Die Blattstärke

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von Alex_Usarov, 18.März.2026.

  1. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Schwer! Bin gerade aus dem Luxus-"Raum Kinderzimmer verbannt worden. Es bleiben nur Luxus-"Räume" Skoda Roomster im Industriegebiet und Holzpodest im Wald. Beim letzten begebe ich mich in die Gefahr, dass die tiefen Töne als Brunft-Ruf und ich als Konkurrenz eingesehen werden. Nebenbei zu prüfen, ob meine Hörner größer sind oder diese abzustoßen gehört nicht zu meiner Absicht :).
     
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  2. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Doch doch, genau so. Und ich spüre dabei förmlich einen Krampf im Hals. Sobald es sich löst, geht D3 wieder. Nur mit Java Red 2.5 habe ich das.
    Aber wenn ich ruhig und gezielt in Diesem Bereich spiele, insbesondere auf Playback, wird es besser.
    Wenn es so nicht möglich ist, möglicherweise haut es mich aus der D3 in die Cis1 (also Cis ohne Tastendruck), mir fehlt es an Gehör, um das genau zu beurteilen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22.März.2026 um 11:12 Uhr
  3. ppue

    ppue Mod Experte

    Glaube nicht alles, was du liest. Das ist schon richtig. Aber tut nicht alle Meinungen rund um die Blätter als Quatsch ab. Die Leute spielen ganz verschiedene Baugrößen. Da sind Diskussionen über die Blattstärke nicht unbedingt übertragbar.

    Dann spielen die Leute ganz unterschiedliche Mundstück, die auch ganz unterschiedliche Blätter brauchen. Kann z.B. sein, dass einer lieber ein nicht so offenes Mundstück spielt, aber mit der Zeit die Blattstärke erhöhen muss. Ansonsten ist mit den Palmkeys nicht so viel zu holen.

    Oder eben umgekehrt. Ich habe bestimmt 30 Jahre lang ein Meyer 6 gespielt. Und das sehr, sehr viel. So viel, dass die Rails immer wieder leicht rund wurden und an Kante verloren. Ich habe sie immer wieder abgezogen und die Natur der Mundstücke will es, dass damit die Öffnung immer größer wird. Damals habe ich 3 1/2er auf dem Alt gespielt. Immer akustisch, auch in großen Sälen.

    Dann hat mir HWP ein Mundstück gemacht, das noch offener war und darauf spiele ich (bei gleichem Dynamikumfang) jetzt wieder 2 1/2er Blätter und bin damit bei Harle (-: Das heißt aber nichts. Und eine jede Theorie, die meint, das richtige Konzept für ein SetUp zu haben, halte ich für falsch. Es sind immer nur eigene Erfahrungen. Auch bei Harle.

    Und bei dem Weg: Mit meinem Steamer-Mundstück kann ich nicht vors Mikro. Das hat viel zu viel (ihr nennt es Projektion) Lautstärke. Bei Mikrophonierung brauche ich ein geschlosseneres Mundstück und ein stärkeres Blatt. So what, was sollen die ganzen Theorien. Es muss klingen und gut spielbar sein.

    Ich will damit nur mal die Bandbreite aufzeigen, die bei der Blattauswahl eine Rolle spielt und deshalb mag ich so Aussagen wie: Härtere Blätter sind Quatsch und der und der hat gesagt ...

    Das ist einfach eine komplexe Angelegenheit und wer gestern den Podcast im WDR gehört hat, hat auch gehört, wie unterschiedlich Saxophone klingen können. Die haben das so schön hintereinandergeschnitten. All diese Varianten brauchen verschiedene Mundstücke, Baugrößen, Blattstärken und dazu noch Spieler.
     
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  4. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Das kann ich sogar aus meiner bescheidenen Erfahrung bestätigen: als ich bei Bastein Hamburg eine Reihe Instrumente mit meinem Mundstück anspielte, habe ich bei sogut wie jedem Instrument eine halbe Stärke mehr gebraucht; bei Eastman war mir sogar die halbe Stärke höher (neu, nicht eingespielt!) zu leicht.
     
  5. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Wenn ich mir Dein Video anhöre, denke ich mir genau das.
    Ich will damit aber keinesfalls sagen, dass Du "tonedeaf" bist.
    Der Klang selbst ist für mich komplett ok, man merkt aber dass Du kaum weißt, wo die Töne sind. Da hilft Equipmentwechsel nicht, oder nur teilweise und zufällig.

    Ich würde auch Mundstückübungen, Drones, in weiterer Folge Harmonics empfehlen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22.März.2026 um 12:00 Uhr
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  6. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Link Metall 8*, Vandoren V16 #3, Mark VI.
    Ich weiß nicht, ob der Sound mit 2er Blättern funktionieren würde. Nein, ich bezweifle es sogar.


     
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  7. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Wir machen recht viel in diese Richtung. Mein Lehrer möchte daher nicht, dass ich trocken spiele, oder mit einem Metronom arbeite. Stattdessen möchte er, dass ich mir im Ireal Tracks baue (früher hat er es für mich gemacht) und immer zu Playback spiele, auch Tonleiter-Übungen, auch "Pyramiden". Man muss auch bedenken, dass ich trocken und in die Leere hinein ohne genaue Tonvorstellung anders intoniere und rhytmisiere, als auf Playback, wo ich einen rhythmischen und tonalen Leitfaden habe. Und wenn es ein eingeübtes Stück auf Playalong spiele, ist es auch eine etwas andere Geschichte.
    Soll jetzt keine Rechtfertigung sein, ich arbeite weiter.
    Vielen Dank, Günter.
     
  8. khayman

    khayman Ist fast schon zuhause hier

    Vollkommen OT, aber das muss ich kommentieren :)
    Das steigert meine Vorfreude auf mein erstes Konzerterlebnis in der Elbphilharmonie im Juli.... zufällig das Konzert gesehen und zufällig zu der Zeit in meiner ursprünglichen Heimat. Ich freu mich drauf!
     
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  9. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Das sieht mein Lehrer ab Grundverschieden. Der besteht durchaus auf einem signifikanten Anteil von "Trockenübungen" im Unterricht, schon damit ich mein Gehör für Intervalle schule. Genauso will er fingerübungen mit metronom oder ähnlichem taktgeber, als training für Timing, Taktgefühl und Rythmus. Im playalong sieht er den Nachteil, dass man sich tonal und rhythmisch an eine Refernz hängt. Wir spielen natürlich auch zu Referenzen, aber ohne Trockenübungen geht bei ihm gar nichts.

    Ich habe mir seinerzeit von hwp auch ein steamer bauen lassen. Öffnung irgendwie zwischen .125 und .130 (für Alto geringfügig kleiner) und meinte, dass muss so, weil alle... Heute würde ich, und ich bin heute deutlich geübter, so zwischen .105 und .110 bleiben. Selbst das braucht regelmäßiges Spielen.
    Was ich von dir höre und lese ist Ungeduld. Du willst unbedingt ein setup, was (angeblich) alle spielen. Warum? Warum jetzt schon? Kauf dir ein einfaches yamaha 5* oder 6, ein paar solide Blätter (bspw d'addario jazz select 2M) und dann trainiere damit (auch trocken) Gehör und Ansatz. In 2 Jahren fragst du noch mal.
     
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  10. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Es ist auch möglich, dass unterschiedliche Entwicklung des Gehörs unterschiedliche Ansätze braucht. Zwischen meinem musikalischen Gehör und Deinem liegen vermutlich 40 Jahre Spielerfahrung.
    Wir machen zum Beispiel Pyramide trockenen, aber dieses Trocken heißt dann: Spielen, Nachsingen, Nachspielen. Oder er spielt den Grundton und ich dann Pyramide und umgekehrt. Auch für rhythmische Übungen sucht er für mich Stücke aus. Früher bestand er drauf, dass ich Tonleiterübungen ausschließlich ohne Zunge mache. Jetzt arbeiten wir viel mit der Zunge, und da hat er mir "Needs to bee'd With" von Count Basie empfohlen, und zwar da wo Green auf akustischer Gitarre groowt. Da hört man ganz genau, ob man mitgroowt oder nicht.

    L.G.
     
  11. khayman

    khayman Ist fast schon zuhause hier

    Gundsätzlich finde ich die Blatt-Frage auch super interessant.

    Ich habe mit einem Yamaha 6 und dann einem (etwas offenerem) Gottsu Sepia verschiedenste Blätter ausprobiert. Aber ich finde es (noch?) sehr schwierig mehrere einzelne Blätter verschiedener Hersteller miteinander zu vergleichen.

    Nachdem ich von meinem Weg in den Jazz ein wenig abgekommen bin und in einem Saxophon-Klassikorchester eingestiegen bin, spiele ich zur Zeit ausschliessich (nach Empfehlung des Orchesterleiters) ein S80 C* mit Vandoren V21 Blättern.
    Mich nur auf diese Blätter zu beschränken ist durchaus hilfreich, weil ich nicht andauernd mit der Suche nach dem heiligen Blatt abgelenkt bin. Aber ich habe das Gefühl, dass jedes einzelne Blatt eh ein Eigenleben führt.
    Mittlerweile schreibe ich mir auf, wie sich ein Blatt in einer Übe-Session angefühlt hat, um vor allem für ein anstehendes Konzert eines auszuwählen, das gut geht. Aber die Blätter spielen nicht mit. Fühlt sich eines heute super gut an und scheint mir auch toll zu klingen, macht es mir morgen "Probleme".
    Probleme im Sinne von: mehr Rauschen, dumpfer vs. hellerer Klang, Ansprache und damit der Dynamikumfang. Das merke ich natürlich vor allem wenn ich alleine übe, im Orchester fällt das nicht so sehr auf. Und meine G2/Gis2 Problematik scheint auch mit den verschiedenen Blättern unterschiedlich stark ausgeprägt.

    Und dann sitzt im Musikverein neben mir mein Mitspieler mit 40 Jahren Erfahrung, zieht ein zerrupftes Blatt aus der Tasche und spielt einfach drauf los.

    Fazit: Es ist vielleicht nicht die Tagesform (m)eines Blattes, sondern meine eigene :cool: und wenn ich dann im Alter von etwa 100 Jahren auf eine 40 jährige Saxophonpraxis zurückblicke, kann ich auch auf jedem Blatt spielen :D
     
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  12. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Geht mir auch so. Und nicht nur das. Laut Vergleichstabelle sollten die Daddario Select Jazz 2M leichter sein, als Java Red 2.5 . Ich empfinde es aber andersrum, ud zwar spürbar.
    Und nicht wegen Streuung: ich habe jetzt in diesen 2 Tagen mindestens 5 Blätter jeweils vergleichen dürfen und immer mit dem gleichen Ergebnis.
    L.G.
     
  13. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Vergiss die Tabellen :)
    Ich wundere mich immer wieder, wie das gemessen werden soll. Oft passt ein Schnitt so, dass man auf einem MPC härtere Blätter spielen kann, auf einem anderen Mundstück mit "gleicher" Öffnung aber weichere spielen muss.
    Bei einer anderen Blattmarke kann es wieder anders herum sein.
     
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  14. TootSweet

    TootSweet Ist fast schon zuhause hier

    Fürs Alto habe ich ein Ted Klum London #8 und spiele darauf die gleichen Blätter Stärke 2 1/2 wie z. B. auf meinem New York Meyer 5M ...
     
  15. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Super Hinweis, Danke.
     
  16. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich weiß es ja nicht. Aber ich glaube ich habe Schwierigkeiten, ein D3 ohne weiteres in die zweite Oktave fallen zu lassen. Erst wird es deutlich zu tief. Es mag bei dir anders sein, aber ich würde trotzdem mal checken, ob die S-Bogen-Oktavklappe gescheit öffnet und frei ist.

    Ich finde ehrlich gesagt auf dem Tenor die Palmkeys mit die einfachsten Töne bzgl. Ansprache, da ist die stabile Intonation die Schwierigkeit. Aber auch das kann natürlich ganz anders sein bei dir.
     
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  17. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Da scheint mir das Leder porös zu sein.
    Kannst Du da was erkennen?
    Oder ist es die Farbe vom Polster bzw Dreck in den Poren
     

    Anhänge:

  18. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Undicht würde das Problem nicht erklären. Nicht durchgängig schon.
     
  19. DietmarB

    DietmarB Kann einfach nicht wegbleiben

    Welcher Podcast war das bitte?
     
  20. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Zusammen,

    Allmählich werden einige meiner Fragen beantwortet bzw einige Vermutungen von Euch bestätigt. Ich habe jetzt ein nagelneues Java Red 2.5 gefunden und dazu noch ein schwerer geratenes, so dass die Bäckchen gleich aufgehen und alles plötzlich nicht so einfach ist. Aber auf den Sound und die Intonation hat es glaube ich positiven Einfluss.
    Habe bereits 3.0 bestellt, bin mal gespannt, was sie nach dem Einspielen hergeben.

    Ihr müsst es Euch nicht antun. Aber ich finde es einfach interessant, was mit mir innerhalb von letzten 24 Stunden geschieht. Ich habe absichtlich Kamera so hingestellt, um die Schwachstellen zu sehen. Und ich sehe sie deutlich und zu genüge, und das erfreut mich im höchsten Maße.
    LG.

     
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