Wirkt sich der Lack auf den Klang aus?

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von Nemo, 21.April.2026.

  1. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Der Saxophonspieler ist bereits Teilnehmer.
    Aber wozu schreib ich überhaupt...
     
  2. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Leute so langsam geht mir das Popcorn aus....
    :biggrin::biggrin:
     
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  3. quax

    quax Gehört zum Inventar

    Neulich in der Notaufnahme:
    < Er meinte so. Und ich halt so. Das ging ne Weile hin und her, dann gab ein Wort das andere.>
     
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  4. Tobias Haecker

    Tobias Haecker Ist fast schon zuhause hier

    Bei aller Liebe für Jay, aber das Video ist etwas pointless. Die Varianten haben alle zwei Lackschichten. Weiß nicht, was man da erwarter.

    Und die Unterschiede die ich hier (mit mittelmäßigen) Kopfhörern wahr nehme, sind für mich so klein, dass ich die als nicht aussagekräftig einordnen würde. Für mich ist das kein Unterschied.

    Zu Testmethoden. Witzig wie hier einige auf Experten zu Standards von wissenschaftlichen Studien werden. Macht ihr so nen Doppelblind Test eigentlich bei jedem Mundstückkauf?

    Leute, vertraut euren Ohren. Ihr seid Musiker, ihr habt das trainiert. Und gerade Unterschiede, die nicht erwartet wurden, können nicht von nem Placebo Effekt kommen.

    Zumal Methodik Fehler: ihr hört keine Unterschiede zwischen Finishes? Das ist merkwürdig, denn ich höre auch oft Unterschiede bei neuen und baugleichen Instrumenten mit gleichem Finish. Kann man ja evtl drüber nachdenken.
    Wenn man also die Frage nach Klangwirkung von Finishes klären möchte, braucht man ein paar mehr Instrumente um gemeinsame Tendenzen zu finden.

    Außerdem, selbst ein Doppelblindtest schützt weder vor Nocebo Effekt oder schlechten/ungeschulten Ohren.
     
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  5. Roland

    Roland Gehört zum Inventar

    Ich persönlich differenziere zwischen Privatkauf und Behauptungen. In Privtatkauf (ich suche mir ein mpc aus) ist subjektiv, eine Behauptung (lila Saxophone klingen besonders männlich) intersubjektiv. Oder!?

    Ein Sicherheitgurt verhindert nicht alle Verletzungen oder Todesfälle. Trotzdem schnalle ich mich an. Und das nicht nur, weils vorgeschrieben ist. :)


    Jetzt lehne mich auch zurück und schaue so ab und zu, was in diesem Fred geschrieben wird.

    Grüße
    Roland
     
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  6. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Muss man sich schulen, um was zu hören, was für den eigentlichen Zweck (Musik) ziemlich irrelevant, zumindest total nebensächlich ist? Das ist ja genau der Sinn eines (ggf. Doppelblind-)Tests mit einer entsprechend zusammengestellten (bewusst Laien/ "Experten"/ gemischt/...), ausreichend großen Personengruppe, um herauszufinden, ob oder für wen was tatsächlich hörbar ist und nicht der Erwartung geschuldet ist.
    Wenn aber kein Unterschied wahrgenommen wird - ist das dann "Schuld" des Teilnehmers?

    Ich hab einmal als Partygag eine (nicht Doppel) Blindverkostung verschiedener Speisen gemacht, weil es ja auch mitunter heißt, wenn man nicht mehr sieht, was man isst (trinkt...), kann man u.U. Sachen gar nicht mehr unterscheiden. Wir hatten einen dabei, der von sich sagte, er kann nur unterscheiden zwischen "schmeckt mir" und "schmeckt mir nicht", und wir hatten einen dabei, der nicht nur eine bestimmte Süßspeise identifizierte (das erriet ich in dem Fall auch noch), sondern auch noch den Hersteller richtig benannte. Der eine nimmt mehr wahr, der andere weniger - so ist das Leben. Genießen können beide. Vielleicht der mit ungenauerer Wahrnehmung sogar mehr, denn er nimmt auch weniger Defizite wahr...
     
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  7. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich habe schon in einem anderen Thread angeregt, sich bei Soundfragen auf den Sound zu konzentrieren. Da habe ich bösen Gegenwind bekommen. In der Hauptsache wurde argumentiert, dass man den Sound nicht losgelöst vom gesamten Kontext beurteilen könne.

    Ich bin da, wie gesagt, völlig anderer Meinung und behaupte, dass das Spiel von Melodien und die Anwendung von diversen Artikulationen völlig vom Sound ablenkt.
    Der Sound selbst ist aber wirklich nur eine Art Grundschnarren. Er ist leblos, aber gerade und nur dann kann man den reinen Klang beurteilen.

    Ich regte in besagtem Thread an, bei Soundtests möglichst gleichmäßig gleiche Töne zu spielen und die direkt hintereinander zu schneiden. Erst dann hört man die feinen Unterschiede. Und um genau die geht es ja.

    Jedes der drei Saxophone, oben aus dem Video, hat eine individuelle Klangfärbung, die ich beim Anschauen des Videos selber nicht herausgehört habe. Hätte ich aber die drei Saxophone zu Hause zum Testen, dann würde ich die Unterschiede schnell feststellen können.

    Das erste Sax ist das gedeckteste im Klang. Es hat die wenigsten hohen Obertöne. Sax 2 und 3 sind merklich offener im Klang und ähneln sich.

    Beim Testen fiele Sax 1 bei mir durch, denn ich liebe die Höhen, die ich beim Spielen ja dämpfen kann. Ich kann aber keine Höhen dazugeben, die das Instrument nicht mitbringt.

    Sax 2 und 3 unterscheiden sich in anderen Frequenzen. Die hohen Obertöne sind ähnlich, Sax 3 aber hat eine kleine Topfigkeit im Klang. Das sind verstärkte Frequenzen in den Mitten, ein bisschen das, was man bei einem "Ö" hört oder bei der Oboe d'Amour, die dafür extra unten ein Töpfchen angebracht hat. Das ist Geschmacksache und ich selbst bliebe bei Sax 2.

    Wenn mir jetzt einer auflistet, wie welches Instrument lackiert ist, bzw. in welcher Reihenfolge sie angespielt wurden, gebe ich auch die Audiodatei frei, in der man eindeutige Unterschiede ganz klar unterscheiden kann (-;
     
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  8. Tobias Haecker

    Tobias Haecker Ist fast schon zuhause hier

    Als reiner Zuhörer reicht sicher auch ein:
    Viele Menschen können nicht mal eine Trompete vom Saxophon klanglich unterscheiden....

    Aber als Musizierender sollte man schon differenzierter hören, wie ein guter Koch differenzierter schmecken kann.

    Ich mach mit meinen Schülern eigentlich jedes Mal auch die Erfahrung, dass man auch erstmal über Soundhören reden muss und dabei Kategorien schafft und man sehr viel besser in die persönliche Soundgestaltung gehen kann.

    Und ja, da habe ich dann im allgemeinen die Erfahrung bei Saxophonisten gemacht, dass einige recht wenig dafür andere das Gras wachsen hören können.

    Um in deinem Partyverkostungs Bild zu bleiben. Man muss halt alles mit eine Brise Salz nehmen.

    Und so jat Better Sax keine Erkenntniss zu Finishes aber Werbung geliefert...
     
  9. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Dieser test hat nur ein Ziel, nämlich bettersax ins Gespräch zu bringen, Werbung also. Hat geklappt.

    Wenn ich ein neues Sax kaufen will, ist mir der Lack egal. Es muss klanglich passen, es muß ergonomisch passen, und wenn es dann noch ansprechend aussieht, toll. M.E. wird die justage eines instruments mehr Einfluß auf den Klang haben, als roter, gelber, grüner oder blauer Lack (oder welcher farbton sonst).
     
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  10. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Ja........aber bei Rosa Lack klingt es dann sehr kitschig :duck:
     
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  11. ppue

    ppue Mod Experte

    Na gut, kein Interesse.

    Die Reihenfolge der Instrumente, die ich bis eben nicht kannte, ist also schwarz - kupfer - gold.

    Meine Beschreibung der Sounds oben und das Verfahren zeigen mir eindrücklich, was Lackauftrag oder Galvanisierung mit den Instrumenten machen. Natürlich müsste man noch andere Instrumente mit den gleichen Eigenschaften gegentesten, um eine Streuung auszuschließen, aber in der Tendenz zeigt sich mir: Das galvanische Verfahren mit einer Kupferschicht ist das "Unschädlichste" für das Instrument. Desto mehr Schichten Lack drauf sind, desto abgedämpfter scheinen die Töne zu klingen.

    Dreimal lackiert (schwarz) = dumpfer
    Zweimal lackiert (gold) = offener, etwas mittig
    Einmal galvanisiert = noch offener

    Das entspricht, tut mir leid, ganz genau meinen Vorurteilen gegenüber Lacken und deutet auch in die Richtung, dass gänzlich unlackierte Saxe spritziger erscheinen. Vielleicht manchmal so spritzig, dass es scheppert (-:
     
    Zuletzt bearbeitet: 23.April.2026
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  12. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Die Gefahr, die ich da sehe, ist, dass man dabei nicht so spielt wie sonst und daher auch anders klingt. Dann hat man ja auch nichts gewonnen.
    Da fände ich es zielführender, repräsentative Stücke mit bestimmten Charakteristiken auszuwählen, auf die man eben konkret achten will. Den Ansatz von bettersax, einen Klassiker und einen Jazzer spielen zu lassen, halte ich da für nicht ganz falsch, abgesehen von den dazu gebrachten Einwänden, dass es jeweils mehr sein hätten müssen etc.

    Dann ist die Frage, wie relevant diese Unterschiede in Praxis sind. In Praxis, wo so viele andere Parameter in der jeweiligen Situation noch dazukommen, die viel mehr ändern, wie Tagesverfassung, Umgebung, gespielte Stücke, Anlass,...

    Zum Beispiel Nachbarn von mir. :D Allerdings durch dicke Wände...

    Letztlich gehts aber dann auch wieder um "schmeckt mir", wenn auch nunancierter beurteilt.

    Und manche Menschen mögen auch bei feinem Gehör eine größere Bandbreite haben, was ihnen gefällt.
    Wobei die Klanggestaltung ja doch zum überwiegenden Teil (jetzt einmal aufs Material bezogen) mit Mundstück und Blatt erfolgt, und nicht mit dem Austausch des Horns.
     
  13. ppue

    ppue Mod Experte

    Für einen Zuhörer, der mich 2 Mal in fünf Jahren hört, scheint es unerheblich. Für einen, der fünf Stunden am Tag versucht, optimal zu spielen, ist das äußerst relevant. Wie gesagt, habe ich in meinem langen Leben nur zwei Altsaxophone gefunden, die meinen Ansprüchen gereichen.


    Nein, es geht immer um das Spektrum. Und das kann man benennen, ja sogar nachweisen. Mit Geschmack hat dann zu tun, ob mir mehr Höhen besser oder schlechter gefallen. Dass mehr Höhen da sind, kann man hören und messen.

    Ja, aber darum geht es hier eben nicht.

    Wie bei jedem Handwerker geht es um das bestgeeignete Werkzeug. Wenn das dein Beruf ist, dann kannst du dem Koch sagen: Das Messer ist doch im Grunde nur um Nuancen anders. Er wird sich trotzdem für "sein" Messer entscheiden.
     
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  14. Thomas

    Thomas Strebt nach Höherem

    die Höhen sind da, vielleicht ein wenig besser gedämpft..... wie hältst Du es mit der Klarinette? lieber die deutsche, bei der es leichter fällt etwas gedeckter zu klingen und dannn bei Bedarf via mp/reed Brillanz zugeben oder lieber eine Böhm und dann irgendwie versuchen dem Teil die schrille Brillanz abgewöhnen wenn es gedeckter sein soll?
     
  15. ppue

    ppue Mod Experte

    Hier meine Schneidereien. Alle Vergleiche habe ich zweimal hintereinander geschnitten. Beim Klassiker gibt es einige Töne, die es zu vergleichen lohnt. Beim zweiten spielt er das dritte, goldene Instrument lauter. Das ändert immer auch die Klangfarbe. Ich habe es aber so laut gelassen.

    Vom Jazzer habe ich nur einen Ton zum Vergleichen gefunden, da er immer etwas anders spielt und auch auf unterschiedliche Weise spielt. Hätte sich besser auch auf kürzere Phrasen mit gleicher Melodie konzentriert. Das ist der letzte Vergleich der Datei.

     
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  16. ppue

    ppue Mod Experte

    Man merkt auch, dass die tiefen Töne nicht so sehr auf unterschiedliche Lackierungen reagieren. Das sind halt lange Schwingungen und die markanten Unterschiede liegen eher in den Höhen.

    Fürderhin werden die Unterschiede bei größerer Lautstärke auch geringer. Die größten Unterschiede finden sich im Mezzoforte und mittleren Bereich des Tonumfangs.
     
    altoSaxo gefällt das.
  17. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich muss zugeben, dass ich in meinem Leben noch keine Böhmklarinette gespielt habe (-:
    Vom Sound aber hat die Albertklarinette etwas Besonderes, auch diese Gewisse Topfigkeit, die etwas vulgärer daherkommt als die edle und hochnäsige Deutsche (-;
     
  18. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Dann hast Du halt einen sehr engen Toleranzbereich...

    Freilich kann man messen, soundsoviel dB bei soundsoviel Hz, aber hören tue ich nicht dB und Hz, sondern Klang. Und der gefällt mir oder nicht. Der ist auch mehr als mehr oder weniger Höhen.

    Ich habe mich selbst gewundert, womit Profis arbeiten, nämlich im negativen Sinn... in dem Fall Metzger, aber das sind irgendwelche* Messer, die werden einmal in der Woche(?) zum Schleifen gegeben, und das wars. Es wird aber sicher auch welche geben, die ein besonderes Faible für Messer haben, liegt ja nahe, aber im Wesentlichen ist es (in meiner Wahrnehmung) "Werkzeug" für sie, das Arbeitsmaterial, auf das es ankommt, sind die Lebensmittel. Und auch eine Restaurant-Küche ist ja kein beschaulicher Ort, um schöne Dinge zu genießen.

    *von Fabrikat und in einem gewissen Maß von Qualität her. Die Typen/ Formfaktoren müssen natürlich die jeweils nötigen/ gewünschten sein.
     
  19. ppue

    ppue Mod Experte

    Deshalb nehmen die Köche ihre Messer auch immer mit, wenn sie woanders kochen (-;

    Wenn du meinst, die Unterschiede seien in dem Maße völlig unwichtig, dann brauchst du dich aber in diesen Thread auch nicht besonders reinhängen und uns in unserem engen Toleranzbereich einfach machen lassen.
     
    cwegy gefällt das.
  20. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Du meinst, ich darf meine Meinung nicht kundtun, weil sie anders ist als Deine?
     
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