Besserer Klang durch korrekte Atmung

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Mona, 27.Dezember.2025.

  1. Mona

    Mona Schaut nur mal vorbei

    Hallo zusammen,

    ich lerne seit ca. 4 Monaten Saxophon und bin mit meinem Klang ziemlich unzufrieden. Vor allem bei hohen Noten, wirkt er oft dünn, instabil oder gepresst – je nach Tagesform.

    Ich habe schon oft gelesen, dass ein schöner Klang viel mit der Atmung zu tun hat. Die Zwerchfellatmung beim Einatmen glaube ich grundsätzlich verstanden zu haben.
    Was mir aber unklar ist: Wie funktioniert das Ausatmen? Mir wurde schon gesagt, dass ich gewisse Noten mit mehr Druck spielen soll, was ja kaum bedeutet lauter zu spielen.....

    Viele Anleitungen sprechen von „Stütze“, „Luft tragen“ oder „kontrolliertem Luftstrom“, aber praktisch kann ich das schwer greifen.

    Mich würde interessieren:
    • Wie habt ihr das Ausatmen / die Stütze gelernt?

    • Gibt es konkrete Übungen, die geholfen haben?
    Danke euch!
     
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  2. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Mit einer Lehrerin in Präsenzunterricht, bzw. davor schon beim Singen. Das ist eines der Dinge, bei der ich eine persönliche Betreuung am wichtigsten finde.

    Ganz am Anfang hat mich meine Lehrerin ein Blatt Papier gegen die Wand/ Tür blasen lassen, um einen fokussierten Luftstrom zu bekommen. Bezüglich Stütze dann darauf achten, dass die richtigen Rumpfmuskeln angespannt werden. Und "longtones" helfen, über das ganze Lungenvolumen die Körperspannung möglichst konstant zu halten. Was mir einmal so spontan einfällt.
     
  3. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Für solche Fragen, denke ich, ist ein Lehrer vor Ort, der dich hört und sieht, die bessere Hilfe als das Forum.
    Vielleicht fängst du bei den hohen Tönen an zu beißen und quetschst den Ton ab, und es liegt gar nicht an der Luft. Wobei das ja letztendlich alles zusammen hängt.

    Mein Schlüsselerlebnis war damals, dass ich mal richtig richtig laut gespielt hab. Vorher immer nur zu Hause und im Modus „hoffentlich hört mich keiner“. Das war ein regelrechter Befreiungsschlag für meine Tonerzeugung.

    Nach vier Monaten sollte man aber auch nicht zu viel von sich erwarten.
     
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  4. Mona

    Mona Schaut nur mal vorbei

    Vielen Dank für eure Antworten.
    Ich nehme Unterricht, doch irgendwie reichen die 30 Minuten pro Woche kaum aus ;-). Es ist wohl auch so, dass ich als er Erwachsene viel mehr hinterfrage als Kinder, die wohl einfach so drauf los spielen.

    Was genau sind denn die „richtigen“ Rumpfmuskeln? Wahrscheinlich lege ich den Fokus zu sehr auf den Bauch.... Es ist wohl sinnvoller, einfach Longtones und einen fokussierten Luftstrom zu üben. Die nötige Rumpfspannung bzw. Stütze sollte sich dann mit der Zeit automatisch einstellen, oder?

    Ja, nach nur vier Monaten Unterricht ist es wahrscheinlich so, dass es nicht nur an der Luft liegt, sondern viele Dinge zusammenkommen. Das Problem mit dem Beißen habe ich tatsächlich auch – da weiß ich aber inzwischen, wie ich dagegen arbeiten kann.
    Alles, was mit „Bauch“ bzw. Stütze zu tun hat, ist für mich noch deutlich schwerer zu greifen, weil man es nicht so direkt kontrollieren oder beobachten kann. Deshalb versuche ich gerade herauszufinden, wieviel man bewusst machen sollte/kann und ab welchem Punkt es eher kontraproduktiv wird.
     
  5. Woliko

    Woliko Strebt nach Höherem

    Verwendet ihr für den Unterricht ein Lehrbuch? In guten Büchern für Anfänger wie z.B. in John O‘Neill‘s „Die Jazzmethode für Saxophon“ ist in einem der Einführungskapitel auch die Atemtechnik beschrieben.
     
  6. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Schwierig wird es erst, wenn du ALLES jetzt sofort ganz ganz richtig machen willst. Spiel einfach viel und ruhig und gleichmäßig und ohne Hast und hör dir gut zu, dann kriegst du mit der Zeit alles hin. Denk an den geraden satten Ton, den du spielen willst und nicht an die Atmung.
     
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  7. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Der Punkt ist wohl von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ich denke, dass viele Sachen einfach von alleine kommen, wenn man regelmäßig übt, Spaß daran hat und präsent dabei bleibt.
    Ich habe vor einiger Zeit angefangen Gitarre zu lernen. Zuerst autodidaktisch, mit etlichen YouTube Videos und hab mir über alles mögliche den Kopf zerbrochen und ständig den Zwang gehabt, alles richtig machen zu müssen. Dann hab ich mir einen Lehrer gesucht, das alles aus dem Kopf verbannt und einfach gemacht. Die ganzen verkopften Fragen vom Anfang haben sich mit der Zeit von selbst erledigt. ;)
     
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  8. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Das zeigt Dir der Lehrer/ die Lehrerin, da ist eine verbale Beschreibung nicht das geeignete Mittel.
    Wenn Ihr das nicht behandelt habt, dann wurde was versäumt. Gehört für mich zu den notwendigen Grundlagen.

    Wenn man es einmal erklärt bekommen hat, dann schon.

    Leider auch eingelernte Fehler. Deshalb besteht üben ja nicht nur daraus, Stücke dahinzududeln, sondern auch aus Technik-Übungen, wo man sich gezielt auf bestimmte Aspekte konzentriert und die bewusst einübt, auf dass sie sich einmal automatisieren und man dann nicht mehr darüber nachdenken muss.
     
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  9. Moritz.M

    Moritz.M Ist fast schon zuhause hier

    Ja. Die andere zielführende Übung ist, eine brennende Kerze aus ca. 25cm Entfernung mit gleichmäßigem Luftstrom so anzublasen, dass die Flamme sich nach hinten neigt und möglichst nicht flattert.
    Geht natürlich nur mit echten Kerzen, nicht mit elektrischen :smil3dbd4e29bbcc7:
     
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  10. Nemo

    Nemo Ist fast schon zuhause hier

    So sehe ich das auch. :thumbsup:
     
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  11. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Die Töne "da oben" sind wie ein Bergaufstieg. Wenn du immer nur ein Ton mehr machst den du schön formst , braucht das zwar etwas bis zum letzten Ton aber der wird dann dich auch zufrieden stellen.
    beginne zwei Halbtöne unterhalb des Tones von dem du sagst das er dir von Klang und Volumen gefällt. Dann gehst du zwei Halbtöne chromatisch langsam hoch. Höre dir zu.
    Spiel mit dem Ton laut leise versuch ihn fallen zulassen oder anzu heben. Ein Sax ist kein klavier ( taste -> Ton fertig) Gefällt der Ton nicht wieder zurück auf sicheren Boden.
    Das mach einfach nur so 5 bis max 10 Min ... das ist anstrengend weil es deine Aufmerksamkeit bedarf was du mit dem Mund, der Zunge, dem Rachenraum, den Lippen und mit der Luft machst..
    Ziel ist bewusst die Stellschrauben der Töne wahrzunehmen.Weshalb Halbtöne ? Weil die Veränderung nicht so gross ist und damit du feinfühlig dich hocharbeitest.


    Das geht auch nicht schnell aber mir hat das geholfen...
    Und gerade bin ich dabei Klarinette zulernen und das mache ich das auch so und es geht jeden Tag ein wenig besser....

    Meine Art das Problem anzugehen, es wird noch viel andere Methoden geben... du muss halt DEINEN Weg finden es zu lernen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27.Dezember.2025
  12. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Schließe mich den Vorrednern an. Der Kopf ist zwar grundsätzlich wichtig, be den Dingen die man üben und dabei erfahren muss, ist er aber gerne im Weg. Sprich dein Problem im Unterricht an, dann kann dein Lehrer auch mit diesem Fokus mithelfen.

    Das einzige, was ich ergänzen möchte weil ich es so nicht im Unterricht gelernt habe, ist die Grenzen des Sounds auszutesten. Z.B. kannst du den gleichen Ton, der dir zu dünn ist, einen Viertelton zu tief stabil spielen? Wie klingt er dann? Was passiert mit dem Luftstrom wenn du das tust? Kannst du den Ton auch spielen, wenn du ganz wenig Mundstück in den Mund nimmst? Kannst du ihn spielen wenn du ganz viel Mundstück in den Mund nimmst? Ist die Stelle, bei der der Ton am bequemsten kommt auch die, wo er am schönsten klingt? Viel Lippe wenig Lippe, Vokal „i“ vs. „a“ oder „o“, mit Rauschen oder ganz ohne, etc. etc.

    Das sind alles so Experimente fürs stille Kämmerchen, vor oder nach dem eigentlichen üben. Du solltest meiner Meinung nach nichts davon aktiv auf dein tatsächliches Spiel übertragen, sonst legst du dir evtl. unnötige Stolpersteine in den Weg. Spiele wie du es von deinem Lehrer lernst. Aber das Experimentieren mit der Tonbildung führt m.E. dazu, dass du die Stellschrauben kennenlernst und irgendwann automatisch bedienst.
     
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  13. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Hören, Imitieren und sich keinen Kopf über etwaige Details zu machen ist eine Möglichkeit, die man in Betracht ziehen kann.
    Das ist auf jeden Fall besser als den zu einem großen Teil schwachsinnigen und anatomisch einfach falschen Anweisungen auf youtube zu folgen - oft von Spielern, die selbst großartig spielen.

    Der Grund warum gerade hier auf die Wichtigkeit einer persönlichen Hilfestellung durch eine kundige Person hingewiesen wird:
    Wenn jemand ein Auge hat kann der einen Schüler mit dem größten Stuss füttern und es funktioniert trotzdem.
    ("Atme in den Bauch..")

    Ich hab immer gerne gewusst, was wirklich abgeht, hab mir teure Anatomiebücher gekauft und Unterricht bei Personen genommen, die sich wirklich auskennen.
    Für das Spielen selbst hilft das nicht unbedingt.

    Was so in Schulen steht (O'Neill, Dapper etc.) kann helfen, ist aber oft auch ungenau und im Einzelfall zu wenig.

    Selten passt auch der von mir schon 100x zitierte Satz von Denis Wick so gut wie hier.
    (Ich lese ihn selbst immer wieder gerne :)):

    The players/teachers do what they do; they tell the student what they think they do; the students think they heard what the teachers said about what they think they do; the students then try to do what they think the teachers said about what they think they do.
     
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  14. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Im schlimmsten Fall ja - wenn man nicht reflektiert, nicht nachfragt, nicht kontrolliert. Es sollte der Lehrer das, was er erzählt, schon selbst bewusst und reflektiert getan haben, er sollte darauf achten, ob beim Schüler das angekommen ist, was er erklärt, der Schüler seinerseits sollte nachfragen, ob er es richtig verstanden hat, bzw. wenn er wo nicht sicher ist, wie es gemeint ist. Und bei gutem Willen passiert davon in Praxis auch einiges. Jedenfalls habe ich meine Lehrer (nicht nur am Sax) schon so erlebt, dass sie wissen, wovon sie reden. Sollte man es anders erleben, sollte man sich vielleicht nach einem besseren Lehrer umsehen.
     
  15. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Es geht aber nicht (nur) um's Reden.
    Es geht um Körpergefühl - so ist der Satz auch gemeint.
    Da ist eben nicht jeder gleich weit. Manche setzen Dinge dann "richtig" um, manche eben nicht.
    Wobei eben der Lehrer in Wahrheit etwas ganz anderes macht als er erzählt.
    Oder meinst Du, Dein Lehrer atmet in den Bauch?
     
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  16. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    ich bin da sehr bei @Analysis Paralyis . Das Grundproblem bei manchen Lehrern ist, dass sie "ihre " Methode für die einzig heilbringende halten und nicht schauen wie es auf genommen wird.
    Nicht jede Methode, Verbildlichung oder "mach das mal so dann geht das schon " ist für jeden Lernenden geeignet---
    Ich habe inzwischen wieder Freude gefunden Musik zu lernen. Ein entscheidender Faktor ist für mich ist, dass mein Lehrer mir auch gerne die Fragen nach dem weshalb beantwortet.
    Und das er sich auf meine Art die Welt zusehen und zuverstehen einlässt. Wobei er die Fähigkeit hat meine Sicht auf zunehmen und sie zu fokusieren ... Und wenn wir beide kein idee haben hat er immer noch den Joker Musiktheorie ... alles ohne Lapi und Technik nur mit seinem kurzen Bleistift und den Rückseiten von irgendwelchen Ausdrucken...
    Einfach auf die Basis reduziert.
    bare musikk
     
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  17. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Und das stimmt in dieser Absolutheit eben nicht. Als ob alle Lehrer keine Ahnung hätten, was sie tatsächlich machen.
     
  18. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Du kannst jetzt auf dieser scherzhaften Bemerkung bis Neujahr rumreiten, kein Problem :)
     
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  19. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Ach, dann wars auf einmal ein Scherz... auch recht.
     
  20. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Schau, wenn Du nicht verstehen WILLST, ist es auch recht.

    Die Bemerkung von Denis Wick war scherzhaft.
    Mein Kommentar war Ernst gemeint.

    Ich habe z.B. das Buch "The Saxophone" von John Harle gelesen.
    Der Typ spielt grandios, das was er in seinem Schmöker erzählt ist kompletter Unsinn.
    Das sag nicht ich, dazu gibt es viele Kommentare und auch wissenschaftliche Untersuchungen.
    Und trotzdem scheinen die Sachen für seine Schüler zu funktionieren, und ich hab beim Durcharbeiten auch viel gelernt.
    Wenn das in Deiner Welt unmöglich ist passt das für mich.

    Geh hin in Frieden! Oder reite weiter, ich steig hier ab.
     
    Gerrie gefällt das.
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