Ear Candy für Recorder und Performer: Beyerdynamic DT 7x IE

Dieses Thema im Forum "Home- und Live-Recording, Tontechnik" wurde erstellt von Silver, 18.Juli.2026 um 23:15 Uhr.

  1. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich dachte, ich mache auch mal so einen vor Anglizismen strotzenden Titel :)

    Was ich eigentlich teilen möchte ist meine Erfahrung zu den relativ neuen Beyerdynamic DT 7x IE

    Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Ohrknopf zum Musikhören.
    Die Hitze macht meine Over-Ear Focal Bathys (geschlossen Wireless) und Clear MG (offen, am Kabel) sowie die geschlossenen Neumänner, die ich sonst zum Aufnehmen habe, zur Qual…

    Weil mir aber das konzentrierte Musikhören fehlt, habe ich - mit dem Hintergedanken, dass ein In-Ear-Monitor über kurz oder lang keine schlechte Idee sein könnte - einen Beyerdynamic DT 73 IE in Burgebrach bestellt.

    Es gibt die ja in unterschiedlichen Abstimmungen:
    70 als „critical listening“ mit Loudnesskurve,
    71 mit Präsenzanhebung für Gitarre/Voice,
    72 für Bassisten und Drummer und
    73 für „klassische Instrumente“ mit (leichter) Höhenanhebung, sonst flat

    Was soll ich sagen? Ich bin von den 73ern schwer beeindruckt!

    Zum Musikhören fehlt (mir) mit den Passstücken aus Memoryfoam (3 Größen mitgeliefert) fast gar nichts. Alles, was in der Aufnahme ist - auch die Fehler - kommt in meinen nicht mehr ganz jungen Ohren lebendig, detailliert und räumlich für In-Ears super aufgelöst an.
    An die ätherische Auflösung und bedingungslose Entspanntheit der Focal Clear MG kommen die 73er nicht heran. Auch nicht an die akustische Lupe, die die Neumänner NDH30 im größten Tumult bereithalten. Aber immerhin…

    Mit den Silikonproppen (4 Größen mitgeliefert) in meiner Größe waren die Bässe je nach „Einbauposition“ ein bisschen zurückhaltend, dafür bekommt man mehr von seiner Umwelt mit…
    Die alternativen 70er wären mir zu „bassy“ oder mit den Silikonproppen gerade richtig.

    Beim Recording muss ich noch ein bisschen ausprobieren, ob mir der sehr direkte Körperschall nicht zu viel wird. Das ist akustisch mit den Neumännern aufs erste etwas angenehmer. Dafür glühen einem nicht nach drei Minuten die Ohren… und ich höre sehr deutlich meine Obertonstruktur (und damit, wie ich klinge). Ob mir zu diesem Zweck (Aufnehmen) die Neumänner besser taugen oder die Berdynamic 73er weiß ich noch nicht ganz genau.

    Und dann habe ich den eigentlichen Einsatzort - In Ear Monitoring - beim Gig am Freitag kurz angetest. Krass! Also: krass gut! Aus praktischen Gründen (Monitor LS auf der Bühne und kurzes Kabel statt Funkstrecke) habe ich es nach einem Stück wieder gelassen.


    Fazit: kein Schnäppchen aber echt nice!
     
  2. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ach ja, Nachtrach (weil ich gerade unterbrochen wurde) zur Ergonomie:

    Während ich hier gerade schreibe, habe ich diese In-Ears seit gut zwei Stunden drin.
    Es läuft eine Tidal-Playlist und das einzige, was mich stört sind erkennbar schlechte Aufnahmen bzw. Mixe.

    Sobald man das richtige Passstück und die optimale Position im eigenen Ohr gefunden hat, tragen sich die Beyerdynamic sogar in meinen sonst sehr empfindlichen Ohren äußerst angenehm


    Und noch ein Hinweis: wem die fast 500€ zu viel sind, kann die neuen (Juni 2026) „kleinen“ DT30 IE ausprobieren, die für 120€ außerordentlich gut klingen sollen.
     
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  3. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Fipptehler - es sind die geschlossenen NDH20. Sorrieh.
     
  4. scenarnick

    scenarnick Admin

    Hi @Silver

    Ich hatte zum Testen die 71er hier, die mich persönlich im Preis- / Leistungsverhältnis nicht überzeugt haben. Im Moment ist mir aber gerade ein Paar der neuen DT 30 IE ins Haus geflattert (die Du ja oben erwähnst), die ich tatsächlich als In-Ear Monitore auf der Bühne in Betracht ziehe. Gestern hatte ich die erste Gelegenheit, die mal einzusetzen und bin schwer begeistert, gerade auch zu dem Preis, der deutlich unter der 70er Serie liegt. Ein ausführlicher Test - auch mit Musik aus der Konserve - steht noch aus, im Moment berichte ich nur vom ersten Eindruck.

    Ich nutze sonst zum Mischen AKG 240 MK II, wenn's dann mal der Kopfhörer sein muss (lieber tue ich das über meine Genelec 1029), mit den Beyer 770 und Konsorten konnte ich mich nie anfreunden, das ist aber Geschmacksache. Gut sind die, aber ich mag den Klangcharakter nicht.

    Als IEM dient mir normalerweise ein Hörluchs 1050, der auch gar nicht so übel ist. Wenn sich der gute Eindruck der DT 30 bestätigt, berichte ich hier gerne ausführlicher.
     
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  5. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Hm,

    aus dem Bauch würde ich mich für den 70 für Mischen und Mastern entscheiden.
    Ich mag das Aussehen der Neumann NDH-20 am Kopf auch nicht so, hat ein wenig Kochtopf-Optik.
    Aber ich hab ja noch eine Adam Audio SP-5, der ist ein wenig kleiner.
    Irgendwann hab ich mir dann die Software SoundID Reference gekauft, dass bei solchen Kopfhörern die Kurve auf linear biegt.
    Das klingt dann nochmal ein wenig trockener und unspektakulärer.

    Aber die Beyerdynamic würden mich schon interessieren im Vergleich.

    Danke für den Tip.
     
  6. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das wäre eigentlich auch meine Idee gewesen - von wegen „critical listening“ und so.

    Nach einigem Herumstöbern (weil ich eigentlich zu knickerig war und mir den Kauf erst schönlesen musste…) bin ich an ein paar Stellen auf Einschätzungen gestoßen, die im direkten Vergleich 70/73 den 70 für eine ziemliche Discowumme hielten.

    Es gibt auch einen Artikel bei Professional Audio, der den 73er als „Klassiker - Referenz“ bezeichnen:
    https://www.professional-audio.de/2025/09/03/test-beyerdynamic-dt-73-ie-klassiker-referenz/

    Da ich es so rein gar nicht mit aufgedickten Tiefmitten und Wummerbass habe, fiel meine Wahl (etwas bange) auf den 73er und ich möchte auch gar nichts anderes haben.
    Linear ist linear - ohne SoundID - und die leichte Höhenanhebung kommt meinen nachlassenden Ohren entgegen.
     
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  7. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ach ja, noch ein Nachtrag zum Thema Recording:

    Als ich heute loshupte war der IE nicht eingestöpselt.
    Da kommt mit den Memoryschaum-Stücken nicht allzu viel durch und der Körperschall hielt sich auch in engen Grenzen.

    Die Dinger haben aber einen so hohen Wirkungsgrad, dass ich Playalong und Return vom Mikro jeweils neu eingepegelt habe. Dann passt es perfekt und ist für mich sogar angenehmer, als mit den Neumännern, weil ich das Horn nicht mehr 80:20 vom Return höre sondern eher 90:10 oder mehr - ich kann also besser einschätzen, was hinterher wirklich auf der Spur landet.
     
  8. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Das "Problem" beim Aufnehmen mit solchen Hörern (inears) ist, dass das Saxophon extrem laut im Vergleich zu einem Playback ist.
    Ich empfinde das mit meine Inears so, das sind die:
    Truthear Nova

    Bei ernsthaften Liveaufnahmen wird das so passen. Vielleicht wären da ein wenig Bässe und Tiefmitten gar nicht schlecht.
    Hast Du schon aufgenommen damit?

    Ah, ok, gleichzeitig :)
     
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  9. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das wäre ein Argument für Live.
    Ich orientiere mich immer so weit wie möglich an den Changes, wenn ich improvisiere weil ich die Zählerei eigentlich saudoof finde und auch sofort rausfliege, wenn ich zähle und nicht höre.

    Mit etwas mehr Wumms untenrum käme der Bass besser durch den Mix.
    Also, falls der Bassist aus Versehen die Kurven ausfährt und nicht nur SchrummSchrumm spielt… :rolleyes:


    Bei dem einen Stück letzten Freitag habe ich mich an der Gitarre orientiert - wenn ich die (oder ein Piano beim compen) gut höre, ist es für mich fast angenehmer, als nach dem Bass zu spielen.
    Werde das bei nächster Gelegenheit mal aufbohren.

    Da mir aber mit dem 73er bisher nichts fehlt, habe ich - ausser kindlicher Neugier - keinen Anlass, auch noch den 70er zu testen.
     
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  10. scenarnick

    scenarnick Admin

    Mal wieder nur kurz hier: Ich habe den 30er jetzt mal ausführlicher getestet und bin nach wie vor schwer begeistert. Für den kleinen Preis liefert er ein sehr sauberes Klangbild und kann sogar gut mit meinem LD Systems MEI 1000 G2 umgehen, den ich mit anderen Hörern fast nicht verwenden kann, weil ich da Rauschfahnen habe, die extrem störend sind. Beim DT 30 IE sind die quasi nicht vorhanden im Zusammenspiel und die Höhen sind trotzdem präsent. Schreibe gerade an einem ausführlichen Review für ein anderes Forum (aus Sänger-Sicht), das ich hier gern verlinken werde. Für mich sind "die kleinen" auch Ear-Candy.
     
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