Abrisskante), dem Blatt und in der meist großen Kammer verwirbelten Luftstrom einen zweiten Luftstrom zu erzeugen. Dieser soll mehr oder weniger ungestört an der Kammer vorbeifließen und die Bildung sauberer höherer Töne unterstützen. Dank der zwei Strömungen können diese DV-Mundstücke satt in den Tiefen und zugleich stark in den Höhen sein. Das ist der Sinn dieses Schlitzes: Er ist quasi der Ansaugstutzen für den zweiten Luftstrom.

    Beispiel Segelboot: Da gibt es ein Hauptsegel, aber auch ein Vorsegel. Das Vorsegel hat die Aufgabe, an der Leeseite des Hauptsegels einen zweiten Luftstrom vorbeizuführen und so einen Sog auf das Haupsegel wirkend zu erzeugen. Das ist der Sinn des Spalts zwischen Haupt- und Vorsegel: den Luftstrom zu formen. Verengt sich dieser Spalt gar, weil der Skipper das Vorsegel straff anzieht, wird die Luftströmung schneller, der Sog am Hauptsegel stärker, es geht härter an den Wind. Das Vorsegel liefert also kaum Vortrieb, es formt nur den Spalt und damit den zweiten, am Hauptsegel saugenden Luftstrom.

    Gleiches Prinzip bei Landklappen an den Tragflächen von Flugzeugen: Beim Landeanflug muss die Maschine langsamer werden, der Auftrieb würde gefährlich abnehmen, die Maschine abstürzen. Die ausgefahrenen Landeklappen bilden nun aber einen Spalt zwischen Tragflächenoberseite und den Landeklappen -> steigende Strömungsgeschwindigkeit -> kräftiger Sog über der Tragfläche -> mehr Auftrieb -> die Kiste bleibt oben.

    Bei den DV-Mundstücken sorgt die Doppelströmung für musikalische Höhenflüge. Der in der meist großen Kammer und vom Blatt verwirbelte Luftstrom sorgt für kräftige Tiefen, die weniger gestörte zweite Strömung hingegen für klare Höhen. Und weil ein solches Mundstück aufwändiger herzustellen ist, führt sein Kauf zu mancher Tiefe im Musikalien-Etat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7.März.2026 um 12:28 Uhr
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  16. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Das ist interessant. Sind das Deine eigenen Gedanken, oder ist das vom Hersteller? Wo würde denn die Zusatzluft eintreten? An den Seiten des Tisches, wo die Öffnung ist? Ich kann mir das schwer vorstellen, weil man ja mit dem Mund einen gewissen Überdruck erzeugt und ich doch recht sicher bin, dass die Luft in der Kammer nicht so stark beschleunigt wird, dass dieser Überdruck (gemäß Bernoulli) soweit abgebaut wird, dass ein Unterdruck entsteht. Das wäre aber Voraussetzung dafür, dass überhaupt ein Zweitstrom angesaugt wird.

    Oder läuft der Zweitstrom mit dem Hauptstrom durch die Kammer? Dann wäre mir der Unterschied im Strömungsbild nicht ganz klar.
     
  17. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe mal ein Bisschen gerechnet und mich mit Chatty ausgetauscht. Tatsächlich kann die Druckamplitude der Schallwellen in der Größenordnung des Überdrucks in der Kammer liegen. Abhängig natürlich von u. a. Lautstärke, Bahnöffnung, Kammergeometrie. Das heißt, im zeitlichen Mittel herrscht Überdurck in der Kammer, aber durch die Druckschwankungen des Schalls kann es zeitweilig - zumindest prinzipiell - zu Unterdruck kommen. Ob das allerdings reicht, um den oben beschriebenen Effekt zu erzeugen? :thumbsdown:
     
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  18. Katzenmusiker

    Katzenmusiker Admin Mod

    Das ist meine eigene Formulierung, die sich aus dem Kauderwelsch des Herstellers ergibt und aus dem fundierten theoretischen Wissen eines Akafliegers (Du kennst den Begriff) mit späterem Berufsweg in der Luftfahrt. Natürlich ist das die Beschreibung des grundsätzlichen Prinzips. Die Praxis im Mundstück ist weitaus komplizierter, da, wie Du richtig schreibst, dort kräftiger Überdruck herrscht. Für genaueres müsste man solch ein Teil durchleuchten oder aufschneiden und die Strömungswege, soweit sie sich überhaupt trennen lassen, analysieren. Was auch immer der Hersteller sich hat einfallen lassen, das Ergebnis geht jedenfalls in diese Richtung. Diese Mundstücke ermöglichen, Berichten zufolge, ein breiteres Spektrum.

    Es ist wie mit der Hummel: Theoretisch kann sie nicht fliegen, praktisch tut sie aber doch. Das widerlegt aber nicht die Theorie, sondern zeigt uns nur, das wir die Inteferenzwiderstände am Körper der Hummel nicht berechnen können oder müssen oder wollen. Sie fliegt ja. Ich wollte ja nur erklären, welche Funktion dieser Spalt nach meinem bescheidenen Wissen haben düfte.
     
  19. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Ja, ich wollt‘s auch nicht anzweifeln. Viele strömungsmechanische Vorgänge lassen sich nicht gleich mit Küchenphysik erklären. Ich fand‘s einfach interessant.
     
  20. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich melde da größte Zweifel an.

    Luftströme, die durch den Spalt vorne am Mundstück gehen, bringen keine Töne hervor, weder tiefe noch hohe. Luftströme im Mundstück behindern eher eine Tonerzeugung. Die Luft strömt ausschließlich durch den Spalt, um mittels Unterdruck das Blatt an die Rail zu ziehen. Hat das Blatt zugemacht, ist der Luftstrom weg und das Blatt schwingt zurück.
    Alleine die so entstehende Schwingung, die bestenfalls mit der Rohrlänge und dem Volumen in Mund und Rachen korreliert, erzeugt eine stehende Welle. Eine stehende Welle mag gar keinen Luftstrom, sie braucht nur einen Schwingungserreger und ein entsprechendes Luftvolumen dahinter.

    Es bläst kein Wind durch das Saxophon. Die Luftströmung im Mundstück mag den Ton beeinflussen, ist aber weiter nicht relevant.

    Man denke immer an ein Alphorn. Da kommt das bisschen Luft, was zwischen den Lippen hindurchgeht, natürlich auch vorne aus dem Trichter wieder heraus. Die Luftströmung ist aber da um ein Tausendstel langsamer als an den Lippen. Der Luftstrom macht keinen Ton.
     
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