Die Blattstärke

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von Alex_Usarov, 18.März.2026 um 08:42 Uhr.

  1. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Zu meiner Suche nach optimaler Blattstärke gesellt sich ein weiterer Aspekt hinzu: ich wanke noch zwischen Sorten. Daddario Select - Java Red - Rigotti Gold - Ishimori Woodstone. Und ich habe zu Verfügung insgesamt 7 "Räume" zum Üben. Und je nach Raum klingt eine andere Marke besser oder grässlicher; die Entscheidung fällt mir gerade schwer.

    Ich bin quasi in die Sax-Pubertät gekommen :).
     
  2. Blofeld

    Blofeld Ist fast schon zuhause hier

    Für jedes Blatt einen eigenen Raum: Das nenne ich Luxus!
     
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  3. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    "Raum". Anführungszeichen sind kein Dekorelement:)
     
  4. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ich möchte jetzt nicht, dass du das jetzt in den falschen Hals bekommst. Deine letzte Einspielung hier zeigte zumindest mir, dass du saxophontechnisch eher zu den Anfängern zählst. Daher wäre meine Empfehlung erst mal mit der Rumexperimentiererei aufzuhören und mal mit einem setup sattelfest zu werden. Die dauernde Variation von Blatt, Mundstück, Öffnung schadet mehr als es nutzt. Wo du klanglich hinwillst scheint mir auch nicht klar....
    Wenn du mit einem bestimmten Mundstück, einer Öffnung und einem Blatt gut spielen kannst, dann bleib erst mal dabei.
     
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  5. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Aber warum denn das?! Lieber @JES, ich bin jedem Input, jeder Antwort auf meine Frage stets dankbar, auch Deine Kommentare schätze ich sehr. Auch mit meinem Lehrer bin ich sehr glücklich. Nur ich habe gerade einen "besonderen" Moment in meiner Sax-Laufbahn. Und ich wollte einfach wissen, wie es den Anderen so geht. Und wie Du siehst, habe ich doch etwas unterschiedliche Ansichten und Empfehlungen von mehreren ausnahmslos großartigen Musikern und Pädagogen bekommen (auch Dich zähle ich selbstverständlich dazu).
    Jetzt lass mir bitte etwas Zeit, das Ganze zu prüfen und gegebenenfalls umzusetzen. Möglicherweise werden Dir dann meine Einstellungen mehr gefallen).

    Mit liebsten und freundlichsten Grüßen,

    Dein Alex.

    P.S. Schon mal ein positives Ergebnis dieses Threads: bei Java Red scheine ich doch härtere Blätter zu vertragen, ohne dass die Ansprache der Tiefen schlechter wird.
    Und das Sax ist dicht, wir haben es gestern mit meiner Kleinen ordentlich durchleuchtet.
     
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  6. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Ach ja, da gibt es noch etwas, was ich genau unter die Lupe genommen habe, und zwar genau das:

    Am wohlsten fühle ich mich mit recht leichten Blättern: da kann ich mir alles erlauben, weil vieles automatisch geschieht. Ich spiele da eigentlich rein technisch unf rhythmisch weit über meinem Niveau. Aber wenn ich mir dann die Aufnahme anhöre... Mein lieber Scholli!!!

    Also so einfach und eindeutig ist dss Thema für mich nicht.
     
  7. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Mal gefragt, was spielst du denn? Was ist für dich ein normalhartes Blatt und eine gut spielbare Öffnung?
    Bei mir hat sich das bei 2,5 eingependelt (rigotti queens, rico rot) in kombi mit einer 8er Öffnung (linkt stm early babbit refaced). Das spiele ich quasi auf den meinen Baugrößen Bari, Tenor und Alto, wobei die Blattstärke gleich bleibt, die Öffnung nicht. Alto dürfte eher 7 sein, Bari geht in Richtung 6-6*.

    Mein Lehrer spielt ähnlich, allerdings ~3er Blätter Rico jazz select. Selmer jazz Metall H
     
  8. ilikebrecker

    ilikebrecker Ist fast schon zuhause hier

    Du könntest doch die Blätter nachträglich so bearbeiten, dass sie im tiefen Register leichter gehen. So mache ich das zumindest, dass ich beidseitig des Herzes etwas Holz wegnehme.
     
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  9. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Danke Dir. Meinst Du so? Oben oder die Kante?

    13328096_800.jpg
     
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  10. JES

    JES Gehört zum Inventar

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  11. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Genauso und ein bisschen weiter Richtung Blattspitze! Nur Finger weg vom Herz selber. Du kannst ein mittleres Schleifpapier auf den Finger nehmen und da ein bisschen was abziehen. Symmetriekontrolle gegen das Licht und auf dem Mundstück (nach rechts und links verdreht testen, dass heißt mit an einer Kante abgewürgtem Blatt, dann merkst du wo es leichter geht). Nur wenig wegnehmen zwischen den Tests, sonst ist es schnell vorbei.

    Die Außenkante etwas schrägen ist auch beliebt für die Tieftonansprache, du kannst ja vergleichen…
     
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  12. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Einem noch relativ unerfahrenen Spieler zu empfehlen, an Blättern quasi generell rumzufeilen, also nicht nur ausnahmsweise, wenn gar nichts geht, halte ich nicht für eine gute Strategie.

    Das führt fast unweigerlich früher oder später in die Blattkatastrophe.

    Lieber eine Marke, Stärke und Typ, bei dem es passt aussuchen und erst mal dabei bleiben.

    Gruß,
    Otfried
     
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  13. cwegy

    cwegy Ist fast schon zuhause hier

    gelöscht
     
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  14. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Warum denn das? Wenn man mit einem Blatt nicht alles spielen kann oder es kaputt ist, dann kommt es weg und man nimmt ein neues. Es ist ja nicht die Bahn des Lieblingsmundstücks, an der man rumschleift.

    Es ist wie mit anderen professionellen Tätigkeiten, die man manchmal selber braucht. Polster wechseln, Leck beheben, Bogenkork erneuern, beim Fahrrad Platten flicken, Gangschaltung einstellen, Autoreifen wechseln. Alles kein Hexenwerk. Die, die es nie probieren, können es auch nicht, und die die es können, haben es halt immer wieder probiert und haben über Erfolge und Misserfolge immer mehr gelernt.

    Ich sage ja nicht, dass man irgendetwas selber machen muss, was man als Dienstleistung kaufen kann. Und auch nicht, dass es besser ist, als die professionelle Dienstleistung (die meistens, aber nicht immer besser ist).

    Aber die Angst, etwas kaputtzumachen und nachhaltig zu verpfuschen halte ich für übertrieben. Der Preis ist der eines Saxophonblattes. @Alex_Usarov hat Unterricht und sein Ansatz wird von ein Paar verschnittenen Blättern auch nicht schlechter. Da landen die schneller im Müll.
     
  15. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Ein kleiner Zwischenbericht aus dem Luxus-"Raum" für Vandoren-Blätter :).
    Der Umstieg auf Java Red hat gleich einiges gebracht. Ich fand die Blätter auch früher recht attraktiv, musste aber auf Rigottis umsteigen, wegen unüberwindbare Intonationsprobleme. Momentan fühlen sich Blätter sehr gut an, auch der Sound verspricht einiges an Modulationsmöglichkeiten. Die Tiefen gehen auch nach einem Tag gut los, die Höhen weiterhin problematisch, allerdings spüre ich förmlich die verkrampfte Kehle. Da ich momentan nur ein Handy habe, leider ohne Playalong. Dass da genug zu schuften wäre, ist mir bewusst. Aber für den Anfang tendiere ich dazu, die Java Red vorzuziehen. Zumal der Wunsch nach Nachbearbeitung entfällt. Trotzdem vielen Dank für die Tipps in diese Richtung: ein sehr interessantes Thema für die Zukunft.
    L.G.

     
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  16. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Weil man als relativer Anfänger noch gar nicht vernünftig beurteilen kann, was ein wirklich gutes Blatt ausmacht, man nie ein Ergebnis gut reproduzieren kann, und sich mglw. in eine Sackgasse von Wohlfühlfaktor versucht hinein zu feilen.

    Natürlich kann und darf und sollte man auch mal aus Neugier an Blättern rumfeilen und schauen, was da raus kommt.

    Aber als generelle Herangehensweise, sich Blätter zurecht zu feilen, das würde ich einem Anfänger nicht empfehlen.

    Gruß,
    Otfried
     
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  17. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich bin hin- und hergerissen. Ich sehe dein Argument. Und ich denke auch, dass Intonationsschwächen mit Holzblättern mittlerer Stärke vor dem Blatt liegen und eine Warnung sein sollten, die Anzahl der Variablen erst einmal zu verringern, ein Blatt und ein Mundstück bis auf weiteres zu wählen.

    Mit den Räumen geht es mir übrigens ähnlich, dass in verschiedenen Proberäumen und auf Bühnen mir jeweils andere Blätter soundmäßig gefallen. Ich orientiere mich dann meist am Proberaum mit anderen. Dort wird an der Ausgewogenheit des gesamtsounds gefeilt, das aber nur am Rande.

    Was die Blattbearbeitung betrifft, bin ich von ganzem Herzen anderer Meinung. Die Wahrscheinlichkeit einer „falsch gefeilten Wohlfühlzone“ schätze ich so hoch, wie die, dass jemand, der selber lernt Fahrradreifen zu flicken, mangels besseren Wissens dann immer auf der Felge fährt. Es wird nicht passieren. Er wird im schlimmsten Fall unzählige Blätter killen und dabei vielleicht ein paar Kniffe lernen, die bei verbessertem Ansatz in Monaten und Jahren immer noch helfen.

    Meine frühe Hobbymusikerlaufbahn als Kind ist gepflastert von angsterfüllten Warnungen, gerade im Zusammenhang mit Klarinette, Sax, Blättern, Griffsystemen, etc., das meiste davon heute nicht mehr tragbar. Deshalb bin ich da immer vorsichtig. Und grundsätzlich glaube ich, dass solche Warnungen meistens nicht stimmen. Wer viel übt, viel probiert, richtiges und falsches versucht, der wird immer besser und nie schlechter. Zumindest habe ich das noch nie erlebt.
     
  18. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    @giuseppe
    Wir reden von verschiedenen Dingen glaube ich.

    Ich bin ganz bei Dir, dass man möglichst viele Dinge ausprobieren soll, in jeder Hinsicht. Neugierig sein ist gerdezu meine Devise, auch und gerade als Anfänger.

    Es geht mir darum, sich frühzeitig auf eine Strategie der Blattbearbeitung festzulegen, also zum Regelfall zu machen, sich ein bestimmtes Blatt zu kaufen und es jeweils zu bearbeiten, bis es passt.

    Wenn man genau, oder wenigstens halbwegs weiß, worauf man hinaus will und was man da tut ist das absolut ok, aber nicht für einen Anfänger, der noch völlig im Nebel stochert, wo es denn für ihn langgehen soll.

    Gruß,
    Otfried
     
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  19. Spacecat

    Spacecat Ist fast schon zuhause hier

    Hast Du dann für jeden Raum anderen Klang als Wunsch? Also anstelle anderes Mundstück wie es manche machen durch Blattwechsel Klang ändern? Für mich wäre das jetzt kein Weg, ich möchte mit meiner bevorzugten Kombi alle meine Wünsche abdecken, nur die Schnute muss arbeiten. Aber vielleicht muss ich umdenken und diese Option mal testen.
     
  20. bthebob

    bthebob Strebt nach Höherem

    @indieRunde
    Ich häng' mich mal als unerfahrener Blattbearbeiter rein ins Thema mit der Frage:

    Meine Stammblätter -LaVoz-, (die alten, mit dem grünen Stempel) sind leider alle.
    In Stärke -MH-

    Jetzt hab' ich noch eine Packung dieser Sorte in Stärke -H-
    Die sind mir zu hart.

    Wo sollte ich mit einem Messer was wegnehmen, um die Dinger
    auf -mittelhart- zu bringen ?

    Etwas unterhalb der Spitze ?
    Auf beiden Seiten oder nur auf der Seite, die am Mpc anliegt ?

    Von Blattherz was wegnehmen oder dort grade nicht ?
    Wobei, ... wo genau befindet sich eigentlich das Herz ?

    Ich danke für sachdienliche Hinweise.

    Und wie geschrieben, es gut mir nur um's "Runterkratzen" von -H- auf -MH-
    Klanglich die Blätter für mich super.

    VG
     
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