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gedachte Tonhöhe Klarinette

Dieses Thema im Forum "Sonstige Instrumente" wurde erstellt von Werner, 8.Mai.2017.

  1. Werner

    Werner Ist fast schon zuhause hier

    Werte Gemeinde,
    ich hab gerade eine Bb-Klarinette hier, Böhm system. Und bin etwas verwirrt. Greife ich ein G in der unteren Oktave wie auf dem Sax gedacht, kommt ein G, aber wie auf dem Altosax gedacht, also einem Eb-Instrument. Klingend also ein Bb. Erwartet hätte ich wie beim Tenor oder Sopransax ein C. In der Grifftabelle wiederum wird dieser Ton als C bezeichnet.
    Entsprechendes gilt für die tieferen Töne bis zum gedachten Tief-H, und die Terz hoch bis zum gedachten H eine Oktave höher, danach verändern sich offensichtlich die Griffe.
    Entspricht also die Bezeichnung Bb-Klarinette dem Eb-Sax?? Oder mache ich was falsch?

    Danke im Voraus für die aufklärung.


    http://www.swing-jazz-berlin.de/
     
  2. ppue

    ppue Experte

    Die Klarinette überbläst in die Duodezime. Ganz recht, im unteren Register greift es sich wie ein Eb-Instrument, im oberen dann wie ein Bb-Instrument.
     
  3. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Das verstehe ich nicht. Wenn Du nach der Grifftabelle C greifst, erhältst Du klingend ein Bb. (Bb-Klarinette). Wie kommst Du auf C?
     
  4. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    ... dann greiftst Du auf der Klarinette ein C.

    Grüße
    Roland
     
  5. Werner

    Werner Ist fast schon zuhause hier

    merci ppue, für schnelle Hilfe.
    Damit könnte ich mir das Denken auf der Klari aufbauen wie auf dem alto sax, also eb basiert. Oder hat das Nachteile, beim Literaturspiel zB? Offensichtlich denkt ja der normale Klarinettist auf der Bb Kl. in Bb, nicht in Eb, wie die Grifftabelle zeigt. Ich kann natürlich sowieso machen, was ich will, nur was trägt langfristig besser?



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  6. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Ich hab das so gemacht:
    Auf meinen Saxophonen denke ich Saxophon, auf meiner Klarinette denke ich Klarinette.

    Grüße
    Roland
     
    Amopehe, mato und bluefrog gefällt das.
  7. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Nur im unteren Register. Oben musst Du wie auf einem Bb-Instrument denken.
     
  8. ppue

    ppue Experte

    Wie @Roland sagt, klarinettisch denken. Alles andere sind Umwege im Denken, die dich nur behindern würden. Schau einfach immer auf die entsprechenden Noten, auch bei einfachen Tonleitern. Dann kommt das schon mit der Zeit.
     
  9. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Dann gibt es ja noch die Töne F, F#, G, G#, A, Bb im unteren Register, die überhaupt keine Entsprechung auf dem Sax haben.
     
  10. ppue

    ppue Experte

    Doch doch, das bleibt ja so, ist einfach und dennoch nicht von großem Nutzen: Greifst du z.B. auf der Klari ein tiefes F, dann klingt ein Eb. Greifst du den gleichen Griff auf dem Alto (tiefes C), dann klingt ein ...
     
  11. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Dass wir uns nicht falsch verstehen. Ich meinte das F (und F#, G, G#, A, Bb) eine Oktave höher, aber immer noch im unteren Register. Das wird auf der Boehm-Klarinette mit geschlossenem Daumenloch gespielt, wäre auf dem Sax ein C# (gegriffen).

    @Werner : Du siehst, es gibt schon eine gewisse Verwirrung, wenn man saxistisch denkt. ;-)

    LG Helmut
     
    Zuletzt bearbeitet: 8.Mai.2017
  12. Werner

    Werner Ist fast schon zuhause hier

    Danke für die Rückmeldungen, das ist hilfreich. Es geht mir übrigens nicht darum, wie lern ich am einfachsten Klarinette. Sondern in welche Richtung beeinflusst es Improvisation, wenn man klarinettistisch denkt (was auch immer das heissen mag.) Insofern interessiert es mich, wie ein "amtlicher" Jazzklarinettist denkt, bei der Duodezimenüberblasung insbesondere. Aber wahrscheinlich gibt es da auch Unterschiede.
    Jedenfalls, denkt ein "richtiger" Klarinettist tatsächlich in Eb und Bb? Ich vermute eher, das er durchgängig in dem gewählten Tonhöhensystem (weiter) denkt, also zB in der Eb-Transponierung. Und das tiefe (gedachte) G wird mit Duodezimenklappe dann zum (gedachten) D usw. Aber das ist erstmal eine Vermutung, und ich lerne gern dazu.
    Jedenfalls müsste die unterschiedliche Bezeichnung (fast) gleicher Griffe (von der Duodezimenklappe mal abgesehen) quasi automatisch eine verstärkte Wahrnehmung der Beziehungen zwischen den Tönen führen, weil diese Beziehungen ja gleich bleiben, während die Tonnamen sich auf einmal verschieben, damit auch an absoluter Wichtigkeit verlieren. Mir ist öfters aufgefallen, das Klarinettenspieler sehr wendig und sehr melodisch spielen. Vielleicht hängt es auch damit zusammen.
    Ich übe sowas gelegentlich mit meinem Blaswandler. Da kann man die Töne mit einem Daumenknopf transponieren. Ein Blues in F, also denke ich in F, drücke ich den Daumenknopf, transponiert es, je nach Einstellung, zB eine kl. Terz nach unten. Ergo könnte ich jetzt den Blues in der Tonart D spielen, das mag ich aber nicht, weil ich dann den Zusammenhang zwischen den Tonnamen und dem Empfinden der Tonhöhe verliere. Ich versuch also, die Töne weiter "richtig" in meinem vertrauten System zu denken, also ein gedrücktes F plus Daumenknopf ist ein D. Das ist anfangs nicht leicht, aber auch nicht so schwer, im Prinzip macht jeder Saxer sowas, der von klingenden Noten abspielen kann. Es scheint mir jedenfalls so, das das dem Verständnis der Musik dienlich ist, aber vielleicht bilde ich es mir auch nur ein. Mal weitersehn. Die Klarinette könnte also auch sowas sein, nur als Naturinstrument.



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  13. saxoson

    saxoson Ist fast schon zuhause hier

    ...und wie wäre es mit einer Grifftabelle ? kann man auch runterladen...dann nur eins : eins abgucken...
     
  14. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Ich bin jetzt kein amtlicher Jazz-Klarinettist, aber ich kann Dir mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass auch Klarinettisten die Töne hören, die sie spielen wollen, und nicht in irgendeiner Transponierung denken.
    Das C ist halt so, das zweite wieder anders als das dritte, und das vierte sowieso. Darum übt man Skalen, Etüden, etc.
     
    Werner gefällt das.
  15. Florentin

    Florentin Ist fast schon zuhause hier

    Hmm, diese Frage kann nur von jemandem kommen, der auf einem oktavierenden Instrument gelernt hat (z.B. Saxophon).

    Das halte ich für einen der Vorteile, zuerst Klarinette zu lernen.

    Wenn man Klarinette gelernt hat, weiß man halt, dass dieselben Töne "oben" und "unten" andere Griffe haben. Für Saxophonisten eine Katastrophe.

    Ich glaube auch, dass der Wechsel von Klarinette zu Saxophon weniger problematisch ist für Leute, die nach Noten spielen, als für die, die nach Gehör spielen bzw. improvisieren.
     
  16. Werner

    Werner Ist fast schon zuhause hier

    Genau. So denke ich auch.



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  17. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Was denkst Du, warum das Teil landläufig "Krisenstab" genannt wird....
     
    quax gefällt das.
  18. mato

    mato Ist fast schon zuhause hier

    Pardon, aber deine Überlegungen @Werner sind für mich sehr amüsant. (Nicht böse nehmen.) Warum sollte ein Klarinettenspieler in Eb oder Bb denken? Eine Klarinette ist eben eine Klarinette und nicht ein defektes Saxophon. ;)
    Für mich war es allerdings eine Erlösung, als ich von der Klari zum Saxophon wechselte in die Oktave überblasen zu können.
     
  19. Werner

    Werner Ist fast schon zuhause hier

    Ja eben, das hab ich mich auch gefragt.




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  20. BariPapa

    BariPapa Ist fast schon zuhause hier

    Also beim Klarinette Spielen denke ich nicht. Das führt zu Frustration. Was hilft ist möglichst viel auswendig spielen.