Klingt Vinyl wirklich besser...?

Dieses Thema im Forum "Home- und Live-Recording, Tontechnik" wurde erstellt von Nemo, 26.März.2026 um 11:51 Uhr.

  1. Earl Jay

    Earl Jay Ist fast schon zuhause hier

    Ganz genau kann das sicher nur ein Hörakustiker beurteilen. Aber genau das ist ja der Punkt auf den ich aufmerksam machen will. Ich würde mich selbst nicht als schwerhörig bezeichnen, warum auch. Ich höre alles und jeden klar und deutlich, habe im Alltag keine Probleme und kann auch Musik genießen, oder zumindest das was davon bei mir ankommt. Gleichwohl war mir schon klar dass nicht mehr alles super ist oder sein kann.
    Aber erst durch diesen Test und das direkte Erleben mit/ohne Kompensation wird das Ausmaß deutlich, was da tatsächlich schon fehlt, bzw. wo die Wahrnehmungsschwelle mittlerweile liegt.
    Da handelt es sich ja nicht um bestimmte Frequenzen oberhalb irgendwas, sondern um ein ganzes Spektrum welches graduell abflacht.
    Meine Frau ist Mitte Dreißig und hat sich ihr Leben lang von lauter Musik (oder überhaupt Musik) ferngehalten. Ich habe über Streaming auf die Hifi mal meine Frequenzverschiebung im Handy-EQ nachmodelliert, und sie gefragt wie es bei ihr wirkt. Und selbst für sie war der korrigierte Verlauf in dem Sinne angenehmer und gehaltvoller an akustischer Information.
    Ist sie jetzt auch schwerhörig? Ganz sicher nicht.

    VG
    Jens
     
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  2. khayman

    khayman Ist fast schon zuhause hier

    Coole Sache, aber die LED passt da so gar nicht dazu.
     
  3. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Das kann ich nicht beurteilen. Bei mir trägt ein brummender, geräuschdurchsetzter und mittenlastiger Sound aus bis zu 100 Jahre alten und vergleichsweise wartungsintensiven Musikinstrumenten zum Sinn des Lebens bei. Andere sind sicherlich reifer. Deswegen will ich da nicht grundsätzlich urteilen.

    Das ist bei der Altersversion das gleiche in unterschiedlicher Ausprägung. Wenn die Höhen nicht mehr ausreichen, um die Zischlaute von Konsonanten in sehr lauter Umgebung zu differenzieren, bist du beim zweiten Begriff.

    Träum weiter. Ich würde schätzen, dass der cut off der durchschnittlichen Diskussionsteilnehmer hier eher zwischen 10 und 12 k liegt. Das ist gerade bei Musikern auch professionellen ein echtes Problem und Tabuthema. Jenseits der 10 k wird es so ab 60 beim Durchschnitt eh schon deutlich leiser. Gerade bei Musikern, die als Jugendliche gern auf Konzerten waren, im Proberaum vor den Drums standen und ein Leben lang vor dem Blech saßen und geföhnt wurden, ist es deutlich schlechter. Viele haben das kompensieren gelernt und wollen sich lieber nicht damit befassen.
     
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  4. Bb7

    Bb7 Ist fast schon zuhause hier

    Puuuuh....:bahn: aber ich habe diesbzgl. auch null Ahnung. Liegt also an mir :)
     
  5. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Ging nicht anders umzusetzen,so geht mit Drücken der TA Taste der Bluetooth Empfänger an,Aber das Radio funktioniert eben auch ganz normal als Radio
     
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  6. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Es kommt ja noch eins dazu. Auf meinem Röhrenradio,höre ich ja kein Heavy Metal,da läuft eben Jazz,Big Bands oder Rocknroll der 50er. Authentischer wie so kann diese Musik ja nicht klingen. So klang das eben früher auch bei meinen Eltern und Großeltern. Solche Musik mit CD zu hören macht doch überhaupt keinen Spaß (mir)
     
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  7. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Ich vermute mal, der Hörtest des Kopfhörers übertreibt mächtig und im Endeffekt wird jeder meinen, mit dem Kopfhörer ein besonderes Hörerlebnis zu bekommen :p

    Gruß,
    Otfried
     
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  8. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Vielleicht noch ein Aspekt, der mich mit meiner lofi-anlage hören lässt: ich nehme mir mehr Zeit und Ruhe bewußt eine Platte durchzuhören. CD manchmal, im Stream ist es eher so ein durchzappen.
    Schallplatte ist schon ein gewisser Aufwand. Ich muss in mein Musikzimmer, Platte raussuchen, putzen, nebenher glüht die röhre vor in ihrem goldenen Licht, dann Platte auf den Teller, System entriegeln und... Irgendwann der Knack, wenn die Nadel auf der Platte landet und in die Rille rastet, kurzes Knistern... Ich im Lehnstuhl, ev ein Glas Rotwein o.ä.... und dann wird da Musik zelebriert. Ca 30 Minuten abtauchen in ein Konzert... Von vorne bis hinten. Das habe ich bei Digital einfach nicht.

    @visir
    Schon bei Lautsprechern geht der Streit los, was wirklich "gut" ist. Da habe ich als Student viel testen müssen /dürfen. Ein bekannter hatte einen Boxenladen und suchte immer "Opfer" bei neuen Modellen.
    Fazit für mich war, teuer ist nicht unbedingt gut, viele Wege machen zwar einen glatten Frequenzgang, aber nicht unbedingt gute Boxen, der Einfluß des Wirkungsgrads wird total unterschätzt... und je mehr Aufwand ich in der Signalkette betreibe, um so träger wird das Signal. Und ein kraftvolles Netzteil nicht vergessen....

    Von Dual gab es mal so kleine Kompaktanlagen, also Plattenspieler mit Vollverstärker, so 2 mal 8 bis 20 Watt, je nach Modell. Häng da mal ein paar Boxen dran, die einen hohen Wirkungsgrad haben, ev Hornlautsprecher. Wirst dich wundern, was so ne Einfachkiste liefert und wie. Oder ein kleiner Röhrenamp, schlappe 2*4 Watt class A.

    Mal ne Frage an die Tontechniker: werden Aufnahmen für Digital anders abgemischt als für vinyl? Also nicht technisch sondern akustisch? Ich habe den Eindruck, dass das so ist.
     
  9. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Kannst Du mal ein Bild oder sowas davon reinstellen, was da nachgeregelt wird? Mit Mitte 30 und gesundem Gehör sollte wirklich nicht nennenswert nachzuregeln sein...

    Was hat jetzt Musik machen mit dem Drücken eines Gaspedals zu tun? Abgesehen davon, dass ich persönlich Musik (machen) zwar liebe, aber auch nicht den Sinn meines Lebens darin sehe.

    Ich forsche weder das Alter noch den Lebenslauf der Diskussionsteilnehmer hier nach. Die 17kHz waren ein Beispiel. Hab grad mit einem Signalgenerator am Handy hier im Büro einen Schnelltest gemacht: 13,7kHz höre ich noch, ich habs jetzt auf die Schnelle nicht ausgereizt, weil es hier auch nicht völlig still ist. In einer stilleren Umgebung/ mit KH höre ich wohl noch höher. Man kann sich das Gehör im Laufe des Lebens schädigen, man kann mit Gehörschaden geboren werden, man kann aber auch ohne übermäßige Schädigung älter werden, weil man z.B. nicht jahrzehntelang in Bands oder Orchestern hohen Pegeln ausgesetzt war. Der Punkt ist, dass einerseits das Hirn den natürlichen/ schleichenden Höhenverlust bis zu einem gewissen Grad kompensieren kann, andererseits in der Musik die höchsten Höhen nicht immer die größte Rolle spielen. Genauso wie sich unter 50Hz nicht mehr allzuviel abspielt. Sprich: der Musikgenuss ist durch den normalen schleichenden Höhenverlust lange nicht beeinträchtigt. Wenn er beeinträchtigt ist, ist es möglicherweise (schon) ein stärkerer Hörschaden.
     
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  10. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Leidenschaften eben. Für mich sinnstiftend (die Musik). Ich denke es wurde klar, was ich damit sagen wollte, auch wenn es nicht so wichtig ist.
    Musst du auch nicht. Ich glaube, dass viele auch die 17k als Beispiel wählen würden. Ich hab mein flapsiges „träum weiter“ aber nicht böse gemeint und nicht auf dich bezogen, hätte es vielleicht freundlicher sagen können.
    Mein Punkt ist, dass gut gehörte 17kHz für die hier Mitdiskutierenden rein statistisch gesehen so typisch sind wie 50 Liegestützen, 10 Klimmzüge oder ein Marathon in 3 Stunden. Nicht unmöglich, aber mit Sicherheit die Ausnahme.
     
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  11. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Ich verstehs nicht, wie man Bleifuß mit Musik vergleichen kann, insbesondere, wenn ich das im Zusammenhang mit "Reife" betrachtet habe, aber wenns nicht so wichtig ist, muss ich es vielleicht auch nicht verstehen.
     
  12. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ne, musst du auch nicht. Ich verstehe auch nicht alles. Live and let live…
     
  13. Earl Jay

    Earl Jay Ist fast schon zuhause hier

    Hier ist eine Grafik die ungefähr das repräsentiert was ich zu kompensieren habe, man beachte den niedrigen Hz Bereich der da verzeichnet ist:
    [​IMG]

    VG
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  14. Matthias Wendt

    Matthias Wendt Ist fast schon zuhause hier

    Nach dieser Graphik bin ich ein wunderlicher Alter: Die in den Öffis telephonierenden stören mich nach wie vor und die Rettungsfahrzeuge lärmen je nach Stadt unerträglich laut.
    Probleme hab ich aber immer mehr bei Gesprächen in geselliger Runde, erhebliche.
     
  15. Witte

    Witte Ist fast schon zuhause hier

    Die alten Röhrenradios haben auch wirklich Sound..., hab mal einen SWR Beitrag gesehen, wo eben diese Radios fachmännisch überholt wurden, und nen Bluetooth Upgrade bekommen haben..., Coole Idee...;)

    Und nen Hingucker sind die och noch...
     
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  16. ppue

    ppue Mod Experte

    Bei allen Audioaufnahmen und Speichermedien stellt sich generell die Frage:

    Was klingt besser?

    Und das ist so etwa genauso schwierig zu beantworten, ob der Sound von Coleman Hawkins Saxophon besser klingt als der von Ben Webster.

    Das Fazit des Videos oben finde ich schon bezeichnend. Der Klang ist einfach nur anders.

    Und wer hier aufführt, dass nichts an ein Live-Konzert herankommt, der wird die schlecht abgemischte Schülerband auch nicht wirklich mögen.

    Ein Kriterium ist sicherlich die Natürlichkeit. Wir Saxophonisten streiten uns um ein paar Zentimeter, wenn es um die beste Position des Mikrofons geht und Schlagzeuger oder Pianisten kämpfen um die beste Position gleich mehrerer Mikrofone - alles, damit das Instrument so natürlich wie möglich rüberkommt.

    Aber ist das wirklich natürlich? Bei der CD von meiner Lieblingscombo sitze ich in meinem Lehnsessel (Rotwein geht auch bei CD) und höre alle Instrumente glasklar. Nur, das ist in keiner Weise natürlich. Es ist sogar völlig unnatürlich, 80 cm vor dem Sax zu stehen, seine Ohren 30 cm über den hohen Klaviersaiten und 30 cm über den tiefen zu haben, dabei den Kontrabass so zu hören, als würde ich mein Ohr an den Steg legen und gleichzeitig gänzlich in das Schlagzeug hineinzukriechen.

    Das ist aber der Sound, an den wir uns gewöhnt haben und auch der Sound, den der Mixer live mit seiner Mikrofonierung erreichen will. Es ist Standard geworden.

    Sorry für den leicht außertopischen Ausflug (-:
     
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  17. Nemo

    Nemo Ist fast schon zuhause hier

    Danke. Das war kein Ausflug, das war eigentlich ...:topic:.
     
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  18. Moritz.M

    Moritz.M Ist fast schon zuhause hier

    Vor ca. 30 Jahren investierte ich sehr viel Geld in eine wirkliche High-End-Anlage. U.A. Röhrenvorverstärker und 2 Hybrid Mono Endverstärker mit Röhren-Vorstufen und Transistor-Endstufen. Wegen der riesigen Ringkerntrafos höllisch schwer.
    Von den ca. 500 CDs, die ich habe, kann ich etwa 20 bis 30 entspannt genießen. Der Rest klingt einfach furchtbar. Ich gebe zu, ich habe schon seit vielen Jahren keine CDs mehr gekauft. Ich weiß somit nicht, ob die Qualität der Aufnahmen - Abmischungen und das Mastern mittlerweile erträglich geworden ist. Fast alle CDs aus der Zeit 80er 90er 2000er Jahre klingen auf dem JVC-Ghettoblaster besser. Nicht deswegen, weil die da wirklich besser klingen, sondern deswegen, weil sie der Erwartungshaltung besser entsprechen.
     
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  19. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Manchmal ist weniger auch mehr. Kleines Beispiel: wenn ich mir die ersten AC/DC Scheiben anhöre,klingen die sehr rau,hart teilweise sogar mit leicht verstimmten Gitarren,aber die klingen halt geil. DIe letzte AC/DC Scheibe klingt für mich vollkommen überproduziert. Das hört sich an,als wäre jede Spur 10 Mal übereinandergelegt,ein grauenhafter Sound.
    Was ich sagen will,ob etwas auf CD oder Platte gut klingt hängt lange nicht nur von dem Medium ab,sondern in aller erter Line von der Produktion der Scheibe
     
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  20. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Danke, das bringt es auf den Punkt, wo wir hier mehrheitlich unsere „Problemzonen“ haben.
    Keineswegs wunderlich, sondern typisch. Dich stört der mittenlastige Lärm, weil du die hochfrequenten Geräuschanteile der Sprache (Konsonanten) dann nicht mehr hörst, wo die doch für das Verständnis so wichtig sind.

    Und back to topic. Ich höre alles, Vinyl, CDs, einfaches Streaming, mäßig gute HiFi-Anlage, 2:1-PA im Übungsraum, gute Kopfhörer, schlechte Ohrstöpsel, alte Bosebox mit 3 cm Bassreflexöffnung in der Küche. Für mich hat alles seinen Klang und seinen Platz, auch wenn ich vom Klang Vinyl und HiFi-Kopfhörer für Klassik und Jazz am liebsten habe, für elektronisches, Rock, R&B und Funk die PA im Keller. Es kann aber durchaus sein, das die Vorlieben auch mit bestimmten Ritualen emotional verknüpft sind.
     
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