Die Bezeichnungen der Saxophon-Epochen

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von ppue, 15.April.2026 um 12:41 Uhr.

  1. cwegy

    cwegy Ist fast schon zuhause hier

    Das Fluxophon?
     
  2. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    postapokalyptisch ;)
     
  3. elgitano

    elgitano Ist fast schon zuhause hier

    "vintage" benutzt man, wenn man nicht weiss was man schreiben soll. Für mich eine Laienformulierung, fast schon abwertend

    Claus
     
  4. ppue

    ppue Mod Experte

    Man wird sehen. Vielleicht was Neues.

    Postmodern habe ich es genannt, weil es für mich keinerlei grundlegende Veränderung zur "modernen" Bauweise gibt.

    Es greifen aber andere Kriterien: vermehrter Anteil asiatischer Produktion, neue globale Fertigungsweisen, verteilt auf mehrere Länder, Benutzung verschiedener Materialien, ein riesiger Markt an Stencils und Imitaten. Alternativ zum akustischen Saxophon setzen sich Blaswandler durch, wenn auch mit geringstem Marktanteil.
     
  5. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Humus?
     
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  6. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Abseits von Saxophonen, ja sogar von Musikinstrumenten allgemein, ist „vintage“ gerade der letzte Schrei für alles, was nicht nach Appretur stinkt und Touristen oder hippen Menschen überteuert angedreht werden kann.

    Ich spazierte heute durch Paris, naja genauer durchs hippe Marais und das 11. hinter der Bastille, und wirklich jeder zweite Laden bezeichnet sich irgendwie als „vintage“. Sogar Friseure, Bars, Tabacs (die eigentlich Spätis „mit alles“ sind).
    Die Läden, die traditionell Altes anbieten - wie z.B. die vielen Second Hand Buchläden und etabliert Brocantes und eine ganze Gasse voller Möbelrestaurateure im 11. - brauchen diese Quatschbezeichnung nicht.

    Ich nehme das zum Anlass, „vintage“ aus meinem Wortschatz zu streichen. Alt, gebraucht, historisch … sowas. Aber nix mehr „vintage“, außer für Jahrgangswein, wenn ich Englisch spreche (denn da kommt der Begriff her).
     
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  7. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich denke, er kommt aus dem Französischen, von vendage.
     
  8. saxfax

    saxfax Strebt nach Höherem

    Das ist aber auch eine Sache der Mode. Wenn ich mir zB die Preise für Biedermeiermöbel anschaue - die sind im Vergleich zu vor ca. 30 Jahren ins nahezu Bodenlose abgestürzt, vielleicht 10% vom damaligen Verkaufswert. Möbelrestauration lohnt sich nicht mehr, weil es keiner bezahlt. Für alter Bücher bekommt man (von Preziosen und bestimmten EA abgesehen) fast nichts mehr.
     
  9. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Im Musikinstrumentenbau wird der Begriff Vintage verwendet, um alte, mit besonderer Sorgfalt hergestellte und oft besonders gut klingende Instrumente zu bezeichnen.

    Begriffsverwendung und -herkunft
    Die Bezeichnung Vintage wird bei Musikinstrumenten, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hergestellt wurden, häufig als werbender Marketingbegriff verwendet, der auf einer Bevorzugung bestimmter klanglicher Eigenschaften basiert. Diese Klangeigenschaften sind ungenau definiert und stehen häufig im Zusammenhang mit dem musikalischen Schaffen populärer Künstler aus dieser Zeit. Folglich ist Vintage zwar ein markttechnischer Begriff, er bezieht sich jedoch auf rein geschmackliche Vorlieben und häufig auf das musikalische Schaffen einer bestimmten Periode.
    Vintage bedeutet wörtlich Weinlese oder auch Jahrgang eines Weines, und Vintage-Instrumente stammen wie erlesene Weine aus besonders guten Jahrgängen. Nicht jedes alte Instrument ist zwangsläufig ein Vintage-Instrument; bereits zu Zeiten von deren Herstellung wurden auch Instrumente gebaut, die keine herausragenden Klangeigenschaften aufweisen können. In der englischen Sprache kann Vintage sowohl „altmodisch“ als auch „erstklassig“ bedeuten.
    Bei Musikinstrumenten meint Vintage besonders ausgesuchte alte Jahrgänge oder aber ältere, besonders erlesene Einzelinstrumente oder Baureihen. Oft wird in diesem Zusammenhang jedes alte Instrument als „Vintage“ bezeichnet; dies ist aber ein falscher Gebrauch des Begriffes.... "
    https://de.wikipedia.org/wiki/Vintage_(Musikinstrumentenbau)

    Von bestimmten Baumerkmalen lese ich da nichts, sorry.
    Ich bin bei ppue bestimmte Baumerkmalen bestimmten Epochen (zeitlich) im Saxophonbau zuzuordnen, darüber aber zu entscheiden, Vintage oder nicht, ist nicht im Sinne der Definition von "Vintage".
     
  10. Kohlertfan

    Kohlertfan Strebt nach Höherem

    Man könnte doch allgemein auch Jahreszahlen angeben, um Epochen grob zu bezeichnen.
    Bis 1910 Frühzeit
    1910 bis 2. Weltkrieg VKS (Vorkriegssaxofone).
    1939 bis 1945 Kriegszeit Mängelwirtschaft
    1945 bis 1960
    1960 bis 1980
    1980 bis 2000
    2000 bis aktuell.
    Aber letztlich ist es egal, wer welchen Sticker auf welche Schublade pappt, es wird immer Insrumente geben, die in die eine und in eine andere Schublade passen.
     
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  11. Cazzani

    Cazzani Ist fast schon zuhause hier

    Das freut und ehrt mich.

    Mir scheint aber, dass die Suche nach den richtigen Wörtern uns zurückwirft auf die Frage, wieviele Epochen wir unterscheiden wollen. Das Wort "modern" macht nur Sinn, wenn es die Gegenwart mit einschließt. Das stammt also aus einem zweiwertigen Modell: Alles bis ungefähr zum zweiten Weltkrieg (mit erheblicher zeitlicher Streuung) ist "vintage" - mit eingeschlossenem Spezial-Gehege für Saurier mit doppelter Oktavklappe, die allerdings zugleich super-vintage sind. Alles danach wäre modern, bis heute. Ich denke, das ist die mehrheitlich übliche Klassifizierung, zu der das Wort "modern" gehört und passt.

    Das wäre für mich ein hinreichender Grund, keine vierte Epoche zu benennen.

    Ich sehe jetzt drei mögliche Modelle mit zwei, drei oder vier Epochen:
    Vintage (einschließlich Frühzeit) / modern (ist schlüssig, aber macht die Oktavklappenrevolution unsichtbar)
    Frühzeit / Vintage / modern (da wird erklärungsbedürftig, wieso "Frühzeit" nicht auch im Wortsinn Vintage ist)
    Frühzeit / Vintage / klassisch / aktuell (da braucht es noch bessere Erklärungen, was das Neue bei "aktuell sein soll).

    @ppue Als Admin bist Du öffentlich keineswegs machtlos. Sobald Du Dich für ein Periodisierungsmodell entschieden hast, könntest Du bei den Regeln für die Kleinanzeigen im Forum ergänzen: "4. Verkaufsangebote sollten aussagekräftige Beschreibungen und Fotos über den Zustand des angebotenen Instrumentes enthalten. Dazu gehört zwingend eine Einstufung in folgende Epochen des historischen Saxophonbaus: ..."
     
  12. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Das zielt auch nicht darauf ab, was @ppue möchte. Er möchte eine Einteilung über die Technologie/ Innovation, die dem Stand der Technik entsprach.

    * vor Oktavautomatik
    * split bell
    * schon einseitige Becherklappen, aber noch kein balanced action.
    * balanced action aber noch inline
    * balanced action, aber nicht mehr inline
    * hoch fis-klappe
    * div klappenkopplungen etcetc.

    so verstehe ich sein Vorgehen. Dann dazu irgend welche Jahreszahlen...
     
  13. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Wozu?
    Regeln bedürfen der Kontrolle und Sanktionen. Absolut dagegen!!!
    Jeder, der lesen kann und ein bischen Ahnung hat, weiß, wie ein gängiges Instrument anhand der Seriennummer, des Herstellers und der modellbezeichnung einzuordnen ist. Bei unbekannten Instrumenten weiß der Verkäufer das u.U. auch nicht genau. Dafür ist das Forum da, dass man versucht gemeinsam etwas herauszufinden.
     
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  14. Cazzani

    Cazzani Ist fast schon zuhause hier

    Der Satz "Oft wird in diesem Zusammenhang jedes alte Instrument als „Vintage“ bezeichnet; dies ist aber ein falscher Gebrauch des Begriffes.... " ist am 11.2.2007 durch einen anonymen Nutzer und ohne Quellenangabe in den Wikipedia-Artikel eingefügt worden, der damals noch "Vintage (Stilrichtung)" hieß. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Vintage_(Stilrichtung)&diff=prev&oldid=27664900 Hauptquelle des Artikels insgesamt war damals ein Artikel aus der Berliner Zeitung, es gibt vier weitere Links, die alle eher anekdotischen Charakter haben und aus dem Gitarrenbau stammen, zum Teil aus Firmenwebsiten. Die Belege waren also mehr als mickrig. Alle fünf "Quellen" sind heute broken links.

    Diese Wikipedia-Artikel scheint mir inhaltlich nicht belastbar zu sein - die "Definition" ist keine hilfreiche Quelle oder Autorität für unsere Suche nach tragfähigen Saxophonbau-Phasen und Begriffen.

    Sorry - ich hatte gerade die Ironie-Taste auf meiner Tastatur nicht gefunden.
     
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  15. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das trifft auf etwa 50% des englischen Wortschatzes zu, seit die stolze Insel von den Froschis besetzt war.
     
    Roman_Albert gefällt das.
  16. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Du kannst dir natürlich deine Argumente so drehen bzw verdrehen, wie es dir passt. Klar.
    Liefer doch bitte dann eine belastbare Definition des Begriffs "vintage" im Bezug auf Musikinstrumente.
    Der Duden sagt eigentlich vintage=alt(modisch)... Damit wäre jedes saxophon, welches nicht dem aktuellen Stand der Technik entspricht, Vintage. Eine Zuordnung in irgend einer Form nicht machbar. Mein yts62 pl auch, da es nicht die mechanik der aktuellen Serie hat... Am Rande.
     
  17. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Jedenfalls hat Vintage definitiv so rein garnichts mit der Qualität eines Saxophons zu tun
     
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  18. elgitano

    elgitano Ist fast schon zuhause hier

    Du sagst es !!!!!!
    Clau
     
  19. ppue

    ppue Mod Experte

    Vielleicht stellt sich die Frage, warum ich das überhaupt in ein Raster fassen will, wenn doch ein jedes Raster nur falsch sein kann.

    Ich bin fürs Grobe zuständig und mag Übersichten. Im Jazz geht das, historisch gesehen, so schön zu ordnen:

    1910 New Oreleans
    1920 Chicago
    1930 New York Swing Aera
    1940 Bebop
    ...

    Das gefällt mir ausnehmend gut, hehe. Aber es ist auch völlig unscharf und lässt mehr Entwicklungen außen vor, als dass es sie erhellt. Genauso verhält es sich mit der Kunstgeschichte: Renaissance, Barock, Rokoko, Klassizismus ...

    Wer tiefer in die Materie einsteigt, freut sich dann, wenn er auch die Übergänge besser erkennen kann, wenn er zum Beispiel an der Jugenstil-Vase schon Art Deco-Elemente entdeckt. Natürlich schränkt jedes Schema immer auch unsere Denke ein, aber es gibt auch erst einmal den Halt, den es braucht, sich überhaupt zurechtzufinden.

    Und jeder, der ein bisschen Ahnung hat, braucht natürlich keine Unterscheidung von vintage und modern. Für die ist das uninteressant, wissen sie doch, dass das Patent für die oben liegende Nockenwelle schon aus dem Jahr 1935 ist.

    Diejenigen aber, für die die Geschichte des Saxophons noch völlig unbekannt ist, weil sie das Instrument gerade für sich entdecken und die langsam anfangen, sich dafür zu interessieren, werden vielleicht im Saxophonforum stöbern, sich diverse Internetseiten von Herstellern anschauen und können nur einigermaßen verwirrt feststellen, dass es die tollen Vintage-Hörner heute sogar fabrikneu zu kaufen gibt. Und was bitte soll an einem Horn aus dem Jahre 1940 modern sein? Das Unverständnis über die Bezeichnungen wächst zunehmend und besonders im letzten Viertel Jahrhundert. Zur Jahrhundertwende war das vielen sehr viel klarer.

    Es scheint mir deshalb angebracht, die Begriffe entweder festzutackern, sie nach einem Schema wirklich als Epochen zu behandeln, oder aber, man findet bessere Begriffe dafür. Eine dritte Möglichkeit ist die, weniger schludrig mit den Attributen wie vintage und modern umzugehen und darauf zu achten, im gleichen Satz genauer zu beschreiben, was man darunter versteht. Also z.B.: Das Saxophon hat noch die Inline-Tonloch-Anordnung, oder: dieses Vintage-Sax hat noch zwei Oktavhebel.

    Ich bin nicht der, der die Macht haben will, eine Nomenklatur durchzusetzen. Mir reicht es, das hier thematisiert und diese Diskussion ausgelöst zu haben, denn mehr, als drüber sprechen, kann man nicht.
     
    Gerrie gefällt das.
  20. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Jedenfalls hat der Begriff "Vintage" definitiv absolut was mit der Qualität eines Saxophons zu tun. Nicht jedes alte Saxophon ist vintage (auch nicht aus einer iwi definierten Epoche), jedes vintage aber alt.

    1941 war es modern, heute vielleicht nicht mehr. Hat aber auch niemand behauptet.

    Eine zeitliche Einteilung finde ich ok, eine Einteilung nach typischen Baumerkmalen auch, daraus abzuleiten ein Saxophon ist Vintage, weil es aus einer bestimmten Zeitepoche kommt, halte ich für schlicht falsch.
    Ein mk6 nicht als Vintage zu bezeichnen, weil es von der Bauweise fast einem modernen Instrument entspricht, damit stehst du gegen den Rest der Welt.
     
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