Klingt Vinyl wirklich besser...?

Dieses Thema im Forum "Home- und Live-Recording, Tontechnik" wurde erstellt von Nemo, 26.März.2026 um 11:51 Uhr.

  1. DietmarB

    DietmarB Kann einfach nicht wegbleiben

    Von dem hab ich noch die Direktschnittplatte "Countdown" im Keller liegen. Mein Sansui XR Q9mit Dynavector hat mich aber schon lange verlassen, genau wie meine KEF und die QUAD.
    Wenn ich mal echt was über hab, gönn ich mir ein McIntosh - auch wegen der Optik, denn die Hörkurve geht schon ganz schön nach unten.

    Wenn einer an 2, 3 Direct to Disc interessiert ist, gern per PN, hab auch die Audio Hörtestplatte mit Hammer auf Eisenbahnschiene und Bösendorfer Imperial Flügel.
     
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  2. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Das ist für mich ein gutes Stichwort! Ich sehe die Mischdiskussion über analog-digital, Vinyl-CD, high end-Consumer eigentlich mehr aus dem Blickwinkel der kongruenten Ästhetik und der eigenen Wahrnehmung. Der Leistungsaspekt und die maximale Auflösung drängen sich auf, besonders reizvoll zu sein und „alles zu ermöglichen“. Aber ist das so? Die Thematik schreit nach Vergleichen (derer ich ja berüchtigt bin).

    Wenn ich mir Bilder im Museum anschaue, dann muss es nicht die 3 x 4 m Großformat-Landschaftsfotographie oder das naturalistische Riesengemälde sein, die mich am meisten bewegen. Auch wenn diese technisch die Realität wohl am aufwändigsten bzw. korrektesten einfangen. Das kann zwar auch passieren, es kann aber auch passieren, dass es eine hingeschmierte Skizze im A6-Format ist, die ich im Herzen mit nach Hause nehme und nach 20 Jahren noch im Kopf habe. Und Zweiteres ist bei mir möglicherweise wahrscheinlicher, wenn auch sicher nicht immer. Das heißt das Medium ist zwar grundsätzlich wichtig, aber für mich nicht so wichtig, dass ich die volle Nummer im eigenen Wohnzimmer brauche. Wichtiger scheint mir, was ich darauf höre.

    Anderes Beispiel, noch einen Schritt weiter. Es ist schön, einen tollen Kinofilm mit tollen Bildern zu sehen. Wenn man den Film auf einem schönen Fernseher sieht, ist das Erlebnis im Vergleich zwar weniger eindrucksvoll, währenddessen fehlt aber nichts. Wenn es aber eine Literaturverfilmung ist, sind die Bilder im Kopf beim Lesen des Buches am größten und selbst die Kinoleinwand erzeugt dann oft nur noch bittere Enttäuschung, weil sie dem Kopfkino so hoffnungslos unterlegen ist.

    Das wirft für mich die Frage auf, ob die eigene Phantasie und Vorstellungskraft beim Musikhören genauso beteiligt sind wie beim Lesen. Jugendliche (wie ich sie auch zuhause habe) hören die Musik nicht (nur) auf ihren scheppernden Handys, weil sie keine Ahnung davon haben, wie sich ein Bass anfühlt und was eine komplette Darstellung aller Frequenzen ist - dafür habe ich schon gesorgt in meiner Erziehung. Sie kennen das „analoge Spektrum“ und tun es doch mit dem „linearen“. ;)

    Ich glaube sie wählen den schnellen Weg des Minilautsprechers, weil es für sie im konkreten Moment reicht, das gewünschte Konzert im Kopf zu erzeugen. Mein Ghetto-Blaster war auch mal mein Konzertsaal, wenn ich darüber nachdenke. Das Bild muss eben nicht komplett sein, um eine Botschaft zu transportieren. Es reicht eine Ästhetik im Rahmen des vorhanden Spektrums und der vorhandenen Auflösung, um das Bild im Kopf zu triggern.

    Neben der ganzen Technik und ihrem Potenzial für „Fachdiskussionen“ ein vielleicht auch ganz interessanter Aspekt der Musikwahrnehmung.
    Die klanglichen Eigenheiten von Vinyl erzeugen im Kopf vielleicht ein vom Stil anderes Bild als CDs, wobei Auflösung und Abbildung für das Bild im Kopf gar nicht das wichtigste sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29.März.2026 um 13:17 Uhr
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  3. ppue

    ppue Mod Experte

    Da geht es uns sehr ähnlich, @giuseppe

    Mir fehlt hier nichts:



    Mein Papa war ein großer Konzertgänger, war aber auch ein HiFi-Nerd, hatte die besten Boxen, besten Kabbel, besten Plattenspieler, Verstärker, haste nich gesehen und holte sich so seine Orchester ins Wohnzimmer. Auch ihn konnte ich verstehen, aber irgendwie ist es nichts, was mich reizen konnte. Für mich ist es die der Musik innewohnende Qualität und die ist mir recht unabhängig von der reinen Klangqualität. Deshalb dürfen wir beide ja eigentlich auch gar nicht mitreden hier (-;
     
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  4. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Welche "einzige spezifische Wellenlänge" hätte denn weißes LED-Licht mit 5000K (für 3,99 von Aldi)?

    Ich will jetzt nicht sagen, das wäre grober Unfug, was Du da schreibst. Dazu ist Physik Oberstufe zu lange her... aber die gelernte Fotografin neben mir sagt, dass weißes Licht aus allen Spektralfarben zusammengesetzt ist. Deshalb könnte man es ja auch in einem Prisma in dieselben zerlegen.

    Also, nur so...

    Edith sagt: schreib genau, was Du meinst! Also ich meinte billige 5000K LEDs.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29.März.2026 um 14:36 Uhr
  5. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Vermutlich ein polylineares Spektrum aus weniger als einer Handvoll Farben, die zusammen so ungefähr Weiß ergeben?
     
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  6. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Was so ziemlich das Gegenteil der pü-schen "einzigen spezifischen Wellenlänge" wäre.

    Dass dieses polylineare Spektrum dazu führt, dass auch bei nominell 3000K gesunde Leute fahl aussehen können, hatte ich weiter oben ja schon erwähnt.
     
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  7. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Weiß LED... siind tatsächlich nicht weiß .

    sie bekommen ähnlich wie Leuchtstoffröhren einen leuchtstoff der dann weiß leuchtet...
    daher können die auch schön mit dem weiß spielen ...
     
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  8. quax

    quax Gehört zum Inventar

    Unsere Bildschirme arbeiten mit RGB,
    unsere Tintenstrahler mit CMYB.
    Unser Seesinn wird beschubst, ein ähnlich kontinuierliches Spektrum wie etwa bei einer Glühlampe oder Tageslicht ist nicht zu erwarten.
    Wir haben uns daran gewöhnt.
    (Unsere Farbfotos und -dias sind da auch betrügerisch.)
     
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  9. ppue

    ppue Mod Experte

    Danke dafür.

    Die billigen weißen LEDs mischen drei Wellenlängen für RGB. Diejenigen, ich schrub ja darüber, die ein breites Spektrum bilden, arbeiten mit blauen und monochromen LEDs, haben aber einen Phosphorleuchtstoff davor.
     
  10. ppue

    ppue Mod Experte

    Nein. LEDs selber können nur monochrom mit einer spezifischen Wellenlänge.
     
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  11. quax

    quax Gehört zum Inventar

    Und bevor ich es vergesse...
    Unsere Eindruck einer kontinuierlichen, sich farblich kontinuierlichen, Welt wird von uns konstruiert. Unsere (!) Retina versorgt uns über drei unterschiedlich farbempfindliche und eine helligkeitsempfindliche Rezeptorsorte mit gerasterten Informationen über drei Frequenzanteile des sichtbaren Lichts und dtp Helligkeitswerte. Wenns schummrig wird nur noch über Helligkeitswerte und alle Katzen werden grau.
    Wie es mit einer gerasterten Frequenzwahrnehmung im Innenohr ausschaut, wissen vielleicht andere.
     
  12. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ja, da habe ich auch schon dran gedacht. Ich weiß aber nicht wie breit deren Empfangsspektrum ist. Siehe z.B. die Tiere, die mit einem Farbrezeptor weniger das orange-schwarz des Tigers nicht vom grün-schwarz des Dschungels unterscheiden können. Ähnlich Rot-Grün-Blinden, die ja nicht blind sind für diese Farben, sie nur für mehr oder weniger das Gleiche halten.
     
  13. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ja! Das ist großartig wie tight die in Time sind! Und das ist vermutlich eher nicht mit Einzelspuren gegen Klick auf Kopfhörer aufgenommen. Die könnte ich noch ein paar andere Themen abschweifen, lasse es aber lieber. :)
     
  14. visir

    visir Gehört zum Inventar

    stimmt nur fast: LEDs sind schmalbandig, aber nicht monochrom im Sinne einer einzigen Frequenz. Das trifft für Gasentladungslampen zu, die allerdings üblicherweise ein Spektrum aus mehreren Linien haben. Und vielleicht erinnert sich wer an die zwei Natriumlinien im Schulunterricht, die im Sonnenspektrum fehlen.
    Gasentladungslampen mit einer Leuchtstoff-(Fluoreszenz-)Schicht zur Verbreiterung des Spektrums nennt man dann Leuchtstoffröhren...

    Filter sind keine Schalter, die komplett sperren, sie vermindern nur. Bei LED-Scheinwerfern sollte man sie aber nicht brauchen, weil man da doch die einzelnen Farben (RGB) regeln können sollte - ?

    Die Analogie funktioniert nicht, weil unser Auge tatsächlich Farben mischt, und wir nicht zufällig ein RGB-Modell nutzen - mehr weiter unten.

    Ich sehe eigentlich kaum Jugendliche, die über (die eingebauten) Minilautsprecher Musik hören - die nehmen doch durchwegs Kopfhörer, nicht nur im Ohr, sondern so richtig Bügel-Kopfhörer, mit denen sie auch auf der Straße rumrennen.
    Und die Kopfhörer können schon das ganze Frequenzspektrum, in welcher Qualität auch immer.

    Eine kurze Internet-Recherche hätte genügt:
    Die "weiße LED" (in den haushaltsüblichen Leuchtmitteln im Handel) ist eine blaue LED mit mehr oder weniger gelber Fluoreszenzschicht darüber. Ich hab ein
    https://astromedia.de/Das-Handspektroskop
    darin sieht man schön einmal den blauen Bereich der LED (nicht Linie), dann eine Lücke, dann einen Bereich von grün bis rot von der Fluoreszenzschicht.
    (mit dem Spektroskop sieht man auch schön die scharfen Linien und die Fluoreszenzbereiche von Leuchtstoffröhren, zu denen auch die Energiesparlampen zählen)

    Wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr. :D
    Unsere Bildschirme arbeiten mit RGB, weil unsere Augen auch (ungefähr) mit RGB arbeiten - wir haben drei Typen von Farb-Sehzellen, eben pro Farbe, wobei sich die grünen und roten halbwegs überschneiden. Wohl der Grund, wieso wir für gelb am empfindlichsten sind. Jedenfalls füttern RGB-Lichtquellen das Auge ziemlich genau damit, was es verarbeitet.

    siehe oben - gerade die billigen, also die in den Haushalts-Leuchtmitteln, sind blau mit Fluoreszenzschicht. Erst LEDs, die verschiedene Farben darstellen können (gibt es auch als Leuchtmittel für normale Fassungen, aber auch gerne als LED-Streifen, haben dann eine Fernbedienung dabei) müssen RGB sein, sonst könnten sie ja nicht verschiedene Farben mischen. Aber ja, ist, wenn billig, eine grindige Farbmischung.
     
  15. ppue

    ppue Mod Experte

    Danke für die Ausführungen, das meiste davon beschrieb ich ja schon. Im Detail aber betrifft es weniger von dem, was ich mit dem kleinen Exkurs überhaupt ausdrücken wollte.
     
  16. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Noch einer mit Durchblick. Danke
     
  17. quax

    quax Gehört zum Inventar

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  18. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ja, die sieht man. Diese Feststellung kann ich bestätigen. Ich verstehe nur nicht, was du mir damit sagen willst, und noch weniger verstehe ich die Aussage im Kontext meines Posts. Falls du ihn zu Ende gelesen hast.
     
  19. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Was ich damit sagen will: die Prämisse, dass sie über die Minilautsprecher Musik hören (also nicht nur reinhören, sondern ausgiebig hören), sehe ich in meiner Umgebung nicht bestätigt. Damit sehe ich auch wenig Wert in der Schlussfolgerung bezüglich "Bild im Kopf" etc.
     
  20. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Warum sollte ich im Internet recherchieren, wenn ich mir von @ppue eine Erklärung zu seiner Aussage wünsche (die ich nach wie vor in ihrer Absolutheit „eine spezifische Wellenlänge“ für nicht sehr zutreffend halte).

    Es wäre also nett, wenn Du meine Texte im Kontext lesen würdest (und wenigstens versuchen, sie zu verstehen) bevor Du in Deinem Lieblingsthema weiter in direktem Bezug auf mich schwadronierst.

    Hast Du wenigstens schon darauf hingewiesen, dass Deine Eltern ein Radiogeschäft hatten und mit einer mittleren Grundig-Anlage der 1990er Jahre alles auserzählt ist?

    Ich gebe zu, dass ich Deine Ausführungen nur noch selektiv lese, soweit sie sich direkt auf mich beziehen. Bitte entschuldige, wenn das Radiogeschäft schon Thema war.
     
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