Agua de Beber: Zwei Mundstücke, zwei Klangwelten

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von Tafkah, 27.Juli.2026.

  1. Tafkah

    Tafkah Ist fast schon zuhause hier

    Ich wollte im TOTM Thread nicht noch eine weitere Fassung von Agua de Beber veröffentlichen und schreibe lieber hier von meinen Erfahrungen.
    Nach vielen Monaten Zwangspause mit nur kleinen Unterbrechungen hier und da versuche ich, so allmählich wieder regelmäßig zu spielen und arbeite mich in mein altes "Werkzeug" wieder rein.
    Mein 1951 Selmer SBA (43xxx) ist das Horn meiner Wahl, das 1953 SBA (53xxx) eine gute Alternative, die etwas offener und "moderner" klingt (whatever that means).
    Neben einem Otto Link Florida no USA Double Ring 7* und einem Otto Link Florida no USA 6* (mit Seriennummer, also ein frühes direkt nach den Double Rings) werben ein Dukoff Stubby 6* (0.107) und ein Francois Louis aus Silber (0.110) um meine Gunst. Vier Mundstücke sind ok, es waren vor Jahren mal deutlich mehr.
    Die Link-Mundstücke haben ihre eigene, typische Färbung und blieben diesmal draußen. Erstaunlich ist für mich immer wieder, wie mich die Mundstücke einladen, jeweils "anders" zu spielen.
    Hier die Ergebnisse. Beide Mundstücke wurden mit dem gleichen, bearbeiteten Blatt D'Addario 3S gespielt. Ich muss mich nicht für eines entscheiden, beide haben ihren individuellen Reiz und ihre eigene Klangwelt.

    Francois Louis 0.110 (im TOTM Thread veröffentlicht)

    https://hearthis.at/hermit/agua-de-beber/

    tempImageWkWTIm.png

    Dukoff Stubby 6*

    https://hearthis.at/hermit/agua-de-beber-2/

    tempImageneUfMU.png

    Das Francois Louis hat für mich eine wunderbare Klarheit und Definition im Ton, das Dukoff ist viel breiter und plüschiger, dafür auch wärmer. Bei Agua de Beber gefällt mir das Francois Louis deshalb besser, weil das Stubby etwas dicker aufträgt. Ich habe mich ja am Gesang von Astrud Gilberto orientiert. Ihre Fassung vereint (wieder einmal) für meine Ohren ein Gegensatzpaar: gefühlvolle Melancholie und "coole" Distanz. Für diesen Job gefällt mir das Francois Louis besser.
     
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  2. Nemo

    Nemo Ist fast schon zuhause hier

    Ich finde beide Aufnahmen toll, aber mir gefällt auch das Francois Louis bei diesem Stück deutlich besser. Toll! :headphone: :happy:
     
    Al Bundy und Steffen Bari gefällt das.
  3. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Genau,super gespielt ,das FL klingt um Welten besser,mehr Offenheit,mehr Ton,mehr brilliant,viel mehr whow
     
    Steffen Bari gefällt das.
  4. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Nummer 2, hands down.
    Nicht, dass es nicht noch Potenzial hätte, aber der Ausgangspunkt gefällt mir da viel besser.
     
  5. Tafkah

    Tafkah Ist fast schon zuhause hier

    Eigentlich wollte ich mir Nr. 3 schenken, weil ich heute nicht wirklich etwas "gebacken" bekomme aber der Vollständigkeit halber habe ich es doch eingespielt, das Link Double Ring 7*. Nichts neues, keine Ideen, deshalb auch "abgeregelt".

    https://hearthis.at/hermit/agua-de-beber-3/

    Euch vielen Dank für das Hören, Kommentieren und Teilhaben.

    IMG_2352.JPG
     
    Sax_Player und jabosax gefällt das.
  6. Blofeld

    Blofeld Ist fast schon zuhause hier

    @Tafkah Na, bei drei so tollen Mundstücken und ebenso tollen Saxophonen darf man wohl von Luxusproblemen sprechen! Aber am meisten freut mich, dsss du offenbar wieder so fit bist, hier ein paar so lässige und schöne Aufnahmen einstellen zu können. Welcome back!
     
  7. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Mir gefällt 1 und 3 am besten, die 2 ist nicht mein Fall, wobei man natürlich nicht einschätzen kann, wie hoch das Potential der einzelnen Teile ist, wenn Du besser eingespielt bist. Nach meiner Erfahrung mit Mundstücken mit scharfkantigem Innenleben würde ich das Link bevorzugen, und versuchen, auszureizen.

    Gruß,
    Otfried
     
  8. jabosax

    jabosax Ist fast schon zuhause hier

    Hallo @Tafkah ,
    schön, dass Du wieder spielen kannst. Alle drei Mundstücke klingen klasse und es ist wie nahezu immer eine Frage des persönlichen Geschmacks und Hörempfindens.
    Mir gefällt mit Abstand das Otto Link am besten. Es ist klar definiert und hat dabei trotzdem Wärme und ein besonderes Timbre.
    Das Stubby gefällt mir auch gut. Hat im Vergleich etwas weniger der tollen Obertöne, ist dafür aber voluminöser.
    Das FL ist für meinen Geschmack dagegen etwas „langweilig“ verwaschen.
    Sonnige Grüße
    Jabo
     
  9. Sax a`la carte

    Sax a`la carte Ist fast schon zuhause hier

    Meine Wertung: 3 2 1 in dieser Reihenfolge. Das Link steht dir ausgezeichnet.:)
     
  10. Sax_Player

    Sax_Player Kann einfach nicht wegbleiben

    Mir persönlich gefällt auch die Nr.3 am Besten. :thumbsup:
     
  11. Tafkah

    Tafkah Ist fast schon zuhause hier

    Dieser kurze Vergleich hat mir gezeigt, dass es letztlich nur um "schnöden individuellen Geschmack" bei der Präferenz geht. Ich habe hier im Thread, aber auch in Unterhaltungen hier im Forum und darüber hinaus, keinen einheitlichen Trend feststellen können. Es gibt für jedes Mundstück "vehemente" Fürsprecher.
    Für mich zählt letztlich, welches Mundstück mich bei welcher musikalischen Situation "einlädt".
    @Blofeld: wenn ich mich nicht entscheiden könnte, wäre es in der Tat ein "Luxusproblem". So ist es eher eine "Luxussituation" oder ein Privileg, dass ich eine Auswahl treffen darf, und das ist mir auch bewusst. Ich habe mich jetzt rund 20 Jahre durch das Labyrinth der Hörner und Mundstücke gekämpft und bin "angekommen". Solange sich mein Spiel nicht verändert, und das erwarte ich mit 75 nicht mehr wirklich, werde ich alles, was ich spielen kann und möchte, mit einem dieser Mundstücke bewältigen können.
    @jabosax: ich verstehe gut, was du mit "langweilig" und "verwaschen" meinst. Das Francois Louis hat, anders als Dukoff und Link, keine besondere Ausprägung der harmonischen Verzerrungen im mittleren Bereich des Frequenzspektrum. Das macht es etwas "neutraler", während Link und Dukoff halt immer diesen Charakter des "aufbrechenden" Tones haben. Für den Gesang von Astrud Gilberto, der für mich durch eine einzigartige Mischung von Melancholie und "Langweiligkeit" charakterisiert werden kann, ist die Klangwelt des Francois Louis die passende Entsprechung.
    Vor langen Jahren hatte ich in einem anderen TOTM Thread ("Peace" von Horace Silver) ebenfalls das Francois Louis, damals auf einem Selmer Balanced Action von 1939, bemüht, weil es so neutral war und für mich "Peace" und "dicke Klanghose" einfach nicht zusammengehen wollten.

    https://hearthis.at/hermit/peace-1-totm/

    Noch einmal herzlichen Dank für eure willkommenen und interessanten Kommentare.
     
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  12. Tafkah

    Tafkah Ist fast schon zuhause hier

    Aus zwei mach vier: zum Abschluss hier das "frechste" Mundstück meines Quartetts, ein Otto Link Florida no USA 6* mit Seriennummer. Die gestempelte Seriennummer zweigt, dass es ein sehr frühes Florida STM direkt nach den Double Rings war. Die etwas kleinere Öffnung 6* passt nicht recht zum D'Addario 3s Blatt, und die Intonation im oberen Register gefällt mir ganz und gar nicht. Ich wollte aber jetzt nicht auch noch ein neues Blatt verwenden und brauche jetzt auch eine Pause vom "Trinkwasser".

    https://hearthis.at/hermit/agua-de-beber-4/
    tempImagePYiEgc.png
     
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