Digitalsaxophon für Aufnahmen (TOTM oder sonstige)

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Saxoryx, 2.Juli.2021.

  1. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Über diese Frage und deren Bedeutung habe ich praktisch bis jetzt nachgedacht. Nicht ununterbrochen natürlich. Was für eine Bedeutung hat es, ob jemand etwas mit dem Digitalsaxophon Gespieltes einstellt oder etwas mit einem analogen Saxophon Gespieltes?

    Ich habe jahrelang hier im Forum nie etwas eingestellt. Dann habe ich sehr lange ausgesetzt, und als ich wiederkam, hatte ich das Travel Sax. Nur das Travel Sax hat es mir ermöglicht, überhaupt wieder mit dem Spielen anzufangen zum damaligen Zeitpunkt. Jetzt kann ich, unterbrochen von meinem Impingement in den letzten Wochen, auch wieder das normale Saxophon spielen, aber damals wäre das nicht gegangen. Also habe ich etliche Sachen mit dem Travel Sax aufgenommen (was auch wesentlich einfacher ist als mit einem normalen Saxophon) und mich zum ersten Mal in meinem Saxophonforumleben überwunden, ein paar dieser Aufnahmen hier einzustellen.

    Was war die Reaktion? Ist das Digitalsaxophon? Und dann keinerlei Reaktion mehr. Kein Eingehen auf mein Spiel, auf die musikalische Gestaltung, gar nichts. Wenn ich etwas mit dem Digitalsaxophon einstelle, bin ich es nicht wert, beachtet zu werden. Oder zumindest meine Aufnahme. Als ob ich nicht genauso die Klappen gedrückt und hineingeblasen hätte, genauso laut und leise gespielt, mich genauso um die musikalische Gestaltung bemüht hätte wie mit einem analogen Saxophon. Digital ist sozusagen gleichbedeutend mit nicht wert, wahrgenommen zu werden. Oder vielleicht auch: Sie hat sich keine Mühe gegeben. Oder: Das ist einfach nur falsch. So was macht man nicht. Wenn sie es nicht mit dem normalen Saxophon spielen kann, soll sie es doch lassen.

    Daraufhin habe ich darüber nachgedacht, ob ich überhaupt je noch einmal etwas einstellen soll. Denn offenbar ist eine Aufnahme mit dem Digitalsaxophon ja nicht gut genug. Obwohl ich auch sehr hart geübt habe, um das aufnehmen zu können.

    Da wir heute in dem anderen Thread darauf kamen, warum Leute nichts beim TOTM einstellen oder überhaupt nichts einstellen bzw. das einfach nur sehr wenige sind, kam mir dieses Thema wieder in den Sinn. Hätte aber nicht in den anderen Thread gepasst, deshalb eröffne ich einen neuen.

    Ich schwanke jetzt zwischen: Ich stelle hier gar nichts mehr ein oder ich stelle nur noch etwas mit dem Digitalsaxophon ein. :) Denn gerade, wenn das so abschätzig behandelt wird, weckt das in mir den Widerspruchsgeist. Aber ich würde gern wissen: Wie ist es denn nun wirklich? Bedeutet es, wenn ich etwas mit dem Digitalsaxophon einstelle (im Klassikbereich), dass das dann augenblicklich dazu verdammt ist, ignoriert zu werden, weil es nicht "klassikkonform" ist? Denn dann würde es sich wirklich nicht lohnen, noch etwas einzustellen. Die Arbeit, die ich mir beim Üben gemacht habe und auch bei der Aufnahme, wird dann ja sozusagen niedergemacht. Das ist eher frustrierend. Ich fand es jedenfalls komisch. Einerseits heißt es immer, man soll was einstellen, aber wenn es dann nicht das "richtige" Instrument ist, dann ist es ganz sinnlos, etwas einzustellen, weil es sowieso ignoriert wird?

    Ich schwanke noch, weil ich im Moment ja wieder richtig üben kann und mir das sehr viel Spaß macht. Meistens spiele ich dabei mein normales Alto. Aber morgens, wenn ich niemanden stören will, auch mein Travel Sax. Und Aufnahmen mit dem Travel Sax sind eben viel, viel einfacher. Also warum nicht das, was ich auf meinem normalen Alto übe, dann auch mit dem Travel Sax aufnehmen und einstellen? Aber so ganz ohne Feedback hat das dann auch keinen Sinn. Also dann lieber doch nichts einstellen?
     
  2. Livia

    Livia Ist fast schon zuhause hier

    Liebe Saxoryx,
    du hast bis zu dieser Nachricht mir nicht geantwortet, ob die Aufnahme mit einem Digitalsaxophon aufgenommen wurde. Oder habe ich es überlesen? Deswegen kam auch keine Reaktionn mehr von mir. Ich habe mich persönlich eher gewundert, dass du auf die Frage nicht eingehst und mich hat gewundert, dass "Altsaxophon" im Videotitel stand. Ich habe darüber nachgegrübelt ob meine Ohren so schlecht sind, dass es sich für mich nicht nach einem Altsaxophon anhört.
    Das hat alles überhaupt nichts mit Wertung zu tun. Es macht aber für mich ein Unterschied in einer eventuell folgenden Auseinandersetzung mit einer Aufnahme. Hättest du gesagt, es ist mit einem analogen Saxophon aufgenommen, hätte ich dir geraten, an deinem Aufnahmequipment zu arbeiten.
    Schöne Grüße
    Livia
     
  3. Sax-o-K

    Sax-o-K Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe die Frage nach dem Digitalsaxophon auch gelesen und darüber - kurz - nachgedacht. Ich empfand die Frage rein sachlich und habe mein Ohr geschärft, ob ich heraushören würde, ob deine Aufnahme für mich nach Alt- oder Digitalsaxophon klingt. Auch rein sachlich, nix wertend. Bisschen schade fand ich auch, dass es keine "Auflösung" gab. Denn daran hätte sich vielleicht noch mehr Feedback anschließen können.
    Ich für meinen Teil fahre bisher ganz gut damit, Kritiken oder vermeintlich kritische Nachfragen im Internet (wo man nur die Schrift hat und keine Mimik/Gestik), sollten sie mich betreffen, nach Möglichkeit mit dem sogenannten Sachohr zu hören: Was ist der eigentliche, sachliche Kern der Aussage (egal, wie sie rübergebracht wird)? Oder im Zweifel nachzufragen: Wie meinst du das, aus welchem Grund fragst du das oder dergleichen. Hat mich aber auch einiges an Training gekostet...:rolleyes:
     
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  4. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich kann dir im Forum auch so einige analoge Saxophonaufnahmen zeigen, die nicht wahrgenommen werden.

    Mich hat auch gewundert, warum du die Frage nicht einfach beantwortet hast und jetzt wundere ich mich, wie man Wochen über solch eine Frage nachdenken kann und sich ohne weitere Kommunikation selbst zum Opfer macht.

    Das kannst du natürlich machen wie du willst.

    Was nicht geht, ist, dass du nun in Angriffsposition gehst und andere dafür verantwortlich machst, dass du nun entweder nur noch digital spielst oder gar nicht mehr. Auch das kannst du machen, wie du willst, es hat aber keiner was damit zu tun.
     
  5. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Moin,
    was willst du damit erreichen? Wem schadest du damit?

    Ich verfolge den TOTM nicht. Wenn ich es aber tun würde, dann wäre für mich der Vergleich zwischen digitalem und analogem saxophon eine spannende Geschichte. Kombiniert mit den eindrücken des Spielers.
    Gleiches Stück, mal so mal anders, und dann, wie ist das subjektive Empfinden dabei.
    Du hast beide Möglichkeiten, viele hier nicht. Option?
     
  6. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    In Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“ gibt es einen Mann, der braucht einen Hammer um ein Bild mit einem Nagel aufzuhängen (verzeiht, wenn ich sie verzerrt wiedergebe, es ist 20 Jahre her...). Jedenfalls erwägt er, den Hammer von seinem Nachbarn auszuleihen. Nach kurzem
    Nachdenken ist aber nicht sicher, ob dieser ihn gerne verleihen würde, und vor allem an ihn. Der Nachbar war gestern im Treppenhaus irgendwie komisch. Er wird sich zunehmend sicher, dass der Nachbar ihm den Hammer nicht leihen würde und das macht ihn wütend. Er geht zum Nachbar, klingelt und sagt: „Behalten Sie ihren Hammer doch selbst!“

    Dieser Thread hat mich sehr daran erinnert.

    So albern Watzlawicks Geschichte ist, es ist vermutlich jedem von uns schon mal passiert, dass er sich abgewiesen fühlte bevor er tatsächlich abgewiesen wurde, was möglicherweise gar nicht passiert wäre. Und diese Antizipation der vermeintlichen Ablehnung ist ein Gift, das genauso stark ist wie eine echte Ablehnung.

    Du hast dich durch die Frage scharf kritisiert gefühlt, ohne dass du tatsächlich kritisiert wurdest. Und ja, das E-Sax ist für jemand, der vor allem mit seiner Tonbildung kämpft und hier Herzblut reinsteckt, vielleicht erstmal ein Shortcut, der diskutiert werden will, vielleicht auch nicht. Alle Gegenargumente sind dadurch entkräftet, dass in der Situation gesundheitlich die einzige Alternative für dich gewesen wäre, halt gar nicht zu spielen. Also eigentlich wenig Raum für Kontroverse, außer geschmacklicher. Nur wissen kann das niemand, wenn du die Diskussion nicht zulässt.

    @Saxoryx, mach dich nicht schlechter als du bist und lass dich nicht durch die Vorstellung umtreiben, dass ein Thema kontrovers diskutiert werden könnte!
     
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  7. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    So kontrovers fand ich es denn auch wieder nicht. Aber danke für Deine Worte. Das ist sehr nett. :) Klar, Du hast schon recht mit Watzlawick. Das ist einfach blöd, wenn man sich selbst sozusagen Frage und Antwort im Kopf immer absurder und negativer vorstellt und sich damit von vornherein alles verbaut. Oder anderen etwas unterstellt, was sie gar nicht gesagt haben. Und vielleicht auch nie gesagt hätten.

    Ich habe ja auch länger darüber nachgedacht, ob ich überhaupt darauf eingehen soll, wenn so eine Frage gestellt wird. Denn sie hat eigentlich keine weitere Bedeutung. Es ist nur eine Informationsfrage. Aber dann dachte ich, eigentlich ist es wichtig, mal über die Bedeutung von Digitalsaxophonen in einem Saxophonforum zu diskutieren. Denn das ist nun einmal die Entwicklung der Zeit. Vor dem Mark 6 gab es keinen Anlass, über das Mark 6 zu diskutieren. Aber seit es da ist, wird eben darüber geredet.

    Vor der Entwickung von Digitalsaxophonen gab es keinen Anlass, darüber zu diskutieren, aber jetzt sind sie eben da, und doch wird eigentlich nicht wirklich darauf eingegangen, was das für uns Saxophonisten bedeutet.

    Kann man auf einem Digitalsaxophon Saxophonspielen lernen? Ja, kann man. Auf einem YDS-150 oder einem Travel Sax kann kann man die Griffe lernen, man kann auch lernen, gleichzeitig hineinzublasen, lauter und leiser, und ein Stück in gewisser Weise musikalisch zu gestalten. Es ist zwar nicht ganz mit einem echten Saxophon zu vergleichen, aber ich würde aus meiner Erfahrung jetzt sagen: Lieber mit einem Travel Sax oder einem YDS anfangen als gar nicht anfangen oder auf einer Gurke, die einem die Lust am Spielen sofort wieder vertreibt.

    Es gibt bestimmt eine Menge Leute (insbesondere Saxophonlehrer, aber auch andere), die da völlig anderer Meinung sind. Dennoch würde ich sagen, wenn mich jemand fragen würde, bevor Du nicht weißt, was Du kaufen sollst, kauf lieber ein Travel Sax oder ein YDS. Da kannst Du nichts falschmachen und jeder Ton kommt von Anfang an sauber und ohne Intonationsschwierigkeiten heraus. Was sehr motivierend sein kann verglichen mit irgendwelchen Quietschern auf analogen Saxophonen.

    Letztens gab es auf dem Kanal von Katrin Scherer ein Interview mit einem ihrer Schüler, der ein YDS hat, und sie fragte ihn, was für ihn die Vorteile dabei sind. Eine seiner Antworten war: "Der Ton kommt immer sauber heraus. Den kann ich mir dann merken und auf meinem normalen Saxophon nachspielen. So habe ich eine viel bessere Vorstellung von dem Ton und weiß, dass er richtig ist und wie ich ihn spielen muss. Auf meinem normalen Saxophon weiß ich das nicht so genau." Sinngemäß wiedergegeben jetzt. Jeder kann sich das Video ja anschauen, wenn es ihn interessiert.

    Das war für mich ehrlich gesagt eine genauso überraschende Aussage wie für Katrin Scherer, die nach eigener Aussage mit digitalen Saxophonen absolut nichts am Hut hat und nichts davon versteht. Deshalb hat sie ja dieses Video mit ihrem Schüler gemacht. Sie hat alles alte Conn-Saxophone, ist also technisch auf dem Stand, auf dem auch ihre Saxophone sind. Und die sind nun mal nicht digital. Sie hat sich auch nie dafür interessiert und ist sichtlich überrascht von dem Interesse ihrer Schüler für digitale Instrumente.

    Genauso kommt es mir manchmal hier im Forum vor. Es gibt tausend Threads über Selmer und Mark 6 (was mich persönlich jetzt nicht interessiert, aber ich weiß, das ist Geschmackssache), aber es gibt kaum Threads über digitale Saxophone, Erfahrungen damit, Tests oder was weiß ich mit verschiedenen Sound-Bibliotheken wie z.B. SWAM. Welches ist der beste Saxophonsound? Welches ist die beste Einstellung? Welche Parameter sollte man beachten? Was hat das für einen Effekt? Wie kann man mit so einem Gerät am besten üben, damit man möglichst nah an das Üben mit einem analogen Saxophon herankommt?

    Das und ähnliche Fragen aus dem Umfeld wären doch mal interessant. Wird aber nicht drüber gesprochen. Obwohl es hier in dem Forum um Saxophone und Saxophonspielen geht. Auch ein Digitalsaxophon zu spielen ist Saxophonspielen. Es ist nur eine andere Art Saxophon. Genauso wie ein Conn anders ist als ein Selmer. Man braucht keine Entschuldigung dafür, dass man Conn spielt und nicht Selmer oder dass man Selmer spielt und nicht Conn. Das ist eine persönliche Entscheidung und eine Geschmacksfrage. Und man braucht meines Erachtens auch keine Entschuldigung dafür, ein digitales Saxophon zu spielen (wie beispielsweise, dass ich krank und in Arbeit ertrunken war). Es ist ein Saxophon. Eine Möglichkeit, Saxophon zu spielen, wie es viele andere gibt.

    Das würde ich mir als Herangehensweise wünschen. Das ist mir so im Laufe der Zeit klargeworden. Ein Travel Sax zu spielen ist so ein Unterschied wie Alt oder Sopran oder Tenor oder Bariton zu spielen. Jeweils eine völlig andere Erfahrung. Was das Einstellen hier im Forum betrifft, das ist wieder eine andere Sache. Darüber sind jetzt so viele Diskussionen geführt worden, die alle nichts mit digital oder analog zu tun haben. Ich denke, das hat damit zu tun, dass gewisse Konzepte sich überlebt haben. Aber das ist natürlich nur meine Meinung.

    Heutzutage hat sich eigentlich sogar schon das Konzept eines Forums überlebt. Das läuft alles über die sozialen Medien. Und demnächst gibt es vielleicht schon wieder etwas Neues. Das habe ich auch in anderen Foren gemerkt. Foren und feste Webseiten oder Blogs sind sozusagen schon was für die Großeltern (zu denen ich mich altersmäßig natürlich auch zähle), während viele jüngere Leute andere Wege suchen, TikTok zum Beispiel. Da gibt es auch Saxophonlehrer, die Sachen einstellen und Schüler finden. Habe ich letztens erst gesehen. Da wird sich auf eine Art ausgetauscht, das ist unglaublich. Die Welt dreht sich eben weiter.

    Allerdings will ich mich da jetzt nicht unbedingt immer mitdrehen. ;) Ich finde das Forum gut und habe mich hier meistens sehr wohlgefühlt. Es gab und gibt immer wieder Leute, die einem das Wohlfühlen vermiesen können, aber glücklicherweise hat sich das hier immer wieder eingerenkt. Es kann ja auch nicht immer alles nur Friede, Freude, Eierkuchen sein, auch wenn man sich das manchmal wünscht in dieser anstrengenden Welt, so zur Entspannung.

    Und um den Kreis zu schließen: Auch ein Digitalsaxophon trägt sehr zur Entspannung bei. Es hat kein Gewicht, das man schleppen muss und das einem den Nacken bricht oder den Rücken zerrt, man muss nicht wer weiß was für Anstrengungen unternehmen, um einen sauberen Ton herauszubekommen, man kann auf dem Rücken im Bett liegen und spielen, egal, ob krank oder gesund, man kann vor dem Fernseher lümmeln und lautlos spielen, während mein Schatz neben mir einen Horrorfilm guckt :cool:, man muss das Ding nicht warmspielen oder Longtones oder Obertöne spielen, damit man einen guten Ansatz hat und ordentliche Töne herausbekommt, man kann es mal ein oder zwei Minuten spielen ohne große Vorbereitung, muss also auch nicht immer gleich eine halbe oder eine ganze Stunde einplanen, um zu üben, kann es quasi sogar in die Hosentasche stecken und in der Straßenbahn oder im Bus spielen oder als Beifahrer im Auto ... Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Darauf wollte ich eigentlich nur hinweisen, glaube ich. Es ist eine sehr entspannende und motivierende Art, Saxophon zu spielen. Minimierter Aufwand, maximaler Effekt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4.Juli.2021
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  8. GelöschtesMitglied11524

    GelöschtesMitglied11524 Guest

    @Saxoryx :
    Es ist wunderbar, wenn Dich Dein Digitaldings entspannt, Du damit Musik machen kannst. Damit ist für Dich der Zweck ja schon erfüllt.
    Ich finde nur, dass die Dinger außer mit dem Namen mit Saxophon überhaupt nichts zu tun haben. Die Sounds klingen großteils lächerlich, und von der Körperlichkeit hat es gar nichts mit dem Original zu tun. Ich habe meine Meinung schon oft kundgetan. Ich finde Blaswandler hochinteressant, aber nicht, um ein Naturinstrument nachzumachen.
    Und ich glaube auch nicht, dass es für ein "richtiges" Saxphon groß etwas bringt, auf einem YDS zu üben.
    Vielleicht um Noten zu lernen.
     
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  9. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ach, @Saxoryx, mit so ner Ansage wird das mit der Ablehnung eine Self-Fullfilling Prophecy! Warum muss denn das E-Sax deiner Meinung nach von allen als reinrassiges Sax anerkannt werden? Ein Blaswandler mit Blockflötengriffen ist doch auch keine Blockflöte. Und ein Blaswandler mit drei Ventilen, wär das eine Trompete, ein Euphonium oder eine Tuba?

    Beim akustischen Blasinstrument benutzen wir den ganzen Körper, um die Schwingung zu erzeugen, die uns selbst und den Raum mit dem Klang erfüllt, den wir suchen. Für mich und vermutlich auch ein paar andere ist das die Essenz und der Grund warum wir es tun, oft seit Jahrzehnten. Es ist unsere Stimme beim musizieren! Die Finger sind die nicht unwichtige Nebensache, um Melodien spielen zu können, aber wenn die andere Griffe hätten dann wären sie halt anders. Natürlich geht es ganz vielen um die Tonerzeugung und den Sound.

    Und jetzt sollen die aus Gründen der Toleranz sagen, klar, der massiv prozessierte Sound, der immer in exakt der gleichen Form aus dem Ding kommt, wenn man es in den Wind hält, sei gleichwertig zu dem Sound, den du nach jahrelangen Mundstück-, Oberton und Longtone-Übungen machen kannst, den du in der Lunge, in den Zähnen und in den Fingern fühlst?

    Sorry, ich finde die Dinger grundsätzlich ganz cool (bis auf viele Sounds) und denke selber, dass ich genug Fingering-Baustellen habe, um von sowas zu profitieren, aber diese Forderung nach allgemeiner Anerkennung einer Gleichwertigkeit empfinde ich als richtig anmaßend. Es will dir niemand den Spaß mit dem Ding verderben, aber warum hängt der davon ab, ob andere das einem akustischen Sax gleichstellen?
     
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  10. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Ein schweres Thema. Ich verstehe, dass man sich gemobt fühlen kann. Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich kaum Ansatzpunkte um ein mit einem TravelSax eingespieltes Stück sinnvoll zu kommentieren. Soweit ich verstanden habe sind die spielerischen Ausdrucks (und Fehler-) Möglichkeiten bei diesem Instrument auf richtig oder falsch gegriffene Töne, Lautstärke und Timing beschränkt, den Rest macht die Elektronik. Klanglich wird doch das Meiste aus der Konserve vorgegeben. Soll diskutiert werden, ob man ein zum Stück passendes Sound Sample gewählt hat?

    Wenn es also nur darum geht, ein fertiges Stück nach dem zu beurteilen ob es gefällt oder nicht, dann ist die Wahl des Instruments Nebensache. Dass ich persönlich den quäkigen Klang eines Sax Anfängers dem geleckten "Plastiksound" künstlicher Saxophon Emulationen jederzeit vorziehen würde, hab ich ja schon ein paar Mal erwähnt und mich damit in die Nesseln gesetzt. Das hätte mir vor 10 Jahren gar nichts ausgemacht und ich hätte synthetische Fahrstuhlmusik von einer echten Aufnahme sicher nicht auseinander halten können. Aber jetzt bekomme ICH davon Ausschlag und das macht es nicht leichter, wenn man dann eine Performance neutral kommentieren soll. Da lass ich es lieber ganz. Ich bekomme aber auch bei bestimmten Musikstilen, die andere "total geil" finden Panik Attacken. Die hör ich mir eben nicht an und meine Kommentare dazu beschränken sich auf "meins ist es nicht, aber Geschmäcker sind ja verschieden".

    Aber um die Frage technisch einzuordnen: Inwieweit ist ein "elektronisches Sax" mehr "ein richtiges Sax" als ein "Keyboard mit Sax Sound Library"? Ja, die Griffe sind anders und "laut/leise" wird anders gesteuert. Aber kann man damit nicht genauso musikalisch spielen wie auf einem Blech Sax mit Holzblatt? Und wenn ich das überhaupt mit der Maus am Sequenzer setze und manipuliere, ist es doch auch Kunst. Es gibt viele Stücke die überhaupt nur so erzeugt werden und so etwas wie ein "physisches Instrument" nie gesehen haben bzw. ist das "instrument" eher eine Steuerzentrale und kein Klangerzeuger. Das ist in manchen Musikstilen gar kein Problem sondern wesentlicher Teil der Performance. Wenn ich also das Stück mit der Heimorgel einspiele, passt das dann hier noch rein? Welche Rückmeldung würde ich mir als (positive) Kritik zur Verbesserung meiner Performance wünschen? Sollte ich das dann vielleicht besser mit Keyboardys diskutieren als mit Saxophonistys?

    Ich bin fest überzeugt, dass das Forum trotz der spezifischen Namensgebung Aufnahmen mit "anderen Instrumenten" durchaus verkraftet. In einer anderen Diskussion werden ja auch die spezifischen Eigenheiten dieser Instrumente gegenüber ihren analogen Geschwistern besprochen. Die Beurteilung einer solchen Aufnahme kann ich mir trotzdem nur innerhalb vergleichbarer Rahmenbedingungen vorstellen, also beispielsweise Wind-Controller untereinander. Manches IST eben verschieden und zwangsweise Gleichmacherei macht es nicht auch zwangsläufig besser.

    Dass bei sportlichen Bewerben Personen trotz aller Fortschritte in der Geschlechter Gleichstellung meist immer noch nach Geschlechtern und oft auch nach Alter sortiert gegeneinander antreten liegt nicht immer an maskuliner Dominanz und Ausgrenzung, sondern primär daran, dass die physische Ausprägung des Organismus und die daraus resultierenden Möglichkeiten geschlechtsspezifische Cluster bilden und die persönliche Leistung sinnvollerweise nur innerhalb des jeweiligen Clusters gemessen werden kann.

    Ich kann daher die mangelnde Resonanz gut nachvollziehen. Für die Besprechung in den "TOTM und anderswo" sind ja nur die geeignet, die selbst so ein Teil spielen und das sind offenbar nicht viele.
     
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  11. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Da möchte ich auch etwas nachhaken. Ich habe es in dem Forum noch nicht erlebt, dass jemand für eine Einstellung kritisiert wird, weil die mit einer Klarinette oder einem Blaswandler aufgenommen wurde. Meist weckt das eher besonderes Interesse und ist überhaupt kein Problem. Wenn ich jetzt was auf dem Tenor einspiele und darauf beharre, dass sei mit der Bassklarinette gespielt (denn nichts anderes sei ja die Weiterentwicklung von Sax), wird das Feedback sich sicherlich nicht mehr um mein Spiel drehen.
     
  12. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Ich will auch niemand von irgendetwas überzeugen. :) Wir haben alle unsere Meinung und die ist das, was für uns entscheidend ist. Deshalb drehen sich manche Diskussionen ja auch nur im Kreis. Aber hier bei diesem Thema gibt es ja kein Ziel, das man erreichen muss. Es ist eben nur ein Thema, das es früher nicht gab und das sich wahrscheinlich erst einmal etablieren muss. Die meisten werden wohl mit einem analogen Saxophon zu spielen anfangen und nicht mit einem Digitalsaxophon. Deshalb wird es wohl auch keine Fragen im Anfängerforum zu Digitalsaxophonen geben.

    Obwohl ich denke, für einige Anfänger würde das einige Probleme lösen oder gar nicht erst aufkommen lassen, sodass sie erst einmal Spaß am Spiel finden könnten, bevor sie sich dann auf die Suche nach dem für sie richtigen Saxophon begeben. Das könnte auch viele Enttäuschungen vermeiden, wenn man ein Saxophon gekauft hat, das vielleicht doch zu billig, zu schlecht gebaut, zu kaputt, zu vintage oder zu irgendwas ist, um den Spaß am Spiel zu vermitteln. Das kann einem mit einem Digitalsaxophon nicht passieren, das ist von Anfang an perfekt und bleibt es auch.

    Die Kriterien, die man an so eine Aufnahme anlegen müsste, wären aber zum Teil andere. Intonation kann beispielsweise kein Kriterium sein, denn die kommt ja von der Software. Die Töne sind immer exakt in tune. Der Sound ebenso. Da kommt es eher darauf an, dass man dazu in der Lage ist, die Parameter richtig einzustellen, als dass man genügend Longtone- oder Obertonübungen gemacht hat. Die braucht man eigentlich überhaupt nicht.

    Was man genauso wie auf einem normalen Saxophon braucht, ist Fingerfertigkeit. Man muss die Töne greifen können, wissen, wie sich die Töne greifen lassen und auch, wie man mit der Luft, die man durch das digitale Saxophon bläst, den Ton gestalten kann. Das ist natürlich etwas anders als mit einem richtigen Saxophon, aber ich habe festgestellt, dass es doch nicht ganz egal ist, mit welchem Mundstück und mit welchem Blättchen man spielt. Als ich mal mit einem sehr alten Blättchen gespielt habe, kam die Frage, ob das ein altes Blättchen ist, völlig zu recht. Und als ich da ein anderes Blättchen genommen habe, hat sich das in der Aufnahme bemerkbar gemacht. Der Widerstand des Mundstücks ist natürlich auch nicht zu verachten, je nachdem, welches Mundstück man da oben auf den kleinen Hals steckt.

    Es ist, finde ich, ein interessantes Thema, das noch viel zu wenig erforscht ist. Weil sich die meisten Saxophonlehrer ja auch nicht damit auskennen (wie Katrin Scherer ganz offen und sympathisch zugegeben hat), unterrichten sie das nicht. Sie erwarten von einem Saxophonschüler vermutlich, dass er ein analoges Saxophon zur ersten Stunde mitbringt, nicht ein digitales. Das fänden die meisten wohl noch sehr komisch. Aber das könnte sich in Zukunft vielleicht ändern.

    Insbesondere für den Onlineunterricht hätte das viele Vorteile. Ich schließe mein Digitalsaxophon einfach an meinen PC an und der Sound wird absolut klar und ungestört zu meinem Lehrer übertragen. Keine Frage des Equipments mehr, des Mikrofons, der Ausstattung, der Lautstärke des Saxophons, die sich massiv von der Lautstärke beim Sprechen unterscheidet, sodass man oft nur das eine oder das andere richtig hören kann. Und das oft auch noch verzerrt, je nach technischer Ausstattung.

    Das Saxophon der Zukunft ist zumindest in Ansätzen schon da. In Zukunft heißt es dann vielleicht nicht "modern" oder "vintage", sondern "Spielst du noch analog oder digitalisierst du schon?" ;)
     
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  13. sachsin

    sachsin Strebt nach Höherem

    Liebe @Saxoryx ,

    ich lese hier still mit....
    Dein Spiel hatte ich damals gelobt; gute Intonation usw.... , darüber stand "Altsaxophon" - erst @Livia mit Ihrer berechtigten Nachfrage hat mich genauer hinhören lassen.

    Und nein, der digitale Blaswandler ist nicht ein anderes "Saxophon" und mit Spieltechnik sowie den Anforderung bzgl Spielweise mit einem analogen Saxophon zu vergleichen.

    Wir finden uns hier -in diesem Forum - zusammen um unsere besonderen Anforderungen eines Instrumentes zu diskutieren, das ein Herr Sax aus Belgien
    in Paris erfunden und etabliert hat :)

    Wie meine Vorredner schon bemerkten, kann man gern auch Aufnahmen mit anderen Instrumenten einstellen, nur sollte man dann bei den Angaben zur Aufnahme
    auch ehrlicherweise richtig erwähnen, mit was für einem Instrument man diese gemacht hat. Deine nicht ganz korrekte Angabe war der Auslöser
    der Fragestellung, - nicht mehr und nicht weniger ....
    Ein Zweifel an Deinem Können war mit der Frage nicht impliziert und solltest Du auch nicht lang und breit unterstellen ;)

    Nichts für ungut... hab einfach Spass an der Musik, egal ob mit Blaswandler oder Saxophon.
    Ich höre Dir gern zu und freue mich mit Dir über Deine Fortschritte.
    Freundliche Grüße :)
    Christine
     
    Zuletzt bearbeitet: 5.Juli.2021
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  14. albsax

    albsax Ist fast schon zuhause hier

    nur als kleine Randbemerkung: das trifft zwar auf viele der aktuellen Blaswandler zu, hat aber mit Blaswandler als solchen nichts zu tun, sondern nur mit der bei vielen mangelnden Umsetzung des Blaskonzepts.
    Ich kann mit meinem Blaswandler natürlich out of tune spielen, wenn ich den Lippendruck nicht passend gestalte.

    LG
    Albrecht
     
  15. ChristophSax

    ChristophSax Kann einfach nicht wegbleiben

    Ein Saxophon ist ein Saxophon und ein Blaswandler ist ein Blaswandler.
    Ein Klavier ist ein Klavier und ein Keyboard ist ein Keyboard.

    Für mich hat das auch nichts damit zu tun, ob wir uns an etwas gewöhnen müssen oder nicht. Es ist was vollkommen anderes.

    Ob´s gefällt oder nicht, ist Geschmackssache.
    Und darüber kann man nicht streiten.

    Aber nachfragen darf man schon.
     
  16. Jacqueline

    Jacqueline Strebt nach Höherem

    Das stimmt nicht so wie du es sagst.
    Dass oft wenig Resonanz kommt ist unabh. vom Instrument.
    Es ist hier eher die Regel als die Ausnahme...und das hat viele Gründe abseits von deinem genannten.

    Es kann auch daran liegen, dass man sich mit dem Instrument weniger identifiziert als mit einem Alt/Tenorsaxophon.
    Bspw. bin ich auch immer etwas neugieriger auf Einstellungen, die mit einem Altsaxophon gespielt sind. Eben weil das auch mein gewähltes Instrument ist.

    Wenn man nun nie ein Digitalsaxophon hatte, was soll man dann schreiben?

    Ich finde deine Einspielungen sehr schön.
    Ob ich das Digitalsaxophon toll finde?
    Mhmm, eher nicht - klanglich ist es eben eine andere Welt.
    Aber es ist unabh. von deiner musikalischen Leistung.

    Wenn du mehr Kritik willst, dann mache es am besten so, dass du unter deine Einstellung ein paar Punkte schreibst.

    Wie findet ihr die Intonation?
    Was sagt ihr zur Phrasierung?
    Ich finde, dass ich an Stelle X...seht ihr das auch so?

    Meistens kommt dann mehr Feedback.
     
  17. Jacqueline

    Jacqueline Strebt nach Höherem

    Richtig.
     
  18. Thomas

    Thomas Strebt nach Höherem

    Das Saxophon der Zukunft? Eine ziemlich dystopisches Gedankenspiel finde ich. Alle wohnen in diesem seltsamen Plastikkabuff wie man es in japanischen Großstädten sieht, das soziale Leben findet im Handy statt , gemampft wird soylent Green, die musikalischen unter uns blasen ab und an in einen Blaswandler , oder spielen ein digitalkeyboard, jeder bekommt eine Gummipu….nein lassen wir das lieber, wär kein Leben für mich…..
    Ein Blaswandler ist für mich schonnetwas sehr nützliches, aber es geht mir nicht darum etwas zu erzeugen und aufzunehmen was hinterher irgendwie nach Sax klingt wie eine Aufnahme mit einem echten Sax, der Spaß am Sax spielen ist doch dass man TEIL der Klangerzeugung ist, das Blatt zum schwingen bringen, dies an den Lippen zu spüren, das Vibrieren an den Fingern, das Gefühl der schwingenden Luftsäule bis ins Zwerchfell runter…. die körperliche Anstrengung und dann die Befriedigung wenn da was tolles rauskommt….. DAS ist das echte Leben, der echte Spaß an den Blasinstrumenten…..
    LG
    Thomas
     
  19. Jacqueline

    Jacqueline Strebt nach Höherem

    Im Gegenteil, ist total nice. Einige spielen Klavier oder noch andere Instrumente.
    Man denke an den Adventskalender.
    Das macht's bunter.
    Aber der Fokus rückt nie vom Saxophon weg.

    Und so wie ich es mitbekommen habe sind Klarinette und Querflöte für (professionelle) Saxophonisten auch von besonderer Bedeutung - weil damit oft gedoublet/d (Hilfe, Denglisch) wird.
    Und das gehört dann für mich auch irgendwie zum Saxophon.
     
    sachsin gefällt das.
  20. Jacqueline

    Jacqueline Strebt nach Höherem

    Das kann einem auch nicht passieren, wenn man dem Lehrer, den man bezahlt, die gut gemeinten Ratschläge abnimmt.
    Meist ist man ja nicht der 1. Schüler, sondern der 1xx., mit denen er die Geschichte schon mehrmals durchgekaut hat.
     
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