Onlineunterricht mit ZOOM

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Bereckis, 31.März.2020.

  1. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

  2. Rick

    Rick Experte

    OFF-TOPIC

    Nun haben die Nazis gemäß ihrer Weltanschauung aber nicht, wie etwa Martin Luther seinerzeit (aufgrund falscher Informationen, "Fake News" gewissermaßen), die jüdische Religion als Gefahr gesehen, sondern die (herbei fantasierte) "jüdische Abstammung", wodurch auch alle, die aus konvertierten oder "assimilierten" Familien stammten, verfolgt wurden, also nicht nur diejenigen aus den Konfessionsverzeichnissen.
    Diese Melderegister haben im Endeffekt wenig Wirkung gehabt, weil man ja die "Abstammung" untersucht hat. Schlimmer waren etwa Denunzierungen durch "arische" Nachbarn...
    :topic:

    Genau so wenig "schädliche Wirkung" sehe ich, wenn irgendjemand die Daten sammelt, dass jemand mit einem Notebook der Marke HP und bestimmtem Chipsatz sowie Windows 10 über den IP-Anschluss soundso mit einem iPad mit blabla Ausrüstung und IP-Anschluss soundsoüber Zoom eine halbe Stunde konferiert hat.

    Übrigens bin ich beim Zoom-Unterricht der angemeldete "Host", meine Schüler können völlig unangemeldet und unregistriert an meinem Meeting teilnehmen - anders als bei Skype oder WhatsApp, wo meines Wissens beide Seiten einen registrierten Anschluss benötigen.
    Und wenn man dann noch einen Proxy-Server benutzt, ist man nach meinen Informationen völlig auf der sicheren Seite. :cool:
     
  3. Rick

    Rick Experte

    Das ist aber nicht sonderlich schlimm, denn die Meeting-Nummer ist egal, wenn man jedesmal eine neue verwendet. Es ist peinlich, finde ich, doch nicht dramatisch.

    Gehen wir doch mal von Zoom zu Google: Habe meiner Frau, die bekennende Technik-Phobikerin ist, kürzlich ihren Android-Anschluss fürs neue Tablet eingerichtet. Da kann man nun die Kontakte auf dem Tablet oder in seinem Google-Konto speichern.
    Eine Freundin von ihr ist Landtagsabgeordnete, sie verabreden sich gern für Spaziergänge o. ä. Da habe ich ihr geraten, DIESEN Kontakt nicht im Google-Konto zu speichern. Nicht aus Angst vor Google, sondern weil ich damit rechne, dass Google eher gehackt wird als unser Tablet. So könnten Hacker die private Verbindung zwischen den beiden herausfinden und bei möglichen Aktionen gegen die Abgeordnete (es gibt da so einige Menschen in unserem Land, die wenig Toleranz für Andersdenkende besitzen...) versuchen, über die Korrespondenz mit meiner Frau herauszufinden, wann und wo sich die Politikerin aufhält...

    Über so etwas mache ich persönlich mir mehr Gedanken als darüber, dass jemand erfährt, wann ich gerade online unterrichte. ;)
     
  4. visir

    visir Gehört zum Inventar

    dann ist das auch ein Beispiel, dass es nicht darauf ankommt, dass man wirklich diese oder jene Merkmale aufweist, sondern dass der Missbraucher nur meint, man würde...

    Du unterschätzt "big data" - wenn wer wirklich mit Daten umgehen kann, kann er Dir sagen, was Du heute höchstwahrscheinlich gefrühstückt hast, um nur irgendwas flapsig zu sagen. Und ja, Dein Frühstück wird nicht bedenklich sein, das ist nur ein Beispiel, was man heute mit Daten alles anfangen kann. Interessanter wirds bei politischen und weltanschaulichen Einstellungen, wirtschaftlichen Zusammenhängen etc.

    Wir haben in der Firma regelmäßig "penetration tests" und werden ebenso regelmäßig informiert, wie Angreifer agieren. Die machen sich oft "völlig harmlose" Informationen zu nutze, um einen Angriff vorzubereiten.
    In einem Belmondo-Film spielte der Genannte einen Verbrecher, den die Polizei fassen wollte. Der Verbrecher nahm Kontakt zu einem Journalisten auf, um seine Geschichte zu erzählen, unter der Auflage, dass er ihn nicht verraten dürfte natürlich. Die Polizei versuchte ebenso natürlich, aus dem Journalisten irgendwas rauszukriegen. Der sagte ihnen dann halt irgendwas, das er für harmlos hielt, und damit baute die Polizei dann eine Falle...
    (keine Ahnung mehr, wie der Film heißt...)

    Guter Gedanke, aber zu spät. Sobald Du ein Android-Gerät betreibst (das nicht google-frei ist - gibt es auch), hat google alle Deine Daten. Kannst gar nicht verhindern. Googles Kerngeschäft sind Daten. Alle Software und Geräte von denen sind ihre Produktions- bzw. Erntemaschinen, die wir bereitwillig füttern.
    Android ist in Firmen, in denen auf IT-Sicherheit geachtet wird, nicht erlaubt, ebenso wie whatsapp.
     
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  5. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Mmmhhhhh.....

    Ich kenne recht gut die Strukturen bei Mars (der Süßwarenkonzern, Familienbetrieb), die sehr verschlossen sind und sehr viel Wert auf IT Sicherheit legen.

    Aus diesem Grund haben sie ganz lange What‘s App im Unternehmen untersagt.

    Vor ca. 2 Jahren wurde das Tool für alle Mitarbeiter eingeführt.

    CzG

    Dreas
     
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  6. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Woher weißt du das so absolut?

    Ich kenne die Problematik und arbeite auch in der IT mit sehr hohen Sicherheitsanforderungen, aber es ist nicht komplett durchsetzbar.
     
  7. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Polizei und Ordnungsämter kommunizieren häufig mit whatsapp.

    Es gibt marktführende Spezialverfahren mit mobilen Geräten, die nur auf Android laufen.
     
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  8. The Z

    The Z Ist fast schon zuhause hier

    Ob man diese Dienste die einen fragwürdigen Umgang mit Daten pflegt nutzt oder nicht, ist sowieso Privatsache. Man sollte sich nur bewusst sein, was man tut.

    Immer wieder hat es auch bei den großen Diensten auch massive Datenlecks gegeben. Von den Auswirkungen von Big Data und der Art wie Massendienste wie zb Facebook die öffentliche Stimmung und Meinung manipulieren kann, wollen wir gar nicht reden.

    Das alles kleinzureden ist auch keine Lösung. Bei all diesen Gratisdiensten zahlt man mit verwertbaren Daten über das eigene Nutzungsverhalten des Dienstes und auch darüber hinaus. Aus Nächstenliebe machen die das alles nicht.
     
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  9. Rick

    Rick Experte

    Ich würde mal sagen, er kann aufgrund bestimmter Parameter RATEN, was ich wohl gefrühstückt haben KÖNNTE, doch genau weiß er es nicht.
    Das kennt man doch von der Big-Data-Maschine Amazon mit ihren Kaufvorschlägen: Die Algorithmen gehen meistens davon aus, dass ich dasselbe oder ein ähnliches Produkt noch mal kaufen will, aber die Vorschläge zu Ergänzungsprodukten wie Zubehör fallen nur sehr spärlich aus.

    Big Data ist immer dann interessant, wenn es um Massentrends geht, doch der Einzelne ist davon in der Regel noch lange nicht gläsern.
    Wie gesagt: Bei Zoom kann man anhand der gesammelten Daten feststellen, dass immer mehr darüber konferieren, und auch noch die beliebtesten Geräte sowie Standorte (mehr Konferenzen in Berlin, weniger in Hintertupfingen). Daraus kann man schließen, dass die Bandbreite in Hintertupfingen nicht ausreichend ist, in Berlin hingegen schon.
    DAFÜR werden diese Daten gesammelt, und die Resultate könnten beispielsweise dazu führen, dass man sich ENDLICH verstärkt um den Breitband-Ausbau auf dem Land kümmert. ;)

    Genau. Wäre ich der von @visir erwähnte Verbrecher, würde ich deutlich vorsichtiger mit meinen digitalen Spuren umgehen als jetzt als unbescholtener Bürger.

    Ich sehe es wie derzeit bei der CoViD-19-Krise: Sorge und Vorsicht ist angesagt, Panik nicht (außer, man lebt in der VR China mit der dortigen staatlichen Überwachung).
     
  10. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    @Rick

    Und „Big Data“ birgt ja nicht nur Risiken, sondern auch enorme Chancen!

    CzG

    Dreas
     
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  11. Rick

    Rick Experte

    Zum Beispiel, um durch anonymisierte Bewegungsprofile der Handys die Ansteckungswege des SARS-CoV-2 nachzuvollziehen und typische Infektions-Hotspots zu erkennen. ;)
     
  12. The Z

    The Z Ist fast schon zuhause hier

    Um das gehts ja eigentlich nicht, es geht "die" eigentlich überhaupt nichts an.
     
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  13. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Ich empfehle dir mal das Buch „“Qualityland“ zu lesen. Es ist sehr unterhaltsam und humorvoll. Dennoch bringt es am Ende einen zum Grübeln.
     
  14. Rick

    Rick Experte

    Das führt wieder zu der alten Frage: Wenn digitale Überwachungen dabei helfen können, Terroranschläge zu vereiteln oder Verbrecher zu fassen, darf man sie dann komplett verbieten?

    Es gibt genügend US-Krimis, wo gezeigt wird, wie man durch Gesichtserkennung in den Verkehrsüberwachungskameras gesuchte Personen auffinden kann.
    In der BRD meines Wissens nicht erlaubt, in den USA scheinbar Alltag.
    Einerseits gruselig, andererseits erfolgreich. Eine Kosten-Nutzen-Abwägung...
     
  15. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

  16. Rick

    Rick Experte

    Mal wieder zurück zum Fernunterricht: Meine Frau gibt gerade Klavierstunde per Telefon. Sicher oder nicht?
    Fürs Sax ist das meiner Ansicht nach keine Alternative, weil ich auch viel sehen und zeigen muss, doch am Klavier scheint das gerade ganz gut zu funktionieren, war ein Tipp einer Kollegin von ihr.
     
  17. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Also ohne Bild?
     
  18. Rick

    Rick Experte

    Genau. Sie hört, was die Schüler spielen, kommentiert das, fragt nach dem Fingersatz, spielt die Passagen richtig vor, usw.
    Etwas mühsam (ist Video-Unterricht mit gelegentlichem Bild- oder Tonausfall aber auch!), scheint aber zu gehen. Die Schüler nehmen es offenbar positiv an - und einige eingeschüchterte und entsprechend schweigsame Kinder tauen am Telefon richtig auf!

    Ich gebe trotzdem auch den Klavierunterricht lieber per Zoom, doch sie ist bekanntlich Technik-Phobikerin - Telefon kann sie, alles andere ist erst mal neu und bedrohlich...
     
  19. bluefrog

    bluefrog Strebt nach Höherem

    Es ist wirklich schwierig, sich von solcher kritischen Software fern zu halten. Beispiel Bigband. Einige Kollegen haben sich in einer WhatsApp Gruppe zusammengetan, um die Anwesenheit bei Proben zu koordinieren. Da beißt du auf Granit, wenn du eine andere Software vorschlägst. :-(
     
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  20. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

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