Erfahrungen zu Meyer Alto made by Theo Wanne?

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von holgi1964, 22.Juli.2026.

  1. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Wie sagte der grossartige (wegen seiner musikalischen Fähigkeit, seiner subtilen Didaktik und der dabei äußerst unterhaltsamen Art) Alan Barnes auf dem Loire Workshop letzte Woche:

    Weder das Instrument noch das Mundstück machen es für Dich. Du musst schon selber überlegen, wie es klingen soll. Am besten vorher.

    Bis zu diesem Punkt ist es entweder viel hin und her mit einer vollen Schublade oder die Bob Reynolds-Variante mit dem einen ToneEdge aus der HighSchool-Zeit.

    Will sagen: Die Konsistenz ist ziemlich irrelevant (wer kauft schon drei nominell gleiche ToneEdge oder Meyer und beschwert sich dann, dass die unterschiedlich sind? Nix besseres zu tun??).
     
  2. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Auch wenn das ja ein offtopic hier war mit den Hörnern. Mir geht es genauso. Ich kann es mir auch nicht vorstellen, erlebe es aber in 9 von 10 Fällen wenn ich fremde Hörner ausprobiere, dass die Teile zumindest für mich fern von optimal sind. Einerseits denke ich mir, das es wohl unterschiedliche und individuelle Prioritäten sind. Andererseits werde ich zu oft von Mitmusikern, die über mein Faible für alten Kram schmunzeln, hinter vorgehaltener Hand gefragt, was das denn genau für ein Equipment ist… Anyway, back to topic.
     
  3. Sandsax

    Sandsax Gehört zum Inventar

    Ich denke, dass es DAS optimale Instrument nicht gibt.
    Instrumente, die extrem gleichmäßig wie auf Schienen intonieren und damit perfekt für Anwendung in der Klassik geeignet sind, engen nach meiner bescheidenen Erfahrung die individuellen Möglichkeiten der Klangbeeinflussung, bzw. Produktion durch den Spieler nachhaltig ein.
     
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  4. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Ich spiele ja Instrumente, die lange Zeit als Prototyp des klassischen Saxophons galten, besonders mein Prestige Alt.

    Ich habe absolut kein Problem damit, es von Klassik über Jazz und Salsa bis zur Rockmusik einzusetzen, und den Sound entsprechend der Musik anzupassen.

    Fast hätte ich mir mal ein Selmer Serie III als Backup günstig gekauft, weil es fast genau so gut war wie mein Buffet.

    Und gerade entdecke ich die vielfältigen klanglichen Möglichkeiten des Tenors. Und ich bin sicher, ein Supreme würde ich jedem SBA vorziehen.

    Gruß,
    Otfried
     
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  5. Sebastian

    Sebastian Ist fast schon zuhause hier

    Das ist doch schön. Wem das neue Meyer nicht gefällt, braucht sich wegen der vorgeblichen erreichten Gleichförmigkeit der Fertigung nicht mehr die Mühe machen noch mehr zu testen, sondern kann sich gleich anderen Marken zuwenden.

    Es bleibt für mich aus Neugier die Frage, ob LehrerInnen, die ihren SchülerInnen (nicht mehr uneingeschränkt) Meyers als relativ presigünstiges Upgrade-Mundstück empfohlen hatten, dies nun wieder bzw. weiterhin tun würden.
     
  6. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das ist eine ganz andere - und viel interessantere - Frage.

    Die Lehrenden in meinem Umfeld empfehlen inzwischen fast ausnahmslos Vandoren und/oder Selmer als nächsten Schritt nach dem originalen Teil im Koffer.
    Die findet man auch in praktisch jedem Musikalienladen vorrätig während alles andere praktisch nur in Paris oder über den Versandweg zu haben ist. Ein Laden in Brest hat m.W. kürzlich erst alle seine Link und Meyer zum Spottpreis abverkauft.
     
  7. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Es gibt möglicherweise das individuell ideale Instrument.
    Da ist dann eigentlich egal, was draufsteht.
    Genau wie beim Mundstück.



    Zu den Supreme (die ich immer mal wieder anspiele, wenn sich die Gelegenheit ergibt):

    Ich teile die Einstellung vieler (professioneller) Jazzer und anderer populärer, die so ein Supreme zwar beeindruckend finden aber für sich selbst nicht einmal geschenkt haben wollen. Das betrifft sogar Leute, die dafür Geld bekämen, würden sie öffentlich so ein Horn spielen.
    Überhaupt sah ich, seit es die Supreme gibt, noch kein vom Performing Artist in freier Wildbahn gespieltes Exemplar (auch nicht auf Videos).

    Anderseits gibt es gerade unter solventen Amateuren glühende Verehrer… es scheint also schon irgendetwas dran zu sein.
    (Außer dem statusförderlichen Preisschild:duck:)
     
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  8. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    Ein Lehrer hier, der ein Selmer Alto spielt, war übrigens von einem neuen Signature total begeistert.
     
  9. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das hörte ich auch schon mehrfach.
    Man sagt, das Signature sei ein SA80 im neuen Gewand. Kein Wunder, also…
     
  10. saxy-gunnar

    saxy-gunnar Schaut nur mal vorbei

    Zurück zum Thema...

    Hier mal fünf kleine Demos von drei unterschiedlichen 6er Meyer Varianten.

    - Meyer / Theo Wanne
    - Meyer New York (Anniversary) - das ist mir noch über den Weg gelaufen...
    - Mouthpiece Cafe

    Die Unterschiede sind bei den Aufnahmen eher subtil aber hörbar mit ordentlichen Kopfhörern. Beim Spielen sind sie ungleich größer...

    Gleiches Setup für alle drei Mundstücke: Spätes Selmer MkVI Alt mit gleichem D'Addario Jazz Select 3S Unfiled Blatt und Vandoren Optimum Blattschraube

    Viel Spaß ;-)
     

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    Zuletzt bearbeitet: 20.August.2026 um 00:01 Uhr
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  11. saxy-gunnar

    saxy-gunnar Schaut nur mal vorbei

    Achja, die Auflösung welche Nummer und welcher Buchstabe welches Mundstück war, kommt später...
     
  12. Sebastian

    Sebastian Ist fast schon zuhause hier

    Ben Allen hatte eine kurze Rezension geschrieben; https://jazzocrat.com/2026/06/24/new-meyer-alto-mouthpiece/
    Wo @Analysis Paralysis von "Schärfe" schrieb, schreibt er von "mehr Brillianz" (gegenüber den vorherigen Produktionsläufen, wohlgemerkt). Also, wat den eenen sin Uhl, is den annern sin Nachtigall. Vielleicht gibt es irgendwann die neuen Meyers wieder mit den verschiedenen Kombinationen von Bahnlänge und Kammergröße...

    @saxy-gunnar : Zwischen 2 und 3 höre ich keinen signifikanten Unterschied. 1 klingt verhaltener, als müsstest Du durch mehr Widerstand hindurch durchspielen.
     
  13. saxy-gunnar

    saxy-gunnar Schaut nur mal vorbei

    There is now a crisp brilliance to the piece, a shimmer and a genuine personality that the former production models did not carry. And the projection is no longer modest; the piece now cuts with authority.
    Den Teil würde ich bestätigen.

    This new Meyer alto mouthpiece is the real deal.
    Den Teil gerade deswegen eher nicht.
     
  14. Peterchen

    Peterchen Nicht zu schüchtern zum Reden

    Konsistenz bei der Herstellung von Mundstücken halte ich für eine Illusion. Die Spieleigenschaften eines jeden einzelnen Mundstückes hängen von tausenden, wenn nicht sogar Millionen verschiedener Faktoren ab. Deshalb ist jedes Mundstück für sich genommen ein Unikat - auch wenn es von der Stange ist - und solllte, vor dem Kauf entsprechend ausprobert werden.
     
  15. ppue

    ppue Mod Experte

    Besser hört man die Unterschiede immer im direkten Vergleich.

    Bei der 1. Aufnahme sitzt du anders als bei den anderen beiden. Die Aufnahme ist leiser und nicht mittig. Dennoch ist klar zu hören:

    Nr. 1: Weniger Höhen, etwas dumpf
    Nr. 2: Viele Höhen
    Nr. 3: Mehr Körper, sehr ausgeglichen, weniger Höhen als 2.
     

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  16. saxy-gunnar

    saxy-gunnar Schaut nur mal vorbei

    Mikro und Notenständer waren unverändert. Möglich das ich nicht 100% gleich gestanden habe. Sollte aber kein großer Unterschied sein. Ich habe die Lautstärke aller drei Aufnahmen separat automatisch normalisiert, wahrscheinlich ist wegen einem winzigen Peak irgendwo der Pegel im Durchschnitt etwas unterschiedlich zwischen den Aufnahmen geworden.
     
  17. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich habe auf die 1 zwei db dazugegeben, damit es nicht abfällt. Ja, das sind Kleinigkeiten, die Unterschiede der verschiedenen Mundstücke hört man auch so.

    Wie die nun heißen, die Mundstücke, da habe ich keine Ahnung (-:
     
    Zuletzt bearbeitet: 20.August.2026 um 16:55 Uhr
  18. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Meyer.
     
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  19. ppue

    ppue Mod Experte

    Schlaumeyer (-:
     
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  20. saxy-gunnar

    saxy-gunnar Schaut nur mal vorbei

    Ok, hier die Auflösung:
    Ich habe mir nochmal die Mühe gemacht einen Zusammenschnitt (mit Lautstärke normalisieren erst nach dem Zusammenschnitt) wie @ppue zu erstellen.
    Reihenfolge dort auch Meyer NY, Meyer TW, Mouthpiece Cafe.

    Ebenso das Demo B und A zusammenschnipselt. Das heißt Reihenfolge erst Meyer NY und dann Meyer TW.

    Neben den objektiven Aufnahmeergebnisse, hier noch das Subjektive:
    • Ich würde den diversen Diskussionen hier und anderswo schon recht geben, dass man eine Soundvorstellung hat und die versucht umzusetzen. Deswegen tendiert man immer wieder zurück dorthin, wo das eigene Soundziel ist. Das hab ich bei den Aufnahmen auch klar gemerkt. Aber dennoch geht das mit manchem Material besser oder schlechter...
    • Das Meyer New York hat in der Tat einen geringfügig höheren Widerstand als die anderen beiden und ist weniger "freeblowing". Für mich klingt es aber nach original Meyer.
    • Das Meyer Theo Wanne hat für mich den geringsten Widerstand und insbesondere der Attack der Töne gerät mir hier sehr leicht viel zu scharf. In der Höhe finde ich es eher scharf und dünn. Dennoch habe ich beim Spielen und Anhören der Aufnahmen gehört, wie ich automatisch dagegen arbeite um das auszugleichen. Die Aufnahmen finde ich am Ende gar nicht so schlecht, aber ich fühle mich auf dem Mundstück überhaupt nicht wohl.
    • Das Mouthpiece Cafe NYC spiele ich bisher als Standardmundstück und fühlt sich deshalb gewohnt an. Ich finde es unglaublich "freeblowing" für ein 6er und hat einen breiteren, mehr "spread" Sound. Es ist heller als New York aber nicht scharf und dünn in der Höhe, wie ich es beim Theo Wanne empfinde.
    Ich würde bei den echten Meyer Modellen persönlich eher zum Meyer New York als zum Meyer/Theo Wanne raten. Aber ich liebe mein Mouthpiece Cafe NYC...
     

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