Glissando

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Supersol, 4.Januar.2021.

  1. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Die Annotation von Artikulationseffekten sorgt meines Erachtens für unglaublich viel Verwirrung. Es wär Zeit, dass mal das internationale Konsortion für Artikulationseffektannotation (ICAEA) einen Standard schafft - ich würde meine Teilnahme zum Kongress in New Orleans anbieten...

    Ich kenne 1. als Glissando, wobei die Technik der Schreibweise nicht zu entnehmen ist (s. unten), 2. als Fall (gegriffen, und wenn kein Zielton geschrieben ist dann in der Regel verbunden mit Decrescendo), 3. als Short Fall (gefingert oder gelippt/gevoict nach Ansage des Mufti). Würde mich aber interessieren, ob es noch andere gängige Interpretationen gibt.

    Zum Glissando: Auf der Klarinette ist es eigentlich klar, das das Glissando ein echtes hochbiegen der Tonhöhe ist (Rhapsody in Blue). Es geht nur innerhalb eines Registers von langen zu kurzen Tönen durch minimales Öffnen aller Tonlöcher verbunden mit sofortigem, gut getimtem maximalen Runter-Benden, viel Luft und dann langsam wieder hochbenden und gleichzeitiges Aufmachen der Löcher. Auf dem Sax geht das auch, nur viel schwieriger und weniger verlässlich, weil man da weniger Kontrolle über minimale Klappenöffnungen hat. Deshalb ist es da unüblicher, obwohl es eigentlich der coolere Effekt ist. Über die Registergrenzen geht es eh nicht anders als gegriffen.
     
  2. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    @giuseppe
    auf dem Saxophon geht ein "echtes" Glissando auch, nur, genau wie auf der Klarinette erst ab dem Mittelregister, und besonders gut, wenn man im Obertonbereich arbeitet.

    Gab mal ein sehr gutes Youtube Video, wo es gezeigt wurde, wie man von A'' bis A''' sauber glissandieren kann. Man spielt das erste A als Quintgriff vom D und dann ist es gar nicht so schwer. Leider finde ich das Video nicht mehr.

    Gruß,
    Otfried
     
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  3. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Ich glaube, hier ist es
     
  4. Gelöschtes Mitglied 13399

    Gelöschtes Mitglied 13399 Guest


    Du kombinierst Skalenlauf und "Fall" (also Entspannen der Lippen und Auslaufenlassen der Luft).

    Hör dir mal Charlie Parker auf "Slam Slam Blues" an. Ich weiß gerade nicht mehr, welcher Take....
    Da spielt er meisterhaft ein Glissando der chromatischen Tonleiter.

    Oder auf Parker's Mood. Da macht er es aber, meine ich, nur als Fall - ohne Finger - vom klingenden D runter.
     
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  5. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Danke für die gute Erklärung. Ich kämpfe auch gerade mit Fall offs, und im Moment frage ich mich auch immer noch, wie man das im richtigen Tempo hinkriegt. Bei einem richtigen Fall off bin ich noch lange nicht, es ist eben die chromatische Tonleiter, die jetzt langsam ein wenig schneller wird. Ich werde das mal mit dieser Technik hier, die Du beschreibst, probieren. Vielleicht geht es dann mehr in Richtung eines Fall offs und weniger in Richtung einer Tonleiter.

    Und dann soll es so klingen:
     
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  6. Rick

    Rick Experte

    Einspruch:
    1. ist ein Glissando von einem Start- zu einem Zielton, aber 2. ist bereits ein klassischer "Fall", also ein Glissando ins Nichts.
    3. ist ein "Pitch off", also lediglich Lockern des Ansatzes.

    Der "Fall" kombiniert gewissermaßen das Glissando mit einem "Pitch off": man erniedrigt zuerst die Tonhöhe durch den Ansatz, DANN kommt das Abwärts-Glissando zusammen mit einem starken Decrescendo, also raschem Leiserwerden, sodass man den letzten Ton des Glissandos nicht mehr hört.
     
  7. Supersol

    Supersol Ist fast schon zuhause hier

    Ah ja - noch mehr verstanden (nicht alles natürlich ... aber das schöne ist ja, dass man dann immer wieder mal hier nachsehen kann :D)

    Chromatische Tonleiter wäre also ein erster Schritt .... da könnte ich vielleicht sowieso mal mit anfangen .... das kommt mir dann später zugute :)

    Sehe jetzt Leute, die das beherrschen wieder mit anderen Augen haha ...:)
     
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  8. Rick

    Rick Experte

    Das geht auch diatonisch oder gemischt, je nach Lage bzw. Abstand. Wichtig ist allein die Geschwindigkeit, damit der Effekt rüber kommt. ;)

    Gute Idee! :thumbsup:
     
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  9. Supersol

    Supersol Ist fast schon zuhause hier

    Ja - an guten Ideen mangelt es ja meist nicht :D

    Ich weiß nur manchmal nicht, wie ich das sinnvoll einteilen soll, um nichts zu vernachlässigen....

    1. Longtones
    2. Tonleitern (hab ja auch noch nicht alle)
    3. bissl Technik (hab jetzt mit einer Übung aus Saxofon Fitness von Mark Schwarzmayr angefangen)
    4. Habe jetzt eine neue Sax Lehrererin (mein Lehrer hat bei uns aufgehört, hatte zu viele Schüler), da muss ich mich jetzt mit den Etudes Faciles et progressives beschäftigen
    5. Zungenübungen für's Tempo
    6. Bending Übungen als 1. Etappe fürs Vibrato
    7. Stücke und Übungen aus dem Lehrheft
    8. das ein oder andere möchte man ja selber auch noch an Liedchen spielen
    Da muss man schon aufpassen, dass es noch übersichtlich bleibt, damit es noch Sinn macht am Ende. An einem Tag kann ich das ja auch nicht alles schaffen (bzw. mein Ansatz).

    Aber Chromatik wäre schon auch wichtig - ich weiß :rolleyes:...

    Allerdings bringt das viele Üben auch was ... ist schon schwierig :D

    ... und mit der Aufnahmetechnik muss ich mich auch wieder auseinandersetzen, weil aufnehmen will man ja auch (bzw. die Lehrerin möchte das auch - gerade jetzt zu online Zeiten - sie will dann die Stücke auch mit mir besprechen - das finde ich auch ganz gut ehrlich gesagt). Und dann gefällt einem dies nicht und das nicht und man müsste dann an das Thema auch mehr ran.

    Das kostet alles ganz schön Zeit haha.

    Und von der Musiktheorie und Gehörschulung habe ich noch gar nicht gesprochen .... tststs ...;)
     
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  10. Dsharlz

    Dsharlz Ist fast schon zuhause hier

    Muß mich korrigieren, Koll. Rick hat recht,
    ich hoffe, man darf die Zitate aus der Literatur hier einstellen - sonst bitte entfernen...
     

    Anhänge:

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