Eastman ETS 852 Erfahrungen

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von Tröterich, 6.März.2026 um 13:44 Uhr.

  1. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    @MathieuR

    Musik Bertram in Freiburg. An der A5.
    50 km nördlich von Basel. Falls es mal auf Deiner Route liegt.
    Der hat auch meistens ein paar in der Auswahl.

    Grüsse Gerrie
     
  2. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Dort hab ich mein 850 gekauft.
    Der Herr Bertram und ich haben uns so gut verstanden, dass wir einige Male hin- und hergemailt haben.
    Das ging von Saxophonen über die Habsburger und ihr Erbe im Breisgau bis zur Urlaubseinladung :)
    Er hat mir dann noch eine Flasche Wein aus der Region rüberwachsen lassen.
    Also auch wenn das Bestellsystem etc. dort nicht am neuesten Stand ist, über den Rest kann ich nur Positives berichten.
    Und der Preis dort ist auch meistens heiß.

    Liebe Grüße, Günter
     
  3. Tröterich

    Tröterich Ist fast schon zuhause hier

    Du meinst also, das 852 entspricht mit seinem Korpus dem 652 der 1. Generation (in Taiwan gefertigt)? Das neue in China gebaut 652 wäre dann eine eigenständige Neuentwicklung? Es soll ja auch 400 Gramm leichter sein als das Vorgängermodell. Muss ich davon ausgehen, dass das 852 dann auch schwerer ist?

    Fragen über Fragen Tröterich
     
  4. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Nein - „entspricht“ habe ich nicht geschrieben. Die Legierung ist anders und im Detail wahrscheinlich auch die Umsetzung der Mechanik in Tonlöcher. Die sind beim 852 oben gerade und unten gerollt (aufgesetzt).

    Das 652 der 1. Generation war sehr schwer und - wenn ich mich richtig erinnere - Made in China nach Eastman-Design.
    Die 2. Generation war dann eher ein abgewandeltes Baumuster eines bestehenden „Vintage-Klons“ aus einer speziellen Legierung aber dafür leichter und aus Taiwan... Nur hat Bob Mintzer die 2. Generation so gar nicht gefallen.

    Das 852 ist eine komplette Neuentwicklung auf Basis des 652 1. Generation und der Mechanik des 850 und wird in einer Eastman-eigenen Produktion in China hergestellt.

    Das 852 ist relativ leicht und besteht aus einer Legierung, die näher an der 2. Generation ist, als an der 1.


    Das ist mein Stand, der im Detail aber nicht stimmen muss.
    Ich habe das 852 gekauft, weil ich es für sich genommen sehr, sehr gut fand (und immer noch finde).
    Dass es jetzt nur noch wenig benutzt wird hat einen anderen Grund.
     
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  5. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    So,

    hier das Ergebnis der Wisentzählung.
    Mit aller Vorsicht zu genießen, aber ein bisschen was sagt es wahrscheinlich schon aus.
    Nach meinen Ohren hört man hier auch ganz gut den Unterschied zwischen dem 852 und 850.
    Alle 3 mit dem Bob Sheppard Modern Line III 7* und einem Boston Saxshop Silver #3 Blatt, Coles 4038 Emulation.
    Ich denke Musik machen kann man mit allen 3, aber ich verstehe auch, warum viele Saxophonisten in meinem Umkreis das 852 mögen.

    https://hearthis.at/ton-scott-e2/amazing-grace-yamaha/

    https://hearthis.at/ton-scott-e2/amazing-grace-852/

    https://hearthis.at/ton-scott-e2/amazing-grace-850/

    Die Intonationsüberraschungen sind auf den zeitlich sehr schnellen Wechsel zwischen den Hörnern zurückzuführen.
     
    Onkel D, Hünchen, giuseppe und 4 anderen gefällt das.
  6. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Verrätst du noch, welche Bögen du an den Eastman spielst? R / M / S …
     
  7. Sax a`la carte

    Sax a`la carte Ist fast schon zuhause hier

    Geschmäcker sind ja verschieden, aber mir gefällt als Zuhörer das 852 am besten.
    Das Yamaha und das 850 waren sich im Sound sehr ähnlich, wie ich finde.
     
  8. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Am 850 den R und um 852 den M.
     
    Silver gefällt das.
  9. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Das 852 finde ich in der unteren Lage schöner, die beiden anderen in der oberen Lage.
    Ich glaube, wenn ich mich entscheiden müsste würde es das 850, weil neutraler. Das 852 hat Charakter und legt mich fest.
     
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  10. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Und ich hätte niemals gedacht, dass mich Yamaha 82 so dermaßen begeistern könnte. Es singt förmlich durch die ganze mittlere Oktave, von feinsten hohen Obertönen ummantelt.
    Und auch die tiefen Töne: dunkler Kern in einem schwebenden silbrigen Wölkchen... Alles Geschmacksache natürlich... Aber wie auf einem Konzert gewesen. Vielen Dank dafür.
     
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  11. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Das Playalong ist eine hübsche Hommage an Bobby Timmons.
     
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  12. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Die Hörner klingen übrigens alle toll und relativ nah beieinander, sodass ich von der Aufnahme Schwierigkeiten habe, zu sagen, welches wohl am schönsten zum spielen ist.

    Das 852 ist superschön, hat am meisten von dem rotzigen Quäk in den Mitten, den ich beim Conn schätze. Es hat eine unglaubliche Präsenz im gesamten Umfang. Was ich viel weniger höre, ist diese teigige, zähflüssige Tonkonsistenz, gegen die man beim Conn anpusten muss, wahrscheinlich eine akustische Schwäche, die einem beim klaren Ton die Resonanz stehlen will, die aber beim balladigen Duett für die richtige Textur sorgen kann. Vielleicht hat man das dem 852 ein wenig ausgetrieben. Egal genug der wirren Worte.

    Das 850 ist auch sehr schön, etwas feiner im Buzz und ich vermute mehr höhenbetont, wobei es entweder meine Ohren oder die Stöpsel nur erahnen lassen. Beim Yamaha gibts vielleicht noch mehr, was ich nicht höre. Es ist unten stark und fällt in der zweiten Oktave zumindest mit dem was ich höre etwas ab. Dort ist es das zahmste von dem dreien, was aber ein Abstrich auf hohem Niveau ist.
     
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  13. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Ich weiß, warum ich von Alt bis Bariton ausschließlich das 82er Yamaha spiele!:cool:
     
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  14. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Das 82z mit dem Massivsilberbogen ist einfach zu spielen, auf der Aufnahme finde ich es im Vergleich mit beiden Eastman recht zahnlos.
    Da fehlt mir etwas, was ich mit Saxophon verbinde. Kann natürlich auch durch meine recht Daumen-Mal-Pi-Hafte Mischtechnik bedingt sein.
    Müsste ich in einem Blasorchester aushelfen wäre das aber die Kombi, die vielleicht grad noch so durchgehen würde.
    Die Aufnahme hat mich auch dazu bewogen, mal wieder den Originalbogen rauszukramen, der "silbert" nicht so.
     
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  15. Spacecat

    Spacecat Ist fast schon zuhause hier

    Ohne Lack silbert ein C1 und V1 nicht mehr ganz so zahm. Hat bei mir definitiv was bewirkt, zumindestens Woodo für drn Rest der am Bogen hängt. Optik nur nicht mehr schön glitzerig, und nimmt dem 82 trotzdem nicht gewisse Eigenschaften.
     
  16. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Diese Seite, vermutlich eine sehr wichtige, kenne ich leider gar nicht, daher nicht berücksichtigt. Ansonsten finde ich den Sound von Yamaha nach wie vor umwerfend.
    Wenn Du irgendwann Zeit und Muse hättest, würde ich mich auf eine Aufnahme mit dem Original-Bogen freuen. Ich wollte schon davor fragen, ob diese feine "Silbrigkeit", die mir so sehr bekommt, dem Bogen geschuldet ist.

    L.G.
     
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  17. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Dem, was @giuseppe schon schrob (und dem ich bis auf die Bemerkung zur Teigigkeit eines Conn zustimme) möchte ich eine zusätzliche Sichtweise hinzufügen. Eigentlich zwei…

    Wenn man davon ausgeht, dass so ein Instrument etwas mit einem macht, wenn man es so Seit-an-Seite über eine Etüde spielt, dann hört man beim Yamaha die „schülerhafte“ (i.S.v. genau, bewusst, dem Material zugewandt, nicht dem eigenen Ausdruck) Umsetzung während die Eastman wesentlich mehr Ausdruck und Individualität Deines Spiels in jeweils unterschiedlichen Richtungen zeigen.
    Beim 852 hast Du offensichtlich viel Freude an den „Grits“, die auch die Spielerei auf einem alten Conn zum Genuss machen, beim 850 dringt das Singen bis Sägen im Ton, das die alten Selmer auszeichnet in den Vordergrund und die subtilen Auswirkungen auf Dein Spiel.

    Um es ganz deutlich zu sagen: weder kommt das 852 an ein sehr gutes pre-war 10M noch das 850 an ein 5-Digit MK VI heran. Aber die Richtung ist schon sehr eindeutig.

    Und jetzt meine zweite These:
    Die ollen Dinger sind, wenn sie gut waren und professionell gespielt wurden, eingespielt und eingeschwungen. Da ist etwas im Sound, das ich nicht beschreiben kann, das ich aber sogar auf launigen iPad-Lautsprechern ahnen kann. Insbesondere ganz oben und ganz unten.
    Das kann ein Null bis fünf Jahre altes Horn in dieser Form nicht bieten.

    Bei den drei Aufnahmen zum Wretch, der Du keinesfalls bist, fühlt sich das 852 für meine Ohren als am weitesten eingespielt an - was vermutlich den Tatsachen entspricht.

    Das Yamaha in diesem Setup ist … ääh … sehr neutral. Mal wieder.
     
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  18. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Hatte ich für mich eh vor. Mache es aber dann gerne öffentlich.
    Werde das dann aber in den Freestyle-Thread stellen - mit Eastman hat es ja nichts mehr zu tun - also nicht direkt.
    Es ist ein teures Vergnügen, aber manchmal hilft es auch zu erkennen was man nicht will, um dorthin zu kommen wo man hinwill.
    Wobei mir das Yamaha sehr sowieso immer sehr hilfreich ist, es hat sich noch keiner beschwert, wenn ich es live gespielt habe. Also nicht laut halt :)
     
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  19. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Das ist deine These,und die sei dir gegönnt. Meine These ist,das das nur ein Mythos ist. Ein neues gutes Horn kann genauso gut klingen wie ein gutes altes Horn. Den Unterschied macht der pieler,meine These
     
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  20. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Vielleicht ist das auch der falsche Ausdruck, mangels eines besseren.
    Wenn ich bei meinen Tenören das Selmer nehme, dann geht das resonanzmäßig etwas besser: es spricht etwas besser an, klingt homogener und klarer.
    Aber das Conn klingt halt besser. Da ist noch irgendwas anderes im Sound, vor allem da, wo es nicht so perfekt resoniert.
    Komischerweise geht es subjektiv auch deutlich lauter. Es macht immer mehr auf wo andere Hörner irgendwann eher zu machen. Aber das ist vielleicht eine andere Geschichte.

    Extrem ist das mit der „Zähflüssigkeit“ zum Beispiel beim tiefen D, ein schwacher Ton bei Tenor generell vor der Kurve. Die Resonanzen stimmen nicht, der dritte Oberton ist schon nicht mehr sicher wo er hin will. Hier kann man am ehesten motorboating erzeugen, bei meinen Conn aber viel leichter als beim Selmer. Man kam den Ton voll krachen lassen, dann steht er stabil. Aber wenn man ihn sanft spielt, schneidet es ihm die Obertöne ab, es menschelt, klingt extrem vintage und mächtig nach Conn. Das kann man mit einer perfektionierten Tröte nicht simulieren.
     
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