Übe-Tool Modacity

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Claus, 2.Dezember.2018.

  1. Claus

    Claus Mod Emeritus

    Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ein (hausgemachtes) Manko meines Saxophonisten-Daseins ist der Umstand, dass ich viel zu unstrukturiert und damit oft ineffizient übe.

    Das liegt zum Einen an dem Überangebot an Material, das insbesondere in Zeiten des Internet geradezu kontraproduktiv wirkt: es gibt derart viel (kommerziell angeboten oder auch kostenlos), dass man manchmal nicht mehr weiß, wo man anfangen und wo aufhören soll.

    Aber selbst dann, wenn ein guter Lehrer das Dickicht lichtet und Empfehlungen gibt, worauf man sich konzentrieren sollte, bleibt es die eigene Verantwortung, die Übezeit irgendwie zu strukturieren. Bei mir zeigt sich, dass es auch Sinn macht, konkrete Ziele zu definieren, sich dazu einen Plan zu machen und über die Umsetzung eine Art Journal zu führen.

    Das kann man mit einem Notizbuch machen oder etwas zeitgemäßer mit einer App. Und da habe ich etwas gefunden, was in meinen Augen richtig vielversprechend ist: Modacity

    Die Idee dahinter ist relativ simpel: Man kreiert einzelne "Practice Items", die man beliebig zu Übelisten zusammenfassen kann.

    Jedesmal, wenn man ein Item startet, wird ein Timer in Gang gesetzt, der entweder die Zeit hoch- oder runterzählt (wie gewünscht). Die gewünschte Zeit kann man auch vorher für jedes Item separat vorgeben. Mit einem Knopfdruck kann man sich zur Selbstkontrolle jederzeit aufnehmen und das Aufgenommene wieder anhören. Der "deliberate practice mode" gibt Hinweise, wie man ggfls. speziellen Aspekten seines Spiels mehr Aufmerksamkeit schenken kann. Man kann Notizen anfertigen, die der Übeeinheit angefügt werden. Am Ende wird man gebeten, die eigene Performance zu bewerten (in dem Sinne, ob ein Fortschritt festgestellt werden kann).

    Die Übezeiten zu jeder Einheit werden in einem Journal erfasst, das einem einfache statistische Übersichten gibt.

    Eine schöne Sache ist eine Funktion, die sich "Metrodrone" nennt, eine Art Mischung aus Tuner, Metronom und Drones.

    Da die App noch relativ jung ist und damit z.T. noch in den Anfängen steckt, sei ehrlicherweise darauf hingewiesen, dass man sich eine ganze Reihe von funktionellen Erweiterungen vorstellen kann. Ich habe mich hierüber länger mit dem Entwickler der App, Marc Gelfo, unterhalten.

    So gibt es derzeit die App nur für IOS-Geräte (Android soll folgen). Man würde sich auch eine Anpassung für das IPad wünschen - bislang ist es für das iPhone optimiert. (ist in Arbeit)

    Es wäre schön, wenn man Dateien an die einzelnen Practise-Items anhängen könnte (z.B. Noten im PDF-Format oder Playalongs). Ist aber auch in Arbeit.

    Marc und sein Team sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit, wenn man sie anschreibt. Momentan kommt alle paar Wochen ein Update mit Verbesserungen und neuen Features raus.

    Ich finde, diese App hat wirklich Potential (und nein, ich bin nicht an dem Unternehmen beteiligt und bekomme auch nichts umsonst). Einige Demo-Videos kann man sich bei Interesse hier ansehen:

    https://www.modacity.co/support/

    Lasst mal hören, was Ihr davon haltet.
     
  2. Atkins

    Atkins Strebt nach Höherem

    Ich kann damit wenig anfangen, aber das soll ja nun gar nix heissen.
    Ziele oder Ähnliches habe ich gar nicht, aber ich freue mich natürlich, wenn ein song einigermassen gut klappt oder andere Musiker
    mir bisschen support geben oder mir mein Ton mit dem Sax gut gefällt ( tut er aber immer :) )
    Ich bin mit dem, was ich spiele, eigentlich mehr als zufrieden und hätte das nach meiner 30 jährigen Pause nie so erwartet.
    Also duddel ich einfach weiter und mache mir null Stress damit.....Spass soll es machen.
    Übungsprogramme? Lehrer? Notizen? Ich komme damit nicht gut klar, aber ist ja auch nur meine Meinung, die sicherlich keine Allgemeingültigkeit hat.
     
  3. pth

    pth Ist fast schon zuhause hier

    Eine Sax-Internet-Pause täte Dir vielleicht gut. Du spielst schon so lange, dass du auch ohne Krückstock (app...) Ziele erreichen kannst.
     
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  4. Claus

    Claus Mod Emeritus

    Der Vorschlag mit der Internet-Pause hat eine gewisse Berechtigung.

    Die App würde ich allerdings weniger als Krückstock denn als Werkzeug bezeichnen. Und auch alte Handwerker lieben gutes Werkzeug...
     
    47tmb gefällt das.
  5. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Hi Claus,

    was soll damit wo und wie besser werden?

    Nä, klar bin ich auch nicht immer konsequent und effizient beim Üben....und?

    Ein Profi/Experte hat mal hier geschrieben, dass ich schon viel weiter sein könnte, wenn ich nur konsequent und richtig üben würde.

    Damit hat er absolut Recht!

    Die Frage ist, ob ich dann glücklicher mit dem Sax wäre...ich meine nicht,

    Ich kann gut mit dem leben wie ich es mache....ich muss nicht mehr irgendwelche Erwartungen erfüllen..

    Üben, ja, aber so wie ich es mag....

    CzG

    Dreas
     
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  6. Claus

    Claus Mod Emeritus

    @Dreas

    Jeder so, wie sie/er es mag - der Grundsatz gilt doch hier immer, oder?

    Ich will niemanden von irgendetwas überzeugen, sondern stelle nur ein kleines Werkzeug vor, das ich persönlich nützlich finde. Mit der Info kann dann jeder tun, was er möchte...
     
    KUS, 47tmb und Gelöschtes Mitglied 5328 gefällt das.
  7. a.g.

    a.g. Ist fast schon zuhause hier

    @Claus
    finde ich klasse und werde sie mir auch Mal ansehen. Das Thema kommt bei mir auch immer wieder hoch. Kann aber auch sein dass ich an zuvielen Baustellen auf einmal dran bin für die Zeit die ich investiere. Ob da die App helfen kann. Werde sie auf jeden Fall Mal ansehen und testen.
    Vielen Dank für den Tipp.

    Herzliche Grüße
    Andreas
     
  8. RomBl

    RomBl Guest

    Ich würde das auch als Unterstützung sehen.
    Jeden Gedanken, den man nicht in Organisation oder sonstigen Driss stecken muss, kann man für seine Kreativität nutzen.

    Und ob man das Thema "Übeorganisation" nun über eine App oder vielleicht eine handschriftliche Liste bewerkstelligt sehe ich leidenschaftslos.
    Ich für mich habe die Erfahrung gemacht, dass Organisation für effektives Üben absolut notwendig ist. Ich mag es halt nunmal strukuriert, im Job und auch beim Saxophonspielen.Ich denke, das ist einfach eine Einstellungssache.
    So werde ich die App zumindest mal checken - auch wenn ich Fan von handgeschriebenen Listen bin.
     
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  9. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Ich habe auch Probleme mich zu strukturieren. Ich sehe aber auch noch nicht, wie mich eine App von dem Problem befreien kann, dass ich nicht im Vorhinein weiß, wie lange ich was üben muss, um das nächste Ziel zu erreichen.

    Mein Ziel ist im Normalfall: Die vorgegebenen Stücke bis zum Konzert vortragsreif einstudieren.

    Da sind jeweils unterschiedliche Problembereiche zu lösen: ungewohnte Griffolgen, kritische Intonation, „unmelodiöse“ Stimme, zu der ich lange keine Beziehung bekomme, Geschwindigkeit, Timing, lange, tiefe, hohe, leise Töne sauber anspielen, ... Wie teile ich die verfügbare Übezeit auf?

    Nach dem ersten Durchspielen packt mich meist schon die Panik, dass sich das nie ausgeht. Dann zwinge ich mich, laaaangsam zu üben und darauf zu hoffen, dass ich das Tempo in den letzten zwei Wochen noch finalisieren kann, wenn es vorher sauber geübt wurde.

    Bei mir ist das also immer „Training on the Job“ mit gefühlt wenig Zeit für generelle technische Übungen. Obwohl mich wahrscheinlich gerade die langfristig weiter bringen würden.
     
    quax gefällt das.
  10. vmaxmgn

    vmaxmgn Ist fast schon zuhause hier

    Hallo @Claus reden wir hier von der kostenlosen Version oder von der Pro welche monatlich 9,49 Euro kostet? Reicht die kostenlose Version erst mal aus?
     
  11. GelöschtesMitglied11524

    GelöschtesMitglied11524 Guest

    Im Ernst?
     
  12. vmaxmgn

    vmaxmgn Ist fast schon zuhause hier

    @Ton Scott ...ich denke schon... siehe Screenshot.
     

    Anhänge:

  13. RomBl

    RomBl Guest

    Ich habe es mir erstmal in der Nicht-Premium-Version aufs iPad geladen, um das zu probieren.
    9,49 im Monat finde ich happig. Als einmaliger Betrag wäre das okay, aber die Abo-Lösung finde ich suboptimal.
    Aber mal schauen - wenn ich nach 6 Monaten wie Coltrane spiele wäre es das Geld wert ... :D
     
  14. Claus

    Claus Mod Emeritus

    Gegen Abo-Modelle habe ich eine gewisse Abneigung entwickelt und finde das auch für die App viel zu teuer.

    Es gibt auch eine "Lifetime-subscription", die allerdings (wenn nicht gerade ein Sonderangebot ist) auch einen eher abschreckenden Preis hat ($ 125). Das habe ich Marc Gelfo auch schon gesagt. Ich denke, da wird sich auch noch etwas tun.

    Man kann aber auch mit der Gratis-Version prima arbeiten und ausprobieren.
     
    a.g. gefällt das.
  15. vmaxmgn

    vmaxmgn Ist fast schon zuhause hier

    @Claus ...ich finde das auch viel zu teuer. Auch bei dieser "Lifetime-subscription" besteht bei der Update Politik von Apple immer die Gefahr das der Programmierer der App irgendwann die Lust verliert oder auch so nicht mehr weiterentwickelt. Dann hat man viel Geld für nichts bezahlt. Ich habe etliche Bezahlapps auf dem Ipad und ärgere mich das dasteht ..." die App muss vom Programmierer aktualisiert werden" und dann geht sie einfach nicht mehr und es gibt auch keinen Support. Dennoch werde ich mir die kostenlose Version gerne mal anschauen. Danke für den Tip.
     
  16. 47tmb

    47tmb Gehört zum Inventar

    Ich bin auch immer wieder zutiefst entsetzt und betroffen, wenn ich überlege, wie viel geniale Musik der Welt dadurch vorenthalten wird, dass ich so wenig übe.

    Im Ernst:
    So ein tool kann sicher helfen, sich zu strukturieren. Was übe ich? Wie viel Zeit gebe ich genau diesem Aspekt.?

    Ich persönlich bräuchte ein tool, das den inneren Schweinhund bändigt.
     
  17. Claus

    Claus Mod Emeritus

    Ja, die Gefahr sehe ich grundsätzlich auch. Es ist halt ein kleines Startup und niemand übernimmt eine Garantie dafür, dass sie in 5 Jahren noch da sind.

    Was mich grundsätzlich positiv stimmt, ist der Enthusiasmus, mit dem das Team sehr schnell auf Fragen und Anregungen reagiert. Ich hatte eine ganze Liste mit Wünschen und Verbesserungsvorschlägen hingeschickt und habe eine ausführliche Antwort bekommen sowie das Angebot, die jeweils in der Entwicklung befindlichen Versionen als Beta-Tester ausprobieren zu können.

    Dafür würde ich sogar ein Abo in Betracht ziehen... ;)
     
  18. Longtone

    Longtone Ist fast schon zuhause hier

    Das war auch mein Manko der letzten beiden Jahre - bis ich wieder einen Lehrer gefunden habe. Der hilft mir beim Strukturieren - mit hörbarem Erfolg. Auch der Spaß kommt nicht zu kurz dabei.
     
  19. saxhornet

    saxhornet Experte

    Für Technikaffine ist das natürlich ein Muss. Der Preis kann nur ein Scherz sein.
    Ich empfehle eher einen Notizblock und die Stoppuhr im Handy, kostet monatlich viel weniger. Und im Normalfall, ist auch das nicht notwendig, wenn man zwischendurch mal einen Blick auf eine Uhr wirft.
     
    mato, antonio und Longtone gefällt das.
  20. Paco_de_Lucia

    Paco_de_Lucia Ist fast schon zuhause hier

    1. kann ich da nur dem @saxhornet Recht geben, was das Equipment betrifft.
    2. wird hier im Forum - und sicher auch in der realen Welt - beim Thema Saxophon→Instrumentalunterricht [alle Instrumente] - immer sehr viel Wert
    auf das Erlernen und beherrschen des Instruments Wert gelegt. Klar, absolut richtig - muss man erst mal können.
    Aber: niemand - oder kaum jemand - gelesen habe ich es noch nicht - macht sich Gedanken darüber, was er mit dem erworbenen Können & Wissen anfangen will.
    Da werde jetzt viele schreiben - ich will ne Band gründen, hab schon ne Band, spiel in einer Kapelle etc. Klar.
    Das beantwortet aber für mich in Wahrheit die Frage nur unzulänglich - es geht hier um die Differenzierung meiner persönlichen Fähig&Fertigkeiten, gerade, wenn es in einem Hobby-Bereich liegt.
    Und dort würde ich ansetzten - und meinen Fahrplan für die nächste Zeit gestalten - was muss ich wann erreicht haben - zumindest als Zielstellung. Wenn ich es nicht erreichen werd können - wie ist der Alternativplan.
    Und: brauch ich das auch, wer überprüft meine Zielsetzungen in Sachen Realisierbarkeit.
    Das einfache: ich will halt besser spielen - das ist sehr diffus und nicht präziese.
    Hier sollten nicht zwingend Stückenamen stehen, auch nicht - ich will, dass mir Cotranes Kompositionen von selber einfallen. Nein
    Einfach ein coaching, was realistisch mich dort abholt, was ich gerade umsetzen kann - und was ich in absehbarer Zeit - sagen wir mal bis Ostern - erreichen werd können.
    Die Einzige Zielsetzung, die ich hier mal fand, war das Mädel, welches an einer HfM die Aufnahmeprüfung wollt schaffen - und auch geschafft hatte.
    Alle anderen wabern so bisi durchs musikalische Vakuum.
    Das ganze hat eigentlich gar nix mit Musik zu tun - das ist eher auf der management-Ebene angesiedelt.
    Und Ziele muss man bekannter maßen immer überprüfen, ggfls adjustieren - und/oder bei Erreichen - abhaken oder neu Stecken - auch mal was ganz anderes machen.
    Viel Erfolg - und garantiert ohne Ebb
    cheers
    Paco
     
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