Saxophonkauf – worauf sollte man achten?

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von michaH, 14.Mai.2026.

  1. Blofeld

    Blofeld Ist fast schon zuhause hier

    Deshalb ist der hier gemachte Vorschlag mit dem Mietkauf ja so gut: wenn man ein Instrument drei Monate lang täglich in den Händen hatte, kann man es haptisch schon ganz gut beurteilen und vergleichen.
    Ich hatte mal mit Bari geliebäugelt und mir ein Jupiter gemietkauft. Nach kurzer Zeit wusste ich, dass ich die weiche Mechanik nicht mochte. Und Bari auch nicht mehr so dringend brauchte. Gute Erfahrung für kleines Geld.
     
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  2. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Tja, und wenn es der alte Fuchs nicht weiß, woher soll der junge Welpe das dann wissen?
    Daher regelmäßig zum SaxDoc... Am besten schon beim Kauf eines Instruments.
     
  3. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das Problem dabei ist, dass der Saxdoc nur in Ausnahmefällen und bei großem gegenseitigen Vertrauen ins Gesicht sagen wird, dass man da gerade Mist angeschleppt hat.
    Und wenn der Saxdoc gleichzeitig Händler für den Mist ist, hat er kein Interesse jemandem sein Produkt auszureden.

    Tja, und dann ist da noch die Sache, dass je älter und schlauer sich der Fuchs fühlt, desto beleidigter ist er, wenn der Saxdoc die stolz präsentierte Trophäe auch nur ansatzweise nicht toll findet... das wissen die und verhalten sich entsprechend diplomatisch.


    Ich bin sehr dafür, bei der Auswahl seines Instruments die Frage zu stellen, ob der Wunsch nach einem Modell abseits des etablierten Mainstream aus einer geschickten Werbung entspringt oder ob es nachvollziehbare Gründe gibt, kein modernes Selmer, Yamaha oder Yanagisawa zu kaufen, so weit der eigene Geldbeutel reicht.

    Und man muss sich halt der Kompromisse bewusst sein, die man eingeht:
    Ist der Klang Priorität 1? Dann erspielt man sich halt schon mal an einem 1940er Conn kaputte Finger, so wie ich.
    Wenn man das mit dem ach-so-anderen Klang* überhaupt beurteilen kann, bevor man nicht ein paar Jahre - so 5-10 - sinnvoll an seiner Tonbildung gearbeitet hat.

    Oder man lässt sich irgendeinen Marketing-Blah einreden und kauft von "Vintage-Reborn" bis "dem XY sein Horn" etwas, das weder der Realität noch der Zeit standhält, bis man es wirklich selbst beurteilen kann.
    Meistens, weil das Versprechen lautet "Hier ist Dein fabrikneues besser-als-Mark-6 ohne die "Probleme" eines Vintage und auch noch 25% billiger."
    Mehr BS lässt sich nicht in einen Satz packen und die Produkte sind überwiegend entweder mäßig oder gleich ganz schlecht.

    Oder man hortet günstig zusammengekaufte alte Kannen und redet sich ein, wie toll doch so eine alte Mechanik ist und überhaupt: der Klang*
    (und dann kommt so ein Yamaha 62 unverhofft daher und was ist? Schluss mit Altmetall. Sei ehrlich.)


    Ich hab's glaube ich schon ein paar Mal erwähnt: Mein erstes Tenor in den 1990ern war ein Yamaha YTS62.
    Das hätte ich nie verkaufen dürfen - es hätte mich bis an mein saxophonistisches Ende begleitet und dabei immer noch mehr gekonnt, als ich.
    Alles, was danach kam, war nur verbranntes Geld und Zeit, die ich besser in Üben und Spielen investiert hätte,


    * "Klang" verstehe ich in diesem Zusammenhang als Gesamtpaket aus Grund- und Obertonstruktur, Ansprache und Intonation über den gesamten Bereich des Instruments (mindestens für alle Töne, für die es Tasten gibt...) und noch ein paar anderen, eher speziellen Aspekten wie z.B. die Reaktion auf unterschiedliche Mundstücke.
     
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  4. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Du willst ne ehrliche Aussage dazu:
    Die ersten Wochen habe ich tatsächlich nur das yamaha gequält, fand das toll und alles, finde ich immer noch.
    Dann doch mal wieder das Altmetall (Conn) vorgeholt. Nur mal eben... Seit dem liegt das Yamaha wieder ungenutzt in der Kiste. Moderne Kanne und ich alter Sack scheinen nicht zu passen.
    Ich hatte heute zum Unterricht mal ein Truetone und ein Conn NW1 Alto mit, weil mein Lehrer mal hören sollte/wollte. Bei den Fragen "welches spielst du lieber?" und "welches spielt/greift sich besser?" wusste ich echt keine Antwort. Die beiden sind für mich als Spieler total unterschiedlich, trotzdem gibt es kein besser oder bequemer oder... Ich nehme ein Teil, Mundstück drauf, spiele 3 Töne (ok, ein paar mehr) und es passt. Ich hab, glaube ich, 5mal hin-und her gewechselt in der Stunde... Egal, geht. Intonation passt.
    Bei Tenor ist das ähnlich. Ich habe mehr Probleme damit das Mundstück oder Blatt zu wechseln (und mein Sortiment ist ähnlich) als das Instrument. Es gibt in dem ganzen Haufen Altmetall ein paar, die sind speziell, weil die Funktionen nicht haben, oder Funktionen, die unüblich sind. Da muss ich umdenken und das dauert.

    Bzgl SaxDoc, das ist so eine Sache. Als ich meine krummen, ausgelutschten und undichten Fische an Land gezogen und meinem SaxDoc vorgestellt habe, lag das Schmerzensgeld noch bei +/-500€. Das war verkraftbar. Heute kostet die gleiche krumme Gurke 50% mehr, und das Schmerzensgeld hat sich mehr als verdoppelt. Mein Kontostand allerdings nicht. Da lohnt sich vieles nicht mehr bzw bekomme ich tatsächlich ein neues Instrument der Mittelklasse dafür. Aber auch das würde ich bei meinem SaxDoc kaufen, dann weiß ich, es ist durchgesehen und nachjustiert.
    Nur stelle ich mir den Saxwelpen vor, der keinen SaxDoc hat, der selbst auch keine Ahnung hat und der Lehrer ggf auch nicht. Der soll jetzt in einem Laden rumprobieren und sich eine Kanne aussuchen. So jemand kann nur hoffen, dass der Verkäufer seriös ist, sonst geht das schief... und es ist ja nicht nur das Instrument, das übrige Geraffel funktioniert ja auch eher selten blind von der Stange.

    Damit komme ich zu den Antworten auf die Eingangsfrage :
    1. Nimm jemanden mit, der sich wirklich auskennt. Hier im Forum bieten einige Hilfe an. Anschreiben und fragen, notfalls posten und per PN dann was ausmachen. Kostet nix. Alternativ bei einem bekannt guten Verkäufer (SaxDoc, Fachhändler) kaufen. Auch da, mal ein wenig im Forum stöbern, da tauchen schon ein paar Kandidaten immer wieder auf.
    2. Nicht emotional kaufen. Da ist das Risiko sehr groß Geld zu versenken. Heißt auch sich ein Budget setzen.
    3. Solange ich selbst nicht weiß, worauf ich achten muss, welche Eigenschaften für mich wichtig sind, ob ich wirklich länger bei dem Instrument bleiben will, würde ich tatsächlich zu einem Yamaha 2XX oder ev noch 4XX raten. Die wird man immer wieder los, wenn man was anderes will, die sind aber gut genug, dass man lange Spaß damit haben kann. Ja, andere bauen sicher ähnlich gut, ähnlich haltbar zu einem ähnlichen Preis...der Markt erkennt das bei einem ev. späteren Verkauf nicht an.
    Ahoi JEs
     
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  5. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Man hört mittlerweile immer wieder mal von Qualitätsmängeln im Setup sogar bei Yamaha, was da früher kein Thema war. Aber davon abgesehen, hat denn irgendwer schon mal eine wirkliche Gurke von Yamaha oder Yanagisawa gespielt? Also ich meine ein Horn, das auch bei guter Einstellung und dichten Klappen schlecht ging, intonierte, ansprach?

    Ich glaube mit meinem beschränkten Erfahrungsschatz, dass die von der Substanz relativ unproblematisch sind.
    Müsste ich für eins meiner Kinder ein Sax zum Einstieg kaufen und wollte das Allerbeste für sie, dann würde ich ein ordentlich benutztes und abgespieltes Yamaha Einsteiger- oder Mittelklassesax gebraucht kaufen und direkt zum Saxdoc meines Vertrauens zur GÜ bringen. Zu einer richtig gescheiten GÜ.

    Wenn ich meinen „Fuhrpark“ aus alten Kannen anschaue, sollte ich wohl das Gleiche für mich machen, wenn die Vernunft im Alter noch mal zurückkehrt. Das kann ich aber wohl ausschließen… :)
     
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  6. Cazzani

    Cazzani Ist fast schon zuhause hier

    Ich glaube, da ist ein Wahrnehmungsfehler in Deiner Beschreibung. Du unterschätzt wahrscheinlich Deine jahrzehntelange Erfahrung mit vielen verschiedenen Instrumenten. Eine lockere Schraube oder eine Achse mit Spiel findet jeder, der etwas Mechanik-Verständnis hat (haben nicht alle). Aber wie leicht oder wie schwer ein Instrument einem die Arbeit machen kann, können nur Leute beurteilen, die sehr viele unterschiedliche Saxophone gespielt haben. Da gibt es etliche hier im Forum, die die wichtigen Marken und auch noch jede Mrnge Exoten praktisch kennen. Ich selbst zähle mich nicht zu den Leuten mit dieser breiten Erfahrung - ich kenne nur den kleineren Teil vom gesamten Programm und erlebe nach über dreißig Jahren Saxophonspiel immer noch (durchaus positive) ergonomische Überraschungen bei der Begegnung mit neuen Instrumenten. Ein Saxophon ist wahrscheinlich doch komplexer als ein Fahrrad. Deshalb denke ich, dass Du den Wert Deiner Spielerfahrung bescheiden unterschätzt und Anfängern etwas zutraust, was sie noch nicht angemessen beurteilen können.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19.Mai.2026
  7. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich glaube, das müssen wir nun nicht weiter vertiefen. Bringt dem Thread nichts.
     
  8. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Ausgangsfrage war doch, wie beschaffe ich als Neuling bzw. Interessent ein Saxofon, dass sicher gut funktioniert.

    De beste Weg bleibt es meines Erachtens Probeunterricht zu nehmen und mit dem Lehrer die Instrumentenfrage zu klären. Den meisten Schülern konnte bzw. könnte ich ein gebrauchtes geeignetes Instrument bereitstellen.

    Bei den meisten Musikschulen kann ich ein Instrument zum Unterricht hinzu mieten.

    Nun gibt es noch den Fall, dass einer anfangs keinen Unterricht haben möchte, dann sollte er tatsächlich ein neues 200er Yamaha kaufen und hat zumindest ein nachhaltiges Instrument. Wenn man dann irgendwann doch noch Unterricht haben möchte, ist zumindest das Instrument unproblematisch.
     
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  9. Buschreiter

    Buschreiter Schaut nur mal vorbei

    Aus der Sicht eines Anfängers: Würdet ihr denn ein neu gekauftes Sax (zB beim großen T) zum Einstellen/Durchsehen erstmal zum Saxdoc bringen? Bei Gitarren mache ich das zB, und man wundert sich, was der Gitarrenbauer noch aus dem Setup rausholt.
     
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  10. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Ich würde das Sax gleich bei jenem Saxdoc kaufen...
     
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  11. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Eigentlich sollte auch Thomann seine instrumente selber kontrollieren und ggf nachjustieren. Dafür lassen sie sich bezahlen und dafür haben sie eine Werkstatt.
    Jetzt käme es noch darauf an, was für ein Instrument habe ich gekauft. Ein billigsax für 300€ ginge eher zurück, ein 3000+€ sax würde ich auf jeden Fall durchsehen lassen.... Oder gleich beim saxdoc kaufen. Wird unterm Strich billiger, und erhält den Einzelhandel.
     
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  12. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Definitiv mache ich das so. Deswegen mein vielleicht für manche unkonventionell erscheinender Vorschlag, lieber einen relevanten Teil des Budgets für eine GÜ zu planen und das Horn deshalb eher auf dem Gebrauchtmarkt zu erwerben, um da Geld zu sparen. Ich habe über die Jahre ein paar Vergleichserlebnisse gesammelt im Kontest „alte Kanne frisch nach amtlicher GÜ“ vs. „nagelneu aus der Vitrine“. Das Ergebnis ist ungefähr so wie bei einem Spiel Paris St. Germain gegen den TSV Waldtrudering, klares zu Null ohne Ehrentreffer.
     
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  13. Buschreiter

    Buschreiter Schaut nur mal vorbei

    So habe ich das selber auch gemacht, dennoch vielleicht für Newbies von Interesse, die, warum auch immer,bei den großen Ketten kaufen möchten/müssen. Das relativiert ggf. die Unterschiede beim Preis.
     
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  14. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Abgesehen davon - gut oder schlecht - verkaufen die Händler die ich kenne eh auf Basis der Thomannpreise (die nicht immer die niedrigsten sind).
    Das größere Problem IMHO ist das, dass die Hersteller oft schneller den Thomann beliefern (Yanagisawa).
    Bei meinem Händler hätte ich ein Jahr auf mein Curved Soprano gewartet, bei Thomann war es immer lagernd.
     
  15. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich habe zwei Instrumente bei Thomann gekauft (weil es sie woanders nicht lagernd gab) und beide waren unfassbar schlecht eingestellt.

    Beide Male gab es null Euro Preisvorteil gegenüber anderen Händlern.

    Beide Male habe ich die Instrumente zurückgeschickt. Der Versuch einer Nachbesserung … na, ich sag lieber nichts.

    Wenn es also unbedingt eine Hupe vom Thomann sein muss, sollte man ein Setup bei einem guten Saxdoc gleich einpreisen. Also 150-300€.

    Thomann ist ein toller Laden. Aber bei der Werkstatt ist für Saxophone deutlich Luft nach oben.
     
  16. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    1
    Das Sorglos Paket ist vermutlich Musikschule in Verbindung Mietinstrument.
    Hat man nach ein oder zwei Jahren kein Spaß daran wusste man vorher was der Spaß kostet.

    2
    Bei Kauf mit Unterricht hat man die Möglichkeit das Instrument hinterher zu verkaufen.
    Evtl. mit geringeren Kosten.
    Wenn man das richtige Instrument gekauft hat.

    Manchmal frage ich mich ob es in Ballungszentren mit großem Angeboten einfacher ist.

    Mein erstes Sax habe ich damals von Dirigenten unserer Kapelle gekauft.
    Ich wusste der dreht mir kein Dreck an.

    In meiner Umgebung würde ich als Anfänger Kontakt aufnehmen mit Saxern die spielen und kein Geld damit verdienen.
    Evtl. wissen die was gebrauchtes. Oder haben Empfehlungen wo man kauft.

    Alternativ gibt es bei uns auf dem Land sogar Musikgeschäfte mit einem breiten Sortiment an neuen Instrumenten.

    Als Einsteiger der es sich leisten kann würde ich mir ein neues Instrument mit Garantie kaufen und in den ersten zwei Jahren 2 bis 3 Inspektionen mit verhandeln.
    Seriöse Musikhäuser machen das wenn sie Vertrauen in Ihre Produkte haben. Dann ist der Aufwand gering und der Kunde ist zufrieden.

    Grüsse Gerrie
     
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  17. ppue

    ppue Mod Experte

    Haben die denn alle einen kompetenten Instrumentenmacher im Geschäft?
     
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  18. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Auf dem Land: Für Blech und Gitarren bestimmt… ;)
     
  19. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Yanagisawa wird über den Großhändler GEWaA vertrieben.
    Thomann ist nicht nur größter Abnehmer von Instrumenten, sondern auch mit 40 % bei GEWA beteiligt.

    Ich würde ein neues Saxofon immer beim lokal erreichbaren Fachhändler mit Werkstatt kaufen.

    Würde ich in Reichweite von Thomann wohnen, wäre es auch Thomann.

    Grundsätzlich sollte man einen SaxDoc seines Vertrauens in der Nähe haben; denn häufig sind es Kleinigkeiten, die nicht in Ordnung sind oder stören.
     
  20. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Nicht unbedingt, aber dann meist in der Hinterhand.
     
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