Blues-Improvisation für Anfänger

Dieses Thema im Forum "Improvisation - Harmonielehre" wurde erstellt von Floyd123, 15.Dezember.2014.

  1. Floyd123

    Floyd123 Schaut nur mal vorbei

    Hallo alle zusammen,

    ich habe vor Jahren einmal das Saxofon-Spielen mehr oder weniger in der Musikschule beigebracht bekommen. Dort wurde allerdings nur strickt nach Noten gespielt und das wurde schnell langweilig und ich gab auf.

    Jetzt will ich es nochmal neu versuchen. Diesmal am liebsten nur nach Gehör. Ich habe mir vorgenommen mit dem Blues zu beginnen, da ich das für am einfachsten halte. Über Harmonielehre habe ich aber nur Halbwissen, sodass ich derzeit lediglich einen Blues-Song laufen lasse und versuche zu hören welche Noten in etwa dareinpassen könnten.Allerdings fällt mir das Ganze noch ziemlich schwer (Ich höre das iwie einfach nich raus - außer es is total schief :-( )

    Jetzt weiß ich prinzipiell es gibt verschiedene Blues scales in verschiedenen Tonlagen. Und dann gibt es da noch das Blues-Schema (iwas mit Tonika, Dominante blabla) Aber ich weiß nich was ich damit genau anfangen soll. Heißt das ein einfacher Blues is immer in einer Tonlage (z.b. e) und ich kann dann dazu die e-scale rauf und runter spielen. Oder muss ich genau auf das Bluesschema achten und immer nur aus den jeweiligen dreiklängen je nach schema wählen?

    Ich hab da nur sonen Halbwissen und bin ziemlich verwirrt. Hoffe, dass mir hier jemand weiterhelfen kann. Im Netz knnte ich auch nicht so wirklich ne zufriedenstellende Antwort finden....

    Eine Bitte: Macht es so einfach wie möglich. Noch mehr fachbegriffe, die ich nicht verstehe, helfen mir auch nich weiter. :-?

    danke.
     
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  2. Mugger

    Mugger Guest

    Moin,

    für den Anfang:
    Ja, Blues in E, E-Blues-Scale.
    E-G-A-Bb-B-D

    Liebe Grüße,
    Guenne
     
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  3. alteriert

    alteriert Schaut öfter mal vorbei

    Moin,
    ja, Blues in z.B. G verwende die Blues Skala in G (G, Bb, C, C#, D F)
    ABER es gibt auch noch die Möglichkeit sich mit der Moll Parallelen zu beschäftigen.
    Also, Blues in G davon die Moll Parallele E (E, G, A, Bb, B, D)
    Natürlich bleibt G dein Grundton. Denke also diese Töne von G aus (2. Modi)
    Gruß
    alteriert
     
  4. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    bei you Tube einfach mal Blus in G eingeben. Einen aussuchen und dann erst mit einem dan mit 2 usw Tönen dazu spielen. Die Bluspentatonik dazu in A spielen Macht höllich Spass
     
  5. saxhornet

    saxhornet Experte

    Ich finde es klasse wenn Jemand von Blues und einfach spricht. Klar gibt es Blues in einer sehr simplen Form aber das ist nicht die einzige Form eines Blues, da gibt es hunderte Varianten: Moll, Dur, mit Erweiterungsteilen, BeBop, mit Majorakkorden, zig Akkordvariationen etc. etc. etc. Das macht doch den Blues so spannend und ist der Grund warum man sich auch als erfahrener Spieler immer wieder mit ihm auseinandersetzt.
    Nicht mal die Bluescracks haben über einen Blues nur mit einer Bluestonleiter dauernd improvisiert. Auch das Wissen und Benutzen können der jeweiligen Akkorde ist sinnvoll, auch wenn man sie nicht die ganze Zeit nutzt, ist aber eine Klangfarbe mehr, die man nutzen kann, wenn man will.

    Klar kann man mit einem simplen Blues anfangen und sich daran mit einer Skala dran probieren aber das heisst noch lange nicht dass das dann auch automatisch gut wird. Selbst mit der Bluesskala kann man auch Murks bauen und unmelodisch spielen. Auch hier führt eine systematische Anleitung viel schneller zu vernünftigen Ergebnissen.

    Es empfiehlt sich trotzdem sich einen guten Lehrer zu suchen, der einem eher zusagt. Nur weil einem Brot einmal nicht geschmeckt hat, weil Kümmel drin war, hört man doch auch nicht auf Brot zu essen oder zu kaufen oder zu backen. Man wechselt den Bäcker oder das Rezept oder die Brotsorte.


    Lg Saxhornet



     
    Saxman41 und Rick gefällt das.
  6. macpom

    macpom Ist fast schon zuhause hier

    Gerade im Blues kann man wunderbar mit der Bluestonleiter improvisieren, ohne auf die Akkorde zu achten. Deshalb ist deine Idee ganz gut. Die einfach Leiter ist: Grundton, kleine Terz, quarte, übermäßige Quarte, quinte und kleine Septime. Nicht wundern, wenn das nicht immer zu den Akkorden passt. Das soll so. Andreas
     
  7. Roland

    Roland Strebt nach Höherem

    Moin!

    Ja, es gibt 100e Varianten von Blues. Es geht hier - denke ich - um den Einstieg, um einen Fuß in die Tür zu kriegen.

    Wenn ich Auto fahren lerne, fange ich erstmal langsam assistiert an. Auto fahren ist nicht einfach, siehe Rally oder Formel 1 (kann ich nicht, aber man klann ja mal im Schritttempo in einer ruhigen Nebenstrasse anfangen.

    Manchmal ist das Problem
    - 'mir fällt nix ein'
    - das Gedudel, wenn einem nix einfällt (keine Ahnung, also Skala rauf und runter)
    :)

    Anstatt eine kleine, klare Idee zu haben, mit dieser herumzuspielen, Struktur zu haben (als Gegenposition zu Gedudel), reflektiert mit dem Material umgehen, Pausen zulassen, Rhythmus, Flow ...

    Da würde es auch 'Jean Pierre' als Playback tun. :)

    Der Apparat zwischen den Ohren ist das eigentliche Musikinsrument, nicht 'dat Ding in die Fingers'.

    Grüße
    Roland
     
  8. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Ja man kann den Blues sicher ganz und gar kompliziert spielen. Der Titel des Treates ist aber Blues Improvisation für Anfänger
     
  9. saxhornet

    saxhornet Experte

    Was vollkommen ok ist und durchaus machbar ist mit als Einstieg.

    Floyd sagte: "Diesmal am liebsten nur nach Gehör. Ich habe mir vorgenommen mit dem Blues zu beginnen, da ich das für am einfachsten halte."

    Und für am einfachsten halte ich es nicht, auch nicht nach dem Gehör spielen in diesem Zusammenhang. Denn es stellt sich gleich die Frage welche Harmonien, von den vielen Varianten, die es gibt, werden benutzt? als Anfänger kannst Du doch gar nicht beurteilen was da gerade passt oder nicht. Oder Moll- oder Durblues, swing oder gerade etc. etc.
    Da ist ein Lehrer der vorsortiert und das überschaubar macht einfach sinnvoll.
    Ich nehme auch gerne den Blues für Schüler als Einstieg aber ich kann dann auch dafür sorgen, daß die Voraussetzungen alle für den Schüler stimmen, damit er es auch vernünftig lernen kann, ohne den Überblick zu verlieren.
    Einfach ist es auch erstmal nur nach dem Ohr mit einer Durtonleiter oder Pentatonik zu spielen (nicht über einen Blues), da gibt es nämlich auch viele Playbacks mit denen das geht und was als Einstieg auch fürs Ohr sogar einfacher ist. Wie z.B. von Aebersold mit dem Titel Major & Minor.

    LG Saxhornet
     
  10. Roman_Albert

    Roman_Albert Ist fast schon zuhause hier

    Wer Englisch kann, ist bei der Suche nach Einfachheit und Pragmatismus in der Regel im Vorteil:

    https://www.youtube.com/watch?v=2bel0qC3-oo


    "Nimm aus der Grundtonart die Stufen 1, b3, 4, #4, 5, b7 und moduliere sie rhythmisch nach Deinem Gefühl"
    Wenn dann Farbe gebraucht wird, kann man Stufe 2 und 6 dazunehmen.

    Noch etwas Hall dazu, und es reicht erstmal zum "Malen nach Zahlen" und gibt viel Raum für persönlichen Ausdruck.

    Go Walter!

    PS:
    Mir fallen auch nicht immer die Stufen der Grundtonart sofort ein, aber dann schreib ich sie mir halt mit Bleistift oben auf die Seite.

    Für A Blues zum Beispiel:
    1 2 b3 4 #4 5 6 b7
    A H C D D# E F# G
     
    moorsax gefällt das.
  11. Floyd123

    Floyd123 Schaut nur mal vorbei

    Wow, gleich so viele Antworten in der kurzen Zeit. Vielen Dank! :-D

    @abraxasbabu Du sprichst mir aus der Seele. Genau das, was saxhornet geschrieben hat, wollte ich eigentlich vermeiden.

    Ich weiß natürlich dass es auch im Blues viele Nuancen gibt, man das Ganze auch wesentlich komplizierter gestalten kann, aber irgendwo muss ich ja anfangen...

    ..und für einen Lehrer hab ich weder die Zeit noch das Geld, zumal ich sowieso nie lange an einem Ort lebe, sodass sich das iwie lohnen würde. Ich will nur ein bisschen Spaß beim Spielen.

    Also wenn ich das richtig verstanden habe, bezieht sich das Blues-Schema auf die Akkorde, die mich erstmal nichts angehen/ angehen müssen?

    Dankeschön.
     
  12. macpom

    macpom Ist fast schon zuhause hier

    Richtig, das Blues Schema sorgt für die Reibung. Bleib erst mal bei der Blues Skala.

    Andreas
     
  13. Floyd123

    Floyd123 Schaut nur mal vorbei

    Achso und ich fange mit dem Blues an, weil sich daraus alle anderen modernen Musikrichtungen ja irgendwie mehr oder weniger entwickelt haben...und er sozusagen der Grundstein ist.

    Ich halte es für leichter als mit Jazz- oder Rock- Improvisation zu beginnen, um mich etwas exakter auszudrücken.

    Und Ziel des Blues war es ja - zumindest so wie ich das verstehe - auch mal, es relativ einfach zu halten, sodass Bluesmusiker ohne große Absprachen frei miteinander musizieren können. Gut, dann kamen verschiedene Formen und Abwandlungen etc...da waren wir ja schon.
     
  14. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Und auf gehts https://www.youtube.com/watch?v=CqtljIOCQpM
     
  15. Floyd123

    Floyd123 Schaut nur mal vorbei

    eine kurze zwischenfrage. wenn ich die e-blues pentatonic spiele aufm alt saxophon ..das is auch e blues? weil man ja alt iwie transponieren muss normalerweise... ?
     
  16. Claus_6

    Claus_6 Ist fast schon zuhause hier

    Hallo,

    etwas unverständlich Deine Frage..zumindest bei mir!

    Das "Alt"saxophon ist in Es gestimmmt. Nicht in E...

    E-Blues aufm Alt wäre klingend G. Beispiel: Wenn du übers Youtube einen Blues in "G" hast kannst du mit dem Altsax mit E-Penta oder Bluesscala schon was anfangen...

    Wenn es klingend E ist, dann mit Cis aufm Alt

    War das Deine Frage?

    Claus
     
  17. Gelöschtes Mitglied 7743

    Gelöschtes Mitglied 7743 Guest

    @Claus:
    E-Blues spielt der Gitarrist am liebsten, da die Akkorde für ihn einfach zu greifen sind.

    @Floyd123
    Da das Altsaxophon ein transponierendes Instrument ist (spielst Du C erklingt ein Es), musst Du also Cis spielen, damit ein E erklingt; dementsprechend spielst Du auf dem Altsaxophon die Cis-Blues-Tonleiter, wenn der Gitarrist einen E-Blues spielt.

    Cis-Blues-Tonleiter: Cis-e-fis-g-gis-h-cis.

    Mit diesen 5 Tönen kannst Du deine Soli erst einmal gestalten, und zwar über den gesamten Blues, wenn der Gitarrist einen Blues in E spielt: die Akkordfolge (E-E-E-E/A-A-E-E/H-A-E-E).

    Gruß,
    BCJ
     
  18. Claus_6

    Claus_6 Ist fast schon zuhause hier

    @ BCJ
    Jepp und des halb ist es manchmal gar nicht schlecht, mehr als 2 oder 3 Vorzeichen zu kennen ;-)

    Ein Anfänger der Gitarre hat Eile.... der Saxophonist dazu muss länger üben...
     
  19. Gelöschtes Mitglied 7743

    Gelöschtes Mitglied 7743 Guest

    Der ist gut. Ich kannte bisher immer nur:

    Eine Alte Dame Geht Heute Einkaufen

    BCJ
     
  20. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Die Pentatonik alleine reicht nicht. Wichtig ist denke ich auch welche Töne man wann spielt. Ich hab es wie folgt gelertn Tonart C Dur

    g a (c) d e
    5 6+ 1 2+ 3+
    Anfangen mit 1 und 6+ dann die anderen Töne langsam dazu nehmen. Rytmus ist alles.
    Am meisten 1 und 6+ spielen. Die anderen Töne etwas sparsammer verwenden. Das kann auf alle anderen Tonarten übertragen werden. Klingt für den Anfang nicht schlecht. 6+ als Auftakt ist auch gut.
     
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