IntraMic >>> Mikrofon nachbauen

Dieses Thema im Forum "Home- und Live-Recording, Tontechnik" wurde erstellt von saxop, 10.Juli.2026 um 11:17 Uhr.

  1. saxop

    saxop Schaut nur mal vorbei

    Hallo zusammen.

    __PROBLEM__
    Dauerend habe ich auf der Bühne bei Liveeinsätze mit dem Sax und Klari Probleme, dass dauernd Nebengeräusche durch Mitmusiker oder Monitore in meine Mikros einstreuen.
    Auf der Bühne nutze ich Mikros zur Verstärkung und um meine FX zu speisen.
    Unzählige Mikros, Charakteristiken, Arten, Positionen habe ich erfolglos ausprobiert :(

    __LÖSUNG__
    Nun hat sich ein Mikro als praktikabel heraus gestellt.
    Das "IntraMic" für Sax und Clarinet (intramic.com).
    Leider ist mir das Mic für >800$ viel zu viel.
    Gebraucht bekomme ich es nicht zum akzeptablen Preis.

    __NACHBAU__
    Daher würde ich dieses "IntraMic"-Mikro gerne nachbauen - aber wie, mit welchen Materialien?

    Frage:
    - Welche Kapsel könnte in Frage kommen?
    - Welche Charakteristik? Kugel?
    - Wie sollte die Mikrovorderseite ausgerichtet sein? Gegen die Atemrichtung (also auf die Lütseite blasen)?
    - Wo zu erwerben?

    Meine Ideen:
    - Die Kapsel sollte dynamisch sein.
    - Kapsel muß Druckunempfindlich sein - min. 120dB
    - Kapsel muß wasserdicht sein.
    - Mik-Kapsel sollte D/max. 2mm sein - um den Atemfluss nicht zu behinden
    - Flachbandleitung (Bsp. Antennen-Fensterdurchführungs) als Verbindung
    - Mini-Amp von ZOOM zum Line-Out
    - oder Rhode-Funksender mit Mik-In

    Danke im Vorraus für das Teilen eurer Erfahrungen.
     
  2. saxop

    saxop Schaut nur mal vorbei

    ...es sollte natürlich "IntraMic", nicht "IntraMix" in der Überschrift heißen...
     
  3. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Also hallo erstmal…

    „ich weiß nich‘, ob Sie‘s wussten…“

    aber wir sind hier eher Anwender am Sax und weniger Techniker, die fähig und in der Lage wären, ein bestehendes elektronisches Produkt per Reverse-Engineering (ohne das Produkt selbst, am besten noch) nachzubauen, um den zu hoch gefühlten Kaufpreis zu umgehen.

    Ich kann mir allerdings vorstellen, dass hier einige mit ähnlichen Konfigurationen auf der Bühne stehen und Tipps geben können, wie es für sie funktioniert. Du bist nicht der Einzige, der sich mit Spill herumplagen muss…

    Wir wissen ja nicht mal, welche Musik Du spielst und welche Instrumente (Größen).

    Ganz generell ist Spill aber ein Problem, das man eher mit Positionieren und Pegeln in den Griff bekommt, als mit einem anderen Mikro.

    Ich kenne einen, der spielt in einer Funk-Rock-Indie-Crossover Band mit Effekten und Gedöns.
    Dem reicht ein schlichtes SM58 in sein Kickboard.

    Bei mir funktioniert ein Beyerdynamic M201 mit Hyperniere für Tenor und Alt sehr gut.
    Sogar, wenn der Bass mit seinem Amp direkt hinter mir steht.
    Als Clip kann ich das Neumann MCM114 wärmstens empfehlen, das ich mir derzeit leihe, wenn ich ein Clip brauche.
    Allerdings habe ich keine FX ausser dem, was mir der FoH am Pult draufgibt.
     
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  4. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

  5. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Rumberger ist Klasse. Bassklarinette ist aufgrund der breiten Abstrahlung und des nötigen Mikroabstands live (wenn man nicht 2 benutzt) ein Spill-Monster. Da habe ich mir den Rumberger in einem Mundstück gegönnt und erwäge gerade die Nachrüstung in ein anderes. Selbst laute Rocker sind kein Problem mehr.

    Mit dem IntraMic hatte ich grundsätzlich auch mal geliebäugelt - aber mal ehrlich: mit einem um den Mundstückkork gepresstem Kabel ist es letztlich ein Wegwerfprodukt. Ich kenne kein Kabel, das bei derartiger Belastung nicht irgendwann bricht. Und dafür war es mir auch zu teuer.

    Beim selber entwickeln fürchte ich, dass du um Testen verschiedener Kapseln nicht rumkommst und das den realen Preis verwässern könnte. Aber Lehrgeld ist immer gut. Vergiss nur nicht, das geknickte Segment austauschbar zu realisieren! :)

    Gutes Gelingen!
     
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  6. saxop

    saxop Schaut nur mal vorbei

    Hi!
    Da ich nicht der einzige "blasende" Techniker bin, kann dieses Forum durchaus passend sein.
    Wie beschrieben, habe ich unzähliche Mikros, ob Clip, Dynamisch, Kondensatoren mit unterschiedlichsten Preisklassen getestet.
    Mit "externen" Mikros (ausserhalb eines Studios, einer Kabine oder mit Schallaborber auf der Bühne) wird es immer ein Kompromiss sein - für mich zu viele Störungen - aber reine Geschmackssache...

    DAS ist mir zu wenig!
    Beim "IntraMic" und "Rumberger" ist es völlig Anders. Hier sollte man ledigtlich den ca.100-400Hz-Bassbereich um 3-6db erhöhen.

    Meine S-Bögen oder MS werde ich nicht anbohren, da teils historische Instrumente. Somit kommt nur noch das "IntraMic" in Frage!
    Dieses habe ich bereits mehfach im Liveeinsatz gehört >>> phänomenal!!!
    Fummelig bei der Montage und Demontage, aber weitestgehend Störungsfrei, Druckunempfindlich und Klangtreu.

    PS:
    Den groben Sound vom SM57 mag ich sehr,
    bin aber in den meisten Fällen auf ein altes MD441 umgestiegen.
     
  7. saxop

    saxop Schaut nur mal vorbei

    Dem ist nicht so!
    Das Kabel ist extrem robust, WENN man(n) bei der Montage und Demontage achtsam ist und pfleglich mit den Teilen umgeht!
    "Achtsamer Umgang" - tatsächlich ein gewaltiges Thema, bei vielen die ich beobachte (beobachten muß). Vermutlich mein Techniker-Blick...
    Bei der Verkabelung habe ich mit "Antennenkabel, Fensterdurchführung" sehr gute Erfahrung gemacht - eher ein Thema für Technik-Nerds ;-)

    KLAR!!!
     
  8. mcschmitz

    mcschmitz Strebt nach Höherem

    Eins verstehe ich gerade nicht: Du schreibst, dass Dir die Investition in ein Intra Mic zu viel ist und Du deshalb lieber eins nachbaust, andererseits klingt es so, als hättest Du bereits reichlich Erfahrungen bzgl. Handling und Haltbarkeit gesammelt.
    Besitzt Du bereits eins, oder hast Du mal eins besessen oder nutzen können?







    Und irgendwas mit der Fettdruck Funktion auf Deinem Eingabegerät scheint auch nicht zu stimmen. :sorry2:
     
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  9. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Wenn ich mir so vorstelle, wie oft man mit dem Mundstück so über das Flachband-Kabel raffelt- kann mir schlecht vorstellen, dass das lange hält. Sag ich mal so daher als (ex-)Elektroniker...
    Gut, der Kork ist ja relativ weich, trotzdem. Gerade wenn man vielleicht als Profi auf sein Material angewiesen ist wäre mir das viel zu heikel.

    Naja...nur meine bescheidne Meinung halt...
     
  10. Wanze

    Wanze Strebt nach Höherem

    Ich will Dir ja nicht zu nahe treten, aber irgendwie hinterlässt mir das so insgesamt den Eindruck:
    "Ich habe alles mögliche an Mikrofonen zusammen gesammelt, in allen möglichen Positionen probiert. Mit Mikrofon-Technik habe ich mich nicht befasst, ich hab halt ausprobiert... Weil eines zu kaufen so teuer ist, bastel ich mir jetzt halt selbst was."

    Hmmm, jetzt darfst Du raten, warum bei mir dieser Eindruck entsteht... Ich glaube, dass die Zeit besser investiert ist, die Aufstellung Mikrofon ggü. Mitmusikern und Monitoren zu optimieren.... aber wie Du willst.

    S-Bogen würde ich auch nicht anbohren wollen (obwohl das Loch später auch wieder mit einem Messigpflaster verschliessbar ist, ohne Nachteile - angeblich). Aber muss es für den von Dir angegebenen Verwendungszweck (FX !) das 'historische Mundstück' sein? Das einmalige, superklingende Mundstück klingt sowieso nicht mehr nach dem, wenn es erst durch Dein Pedalboard gejagt wurde ^^

    Aber egal, spannendes Projekt. Ich würde, wenn ich so etwas basteln wollen würde, keine herkömmliche Mikrofonkapsel verwenden, sondern ein MEMS-Mikrofon. Inzwischen in Handys millionenfach bewährt - und bei den üblichen Elektronikherstellern für 1 oder 2 €uro zu erhalten.
    Da kaufst Du Dich einfach quer durch das Segment ein, charakterisierst die erst mal, welches davon am ehesten taugt.
    Dann baust Du Dir ein kleines Gehäuse, die Zugangsöffnung deckst Du mit eine Gore-Tex Membran ab (auch da, nicht die erste beste, die Durchflussrate sollte hoch genug sein, dass die Druckunterschiede nicht einfach ausgebügelt werden.) Achtung bei der Verklebung der Membran, Gore-Tex ist einfach gerecktes Teflon, das ist nicht so einfach zu kleben. Und Du willst das ganze ja Wasserdicht gestalten!)
    Den Rest des Aufbaus vergießt Du am besten, nach dem Anlöten der Kabel - natürlich nur mit einem Material, das nicht hydrolysiert und beim Vernetzen keine korrodierenden Substanzen freisetzt. Ach ja, 'Mikrokabel' kriegst Du im Modellbau. Dann baust Du Dir noch einen kleinen Vorverstärker. Fertig.

    Spannendes Projekt auf jeden Fall. Viel Glück - und halt uns auf dem laufenden, wie es geht.
     
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  11. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Ich spiele immer wieder mal mit dem Gedanken, mir etwas zu basteln. Und habe auch eine Idee dazu.

    Eine biegsames Piezo-Element zwischen Ligatur und Blatt, dazu einen passenden Vorverstärker, vielleicht noch ein Mehrkanal-Equalizer und ab in die PA.

    Leider brauche ich dazu dir Hilfe meines viel zu beschäftigten Kumpels, ich muss mich also noch gedulden.

    Gruß,
    Otfried
     
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  12. Tom.66

    Tom.66 Ist fast schon zuhause hier

    Die Antennen Leitung zur Fensterdurchführung ist zu dick. Da gibt es Undichtigkeiten zwischen Mundstück und Kork.
    Lass dir von einem Leiterplatten Hersteller Tape machen ( vergleichbar LED Klebestreifen). Die kannst du auf den Kork kleben. Wenn das geschickt gewählt ist, kann man die handelsüblichen adapterstecker nutzen um die Mikro Kapsel zu adaptieren. Wäre dann sogar die Anschlussleitung austauschbar.
     
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  13. saxop

    saxop Schaut nur mal vorbei

    Was gibts da nicht zu verstehen?
    1.
    Viele ext. Mikros ausprobiert - teuer, billig, div Charaktere, groß, klein, unterschiedlichste Positionen - dennoch nicht zufrieden...
    Ich schleife auch nicht dauernd meinen persönlichen Live-Mixer mit, um die Störungen aus meinem Mik sofort raus zu filtern ;-)
    2.
    IntraMic und Rumberger mehrfach auf Konzerten gehört + mit Anwender/Musiker diskutiert + mit erfahrenen Profimixern (moers-Festival & Co) ausgetauscht = genau MEINE zukünftige Lösung!
    Ich spiele unterschiedlichste Gebläse und MS - je nach Anforderungen und Inhalten - meist aus den 1940-1980er >>> Bohrungen sind da wie das eigene Haus im Suff verzocken und danach auf den Strich gehen...
    UND, es zeugt von Unerfahrung, dass es egal ist welche Soundqualität in eine FX-Kette gespeist wird.

    KEINE ANGST VOR DEM UNBEKANNTEN - EIN GENIALER PRODUKT IST NIE AUS DEM NICHTS GEKOMMEN ;-)))
    Natürlich weis jeder Entwickler, dass JEDER Anfang mit "Versuch und Irrtum" beginnt - bis es sich im Laufe der Entwicklung/Erfahrung immer deutlicher kanalisiert!


    A.
    Antennen-Flachband erhalte ich ab 0,5mm > das wird als Angang genügen.
    Danach würde ich zu "Flexible Flachbandkabel" über gehen, wobei ich bei einer 5-poligen; 2 äußere als Plus, die anderen Äußeren natürlich Minus. Die Ader in der Mitte wird eine Sperrebene darstellen - wenn Platz übrig ist...
    B.
    Danke @WANZE; MEMS-Mikros sind ein genialer Anfangstipp - dem werde ich nachgehen.
    C.
    Wassserdicht, aber Luftdurchlässig mit Goretex klingt spannend.
    Wie verklebt man Goretex, auf Millimeterebene?
    Sekundenkleber an der Nahtstelle? Oder Siliconverklebung?
     
  14. Tom.66

    Tom.66 Ist fast schon zuhause hier

    Was Du schreibst, klingt nach viel Erfahrung und auch Wissen….. aber WIE dürfen schreibst empfinde (nicht nur?) ich als etwas, sagen wir, unglücklich im Stil.
    Vielleicht denkst Du mal drüber nach.
    :welcome:
     
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  15. Wanze

    Wanze Strebt nach Höherem

    Ein bisschen was könntest Du auch selbst recherchieren.

    Sei versichert, dass ich Dein Projekt unterstütze, weil ich es spannend finde. Nicht wegen der 'freundlichen' Art, wie du hier schreibst.

    Alternativ zu einer Membrane könntest Du natürlich eine dünne, flexible Abdeckung verwenden (Abstandsring + Silikon). Silikon ist allerdings genauso schwierig zu kleben, wie ePTFE.
    Für 'Bastler' wird im Internet um Mikrofone wasserdicht einzupacken öfter mal eine Lümmeltüte empfohlen. Natürlich unbenutzt :eek: und nicht beschichtet. Die könntest Du für erste Versuche verwenden, vielleicht um unterschiedliche Mikrophone zu charakterisieren. (und ich bin schon auf das Gesicht des Saxdocs gespannt, wenn sich das Überzieherli selbständig macht und aus dem 'historischen Saxophon' rausoperiert werden muss....) :D
    Die bessere Lösung ist sicher eine Gore-Tex Membran.

    Inzwischen gibt es einiges fertig zu kaufen, vorbeschichtete Membranen (such mal nach 'Druckausgleichselement Membrane') - allerdings weiß ich nicht, ob die Durchflussrate dieser Membranen ausreichend hoch ist. Oder direkt wasserdichte Mems-Micros.
    In diesem Artikel hier gibt es einige interessante Hinweise:
     
    giuseppe gefällt das.
  16. saxop

    saxop Schaut nur mal vorbei

    Da magst du recht haben - ich bin derzeit schnell genervt - für meinen Ton möchte ich mich hiermit entschuldigen :thumbsup:
     
  17. saxop

    saxop Schaut nur mal vorbei

    Mit der "Wasserdichtheit" bin ich mir überhaupt nicht sicher.
    Vielleicht ein Gedankenfehler; wenn sich der Speichel auf die Mikro-Membrane setzt, defürchte ich einen deutliche Tonänderung.
    Oder was meint ihr?
     
  18. ppue

    ppue Mod Experte

    Na, Speichel ist das eigentlich nicht, sondern Kondensat.

    Ich kenne mich mit dem Ding ja nicht aus, habe aber zwei Verbesserungsvorschläge.

    So nah am Mundstück scheint mir das Mikrophon trotz der kleinen Ausmaße doch störend für die stehende Welle. Vielleicht wäre es sinnvoll, das Kabel genauso durchzuführen, die Mikrokapsel aber bis kurz vor die breite Öffnung des Necks durchzuschieben. Es hätte den weiteren Vorteil, dass weniger Kondensat an der Kapsel ankommt.

    Der zweite Punkt: Warum sind Vorverstärker und Transmitter getrennt und nicht in einem Kästchen verbaut? Das könnte sinnvollerweise unten am Bogen angebracht werden.
     
  19. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich meine, dass für Rumberger einer der Vorteile der Abnahme am Mundstück im Vergleich zum Bogen der war, dass dort weniger Interferenzen auftreten. Im Bogen gab es bei einigen Tönen wohl Wellentäler, die dann deutlich leiser waren als andere. Jetzt steht das Rumberger halt auch nicht ins Lumen…
     
    ppue gefällt das.
  20. ppue

    ppue Mod Experte

    Ja, das kann sein.

    Ich sehe auch gerade, dass es nicht mehr zwei Kästchen sind, sondern nur eines.

    Ich ziehe meinen Antrag also zurück.
     
    giuseppe gefällt das.
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