wohin soll es gehen mit dem Klang?

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Calymne, 31.Dezember.2025.

  1. Bb7

    Bb7 Ist fast schon zuhause hier

    Sage mal, was ist denn eigentlich der "eigene sound" ? Ich selbst klinge ganz gut auf dem Sax, ist mir schon oft genug bestätigt worden, von bands und auch von kurzen Besuchen bei Lehrern und wird schon stimmen, aber mein "sound" hört sich doch an wie zig andere gute oder nicht so gute Saxer an, da ist überhaupt nix Besonderes dran.
    Ich will, glaube ich, auch keinen eigenen sound, so berühmt werde ich dem Sax mit Sicherheit nicht.....reicht es nicht, wenn es einfach ganz gut klingt? Also mir reicht das.
     
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  2. Calymne

    Calymne Ist fast schon zuhause hier

    das schließt sich doch nicht aus. Ich muss auch nicht berühmt werden (hab ich gar keine Zeit für). Und ob man an einem Stück erkennen muss, dass ICH das gespielt habe - keine Ahnung, hab ich mir noch nicht überlegt. Ich glaube, so gut werde ich auch eher nicht.
    Es soll sich gut anhören, genau. Und der Ton muss zu dem passen, was ich spiele.
     
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  3. tehjay

    tehjay Kann einfach nicht wegbleiben

    ...ein Versuch der Systematisierung: Auch wenn Sound die direkte englische Übersetzung ist, würde ich Klang und Sound nicht gleichsetzen. Sound wird auch durch Spielweise (Intonation, Rhythmik, Melodik, Phrasierung,...) beeinflusst.

    Klang ist m.E. eher eine physikalische Kategorie. Wie beginnt ein Ton, wie klingt er (Obertonanteil, Rauschen, Lautstärke, Projektion, weit / eng, dünn / dick, Ornamentierungen...) und wie endet der Ton.

    Ob es einen eigenen Klang braucht oder ob man einen gefälligen immitiert, ist persönliche Präferenz. Vorrangig -zumindest für mich- ist, dass ich den Klang selbst so attraktiv finde, das ich nicht genug davon bekomme;) Und da bin ich eher auf der Subtone-Seite...
     
  4. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Exakt, und da wird es bei nur 2 Tönen schwierig :)
    Der eigene Sound wäre für mich, wenn ich die Vorstellung, die ich im Kopf habe, wie ich will, dass ein Ton, eine Phrase und/oder ein Stück klingen soll, auch so umsetzen kann. Also kein Delta zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
    Eigenständig wäre dann, wenn da eine Charakteristik existiert, die ich in alle Stücke immer mitnehme und die dann typisch eigen für mich wäre.
     
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  5. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Wenn die Vorstellung so klar ist kannst Du das auch ohne Nachzudenken.
    Warum auch nicht?
     
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  6. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Mal ein Beispiel: ich möchte ein Bild malen. Meine Vorstellung ist, dass es bspw wie ein Chagall aussehen soll hinsichtlich Farbe, Kontrast, Pinselstrich... Wenn ich das jetzt ohne das nötige Wissen, Fertigkeit, vllt Material versuche, wie weit komme ich da? Wenn da jetzt ein schönes Bild herauskommt, was nix mit Chagall zu tun hat, ist das zwar löblich, ist aber nicht das, was ich wollte. Es zeigt nur, was ich kann.
     
  7. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Möglicherweise besteht ein Missverständnis: ich dachte, es ginge hier um die Hilfestellung für die Anfänger bzw diejenigen, die es auf Dauer n7cht hinbekommen, den attraktiven eigenen Klang zu entwickeln.
    Das was Du beschreibst, ist eher ein Ergebnis. Aber irgendwo muss man ja anfangen.
    Ich persönlich brauche da eine Methode: entweder die eigene entwickeln, oder fremde übernehmen, oder ein Mix aus beiden. Wie beeinflusse ich den Sound? Lippendruck, Kieferstellung, Mundaufnahme, Zungenstellung, die Entspannung der Kehle, Stütze, die Gesammthaltung etz. Und das alles muss erstmals zum Werkzeug werden, also Techniken.
    Für mich persönlich (und glücklicherweise für meinen Lehrer) ist es einfacher und effizienter, die Techniken anhand der wenigen Töne anzueignen / entwickeln, um sie dann auf das Ganze zu übertragen.

    "Ich fürchte nicht den Gegner, der 1000 verschiedene Schläge kann, sondern denjenigen, der an einem einzigen Schlag sein Leben lang geübt hat". Angeblich Bruce Lee:)
     
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  8. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Wenn Du es im Kopf hast, dann kannst Du es auch. Damit Du das hast musst Du Dich schon ziemlich mit Chagall beschäftigt haben.
    Ist halt meine Meinung, ich gönne jedem seine eigene.
     
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  9. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Richtig, und wie man da m.M.n hinkommt, habe ich auch beschrieben.
    Das deckt sich in etwa, was du selbst auch schreibst. Es ist das Ergebnis einer Entwicklung. Da reicht es eben nicht 2 Töne zu spielen, die schön klingen.
     
  10. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Wenn man ein Maler ist und einige Techniken beherrscht, dann wohl. Wenn man keine gerade Linie zeichnen kann, das Lcht und Schatten nicht darstellen kann, seine 1000 Skitzen und Etüden nicht gezeichnet hat, sollte man vielleicht erstmal diese 1000 Skitzen machen. Und erst dann Chagall.
     
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  11. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Mal angenommen, du schaffst den Chagall, also ein Werk auf dem Sax genau nach deinen Vorstellungen umzusetzen.
    Jetzt kommt das nächste Stück, bei dem dir Chagall-Stil nun gar nicht gefällt.... und ein nächstes und ein nächstes. Am Ende hast du für jedes Stück deinen eigenen Sound, heißt aber dann, dass du alle Tricks und Kniffe der Spieltechniken können und gezielt einsetzen können musst. Oder?
    Und wenn du das alles kannst, dann wachst du morgens auf, und deine Vorstellung hat sich geändert. Der tolle Chagall, den du gemalt hast, gefällt dir nicht mehr.., dafür ist es jetzt Klimt oder wer immer.
    Damit wird für mich der eigene Sound greifbar nur als Momentaufnahme, bleibt letztlich eine lange bis ewige Entwicklung. Das soll niemand abschrecken oder demotivieren, an seinem Sound bzw seinen Fähigkeiten zu arbeiten. Je früher, je besser. Ich finde die Frage, wie komme ich zu meinem eigenen Sound, nicht so ganz trivial und einfach zu beantworten, zumal schon die Begrifflichkeiten nicht scharf definiert sind.

    Nur vielleicht noch eins, das klang weiter oben etwas durch: das Equipment, besonders das Sax selbst, sind m.M.n. bestenfalls Hilfsmittel, welche dem Spieler helfen seine Vorstellungen leichter umzusetzen.
     
  12. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Ich finde, in diesem Thread laufen parallel zwei Linien: die eine ist die Hilfestellung für @Calymne, die andere - eine spannende Diskussion unter Musikern, oft hervorragenden.

    Ich habe jetzt alles falsch gemacht, was ich nur konnte. Die Überheblichkeit des Alten und Erfahrenen. Ich würde niemals bevor mein Ton satt voll attraktiv bei guter Intonation und stramm wie ein Brett ist, mein Yamaha 4C weggeben. Und ich finde, ein gutes Schüllersax ist enorm wichtig, insbesondere wenn man im Alter beginnt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19.Januar.2026
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  13. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Nicht nur du. Und auch mit dem Rest volle Zustimmung.
    Jemandem, der anfängt, würde ich noch zwei/drei Erfahrungen mitgeben
    1. Viel hören. Ich hatte am Anfang noch keine Vorstellungen, was alles geht, wie vielfältig die Möglichkeiten am Sax sind.
    2. Sich immer wieder messen. Gerade über eigene Aufnahmen habe ich viel gehört, was mir gefiel oder auch nicht. Letzteres kann ich mit meinem Lehrer besprechen und mir Tipps abholen. Bei größeren Baustellen gibt er mir noch ein paar "nette" Hausaufgaben...
    Ev 3. Geduld. Für mich war und ist die Entwicklung zum eigenen Sound etwas, was Zeit braucht, auch mal nicht so läuft, wie erwartet, positiv wie negativ. Dranbleiben, und immer wieder explizit üben.
    Vllt haben andere hier andere, bessere Tipps.
     
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