An die "Spätberufenen"...warum habt ihr so lange gewartet? Wie hat die Musik euer Leben verändert?

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Gelöschtes Mitglied 5328, 21.August.2015.

  1. deraltemann

    deraltemann Strebt nach Höherem

    ich habe nicht gewartet... und treffe jetzt Menschen die ich früher nie getroffen hätte :pigeon:
    ansonsten nur mehr Stress:woot: ich muss jetzt mal üben:singing::muted:
     
  2. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Wow!...Tolle Geschichten....Musik belebt...befreit...findet Freunde...macht GLÜCKLICH!!!!

    Meine fehlt ja auch noch....

    Mit 12 habe ich 1,5 Jahre Klavier und Akkordeon angefangen...meinen Eltern war das wichtig...eigentlich hat es mir auch Spass gemacht...aber ich durfte NIE spielen was mir Spass gemacht hätte...Pop, Rock....nein nur Etüden und Beethoven...(ich mag heute Beethoven)

    Irgendwann hat dann meine "Lehrerin" meinen Eltern beigebracht, dass ich unmusikalisch wäre....

    DAS habe ich mir gemerkt...mich jahrzehnte lang nicht getraut ein Instrument in die Hand zu nehmen....obwohl ich immer dran dachte und auch schon in den 80zigern viel Jazz gehört habe...

    Dann zum 50igsten das Sax von meiner Exfrau geschenkt bekommen...blöd nur, dass sie nicht glaubte, dass ich das SO ernst nehmen werde...

    Gut, gab einige unerfreuliche Wendungen, auch beruflich, schwere Krise...Firma weg, Geld weg, Frau weg...einiges kann man hier auch noch finden, worauf ich nun gar nicht stolz bin...
    aber manchmal reist's einem den Boden schneller unter den Füßen weg, als man für möglich hält...

    Die MUSIK...,das SAXOPHON...ja auch das FORUM und seine NENSCHEN...also die meisten...sowie viele treue FREUNDE haben mich durch die schlimmste Krise meinens Lebens gebracht...

    Und heute?

    Im Vergleich zu früher lebe ich bescheiden...(Geld war vor 5 Jahren kein knapper Faktor)...ich kann glücklicherweise, dank einer gütlichen Scheidung, angenehm wohnen....

    ABER...ich vermisse nichts! Ich fühle mich wohl...habe eine neue Liebe...habe mein auskommen....und kann offen mit meiner Geschichte umgehen...das Leben ist bunt und vielfältig...und es gibt keine Garantien...und das ist gut so...

    Und ich habe die MUSIK...., eine BAND....Menschen aus dem Forum...

    Da gibt es, auf andere Art z. B. auch Parellelen mit @bebob99 ...

    Liebe Grüsse,

    Dreas
     
  3. RomBl

    RomBl Guest

    mein "Outing" ... :)

    Ich habe, wie einige andere auch, in früher Jugend mit musikalischer Früherziehung (ab 4) und ab meinem 5. Lebensjahr mit der Blockflöte begonnen. Zum Thema Blockflöte hatte ich in der Folge 15 Jahre Unterricht und habe bis zu meinem 30. Lebensjahr in großen und kleinen Ensembles (von Sopranino bis Sub-Bass, Hauptstimmlage Sopran und Tenor) gespielt.
    Mit 15/16 habe ich das ganze auch in Richtung mittelalterliche Musik ausgebaut und diverse Instrumente wie Schalmei, Krummhorn und Traversflöte (Querflöte in Holzausführung) gespielt.

    Mehrheitlich habe ich vieles, was so flötentechnisch in Renaissance und Barock geschrieben wurde, durch. Es gibt aber auch einiges an moderner Musik für Blockflöte. Leider habe ich nie sehr viel geübt, vermutlich sind daher meine Blattlesekenntnisse gut ausgeprägt. Meine Sax-Lehrerin sagt, dass ich als Kind in einen Topf mit Noten gefallen sein muss - dieser Vergleich trifft es recht gut, auch schon rein optisch ... :D

    Mein Traum war allerdings seit meiner Jugend immer das Saxophon. Da ich in den 70zigern meine Jugend verlebt habe, war natürlich Max Greger ein Vorbild, weil auch meine Eltern immer die Shows im Fernsehen geschaut habe, wo er (neben Strasser, Kuhn etc.) mit Big Band aufgetreten ist. Und Saxophon war halt einfach ein cooles Instrument, Blockflöte da eher nicht. Meine Eltern haben mir aber da einen Strich durch die Rechnung gemacht, Lehrer waren auf dem flachen Land auch nicht zu finden und ich bliebt bei der Blockflöte.

    Zwischen dem 30. und 47. Lebensjahr habe ich musiktechnisch gar nichts gemacht (hauptsächlich aus Zeitgründen, ich habe damals viel gearbeitet), wofür ich mir jetzt noch in den Hintern beissen könnte. Aber man kann die Zeit nicht zurückdrehen.

    Vor knapp 3 Jahren war es dann soweit. Ich hatte mir die Live-LP "Vans Joint" von Bill Evans mit WDR-Big Band gekauft, reingehört und kurzum entschlossen, ab jetzt Saxophon zu spielen. Seitdem bin ich nun mit Fleiß dabei. Für mich ist die Beschäftigung mit der Musik (Jazz ist ja was neues für mich, wobei es viele Parallelen zur alten Musik gibt, in der ich lange Zeit zu Hause war) ein perfekter Ausgleich zum meinem Berufsleben, weil ich beim Sax-Spielen voll in der Musik versinke und prima abschalten und entspannen kann. Ich versuche es einzurichten, mind. 1 Stunde am Tag zu üben, was ich auch durchhalte, außer wenn ich auswärts unterwegs bin. Am Wochenende spiele ich meist noch länger. Ich denke auch, dass ich sehr diszipliniert übe, da ich wenig rumdabbel und mich auf die wesentlichen Dinge konzentriere. Tonleiterübungen durchzujuckeln macht mir ebenso Spaß wie ein Stück zu spielen.

    Ich würde sagen, dass kein anderes Hobby mich so nachhaltig beeinflußt hat wie die Beschäftigung mit dem Sax und mit dem Jazz selber. Ich gehe darin voll auf und sauge alles gierig auf, was mir vor die Flinte kommt (meine Lehrerin bekommt das durch ständige mail-Fragen auch zu spüren ... :)). In so fern ist das Saxophon ein echter Zugewinn in meinem Leben.

    Liebe Grüße
    Roman
     
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  4. hanjo

    hanjo Strebt nach Höherem

    Hallo Andreas,

    he, hört sich für mich so bißchen nach Selbstvorwurf an.

    jeder Mensch macht Fehler! Das ist so! Auch Fehler, die im Nachhinein zutiefst bereut werden und oft nicht mehr reparierbar sind. Wichtig ist, jedenfalls für mich, aus meinen Fehlern zu lernen.

    Ich glaube, daß Du charakterlich in Ordnung bist.

    Meine M......

    Gruß
    Hanjo
     
  5. RomBl

    RomBl Guest

    Bill Evans scheint die Inspiration schlechthin für Saxophonwillige zu sein, bei mir war er auch der Auslöser ... :D (siehe # 23)
    Vor ein paar Monaten hat er ein Konzert im A-Trane in Berlin gegeben und ich habe ihm nach dem Konzert gesagt, dass er der Anstoss für meine "Saxkarriere" war, worüber er sich gefreut hat ... :)
     
  6. tomaso

    tomaso Strebt nach Höherem

    Ich brauchte ein bisschen Abstand , es wurden 34 Jahre....:-?

    zeug.JPG
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.August.2015
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  7. EstherGe

    EstherGe Ist fast schon zuhause hier

    :rolleyes:was für Geschichten - tja Späteinsteiger, der Begriff ist ja schon irgendwie kaum zu fassen - wann ist man Späteinsteiger?
    Musik habe ich schon immer geliebt. Als 4 Jährige hatte ich eine Musikkassette, die ich laut meiner Familie wohl den ganzen Tag abnudelte....

    Mein Vater spielte Trompete, meine Mutter Akkordeon (beiden war es nie möglich richtigen Unterricht zu nehmen), soweit es möglich war haben meine drei älteren Geschwister (ich denke meine älteste Schwester nicht) und ich den obligatorischen Flötenunterricht mit gemacht. Mein Bruder und ein meiner älteren Schwestern entschieden sich dann für Gitarre. Ich wollte eigentlich Geige lernen, lernte dann aber Akkordeon - nach vier Jahren weigerte ich mich dann weiter zum Unterricht zu gehen, da der Lehrer leider immer dann ein fürchterliches Stück zum Spielen vorlegte - es war schaurig, sehr klassisch und für eine 13 Jährige fürchterlich. Nebenbei hatte ich schon mit Querflöte angefangen, die ich aber dann irgendwann auch kaum noch anrührte.

    Dann bekam ich von einem Bekannten ein Alt geliehen und probierte mal und es ging ganz gut. Da schon eine Trompete im Hause war und natürlich B Noten, habe ich mich dann mit 18 für ein Tenor entschieden und hatte ein paar Jahre Unterricht, dann kam das Leben.....mein Mann, neue Heimat im schönen Ostfriesland, neue Hobbys, neue Freunde......und ganz wenig Musik. Dann kam wieder das Leben und ein Unfall nahm mir meinen Mann...... dann kam eine Freundin und lud mich zu einem Orchester ein. Da lernte ich dann einen unglaublich guten Musiker kennen, der dieses Orchester leitete. Ich war also Mitte 30 als ich wieder einstiegt.
    Nahm dann wieder Unterricht und stieg in einem neuen Orchester ein, bei dem ich noch bin. Nun versuche ich mich immer wieder zu motivieren, dabei zu bleiben, da das Leben ja wieder soviel angeschleppt hat, das da oft wenig Zeit bleibt. Aber Musik hat mich über vieles hinweggetröstet, slebst gemacht oder nur gehört, es beeinflusst mich einfach immer positiv, auch wenn es in moll geschrieben wurde.
     
  8. stefalt

    stefalt Strebt nach Höherem

    So jetzt melde ich mich auch noch!

    In jungen Jahren wurde ich früh als vollkommen unmusikalisch eingestuft. Trotzdem habe ich es als Teenager nicht lassen können Gitarre zu spielen (für die eine oder andere Rock- / Punk, oder Heavy Metal Band hat es auch gereicht). Dabei habe ich aber auch meine Liebe zur "musikalischen Technik" entdeckt. Bald habe ich zahlreiche E-Gitarren zum Teil umgebaut, oder ganz selbstgebaut oder einfach nur aus Faszination gesammelt und recht oft auch (wieder) verkauft. In der Zeit habe ich auch angefangen für die "größeren" Bands nebenher als Techniker zu arbeiten. Damals habe ich auch das "doch so technische Saxophon" entdeckt (rein optisch) und fand es toll. Das Geld um das mal zu probieren war aber nie da.

    Bald Stand ich mit einem heute noch sehr bekannten deutschen E-Bass Hersteller in Kontakt, bei dem ich als Gitarren/Bass-Bauer anfangen wollte, wenn meine Eltern mich gelassen hätten ....

    Im Rahmen des nachfolgenden Studiums, habe ich die Musik dann fast ganz verloren, bis auf einige Tätigkeiten als Bühnentechniker/Roadie, u.A. eine Tour durchs damals noch hinter dem eisernen Vorhand liegende Ungarn und bis nach Kiew. Das war aber primär um Geld zu verdienen. In der zeit habe ich dann auch Fast alle Gitarren verkauft, darunter eine alte und (heute) seltene Gibson Flying -V (dafür könnte ich mich noch heute in den A... beißen:mad:) Musik war dann nur noch passiv da.

    Erst als meine erste Tochter vor einigen Jahren zur Welt kam habe ich die alte Gitarre -die ich noch hatte- vom Speicher geholt und ihr Kinderlieder vorgespielt/gesungen. Als dann beim Ramsch-Diskounter eine Billigst-Sax in Prospekt war, vile mir das Saxophon wieder ein. Was, so billig gibt es die heute schon??!:eek:

    Ich habe mich dann erkundigt und das Dinge natürlich nicht gekauft, Vielmehr ist es eine etwas mehr als doppelt so teures vom Großen T geworden, das für den Anfang auch echt ausreichend war. Heute hat mich der Virus weider voll gepackt. Gitarre und vor allem Saxophon und Bass gehören heute einfach dazu.

    Das ist einerseits sehr schön und macht viel Laune, andererseits komme ich als Selbstständiger mit Familie und einer Frau die sich nicht so recht für die Musik begeistert, viel weniger zum spielen und üben als ich es gerne täte. Das wiederum macht mir Stress, den ich eigentlich nicht bräuchte, aber was soll's, ich glaube das ist es Wert.

    Beste Grüße
    Stefan .
     
  9. saxolina

    saxolina Strebt nach Höherem

    Ja.
     
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  10. Badener

    Badener Strebt nach Höherem

    Noch ein "Später" meldet sich ;) :

    Geprägt von Rock, Beat(els) und alter Tanzmusik war es damals undenkbar, in einer wohlgesitteten Stadtwohnung an Saxophonspiel zu denken. Das Mitbringen einer Posaune durch meinen Bruder wurde so begrüßt: Weg damit, oder es kommt auf den Hackklotz....
    Wenn dann Jahrzehnte später die Tochter zum Sax greift - dies durchaus nicht gegen elterliche Vorstellungen von Musik -, wirkte dies bald und nachhaltig. Da es erst zu spät ist, wenn der schwarze Kombi mit den getönten Scheiben vor der Tür steht, brauchte immerhin noch vier Jahre, bis ich ein Oldie-Keilwerth kaufte und bar jeglicher Noten- und sonstiger Kenntnisse mit dem Lernmaterial der Tochter loslegte...
    Ein paar Jährchen und Instrumente später ist jetzt alles gut...:)

    Badener
     
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  11. bluefrog

    bluefrog Strebt nach Höherem

    Wenn ich das alles so lese, scheint mir, dass viele als unmusikalisch eingestuft wurden, als sie Kinder oder Jugendliche waren.

    Ich hab das auch als so eine Art schwarzer Pädagogik in der Musik erlebt. Wer keine glockenhelle Knabenstimme hatte, mit dem war nichts anzufangen. Für mich war fast das Schlimmste, jedes Halbjahr für die Musiknote vorsingen zu müssen. Peinlich bis zum Geht-nicht-mehr. Obwohl ich also als unmusikalisch galt, gab es den obligatorischen Klavierunterricht, den ich halt gottergeben hingenommen habe. Heute bin ich froh drum. :)

    Dann wollte ich unbedingt Klarinette lernen, und ich bekam auch eine. Das hab ich mir autodidaktisch so weit beigbracht, dass ich im Schulorchester mitspielen konnte. Dazu kam dann ein erstes selbstverdientes Altsax. Dann Studium und die selbstgemachte Musik war wieder vorbei.

    Ich hab dann nur immer wieder mal die Klari rausgeholt, um mit jemandem Blues zu spielen. Das Sax war wieder verkauft.

    Bin also eigentlich kein Späteinsteiger, sondern jemand, der das Musikspielen immer ein bisschen im Hinterkopf hatte. Tatsächlich war es dann eine persönliche Krise (Frau weg), die mich wieder zur Musik gebracht hat. Jetzt füllt sie mich ziemlich aus, habe Zeit als Rentner und merke, dass die wissenschaftliche Arbeit früher auch interessant sein konnte, aber leider auch ziemlich einsam war.

    LG Helmut
     
  12. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Oh das kenn' ich! Dabei habe ich in Erinnerung, dass alle immer meinten "Die Kinder können sooo schön singen. Sing' doch mal für die Tante was!" Das hat mich nachdrücklich geprägt. Vorgeführt wie ein Tanzbär :eek:

    Ich habe dann angefangen absichtlich falsch zu singen. Das kann ich heute noch. Niemand will mich mehr singen hören. :devilish:
    Ohmann, schon die Vorstellung, ich müsste vorne stehen und für irgendwen den Kasper machen... :troll:

    Deshalb spiele ich auch nur zweites Sax und die Vorstellung, ich müsste ein Solo spielen treibt mir den Angstschweiß auf die Stirn. Ich bin gar kein extrovertierter Mensch.:bag:
     
  13. ppue

    ppue Mod Experte

    Ja, das ist ein Kreuz. Ich kenne so viele Beispiele, wo Leute sagen, sie seien unmusikalisch und wenn ich nachbohre, ist es immer das gleiche: ein blöder Kommentar eines verpeilten Lehrers in der Kindheit. Selbst bei denen, die schon länger ein Instrument spielen oder auch spät eingestiegen sind, sind sich viele sicher, nicht singen zu können, obwohl es völliger Quatsch ist.
     
  14. Flipper_1509

    Flipper_1509 Schaut nur mal vorbei

    Hi, ich auch :

    als Kind blieben die obligatorischen Besuche in der Musikschule um dort Blockflöte zu lernen erfolglos, ich konnte weder spielen noch die Noten lesen. Alle meine Entchen was das einzige - was ich übrigens immer noch kann...

    Dann im Kinderchor ( nach dem Motto wenn er kein Instrument lernen kann, kann er wenigstens singen, er ist ja nicht stumm :) ) wurden meine Eltern schon nach kurzer Zeit von der Chorleitung gebeten mich doch bitte nicht mehr zu den Proben zu bringen, das hätte wohl keinen Zweck...

    Saxophon fand ich aber schon damals ein irgendwie schön und toll klingendes Instrument, das war aber für mich mit der musikalischen Vorgeschichte natürlich utopisch. Meine damalige Freundin, jetzige Frau schenkte mir trotzdem schon vor 25 Jahren - um meinen Wunsch wissend - einen Gutschein für Saxophonstunden, den ich aber nie eingelöst habe, eben wegen meiner Vorgeschichte.

    Jetzt hat vor etwa 2 Jahren meine Tochter über die Schule mit Trompete angefangen und man hat mich das gewurmt, sie darf spielen und ich nicht, ich will auch !
    Darauf hin hab ich die Pädagogenkarte gezogen und mich selber hereingelegt : wenn ich jetzt anfangen würde, könnte ich mit meiner Tochter spielen und sie so zum üben motivieren und sie damit unterstützen. Da sie Anfängerin ist, fällt es nicht so auf wenn ich es nicht kann und Trompete ist ja sowieso viel schwerer als Sax, ich muss ja nur Klappen drücken und pusten (ja, jetzt weiss ich es auch besser...) während sie den Ton selber formen muss (das stimmt wenigstens).

    Also ist die Entscheidung gefallen : Ich spiele Saxophon. Hat wohl auch etwas von Midlifecrisis : beruflich im wesentlichen angekommen, Lebensmitte erreicht, Familie ist klargemacht im Sinne von weitere Kinder wohl eher nicht, also was kommt noch ? Eine zusätzliche Geliebte war mir zu anstrengend, soetwas wie einen Sportwagen hab ich schon, Motorrad hatte ich schon, da wird die Luft dünn !

    Als Selbständiger und Familienvater hat man (ich zumindest) keine Zeit für regelmäßigen Schulbesuch und Lust auf mehr Stress habe ich auch nicht gehabt, also habe ich mich für einen online Kurs einer Kölner Lehrerin angemeldet und mir ein Sax besorgt. Das Leihgerät das ich wollte (Nachdem mir der Verkäufer verschiedene Instrumente unterschiedlicher Couleur angespielt hat - ich hatte ja noch nie eine Ton auf einem Sax gespielt, hatte aber praktischer weise wenigstens meine Ohren zum Aussuchen mitgenommen ) wollten die mir leider nicht verleihen, so dass ich es kaufen musste. Da ist übrigens ein echter Vorteil für die spätberufenen, finanziell ist jetzt doch mehr darzustellen als vor 25 oder 35 Jahren.

    Na, und jetzt, rund 6 Monate später, übe ich also mehrmals in der Woche auf meinem Sax und hab dabei einen Spaß, dass meine damaligen Blockflöteneinweiser blass um die Nase würden.

    Es macht mir einfach Spass die Töne zu machen und zu hören und auch meinen Mädels gefällt es, allerdings muss ich ehrlich sagen dass Thai-Ming eine eher beschwerliche Beziehung zu mir pflegt, was entweder meiner früh diagnostizierten Unmusikalität geschuldet ist oder aber dem späten Einstieg. Playalongs finde ich jedenfalls viel unangenehmer und nervender als Tonleiterübungen, Longtones und solche Sachen.

    Der Weg ist also noch sehr weit, aber hier ist der Weg das Ziel, nicht wie wohl bei den meisten, die einen bestimmten Sound und/oder ein bestimmtes Level erreichen müssen/wollen um zufrieden zu sein.

    LG und einen schönen Sonntag,

    Helmut
     
  15. peterjanssen78

    peterjanssen78 Ist fast schon zuhause hier

    Hallo,
    Ich möchte euch auch von meiner Geschichte erzählen wie ich zu Musik kam.

    Als ich noch klein war hat mich Musik wahnsinnig interessiert. Ich wollte so gerne Keyboard und Gitarre speilen lernen.
    wir waren 3 Jungs zu Hause und die anderen lebten
    2 lebten bei der Oma ihrerseits bzw. Vater ihrerseits. Wir sind 5 Jungs von 4 Väter. Leider hab ich es nicht so gut gehabt wie manch anderer hier und auch im realen Leben.
    Irgendwann habe ich mal zu Weihnachten ein Gutschein für 6 Unterrichtsstunden Keyboard in einer Musikschule bekommen. Naja und das wars dann auch. Alkohol und Zigaretten waren meiner Mutter und Stiefvater wichtiger als das Talent zu fördern.
    Musik hat mich mein ganzes Leben verfolgt, ich wollte Orgel und Harmonium Bauer werden. Würde mir von allen Seiten abgeraten. Praktikum im musikgeschäfft gemacht und eine Lehrstelle angeboten bekommen. Wollte musikalienhändler werden, würde mir ebenfalls von abgeraten und dieses Geschäft wurde dann irgendwann aufgelöst. War damals Rehbock in Emden.
    Dann kam der weitere Weg Richtung Berufsleben, realschulabschluss, Höhere Handelsschule, berufsgrundbilfungsjahr bautechnik und dann die Ausbildung zum Dachdecker, mit Bravour gemeistert. 6 Jahre später dann Meisterschule in St. Andreasberg angefangen. Dann fing der Horror an. Rechtsseitige Lähmung und spastiken. Meisterschule abgebrochen nach Diagnose Multiple Sklerose. Das war 2004. wie geht's weiter? 2 Jahre noch auf dem Bau durch gequält 2 Jahre noch bei dem größten Erfrischungsgetränke Hersteller der Welt gearbeitet als kommissionierer, Stapler und Lkw Fahrer. Dann Umschulung zum burokaufmann im Dachdeckerbereich. Dann verstarb meine ma und mein Ex- Schwiegervater an Krebs in einem Jahr Scheidung ebenfalls, das war alles zuviel. Irgendwann habe ich dann meine jetzige Verlobte kennen gelernt. Sie ist verwittwet mit 4 Kinder. Ich selber bin geschieden und habe 2 Kinder. Alles passt perfekt zusammen. Dann vor 3 Jahren habe ich beim Auf- und Umbau unseres neuen Kindergartens geholfen und habe das Dach gedeckt.
    Da habe ich jemanden vom hiesigen Musikverein kennengelernt. Haben uns super verstanden. Irgendwann sagte er die suchen Saxophon Spieler speziell tenorsax. Ich sagte ich bin mittlerweile Rentner und kann mir das auch nicht unbedingt leisten vor allem kein Instrument. Dann habe ich den Dirigenten des Musikvereines kennengelernt und ihr glaubt es nicht es war der, der damals in Emden bei dem musikgeschäfft Rehbock gearbeitet hat bei dem ich Praktikant war. Wir kamen ins Gespräch, hab mit dem MV auf ein Oktoberfest gesungen vor 600 Menschen, hab nen minijob bei ihm und er unterrichtet mich im Saxophon spielen und das seit 3 Jahren. Jetzt möchte ich soviel aufholen und möchte mir selber noch beweisen das ich auch mit MS etwas erleben und ausleben kann. Leider ist immer 2-3 mal im Jahr eine auszeitspflicht für mich da ich mich selber überfordere und meine MS mich dann wieder ärgern möchte. Dann bin ich meistens in Anholt in der MS Klinik zum erholen. Im Mai diesen Jahres hatte ich sogar mein Saxophon mit und habe vor Publikum gespielt. Es war fantastisch sag ich euch. Musik ist das was mir im Alltag hilft und ihr könnt es glauben oder nicht seit 3 Jahren wo ich Saxophon Spiele habe ich keinen MS Schub mehr gehabt. In den Kliniken gehe ich wegen Erschöpfung und Schmerzen die ich durch die MS habe, aber die beste Medizin ist das musizieren und das Singen.
    Und natürlich meine Partnerin ohne die ich das alles nicht realisieren könnte. So kann sich das schlechte Blatt doch noch zum Guten wenden.
    Ich hoffe ich kann dann eines Tages noch mit ner Band oder vielleicht als Solist auftreten. Das wäre noch nen Traum von mir.
    Wenn ihr bis hier her gelesen habt dann danke ich euch für die Aufmerksamkeit.
    Gruß Peter
     
  16. edosaxt

    edosaxt Strebt nach Höherem

    Na dann, meine musikalische Geschichte:
    Mit sechs die obligatorische Musikschule, Blockflöte gelernt. Mit zehn oder so klassische Gitarre, der Unterschied zu den Vorpostern: ich galt als furchtbar talentiert, mußte (gefühlt) ständig vorspielen, an Wettbewerben teilnehmen und so´n Mist.
    Bock hatte ich nie drauf und Musik habe ich auch keine gemacht. Ich hab reproduziert, mit Tunnelblick und voller Hose, was auf dem Blatt stand. Aber da alle unglaublich stolz auf mich waren, habe ich halt mitgespielt.
    Dann mit 14 /15 die Befreiung, Musikschue geschmissen, E-Gitarre gekauft und mit Freunden Punk gespielt, später mehr E-Bass.
    Damals Ende 70er, Anfang 80er war es nicht wichtig, viel am Instrument zu können, man mußte nur wütend genug sein, war ich.
    Dann mit Anfang 20 hab ich mich mit dem Motorrad hingelegt und hatte einen Trümmerbruch in der linken Hand, das war dann meine "Karriere" als Gittarist.
    Geht bis heute einfach nicht mehr richtig. Ich schrammel zwar noch hier und da, aber schon ewig nicht mehr in ner Band oder so....
    Dann Job, Heirat, Kinder: Musik hieß also Kinderlieder singen, an Festen die Blockflöte rausholen und anfallsartig immer wieder Bemühungen, mit nem neuen Instrument nen Kick zu bekommen und endlich Musik zu machen.
    So gingen im Laufe der Jahre Oboen, diverse Flöten, Didgeridoo (mach ich heute noch gerne), Ukulelen, Mandolinen (heute noch) und was weiß ich was noch für Sachen durch meine Hände. Ich lernte die Grundbegriffe und wenn´s an´s "Eingemachte" geht, lass ich das Instrument in der Ecke verstauben.
    Vom Blatt kann ich auf ner Menge Instrumente, sagen wir mal Schwirigkeitsstufe 2 (Flöte auch gerne höher), recht flüssig.
    Mit Anfang/Mitte 40 kam ich zu meinem ersten Sax, lernte die Grundbegriffe, teils mit Lehrer, teils autodidaktisch und oh Wunder ich spiel es heute noch.
    Ja, immer noch meist vom Blatt (Musikverein), aber ich fange dann doch an, mich mittlerweile etwas anders mit Musik zu beschäftigen.
    und ja, die kindliche Prägung ist verdammt schwer abzustreifen...
     
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  17. sachsin

    sachsin Strebt nach Höherem

    Ich lese hier all die interessanten Lebensgeschichten und bin beeindruckt von all den verschiedenen Wegen, wie Ihr zum Saxophon spielen gekommen seid. Beeindruckt auch davon, wie sich die Lust dieses Instrument zu spielen in Eurem Leben seinen Platz erobert hat – und wie sehr uns hier alle zusammen die Leidenschaft zum Saxophon spielen eint.
    Ich bin ein echter Späteinsteiger! Ganz im Sinne, von @Dreas Definition.

    Aufgewachsen bin ich in einer sehr musikalischen Familie, Die Großeltern mütterlicherseits spielten beide grandios Klavier, mein Großvater zusätzlich noch Geige, meine Mutter Klavier, meine beiden jüngeren Geschwister Klavier. Mein großer Bruder spielte kein Klavier, aber dafür hervorragend Gitarre. Zwei meiner Brüder haben später an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ Klavier / Komposition und Arrangement bzw. Schlagzeug studiert. In diesem Umfeld kein Instrument zu erlernen wollen, ist wohl an Ignoranz kaum zu überbieten… Doch mein Interesse galt – kaum, dass ich die Buchstaben kannte – dem Lesen. Und oft fühlte ich mich gestört in meinen Geschichten, denn mein Lesen war oft vom Geklimper aus dem Nebenzimmer untermalt (gruselig!). Erfasst mal einen schwierigen Text, wenn nebenan Triolen geübt werden….

    Nichts destotrotz habe ich jedoch Musik leidenschaftlich gern gehört. Wenn aus dem Radio „Tijuana taxi“ von Herb Alpert erklang, wurde der Lautsprecher am Sonntagmorgen auf richtig Laut bis zum Anschlag gedreht. Auch Musik von Louis Armstrong, Ray Charles waren meine musikalischen Favoriten. Meine Mutter besaß eine gut sortierte Plattensammlung in dieser Richtung.
    Im Alltag hat mich Musik hören mein Leben lang begleitet.

    Zu meinem 50igsten Geburtstag, die Feier neigte sich zu früher Stunde dem Ende zu…, da fragte mich jemand in das Rund der letzten Gäste, was denn so Ereignisse wären, von denen ich glaubte, dass ich sie im bisherigen Leben verpasst hätte und mir wünschte, nachholen zu können? Und da hörte ich ganz spontan meinen Mund sagen, dass ich gern ein Musikinstrument gelernt hätte, am liebsten ein Blasinstrument. Wir haben dann alle im Kreis überlegt, was ich denn jetzt noch lernen könnte? Ich sprach es dann selbst aus, dass mich der Ton des Saxophons ungemein berührt…

    Es verging nochmal ein Jahr, und an einem schönen Herbsttag im Oktober 2007 hat der Saxophonist meines Bruders Gruppe mit mir mein Instrument ausgesucht und mich obendrein auch gleich an einen Kollegen zum Unterricht vermittelt. Und so begann ich mit einem neuen, meinem eigenen Saxophon ohne jede Vorkenntnis von Noten – also bar jeder Ahnung mit dem späten Erlernen eines Musikinstrumentes. Leider gab es gleich nach kurzer Zeit Unterricht, durch meine berufliche Situation bedingt, auch schon eine mehrjährige Pause. In dieser Zeit habe ich auf Honorarbasis in Leipzig und Berlin gearbeitet; sogar teilweise in Berlin gewohnt. An Saxophon spielen war in dieser Zeit des ständigen Pendelns gar nicht dran zu denken. – Doch das Leben ist Veränderung…
    Seit mehr als zwei Jahren habe ich einen festen Arbeitsvertrag in meiner Heimatstadt Dresden und mit meinem Saxophonlehrer gab es einen bemerkenswerten Neustart… Seitdem ist mir der Termin für jede Unterrichtsstunde heilig und ich bin überglücklich, dieses schöne Hobby als Ausgleich zu meinem oft anstrengenden Dienst und den familiären Pflichten (meine Mutter ist sehr krank und braucht öfter meine Unterstützung) gefunden zu haben.

    Wenn ich mich mit einem Notenbild beschäftige, dass Saxophon zusammen baue und an die Lippen setze, dann kann ich abtauchen von all dem, was mich im Alltag belastet. Einfach wunderbar diese Möglichkeit zu haben… Als großes Glück empfinde ich auch meine verständnisvollen Nachbarn, die mir sieben Tage die Woche mein Hobby nach Feierabend und am Wochenende gönnen.

    Euch allen noch einen schönen Sonntag wünscht
    Christine
     
    Zuletzt bearbeitet: 30.August.2015
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  18. Isachar

    Isachar Guest

    OK,

    Ich zähle mich selbst auf dem Saxo auch zu den Späteinsteigern, auch wenn ich das in Wirklichkeit eigentlich gar nicht bin.
    Ich habe als Kind Keyboardunterricht gehabt und spiele die Tasten bis heute. Also musikalische Fähigkeiten habe und hatte ich.
    Mit ca 30 bekam ich dann ein Sopransaxo in die Hand gedrückt und habe darauf auch viele Jahre so nebenbei ganz nett herumgetutet so für den Heimgebrauch.
    Tatsächlich als Saxofon habe ich das aber nie empfunden, es hätte genauso eine Flöte, Klarinette oder Oboe sein können. Es war einfach ein Blasinstrument, auf dem man sehr schön "singen" konnte.
    Der Begriff "Saxofon" war immer untrennbar verbunden mit meinem Bruder, der dieses Instrument mit einer alles erdrückenden Leidenschaft spielte. So wie er hätte ich es nie hinbekommen und so stand die Frage, ob ich auch Saxofonist werden will eigentlich nie zur Debatte.
    Jetzt haben sich die Vorzeichen aber ein wenig geändert und ich habe mein Interesse für dieses Instrument vertieft oder überhaupt für mich selbst erst richtig entdeckt.
    Dafür reicht das Sopransaxo dann aber auch nicht mehr aus, das muß jetzt scheppern und knarzen! So habe ich meine Liebe zum Bariton gefunden, welches ich mir in den nächsten Tagen kaufen werde um dann mal richtig Saxo zu spielen !
    Mit 51 bin ich da wohl etwas spät dran, das noch zu lernen aber ich habe ja gute Grundvorraussetzungen durch 20 Jahre Soprangebläse und bin daher voller Vorfreude und Hoffnung, daß ich das schon hinbekommen werde.
    Meine ersten Versuche auf diesem großen Brummkreisel in verschiedenen Musikgeschäften klangen jedenfalls schon sehr vielversprechend.

    Ob ich jetzt unter den Vorraussetzungen als Späteinsteiger gelte, weiß ich nicht. Es fühlt sich aber schon so an, als ob ich etwas völlig Neues wagen würde und erst jetzt voll in die Materie einsteige.


    Gruß

    Isachar
     
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  19. gargamel141

    gargamel141 Ist fast schon zuhause hier

    Beim Stöbern im Forum bin ich nun auch hier gelandet…

    Späteinsteiger bin eher vom Alter her, weil ich erst mit 39 Jahren angefangen habe, Saxophon zu lernen.
    Das Saxophon ist mein drittes Instrument.

    Begonnen habe ich, wie wohl viele, während der Grundschulzeit mit Blockflöte.
    Die Blockflöte ist auch das Instrument, welches mich durch die ganze Schulzeit begleitet hat…habe damals von Sopran über Alt, Tenor und Bassflöte alles gespielt je nach Bedarf, zeitweise auch im Ensemble.
    Ebay sei Dank haben sich zu meiner Sopran- und Altflöte noch eine Sopranino und eine Tenorflöte gesellt ;)
    Die Flöte ist auch heute noch das Instrument welches ich immer mal schnell zur Hand habe wenn es darum geht mir unbekannte Noten durchzuspielen oder um die Jungs zu begleiten, wenn es ton- oder übungstechnische Problemchen gibt.

    Neben der Blockflöte spiele ich auch noch etwas Gitarre.
    Habe mit 10 Jahren damit angefangen. Allerdings wollte ich nach 2 Jahren Unterricht nicht immer nur irgendwelche Fingerübungen und klassischen Stücke spielen…der Übungseifer ließ merklich nach bis ich schließlich ganz aufgehört habe.
    Die Gitarre habe ich ca. 2 Jahre später wieder ausgegraben, um sie von da an als Begleitinstrument zu nutzen…durch Freunde und teilweise autodidaktisch habe ich die Akkordgriffe gelernt und praktisch seither auf Zeltlagern, Kinderfreizeiten und zum Hausgebrauch angewandt.

    Und nun zum Saxophon
    Saxophon an sich gefällt mir ja schon lange und als Teenie hatte ich so eine Phase, wo ich mir Platten nur deshalb gekauft habe weil dort ein Saxophon mitspielte…aber mangels Zeit, Gelegenheit, anderen Interessen und Familie trat das irgendwie in den Hintergrund noch mal ein anderes Instrument zu lernen.
    Eigentlich habe ich es meinen Söhnen zu verdanken, dass ich jetzt Saxophon spiele.
    Denn der Auslöser war ein „Instrumenten-Zoo“ beim Vorspielabend der Bläserjugend im Juni 2015 und da zwei meiner Jungs im Rahmen der Kooperation zwischen Schule und Musikverein begonnen hatten ein Instrument zu lernen war ich als Mama an diesem Abend auch dabei.
    Da standen also in einem Nebenraum allerlei Instrumente zum Ausprobieren unter Anleitung zur Verfügung.
    Wer sich für ein bestimmtes Instrument interessierte konnte dies mit Namen und Kontaktdaten vermerkt auf einem Zettel abgeben. Viele Kids probierten da aus, ob sie auf dem ein oder anderen Instrument einen Ton herausbekommen …und meine Jungs meinten dann zu mir „Mama, probier doch auch mal was aus!“
    Tja, Trompete, Posaune, Horn und Co. haben mich nicht so interessiert, aber da standen auch ein Alt und ein Tenorsaxophon…und wenn die Jungs da einen Ton herausbekommen….probiere ich das doch mal aus!
    Da hatte ich nun ein Saxophon in der Hand, bekomme auch Töne heraus und dachte dann: Das wär’s, aber für die Jugend-Bläserklasse biste ja wohl leider schon zu alt und sprach dies auch aus.
    Doch da meinte die Vorsitzende der Bläserjugend das wäre kein Problem, wenn ich wirklich Interesse daran hätte, dann organisiert sie das mit dem Unterricht.
    Ja da stand ich nun und eigentlich gab es keinen Zweifel mehr, wenn nicht jetzt wann dann ?!
    Sie fragte dann noch, ob ich mir das mit dem Tenorsaxophon vorstellen könnte, da die Altsaxophone alle bei den jüngeren Schülern im Einsatz sind (…außerdem wäre etwas Verstärkung bei den Tenören im Orchester auch nicht schlecht – Wink mit dem Zaunpfahl:D)
    3 Wochen später hatte ich meine erste Schnupperstunde und seit September habe ich regelmäßig Unterricht. Wobei das durchaus variiert je nach Dienstplan - wenn möglich wöchentlich ansonsten 14tägig, das kann ich glücklicherweise so flexibel handhaben. Außerdem hat parallel dazu einer der Jungs ebenfalls seinen Unterricht, sodass sich dies prima verbinden lässt :)
    Bis ich im Orchester mitspielen kann dauert es wohl noch ein Weilchen, aber wir werden ab nächster Woche vermehrt auch Duette spielen und darauf freue ich mich schon sehr, das macht einfach noch mehr Spaß :happy:

    Hui, ist doch ganz schön lang geworden der Text... naja man kann ihn auch überfliegen ;)

    LG
    Alice
     
    sachsin, Jazzica, Saxophonia und 2 anderen gefällt das.
  20. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Na, jetzt is' zu spät. Das hättest Du oben hin schreiben müssen. Jetzt hab ich den ganzen Text umsonst gelesen :banghead:

    Manche Geschichten ähneln sich doch ziemlich. Es ist immer wieder ein Freude wenn man feststellt, dass man doch noch nicht zu alt ist, noch etwas neues anzufangen.
    Das geht schneller als Du vielleicht meinst. Nach zwei Jahren kann Dir das schon blühen. Gerade wenn Sie dich quasi angeworben haben. Neu im Orchester heißt ja nicht, dass man schon bei allen Stücken alle schweren Teile mitspielen können muss. Da darf man mit Genehmigung des Dirigenten im Allgemeinen schon noch großzügig auslassen.

    Aber dann wird Dich der Ehrgeiz packen, damit Du mit den anderen mithalten kannst und DAS bringt Dich dann wirklich weiter.
     
    sachsin gefällt das.
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