wohin soll es gehen mit dem Klang?

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Calymne, 31.Dezember.2025.

  1. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar


    Ok, ich bin beruhigt!

    Du hast nur den normalen Frust, wie den viele Musizierende kennen.

    Dein Fazit ist stimmig!

    Gezielt motivierenden und kompetenten persönlichen Unterricht zu nehmen, ist meines Erachtens der beste Weg. Ob real oder online ist eher zweitrangig. Ich coache und lasse mich coachen.

    Meine Erfahrung mit standardisierten Onlinekurse ist eher schwierig, weil du dich komplett selber motivieren musst.

    Workshops sind immer gut, weil du dann Gleichgesinnte triffst.

    Was @ppue schreibt, ist vollkommen richtig.

    Im Grunde ist das Beschäftigen mit der Musik eine ewige Baustelle, die deine Persönlichkeit massiv betrifft.

    Du schaffst es!
     
  2. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Moin,
    Vielleicht ein kleiner Nachtrag zur Bldung des sogenannten "persönlichen" Sound:
    Mein Lehrer hat mir mal eine Übung gezeigt, die im Nachhinein sich als sehr hilfreich erwiesen hat: die einfachen Sätzen natürlich aussprechen und solange nachspielen, bis man sie wieder erkennt. In meinem Fall in Muttersprache.
    Z.B. "Ich gehe nach Hause ". Oder "Ich will essen". Wirklich so natürlich wie es geht. Auch mit der Zunge die Silben / Wörter zurecht schneiden, statt den Luftstrom ausgehen und den Ton fallen zu lassen. Aber nur da, wo man es auch im normalen Sprachgebrauch macht. Immer ein paar Minuten lang.
    Wenn ich mir Interviews mit den Großen anhöre, meine ich, ihre menschliche Stimme in ihrer Saxophon-Stimme wieder zu erkennen. Aber vielleicht bilde ich es mir nur ein).
    Ich hoffe, es könnte helfen.
    L.G. Alex.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2.Januar.2026 um 06:53 Uhr
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  3. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier




    Da ist vielleicht ein gutes Beispiel: nachdem das Stück zu Ende ist, gibt es ein kurzes Gelächter von Ben Webster.
     
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  4. slowchange

    slowchange Kann einfach nicht wegbleiben

    Darf ich hier nochmal was zu sagen? Das hat mich nämlich auch immer schon genervt. Wenn ich die Gesangsstimme von "Englishman in New York" so cool finden würde, dann würde ich doch versuchen, in der Band den Gesangspart von Sting zu machen, ich würde mir ein Gesangsmikro besorgen, vielleicht Gesangsunterricht nehmen. Aber wenn ich mir die Saxophonnoten davon besorge, dann will ich natürlich die Stimme von Branford spielen! Das ist doch klar.
    Ich habe nie verstanden, warum es nicht viel mehr Notenbücher mit den gängigen Saxophonsolos aus bekannten Stücken gibt. Baker Street, Careless Whisper, Your latest Trick, alle diese Sachen, die jeder mitsingen kann. Wahrscheinlich hat das was mit Copyright zu tun.

    (Das macht es dann halt nötig, dass man sich die Sachen raushört. Glücklicherweise ist das meistens möglich und trainiert das Spielen nach Gehör.)
     
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  5. jabosax

    jabosax Ist fast schon zuhause hier

    Und wenn es mit dem Raushören nicht geht, gibt es die Solos hier:
    Saxsolos.com
    Ich habe mit der Seite sehr gute Erfahrungen gemacht.
    Genießt den Tag
    Jabo
     
  6. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Wenn du Jazz magst!
     
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  7. Frau Buescher

    Frau Buescher Ist fast schon zuhause hier

    @jabosax sind die Soli gut lesbar ?
     
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  8. jabosax

    jabosax Ist fast schon zuhause hier

    Nicht nur, z. B. auch Careless Whisper, Englishman in New York
     
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  9. jabosax

    jabosax Ist fast schon zuhause hier

    Ja, die kommen als PDF mit „Maschine“ geschrieben, keine Handschrift. Ich schicke Dir heute Abend mal ein Beispiel per PN.
     
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  10. ppue

    ppue Mod Experte

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  11. Cazzani

    Cazzani Ist fast schon zuhause hier

  12. Sebastian

    Sebastian Ist fast schon zuhause hier

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  13. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Erzähl einer, das Solo von Englishman sei kein Jazz.
     
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  14. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Kannte ich nicht! Danke.
     
  15. Still

    Still Kann einfach nicht wegbleiben

    Ja, aber kein guter, denn wirklich guter Jazz wissen die WAHREN Jazz- Liebhaber ist nicht erfolgreich.
    Sonst schwimmt man ja mit der "Masse" und das geht ja gar nicht. :D
     
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  16. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Wenn ein (guter) Popsong Jazzelemente beinhaltet (meine BWL-Lehrerin sagte immer: "Beinhalten tut der Hund") ist es IMHO noch lange keine Jazz.
    Insoferne keine Gefahr, dass man darüber diskutieren müsste :)

    Ich sähe auch keinen Sinn darin, sich in gratis oder gekaufte Transkriptionen zu vertiefen.

    Ich hatte gestern (nach 3 Stunden Probe, uff) einen älteren Schüler, der mir auf seinem Mobile seine Spotify-Liste zeigte - ihm gefällt Johnny Hodges.
    Wir haben dann 2 Takte eines Blues zusammen aus dem Kopf transkribiert (das hat eine Weile gedauert, ich wollte ihm absichtlich nicht zu viel helfen :)), und er hat dann versucht, bei ein paar Tönen das großartige und geschmackvolle Bending und seine Phrasierung nachzumachen. Anschließend haben wir nach Noten ein Blues-Duett gespielt.
    Tatsächlich färbte das Gehörte und Transkribierte auf sein (fortgeschrittenes Anfänger-) Spiel ab.

    Ich denke so etwas bringt mehr als nach Noten eine Transkription nachzuspielen - IMHO würde das weniger den Kern treffen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3.Januar.2026 um 08:43 Uhr
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  17. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Die hatte offenbar Goethe gelesen.

    Du hast schon recht mit dem was du sagst. So haben es die Jazzer und Rocker und überhaupt alle pubertierenden Populärmusiker ja auch gemacht. Und so habe ich früher auch ein bisschen Klampfen gelernt.

    Andererseits wurde ich in meinem Unterricht auf Sax und Klarinette ganz anders sozialisiert, wie viele andere auch. Da lief alles über den Notentext. Und heute geht für den ersten Schritt lesen schneller als hören, wenn man ein Solo kopieren will. Man muss hat dann vom Text wieder wegkommen und zum hören zurück. Ich weiß nicht, ob ich mir da im Weg bin, es ist aber auch aus der Not eine Tugend machen.
     
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  18. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich konnte noch mit keinem der ausgeschriebenen Solos, die kostenlos oder gegen Gebühr herumfliegen, irgendetwas Sinnvolles anfangen.

    Sogar die erschmachtete, offizielle Transkription des gesamten Dexter Gordon Albums „GO!“ -für 20 Dollar oder so- ist nichts, als ein digitales Artefakt für mich geblieben. „It didn’t work that way for me.”

    Vier Takte nach Gehör (mit Verlangsamung) taten zwar am Anfang sehr weh, haben mich aber ungleich viel weiter gebracht.
    Dann nochmal vier, dann acht, usw.
    Und je öfter man das macht, desto leichter fällt es.
    Und je stärker ich mich vom Notentext löse, desto leichter fällt es mir andererseits, Neues vom Blatt zu spielen (was ich komplett paradox finde).
     
  19. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Fürs Improvisieren bringt es sicher auch mehr so.

    Wenn man was einfach nachspielen will, geht das andere halt für gelernte Notenfresser 10 x so schnell. Ich sehe die Argumente auf beiden Seiten und habe selber immer das Bestreben, mein Gehirn „integrativ“ zu nutzen, d.h. Skills, die ich mir mal erarbeitet habe (ggf. unfreiwillig) bei neuem nach Möglichkeit zu recyceln. Vielleicht hier nicht so sinnvoll, aber vielleicht auch abhängig vom Ziel.
     
  20. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Es klingt in den letzten Posts gerade so, als hätte es keinen Wert sich mit fertigen Transkriptionen zu beschäftigen. Meine Erfahrungen sind da viel positiver. Sicherlich ist es noch besser, das Solo rauszuhören und auswendig nachzuspielen. Sich ein Solo mit Hilfe einer Transkription zu erarbeiten und zur Aufnahme mitzuspielen kann aber auch viel hilfreiches haben. Man übernimmt Phrasierung und Sound und es macht einfach Spaß. Ansonsten wären die ganzen Etüdenhefte von Snidero, Niehaus, Fishman etc., die letztendlich nichts anderes als ausnotierte Soli sind, ja unnütz.
    Will man sich melodisches und rhythmisches Material aus einer Transkription aneignen, halte ich das Adaptieren auf andere Stücke für die eigentlich Aufgabe. Ob ich die Phrase abgelesen oder rausgehört habe ist dann letztlich egal.
     
    Sax a`la carte, Rick, bthebob und 4 anderen gefällt das.
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