Fragen über Fragen

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Nishtha, 12.Oktober.2015.

  1. Rick

    Rick Experte

    Also mir ist in über 30 Jahren Unterricht bei hunderten Schülern erst äußerst selten jemand begegnet, der ein völlig unbrauchbares Sax hatte, das ihn tatsächlich beim Lernen behinderte.

    Und wenn, dann waren das sogar meistens klangvolle Namen, wie ein Keilwerth mit dermaßen ungünstig angebrachter Gurtöse, dass das Sax nur mit Kraftaufwand in den Händen gerade zu halten war, oder Vintage-Hörner mit unpraktischer Ergonomie und schwer kontrollierbarer Intonation.
    Alles das hätten die betreffenden Besitzer schon beim Kauf merken können, wenn sie sich nicht vom jeweiligen Nimbus hätten blenden lassen. :roll:

    Deshalb schätze ich das Risiko eines verhängnisvollen Fehlkaufs für eher gering ein, wenn jemand vorurteilsfrei an die Sache rangeht, sich nicht durch bestimmte Namen und deren angeblichen Ruf ablenken lässt und die Saxe auch mal richtig probespielt.


    Schöne Grüße,
    Rick
     
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  2. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Weil der Unterschied zwischen einem "idealen" und einem "nicht idealen, aber normal spielbarem" Horn für Dich vielleicht riesengroß, für einen Anfänger aber unbedeutend ist?

    Ich denke nur an das leidige Blätterthema, wieviele man denn nicht gleich wegschmeißen müsste... ich kaufe meine Blätter einzeln, weil ich noch kein unspielbares hatte. Unterschiede werde ich vielleicht irgendwann einmal merken...
    Oder meine Alt-Saxe: eins mit "alter", eins mit "neuer" Applikatur. Wie das zweite dazugekommen ist, hab ich mir gedacht "ah, da ist bei den kleinen Fingern ein bisschen was anders" (oder so), und das wars. Knapp 40 Jahre Altersunterschied. Wieviel Ergonomie-Unterschied soll es noch geben?

    Ich hab auch klangliche Unterschiede zwischen den beiden Alts gehört, jedenfalls bei einem Mundstück - beim anderen nicht so sehr. Ich hab aber auch gehört (es war ja etwa ein halbes Jahr), dass vor allem ich meinen Ton noch verbessern musste. Nun entscheide ich mich nach einem halben oder einem Jahr für ein Instrument, weil es meinem Geschmack im Moment besser entspricht - bin dabei aber noch voll in der Entwicklung. Dann entwickelt sich mein Klang weiter, und wer sagt, dass dann die Entscheidung immer noch richtig oder überhaupt wichtig war? Hab ich ja auch neulich gemerkt: hab mein Dolnet gegen ein Amati getestet. Beim ersten Anspielen - was für ein Unterschied! Nach ein paarmal wechseln - hm, was war da vorhin noch so unterschiedlich? Ich hatte mich auf die beiden Instrumente eingestellt und spielte sie unbewusst auf gleichen Klang. Und keines von beiden kam mir in dieser Hinsicht "schwieriger" vor.
    Vielleicht bin ich ja ungewöhnlich flexibel...

    Sowas sollte eine erfahrene Begleitung beim Anspielen aber merken...

    Das muss ich als Anfänger sowieso, z.B. gegenüber dem Lehrer. Der erzählt mir, ich müsse dies und jenes tun, und ich hab keinerlei Möglichkeit zu beurteilen, ob das auch auf mich zutrifft...
    Wie gesagt, die Urteile meiner Lehrerin über die Alts haben sich als zutreffender herausgestellt als meine Urteile - und da spielte ich schon ein gutes halbes Jahr.

    Ideal wäre, wenn man gleich als Profi anfinge...:rolleyes:
     
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  3. saxhornet

    saxhornet Experte

    Wenn sie zwischen solchen Hörnern wählen würden, wäre die Problematik doch eigentlich keine. Es gibt aber zig Hörner, die halt sehr preiswert sind, auf denen man sicherlich auch spielen kann, die aber doch dem Spieler das Leben etwas schwerer gestalten als nötig, weil irgendwelche Kopplungen fehlen, Mechanik nicht ordentlich ist, das Horn kaum zum decken zu kriegen ist und sich schnell verstellt oder wo die Ansprache trotz Arbeit des Instrumentenbauers einfach nicht gut ist. Preislich also weit unter einem einfachen Yamaha.

    Wir reden komplett aneinander vorbei. Mir geht es wirklich um so manches preiswerte Misthorn, das dem Spieler das Leben schwer machen kann, nicht von einem Horn in der Klasse eines Saxophons von Yamaha. Und die Pingeligkeit von Profis wirst Du in etlichen Jahren auch noch verstehen, die ist aber für Anfänger gar nicht relevant und von der Preisklasse und Klasse von Hörnern rede ich nicht.

    Das ist das Problem, er gewöhnt sich nicht immer dran, denn nicht alle haben die gleiche Ergonomie, für manche Hände gehen bestimmte Dinge einfach nicht vernünftig oder führen zu Problemen bzw. kann auch zu Haltungsproblemen führen.

    Ich spiele seit vielen Jahren das gleiche Horn (ob Alto oder Tenor), ich teste viel und kaufe halt nicht. Ich teste weil es mich interessiert, nicht weil ich suche. Und natürlich ist es sinnvoll so viel wie möglich aus einem Horn erstmal rauszuholen, wenn Du erstmal ein ordentliches hast, das sehe ich genauso und ich halte überhaupt nichts davon wenn Jemand dauernd die Hörner wechselt. Die Voraussetzung ist halt, daß es ein ordentliches Horn auch ist und das ist nicht immer gegeben. Ich habe Schüler, die kommen zu mir und haben schon ein Horn selber gekauft oder von einer Schule gekauft oder gemietet und Du glaubst gar nicht was das für Krücken sind und wie erstaunt die dann sind, wenn sie nur mal in ein simples Yamaha 280er Horn blasen wie viel leichter vieles plötzlich geht und Dinge funktionieren, die vorher undenkbar waren.

    LG Saxhornet
     
  4. saxhornet

    saxhornet Experte

    Man kann auf jedem Horn lernen, es macht aber nicht immer sinn und manche Hörner machen einem Spieler das Leben deutlich schwerer als nötig und das muss nicht sein und nimmt Spaß am Spielen, muss deswegen ja kein superteures xy Horn sein.

    Wohrer sollen Anfänger das denn wissen was sie wie wählen sollen?

    Lg Saxhornet
     
  5. saxhornet

    saxhornet Experte

    Was ist für Dich ein normal spielbares Horn? Für mich ist das kein Horn, das trotz Deckung eine schlechte Ansprache hat, in der Ergonomie nicht zum Spieler passt oder wo der Blaswiderstand nicht stimmt. Das sind auch für Anfänger relevante Fakten und ich kann mich gerne wiederholen, mir geht es nicht um das ideal Horn, sondern eins, das für den Spieler gut nutzbar ist, zu ihm passt und ihm möglichst keine Hindernisse in den Weg legt. Es geht nicht um teurer sonstwas Saxe.


    Nicht alle Menschen sind gleich was die Hände angeht und das kann sich sehr stark auswirken, da fehlt Dir aber die Erfahrung weil Du halt nicht unterrichtest und einfach nicht genug Fälle kennst.




    Ja aber oft gehen Leute allein los oder kaufen eins von einer Schule oder lassen sich was aufquatschen oder gehen mit Jemand los, der nicht über ausreichend Erfahrung verfügt.

    LG Saxhornet
     
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  6. Rick

    Rick Experte

    Hallo Florian!

    Absolut richtig - was ich an Hörnern, die das Leben schwerer machten, mitbekommen habe, habe ich ja beschrieben.

    Ach ja, einer fällt mir noch ein, dem hat seine Tante ein billiges Taiwan-Tenor geschenkt, das er 10 Jahre auf dem Dachboden lagerte, sodass es anfangs unspielbar war. Musste überholt werden, doch selbst dann hatte er noch große Probleme mit Ansatz und Ansprache. Seine Ehefrau, gelernte Klarinettistin, übernahm das Sax - und hatte keinerlei Schwierigkeiten. So unterschiedlich können Menschen sein.

    Abgesehen davon kamen jedoch deutlich über 90 % aller Schüler mit ihren (überwiegend selbst erworbenen) Saxofonen klar.

    Mag ja auch Zufall sein, denn dabei waren etwa keine mit Schul-Leihinstrumenten wie von Dir erwähnt, doch als sehr problematisch, gar gefährlich sehe ich einen Kauf (oder eben Miete) bei einem Musikgeschäft mit gutem Ruf nicht. Die werden da schon im eigenen Interesse keinen Schrott haben, so kenne ich das jedenfalls, und ob's einem ergonomisch passt, muss man eben ausprobieren. ;)

    Das schief hängende Tenor-Sax wurde von dem Schüler durchaus gleich als unangenehm empfunden, doch er wollte unbedingt ein deutsches Fabrikat und es hat ihn einfach angesprochen. Das geschah aber nicht im Laden, sondern bei einem Privatverkauf, der Vorbesitzer muss ihn da über den Tisch gezogen haben (ich war nicht dabei, er kam erst später zu mir).
    Die Vintage-Käufer suchten vor allem ein preisgünstiges Horn, das ihnen auch äußerlich gefiel, sicher spielte da auch noch "früher war alles wenigstens Qualitätsarbeit und noch kein Fernost-Müll" mit rein. Ha, ha, ha... :roll:
    Ebenfalls Privatverkäufe, wovon ich unerfahrenen Einsteigern OHNE kompetente Begleitung absolut abrate!


    Schöne Grüße,
    Rick
     
    Zuletzt bearbeitet: 15.Oktober.2015
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  7. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Das sollte eine erfahrene Begleitung doch aussortieren können.

    Siehe oben.

    Da sind wir uns einig. Schlechte Ansprache und Blaswiderstand sollte eine erfahrene Begleitung beurteilen können. Ergonomie könnte auch der Begleitperson auffallen, wenn sich der Anfänger irgendwie komisch hinstellt/ hält. Wohl speziell bei den "klein-Finger-Tönen", wenn ich das einmal so nennen darf, kann man mal genauer hinschauen, oder dass die palm keys links im Weg sind. Das g' wird ansonsten wohl selten ein Problem sein...

    Das jemand mit Erfahrung dabei sein sollte, wurde von Beginn an thematisiert und auch zwischendurch immer wieder betont.
     
  8. Gelöschtes Mitglied 1142

    Gelöschtes Mitglied 1142 Guest

    Mein Senf dazu: Ich spiele jetzt seit ca. 10 Jahren. Okay, da waren auch immer mal wieder ein paar Pausen von mehreren Monaten dazwischen.
    Seit ein paar Wochen nehme ich wieder Unterricht. Und bin froh, dass ich einen studierten Saxophonlehrer gefunden habe, der mein Equipment und mein Spiel aus Sicht des erfahrenen Fachmanns beobachten kann.

    Der sieht und hört eben Dinge, die ich auch nach 10 Jahren nicht oder anders wahrnehme. Und wenn wir dann darüber diskutieren, kommt es häufig vor, dass ich mich seiner Meinung anschließe.

    Spannend dabei finde ich, dass ich mich als totaler Anfänger gegen solche "Einmischungen" und "Belehrungen" von außen vehement gesträubt habe.
    Schließlich bin ich ja sooooooooooooooo erwachsen, erfolgreich im Beruf und überhaupt.

    Nach 10 Jahren weiß ich, dass ich nicht viel weiß und nicht viel kann.
    Bei allen anderen mag das natürlich völlig anders sein.

    LG Bernd
     
  9. Roland

    Roland Gehört zum Inventar

    Moin!

    Was der Anfänger braucht, ist ein Sax das funktioniert. Wo der Anfänger sicher sein kann, wenn etwas nicht funktioniert, liegt es an ihm und nicht am Horn. Nur dann kann die Feedbackschleife des Lernens anständig funktionieren. Und wo der Anfänger nicht anfängt, Mängel des Horns zu kompensieren.

    Alles, was diese Feedbackschleife stört, hemmt den Lernerfolg.

    Als erfahrener Spieler kann man mehr kompensieren und ist sich i.A. sicher, auf welcher Seite (vor oder hinter dem Horn) ein Problem oder eine Merkwürdigkeit, die es zu kompensieren gilt, liegt.


    Ich habe mal beim örtlichen Instrumentalienhändler ein Sopran in die Hand genommen, bei dem einige Klappen nur mit brutaler Fingergewalt bedienen ließen, andere fielen von selbst zu, wenn man das Instrument etwas drehte, Ansprache und Intonation hatten Optimierungspotential. Kommentar des Händlers: "Ist ja auch für Anfänger gedacht". Aua, wie soll der Anfänger darauf anständig lernen? Ja, es war billig, aber nicht anfängerkompatibel und ich kann nur jeden bedauern, der auf solch einer Gurke zu lernen anfängt.


    Grüße
    Roland
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.Oktober.2015
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  10. GelöschtesMitglied4288

    GelöschtesMitglied4288 Guest

    Da unterrichtet Cornelius Held, absolut empfehlenswerter Lehrer!
     
  11. saxhornet

    saxhornet Experte

    Theoretisch sollte das so sein. Aber wenn Du die Person noch nicht kennst, lässt sich das schwer beurteilen und dann bist Du froh, wenn Du selber einfach auch schon ein bisschen was selber feststellen und nachvollziehen kannst oder, wenn es der Lehrer ist, schon Vertrauen zu ihm aufbauen konntest und nicht komplett ohne eigene Erfahrung Dich nur auf Jemand anderen verlassen musst.

    Ansprache kann für einen Anfänger ein ganz anderes Problem sein als für einen erfahrenen Spieler und Blaswiderstand ist primär eine Frage des Geschmacks. Nicht alle Hörner lassen gleich viel Luft durch. Ist man eher ein starker Bläser, mit mehr Druck, kann sich so ein Widerstand ganz anders anfühlen, als wenn Du mit viel weniger Kraft bläst. Dadurch kann es aber sein daß zwei Personen ein Horn ganz unterschiedliche beurteilen, für den einen kommt es nicht in Frage weil er seine Luft gar nicht reinbekommt und es sich vielleicht unangenehm anfühlt für den anderen ist es aber ideal. Es gibt auch Hörner, da kann es sogar von Nachteil sein wenn Du zu viel Luft reingibst und da "bricht" dann schnell der Ton. Es ist schwer zu beurteilen für einen Aussenstehenden welcher Blastyp die andere Person ist.
    Und gerade was die Ergonomie angeht, muss sich Jemand gut auskennen, damit er weiss worauf er alles achten muss und wie sich das beim Gegenüber zeigt. Je mehr Jemand selber aber schon an Erfahrung gesammelt hat, desto mehr weiss er selber zusätzlich worauf er da achten muss und wie es sich anfühlt und kann schnell auch zusätzlich darauf noch aufmerksam wenn es drückt oder nicht passt, nicht immer sieht man alles. Wegen dem G, auch bei den Abständen und Platzierung der Fingerauflagen zueinander gibt es mitunter sehr grosse Unterschiede und das kann sich dann für Spieler mit kurzen Fingern bemerkbar machen, genauso wie die Klappenaufgänge. Es ist halt nicht alles immer so leicht und easy wie getan wird. Klar ist auch daß nach einem halben Jahr oder sogar nach einem Jahr, ein Horn nicht so gut beurteilt werden kann wie ein Profi oder Jemand allein losziehen sollte bzw. sich allein das ideale Horn suchen kann aber jede Erfahrung ist besser als keine.

    Ja aber wenn Du die Person nicht kennst, musst Du da sehr viel Vertrauen aufbringen. Dann gibt es keine Garantie, daß diese Person sich auch wirklich auskennt und weiss worauf sie achten muss. Ich kenne leider auch Lehrer, die keine Ahnung haben und schlecht beraten.
    Ich bleibe bei meiner Meinung, daß es vorteilhaft ist, wenn Jemand zumindest schon ein halbes Jahr intensiv gespielt hat, bevor er sich ein Sax kaufen will, weil er dann weniger passiv bei der Angelegenheit ist und mehr nachvollziehen kann. Wenn Jemand viel Geld hat ist es aber eh wurscht, dann kann er sich jederzeit eine neue passende Kanne kaufen.

    LG Saxhornet
     
  12. saxhornet

    saxhornet Experte

    +1 Genau darum geht es und deswegen ist auch nicht egal auf was für einem Horn man lernt am Anfang.

    LG Saxhornet
     
  13. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Du findest immer wieder eine Ausflucht...

    Freilich wird ein erfahrener Spieler eine schlechte Ansprache besser kompensieren können, aber er sollte zugleich auch eine gute Ansprache erkennen können, oder?

    Und da kann einer nach einem halben bis einem Jahr, mitten in der Entwicklung, sicher feststellen, was gut für ihn ist... jaaa jaaa...

    Ich war heute in einem Musikfachgeschäft, weil ich mir ein neues Blatt gekauft habe (ja, ein ganzes! ;)), und der hat Selmer, Keilwerth, Yamaha und Jupiter, soweit ich gesehen habe. Du bringst mich noch dazu, mal dort zu fragen, ob ich von jeder Marke eines mal in die Hand nehmen darf, um zu sehen, wie unterschiedlich die zu greifen sind. Meine Prognose: die Unterschiede werden nicht die Welt sein... und irgendwelche billig-Exoten wollen wir ja sowieso ausschließen. Obwohl... ich hab hier ein C.Giant (=Aldi-Sax) rumliegen (ganz billig erwischtes Reserve-Sax, für wenn das richtige Sax beim Service ist), habs jetzt mal ausgepackt, greift sich für mich bei den meisten Drückern auch nicht spürbar anders als mein Hohner mit "alter" Applikatur. Bissl mehr Federkraft, und der Oktavdrücker ist halt anders angeordnet, und die tief-B-Klappe am Tisch finde ich bei der "modernen" Anordnung schwerer erreichbar, das werden aber alle neuen Saxe gemeinsam haben.

    Hier redet keiner von "leicht und easy"

    Nicht unbedingt, sie kann auch in falscher Sicherheit wiegen... "ich bin ja schon sooo weit, jetzt weiß ich, wo es lang geht, und das Problem liegt jetzt aber schon beim Horn und nicht bei mir..."

    Da spricht man ja eh nicht irgendwen auf der Straße an, ob die Person mitkommen möchte...

    Und wie lange muss man jetzt noch die Person kennen, um beurteilen zu können, ob sie Saxophone beurteilen kann? Welche Ausbildung brauch ich, und wie lange?
    Wer beurteilt überhaupt, ob eine Person Saxe beurteilen kann? Und woher weiß ich, dass diese Person Personen beurteilen kann? :rolleyes:

    Klar ist jede Erfahrung, die man hat, im gegebenen Zusammenhang von Vorteil. Das heißt aber nicht, dass man als Anfänger (mit Hilfe eines Erfahrenen) nicht zu einem vernünftigen Horn kommen kann.
     
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  14. Nishtha

    Nishtha Nicht zu schüchtern zum Reden

    Danke für all die guten Ratschläge und ihr dürft gerne weiter über Meinungsverschiedenheiten diskutieren.
    Da möchte ich mich gar nicht in die Schusslinie zwischen stelle ;)

    Meine Meinung hat sich mittlerweile gebildet und dabei habt ihr sehr geholfen.
    Ich lass euch gerne nächste Woche mehr wissen. :)
     
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  15. saxhornet

    saxhornet Experte

    Du verstehst lediglich nicht was ich sagen will ist mein Eindruck.

    Er sollte beurteilen können, ob diese normal ist oder nicht. Ein absoluter Anfänger kann aber gar nicht sagen ob das normal ist oder eine Verzögerung an ihm liegt. Was nützt es Dir, wenn Du z.B. die tiefen Töne gar nicht rausbekommst, dein Begleiter aber schon. Viele glauben dann trotzdem daß es eher am Horn als an Ihnen liegt. Ist etwas mehr Erfahrung da wie sich eine gut Ansprache anfühlt und was man auch dafür machen muss (die Zungenstellung kann bei den tiefen Tönen dabei einen grossen Einfluss haben), denn der Spieler hat darauf ja durchaus Einfluss, wird dem Spieler besser klar, ob es am Horn oder an ihm liegt und wie sich die Unterschiede zwischen unterschiedlichen Hörnern darstellen. Es geht darum nicht einer anderen Person und deren Urteil in allen Punkten ausgeliefert zu sein, sondern auch mit den eigenen beschränkten Möglichkeiten aber möglichst viel selber nachvollziehen und verstehen zu können. Das macht einen immer noch nicht zum erfahrenen Hornchecker aber es kann trotzdem einen Unterschied machen und wenn es nur in dem Punkt ist, daß der Anfänger sich bei der Suche beteiligt fühlt und nicht Jemand anderer einfach ein Horn für ihn aussucht.

    Das hängt davon ab, wieviel Jemand übt. Es geht auch gar nicht darum zu erkennen was perfekt oder das optimalste für ihn ist, sondern darum die Unterschiede eher wahrzunehmen und was eher vom Horn und was eher vom Spieler vielleicht kommen könnte. Hast Du kaum gespielt musst Du Dich vollkommen auf die Eindrücke der Begleitperson verlassen, je mehr Du selber schon an Erfahrung gesammelt hast, kannst Du diese eher nachvollziehen und eventuell auch die eigenen Eindrücke anders wahrnehmen, das kann sich auf die Wahl eines Horns dann auch auswirken. Kann man das vollkommen verallgemeinern mit dem halben Jahr, Nein. Aber Jemand, der fleissig geübt hat, bei einem guten Lehrer, der weiss was man am Anfang vermitteln sollte, nimmt auch nach so einer Zeit Unterschiede anders wahr, als wenn sie es nicht gelernt oder geübt haben. Werden sie es perfekt beurteilen können? Nein. Aber das habe ich nicht gesagt, ich sagte: es macht einen Unterschied und kann dazu führen, daß sie selber bessere Chancen haben mit Hilfe einer erfahrenen Person ein für sie gutes Horn zu finden und eventuell auch absolute Krücken zu vermeiden. Auch versucht nicht jeder Laden Dir immer das für Dich beste zu verkaufen.

    Mach das mal, Du solltest aber noch viel mehr Firmen in betracht ziehen, denn deine genannten liegen meist gut in der Hand (bei Keilwerth gibt es einige ältere Modelle, da kann es schon Probleme geben). Unterschiede solltest Du trotzdem wahrnehmen, in mehrerer Hinsicht. Nur kannst Du es nur aus deiner Sicht mit deiner Hand beurteilen, wenn es um die Ergonomie geht, für eine andere Person fallen die Ergebnisse anders aus. Die neueren Hörner sind in diesem Punkt besser als viele alte Saxophone, wobei ich Schüler habe, die sich auch da einiges haben umbauen lassen, damit es angenehmer ist. Allerdings kann ich nicht beurteilen, wie gut dein Unterricht und Du als Schüler bist und was Du geübt hast, was durchaus einen Einfluss darauf hat wie gut man Unterschiede wahrnimmt. Ich versuch meinen Schülern im Normalfall da schon so viel zu vermitteln, daß sie Unterschiede wahrnehmen, zum Profihornchecker werden sie natürlich dadurch noch nicht aber sie können eher nachvollziehen wenn ich was über ein Saxophon sage und können dem anders nachspüren, wenn sie das gleiche Horn ausprobieren.

    Warum welche ausschliessen, es macht schon einen Unterschied, auch nicht alle B&S Saxe spielen sich gleich oder liegen gleich gut oder schlecht in der Hand. Ich könnte zig Firmen nennen, wo es zu zig verschiedenen Problemen kommen kann. Manches kann wirklich ein generelles Problem sein, anderes ist abhängig vom Spieler und womit er sich wohlfühlt oder wie es gebaut ist (z.B. Handgrösse). Ich hatte z.B. in diesem Jahr ein schönes Amati/Keilwerth angeboten bekommen, das wäre für mich spielbar gewesen, sowohl klanglich als auch vom Spielgefühl als auch mit etwas mehr Kraft als ich bevorzuge auch von der Ergonomie (der Bereiche für den kleinen Finger und die tiefen Töne lag grifftechnisch ungünstig für Jemanden mit kürzeren Fingern). Nicht teuer, ordentlicher Klang, trotzdem hätte ich es keinem Schüler empfohlen, weil es einen unerfahrenen Spieler sowohl spieltechnisch als auch ergonomisch vor Probleme hätte stellen können, die ich als erfahrener Spieler im Griff habe aber ein Anfänger nicht. Kann der Spieler gar nicht spielen, kann er es nicht beurteilen, der Laden hat es zurecht als ein gutes Horn beschrieben aber in meinen Augen für Anfänger ungeeignet, weil es Ihnen das Leben schwerer macht. Mit etwas Erfahrung und Wissen worauf man achten soll, wüsste auch ein Anfänger, daß dieses Horn für ihn nicht das richtige ist und das nicht nur allein deswegen, weil ich es ihm sage.

    Gerade der Oktavdrücker auf der "falschen" Seit kann Probleme bereiten, das hatten wir schon ein paar mal als Thema im Forum. Links ist er eher für einen Klarinettengriff ausgelegt, das kann ergonomisch für einige Spieler belastend sein, andere stört das nicht. Die moderne Anordnung von tief B auf vielen aktuellen modernen Hörnern ist deutlich besser für die Mehrheit der Spieler, rein ergonomisch als bei einigen Vintagekannen, zumindest was die Erreichbarkeit mit den Fingern angeht, auch bei unterschiedlichen Handgrössen heutzutage. Es gibt Vintagekannen, da hast Du mit bestimmten Handgrössen keine Chance ohne Verrenkung an bestimmte tiefe Töne ranzukommen mit den Fingern.

    dann hat aber der Lehrer versagt. Es geht darum , daß man mehr wahrnimmt und selber die Dinge mehr nachvollziehen kann, als wenn man so gut wie gar nicht bis jetzt gespielt hat.

    Nicht jeder vertraut seinem Lehrer, wenn er nur eine Stunde bei ihm gehabt hat. Und selbst wenn Du auf Leute aus dem Forum zurückgreifst, woher weisst Du, daß Du Dich wirklich auf deren Urteil verlassen kannst und wie viel Erfahrung die schon haben? Für mich macht es einen Unterschied, ob ich Jemanden schon über eine kurze Zeit etwas kennenlernen konnte oder sie mir komplett fremd ist. Manche Vertrauen schneller, andere nicht.

    Das habe ich nicht geschrieben, ich sagte, daß es von Vorteil sein kann schon etwas Erfahrung gesammelt zu haben, im Vergleich dazu wenn man noch gar nicht oder noch kaum spielen kann und das daß bei der Suche mit Hilfe einen positiven Unterschied machen kann.


    Visir, man sollte sich schon Mühe geben zu verstehen was Jemand sagen will, zur Not kann man nachfragen oder wenn man Jemanden falsch versteht, kann die Person die falsch verstanden worden ist das dann klarstellen.
    Das ganze sollte aber ohne Versuche von Sticheleien laufen, sonst geht es nicht um eine Diskussion, sondern um etwas anderes, nämlich daß man ein Problem mit Jemanden hat. Im Rahmen unserer Forumskultur ist so eine Art der Kommunikation nicht hilfreich und führt meist zu Problemen, die dann wieder ein Moderator oder hunderte von PN's lösen dürfen.

    Ich denke insgesamt ist Dir nicht klargeworden was ich sagen oder rüberbringen wollte, ob nun absichtlich, aus Versehen oder ob Du einfach nur pubertär sticheln wolltest kann ich nicht sagen. Vielleicht fehlten mir auch die Worte um es genau Dir schriftlich möglichst einfach und klar verständlich zu machen was ich sagen wollte.

    Wenn Du ein Problem mit mir hast, benutz doch bitte einfach den Ignorierbutton, ansonsten hoffe ich zukünftig auf eine bessere Diskussionkultur mit Dir.

    LG Saxhornet
     
  16. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Ich glaube schon, dass ich verstehe, was Du meinst, ich bin nur anderer Meinung - und dass man das zurecht sein kann, scheinst Du nicht zu verstehen.

    Ansprache-Beurteilung durch wen Erfahrenen:
    darum geht es doch, oder? Dann braucht der Anfänger das nicht mehr beurteilen zu können. Und ob man das mit "ein bisschen Erfahrung" dann verlässlich beurteilen kann... wie gut tiefe Töne ansprechen ist ja dann auch noch eine Mundstück-Blatt-Kombinationsfrage... also nimmt man sowieso wen Erfahrenen mit, und der sollte das dann sowieso können.

    Da gehts aber dann nicht mehr um Sachkriterien, denn nach wie vor bin ich der Meinung, dass das Urteil eines Erfahrenen - wenn er denn halbwegs reflektiert herangeht und nicht ein "nur-meins-ist-die-Wahrheit"-Typ ist (was man sehr schnell herausfinden kann) - auch dem Urteil eines nicht-mehr-ganz-Anfängers (und diese Phase habe ich gerade durchlaufen) überlegen ist.
    Wenn ich Anfänger bin und ein Horn kaufen will (weil klar ist, dass ich dabei bleibe - auf welcher Grundlage auch immer), bin ich mir wenigstens im Klaren, dass ich keinen Tau davon habe und bin froh über Expertenrat. Da hab ich auch noch gar keine großen Anforderungen, die vielleicht in ein paar Jahren relevant werden - da muss es einfach nur "funktionieren".

    Und ich meine, dass man das auch nach einem halben bis einem Jahr noch nicht ausreichend beurteilen kann. Wie gesagt, bei mir ist das noch nicht allzu lange her (ich spiele jetzt knapp 1,5 Jahre, übe nahezu täglich, und meine Lehrerin ist mit meinem Fortschritt sehr zufrieden - ich sollte den von Dir empfohlenen mindest-Entwicklungsstand also schon überschritten haben), und ich weiß, dass meine Urteile da noch wenig Relevanz hatten. Zumal da auch noch gar nicht absehbar war (und möglicherweise immer noch nicht ist), in welche Richtung ich mich entwickeln werde - bezüglich Ton und Geschmack gleichermaßen.

    Ja, ich nahm auch nach einem halben Jahr Unterschiede wahr. War mein Urteil deshalb brauchbar? Nein. Das meiner Lehrerin hat sich als richtiger herausgestellt. Bzw. beurteile ich Unterschiede heute schon wieder anders.

    mehr hat der Laden nicht...

    das meinte ich - wenn man was halbwegs vernünftiges nimmt...

    mein ST90 II Alt liegt (mir) auch gut in der Hand...

    Soll sein, aber wieviel Relevanz haben sie? Jetzt mal von besonders großen/ kleinen Händen, ... abgesehen.

    Ist auch die Frage, wieweit es um Notwendigkeiten oder Komfort geht...

    Gretchenfrage: ist es denn wünschenswert, besonders sensibel auf Unterschiede zu sein, nämlich bezüglich Ergonomie? Lebt es sich da nicht mit einer gewissen Toleranz besser?

    Klangliche Unterschiede sind freilich eine andere Frage... wobei da meine Lehrerin in Theorie und Praxis auch eher einen anderen Standpunkt hat (den sie mir ausdrücklich nicht aufzwingen will - ist halt ihre Sicht): man entwickelt und findet seinen Ton, und das Material kann unterstützen oder hindern, aber den Ton muss man immer selbst machen. Und sie klingt auch auf verschiedenen Kombinationen tatsächlich kaum anders...
    Wie auch ich, glaube sogar in diesem Thema, geschrieben habe: wie ich das Amati und das Dolnet verglichen habe, und die Unterschiede von Wechsel zu Wechsel geringer wurden, weil ich mich wohl einfach auf die Instrumente einstellte - und ohne, dass mir eines davon unangenehmer vorkam!
    Unterschiede - ja, sind da, höre ich. Welche Rolle sie spielen, steht auf einem anderen Blatt... und da sind wir halt auch verschiedener Meinung.

    Ich dachte, dass wir uns wenigstens darüber einig wären, die schlimmsten Krücken auszuschließen...

    Da rede ich von Vintage-Applikatur, und die kriegt man wohl eh nicht mehr neu - ist für dieses Thema also irrelevant.

    Noch einmal etwas weniger polemisch formuliert: wann weiß ich, dass ich jemand vertrauen kann? Wenn ich dessen Wissen und Einstellung beurteilen könnte, bräuchte ich ihn eh nicht...

    Ich auch. Ich finde nur, dass der Vorteil nicht ausreichend Grund ist, ein halbes Jahr oder Jahr zu warten (und währenddessen Geld für Miete auszugeben, das dann weg ist), wenn man sowieso vorhat, eines zu kaufen.

    schau mal in den Spiegel.
     
  17. claptrane

    claptrane Strebt nach Höherem

    ganz schön kompliziert, das aussuchen.
    gut das ich das alles damals noch nicht wusste, dann hätte ich bestimmt heute noch kein Sax.
    Ich bin in einen Laden gegangen wo der Verkäufer die Saxophone anspielen konnte und hab das genommen was klang und Budget am besten vereint hat, war damals ein yanagisawa 901 .
    zum Glück gab es damals noch die D Mark ;)
     
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  18. noodles

    noodles Ist fast schon zuhause hier

    Wobei betont werden muss, dass wir übereingekommen sind, dass man sich mit einem niedrigen Bildungsstand sehr wohl von Namen und Ruf beeinflussen lassen darf.

    Meine Erfahrung beim Unterrichten ist folgende: Die Qualität meiner Schüler verläuft proportional zu der Höhe der Investition, die Sie beim Kauf eines Instruments ausgeben, je teurer desto besser der Schüler. Dies gilt bedingt bei Erwachsenen, aber vor allem bei sehr jungen Spielern, wo noch Papi das Budget bestimmt. Deshalb rate ich als Lehrer zunächst einmal dazu, viel Geld auszugeben. Die Qualität des Horns kriegt man mit einem ordentlichen Musikhaus im Rücken dann schon in den Griff.

    LG noodles
     
  19. Nishtha

    Nishtha Nicht zu schüchtern zum Reden

    Und die Suche einer geeigneten Musikschule geht weiter :(
    Heute hatte ich auch kein Sax in der Hand, obwohl es vereinbart war.

    Ist es eigentlich üblich das manche Musikschulen Preisunterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern machen?
    Hier gibt es eine in meiner direkten nähe, da zahlt man für Einzelunterricht 30 Minuten/Woche als Kind um die 80€ im Monat, als Erwachsener um die 120€ im Monat.
    Findet ihr das gerechtfertigt?

    Und mit dieser Musikschule, die ich recht teuer empfinde und die heutige die ich abhacken kann...bleiben um Umkreis von 30 Minuten Autofahrt keine Alternative über :(
    Bin schon wirklich am Überlegen was es für Alternativen gibt, vielleicht Musikstudenten die Saxophon spielen können?
    Fällt Euch etwas dazu ein?
     
  20. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    @Nishtha

    Warum soll das nicht gerechtfertigt sein für Kinder weniger zu nehmen? Entlastet Familien...gibt es vielen anderen Stellen auch.

    Der Preis der Musikschule scheint ja marktgerecht zu sein, sonst könnten sie ihn nicht aufrufen....

    CzG

    Dreas
     
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