Musikalisches Grundeinkommen

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Werner, 11.Februar.2026.

  1. Bb7

    Bb7 Ist fast schon zuhause hier

    In Marzahn, ist ja auch Berlin, findest du bezahlbare Proberäume.
    In welche Richtung würdest du denn gerne gefördert werden?
     
  2. ppue

    ppue Mod Experte

    Ja, doof. Aber ehrlich gesagt, waren diese Art von Klagen vor 50 Jahren genau die gleichen. Und die Lösungen eigentlich auch: Man schließt sich mit vielen Musikern zusammen und organisiert entsprechende Möglichkeiten. Als Einzelkämpfer ist so etwas schwierig. In einer irgendwie gearteten Szene erheblich leichter.
     
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  3. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Hier wurde der Punkt ins Spiel gebracht, dass es kein Geld gäbe und wenn, die Prioritäten dann woanders lägen. Dem habe ich widersprochen und nur mal aufgezeigt, wo Geld mit beiden Händen und ohne Konsequenzen zum fenster rausgeworfen wird.

    Das mit Bayer ist aber Geschichte. Jahrelang hat besagte Firma einen Luftsportverein auf der Dahlmeier Binz finanziert, flugzeuge, werkstatt, maschinen, material. Seit ca 10 Jahren nix mehr, null, nicht mal werksinterne mitgliederwerbung am schwarzen brett, weil so etwas die bilanzen versaut und keinen Nutzen hat. Das ist im Bereich Kunst auch nicht anders (auch das weiß ich aus erster Hand). Ähnlich Ford in Köln, die Sparkassen, (frag mal rum, ob und was die noch sponsorn).
    Was noch funktioniert ist "Kunstdeko" oder "Kunstinvestition".

    15% sind keine 300%. An der Bürokratie ist die öffentliche Hand ja nicht ganz unbeteiligt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.Februar.2026
  4. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem



    Bitte, das ist mir zu pauschal.

    Die spenden bei uns regelmäßig 5 bis 10.000 € an Musikkapellen. Für Instrumente, Ausbildung etc.

    Volksbank genau so.

    Grüsse Gerrie
     
  5. JES

    JES Gehört zum Inventar

    @Gerrie

    Hier nicht. Wenn überhaupt bekommt der Fußballverein noch Trikots. Dafür steht dann auch Werbung drauf und es gibt Bannerwerbung am Spielfeldrand. Ähnlich jetzt zu Karneval. Unterstützung ja, aber nur gegen Werbung.
     
  6. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    ist doch logisch das an diesem Bürokratieirrsinn jemand beteiligt ist. Das Ergebnis ist, es funktioniert nicht. Du kriegst dieses Verwaltungsmonster nicht zum laufen. Wenn ein System nicht funktioniert, dann muss man über andere Systeme nachdenken. Ich betrachte die Ergebnisse von Systemen. Und beobachte, das Deutschland ein faible für Vorschriften, Formulare, Stempel etc. hat. Da tickt was nicht mehr richtig. Bring einem bekloppten System bei, das es bekloppt ist.

    Wieder zum Thema, hatte weiter oben gefragt, ob es überhaupt einen Bedarf an Livemucke gibt….. ich seh die Leute hauptsächlich mit dem Handy beschäftigt. Die Kids fangen ein Instrument erst gar nicht an, zu schwierig, dauert zu lange bis sich ein Erfolg einstellt. KI generiert Musikalben nach Wunsch…… warum soll dann ein Bereich subventioniert werden, wo der Bedarf und das Interesse sinkt?
     
  7. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Das hängt davon ab, wie der Zugang ist.
    Wenn ich für livemucke pro person 30+€ und mehr pro Person zahlen muss und nach 90 Minuten ist Schluß, dann ist das schwierig. Dann muss die Musik mainstream sein (schau dir an wie schnell konzerte der weltstars ausverkauft sind trotz ticketpreisen tlw jenseits 100€).
    Wenn ich Kunst aber frei zugänglich mache erlaube ich Neugier auf etwas, was nicht bekannt ist. Ich mache Kunst zugänglich für Leute, die sich tickets nicht leisten können. Weil eben kein wirtschaftlicher Druck dahinter steht.
     
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  8. ilikebrecker

    ilikebrecker Ist fast schon zuhause hier

    Dann schaue mal in andere Länder. Die USA zum Beispiel: dort wurde "nachgedacht" und das bestehende System abgewählt. "Bürokratieabbau" fand dort durch die willkürliche Schließung von Behörden und Entlassung der Beamten statt.
    Den USA-Driss möchte ich hier in Deutschland nicht haben - dann lieber ein Stempelchen mehr.
     
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  9. Sohn der Alpen

    Sohn der Alpen Ist fast schon zuhause hier

    Angst vor der eigenen Courage ist stets ein schlechter Ratgeber.
     
  10. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    @Shorty

    Ich verstehe was Du meinst. Stört mich teilweise auch.

    Das liegt aber an uns Allen.

    Wenn es nicht weiter geht ist oft die Bürokratie schuld.
    In D ist man eben gut darin darauf zu achten was man verhindern kann. Statt sich für die Lösung zu interessieren.

    Die Niederländer bauen 100 km Radweg mit dem Budget das bei uns gerade mal für 2 km reicht. Bei uns durfte ich mir vor kurzem erklären lassen es liegt an den EU Vorschriften.
    Killerargument ohne Substanz.
    Die Schweiz hat ihre Bahn privatisiert und es funktioniert. Wenn man selbst nicht in der Lage ist muss man da schauen wo es funktioniert.

    Man muss halt die alten Zöpfe abschneiden und nicht jeden Tag neu flechten.

    Grüsse Gerrie
     
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  11. JES

    JES Gehört zum Inventar

    So weit würde ich nicht gehen. Der Deutsche kann nichts mehr ohne Regeln. Da müsste er selbst nachdenken, Verantwortung übernehmen... Das ist zu viel.
    Was in letzter Zeit auch ein absolutes Totschlagargument geworden ist: Sicherheit. Keiner prüft das, keiner wägt das ab, man will null Risiko.... und macht entweder gar nichts, oder so kompliziert, dass es sinnlos wird.
    Dein Punkt ist dann der letzte: was kann ich verhindern, um meine persönlichen Interessen zu wahren, notfalls auf Kosten der Allgemeinheit.
     
  12. Polysax

    Polysax Schaut öfter mal vorbei

    Die scheint ungebrochen ,
    mein Sohn geht hier dreimal die Woche auf Konzerte .
    Und ja, oft sind auch die Veranstaltungsorte inzwischen in Marzahn und Köpenick,
    denn es fehlen nicht nur Proberäume sondern auch Veranstaltungsorte.

    Mein Einwand galt aber nicht den Problemen der Gentrifizierung ,
    sondern der Frage , welche wirtschaftliche Wertschöpfung einer Grossstadt , wie Berlin verlohren geht,
    wenn man sich die Attraktivität als Touristenhotspot verscherzt.
    Berlin hat kein Geld und kreiert auch selbst keins, das mußte eigentlich schon von eher von außen kommen.
    Die Museen stehen immer noch in Mitte , die Gäste in dieser Stadt fahren aber eher nicht nach Marzahn um in Clubs oder auf Konzerte zu gehen.
     
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  13. Polysax

    Polysax Schaut öfter mal vorbei

    Als Musiker mag das gehen , da räumt man mal schnell den Verstärker von den Mitbenutzern weg , als Maler oder Bildhauer geht das nicht.
    Ich kenne einige bildende Künstler , die zahlen für 20 qm Atelier , schlecht beheizbar, rudimentäre Sanitäreinrichtungen , ca. 40min Anfahrt auf einem maroden Industriehof in Lichtenberg 600€ Miete.
    Irgendwann wird es hier so sein, wie in NewYork oder London , dann ziehen die Kreativen weg, da sie sich die Mehrfachlelastungen an Mieten für Atelier und Privatwohnung , künstlerischer Arbeit und den 3 Jobs nebenher, das alles zu finanzieren ,nicht mehr aussetzen wollen.
    Leipzig soll auch ganz schön sein...

    Das fände ich noch ok , hab letzte Woche in einem netten Club Emile Parisien (Sopransaxophon) und Vincent Peirani (Akkordeon) + Band gesehn . 27 € Eintritt finde ich mehr als angemessen für so eine musikalische Leistung.
    Meine Frau würde gern zu Rosalia , da fangen die Karten bei 260€ an...
     
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  14. ppue

    ppue Mod Experte

    Auch das ist immer wieder passiert. Wenn die Szene dann groß genug und ein bisschen bekannt wird, ist das dann der Geheimtipp, wofür man auch nach Marzahn fährt. Oder die Szene geht nach Leipzig. Dort fand ich diese vor 20 Jahren klasse und ich hatte das Gefühl, sie hätte die Berliner Szene in gewisser Weise abgelöst. Wie es heute aussieht, weiß ich nicht.

    Das sind Wellenbewegungen, die natürlich mit der Urbanisierung einhergehen, siehe Bronx, Kreuzberg, Prenzlauer Berg, erst hipp, dann aufgekauft, kommerzialisiert. Natürlich müssen die jungen Künstler sich dann umsehen, und wenn sie aufs Land gehen, siehe Worpswede, Dangast, Bergen in Holland.

    Das sind Standortprobleme, wie sie genauso Einzelhändler und sogar die Industrie haben.

    Und auch für bildende Künstler gilt es, sich zu organisieren, zusammenzuwirken, Vereine zu gründen, eine Lobby aufzubauen, sich zu präsentieren, Raum zu finden.

    Ich glaube, eine umfassende Förderung von Künstlern birgt die Gefahr der Vereinnahmung. Wie sollte das z.B. mit Graffiti-Künstlern gehen? Werden nur die gefördert, die die Garagentore mit einem prächtigen Hirschen besprühen oder auch die, die illegal den öffentlichen Raum besprühen. Wenn die Gesellschaft sich nur die Kunst erkauft, die ihr gefällig ist, dann stirbt jeglicher Anspruch auf gesellschaftliche Relevanz.

    Die Kultur braucht immer eine anarchische Basis, die, nicht subventioniert, frei agieren kann und genau die Plätze ausfüllt, die von der Gesellschaft links liegengelassen werden. Nicht nur örtlich, auch sozial und politisch. Kunst und allgemein Kultur müssen immer diesen Aspekt des Aufbegehrens gegen die eingefahrenen Muster der Gesellschaft haben.
     
  15. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Du ja. Nimm mal ne Familie, vielleicht noch 2 Kids, dann ist das schon eine Summe, die man nicht mal eben ausgibt. 260€ fur eine konzertkarte finde ich unverschämt, egal wer da auftritt.... Jeder, wie er meint, aber ohne mich, sorry.
    Und das andere: warum muss/sollte Berlin der Kulturmittelpunkt Deutschlands sein? Mich nervt das total, dass quasi alles nach Berlin zieht. Wenn dann die Preise steigen, die Gagen sinken... Ist das nicht das Gesetz des Marktes?? Es ist auch nicht so, dass nur Berlin geeignete Veranstaltungsorte hätte.... Die Karte zieht bei mir nicht.
     
  16. Polysax

    Polysax Schaut öfter mal vorbei

    Das ist natürlich eine Stange Geld , auch für uns...
    Allerdings sind das schon Topmusiker der aktuellen Jazzszene , da waren grob überschlagen 200-300 Leute im Club ,
    5 Musiker 120min auf der Bühne , viel Technik , 2 Tontechniker, 4 Leute an der Tür, 5 Leute an der Bar , wahrscheinlich nochmal einige im Hintergrund,
    Busse , Hotels , etc . Eigentlich keine Beträge, an denen sich jemand irgendwie anangemessen bereichert ?

    Berlin hat ein paar schöne Clubs und mittelgroße Bühnen , sonst sieht es aber eher mau aus.
    Dann bleibt leider oft nur noch die Uber-Eats Arena, die bescheuerterweise erst O2 Arena und dann Mercedes Benz Arena, und wahrscheinlicherweise bald KIK-Arena heißt.

    In Wuppertal gibt es bestimmt auch eine tolle Kunstszene , ich kann aber nur über das schreiben, was ich selber kenne.
    Ich spreche mich weder für Berlin als Deutschlands Kulturmittelpunkt aus , noch betreibe ich ein Provinz Bashing.
    Trotzdem muß man leider feststellen, daß es gerade internationale Künstler immer noch nach Berlin zieht, ob es nervt oder nicht.
     
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  17. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Darum ging es mir nicht. Kultur sollte für jeden zugänglich sein. Das ist m.E. nicht gegeben, wenn signifikante Beträge in Form von Eintritt bezahlt werden müssen. Mit einem Grundeinkommen wäre es nicht nötig alle Kosten einer Veranstaltung auf den eintrittspreis umzulegen.

    Es gibt Länder in denen sind bspw Museen kostenfrei. Oder zumindest für deren Staatsbürger. Hier nicht...
    Hier hat der Staat ungenutzte Immobilien. Warum werden die nicht als Proberäume oder als Künstlerwerkstätten/Ausstellungsflächen freigegeben? Usw. Es gäbe sooo viele Möglichkeiten Kunst zu fördern und kostenfrei dem Bürger zugänglich zu machen.
     
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  18. Polysax

    Polysax Schaut öfter mal vorbei

    Ich teile natürlich diesen frommen Wunsch !

    In der Tat gäbe es viele Möglichkeiten kostengünstig oder gar kostenlos zu fördern.
    Das Gegenteil ist leider der Fall , es gab immer am letzten Sonntag im Monat kostenlosen Eintritt in die Berliner Museen , das wurde aus Kostengründen abgeschafft...
    Man könnte fast meinen , der Staat fürchte sich vor kulturell aufgeschlossenen Bürgern.

    Die Kunst ist, wie alles, fest in Händen von Verwaltungsabläufen und Institutionen , da wird nicht spontan nach Chancen, Sinn und Möglichkeiten gefragt.
    Es gibt einen fetten Etat , der versickert da so vor sich hin , nach dem Motto das "haben wir ja immer schon so gemacht" .
    So zeigen liebliche Imobilien mit gutem Personalschlüssel konsequenzlos Ausstellungen, die keine Besucher anlocken müssen und es auch nicht tun.
    Oder einem empfindlichen Intendanten der Deutschen Oper gefallen plötzlich die schon fertigen Kostüme für Tschaikowskys Dornröschen nicht mehr
    und es werden mal in drei Wochen vor der Premiere für knapp 800000 € (kein Witz) in Nachtschichten (meine Frau war dabei..) neue genäht.
    Für eine Spielzeit wohlgemerkt ...

    Es ist also nur bedingt eine Frage des Geldes , denn das ist anscheinend noch da ?
     
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  19. Kohlertfan

    Kohlertfan Strebt nach Höherem

    Geld ist jede Menge da. Nur halt sehr ungleich verteilt.
     
  20. Polysax

    Polysax Schaut öfter mal vorbei

    Finde leider den Original Bericht nicht mehr (ich glaub der war in der Süddeutschen Zeitung)
    nur noch eine Veröffentlichung im Stern :

    https://www.stern.de/kultur/deichma...-die-bibliothek-der-zukunft-aus--9305592.html


    Die Skandinavier sind uns im Bildungsauftrag da voraus ( nicht nur in den finanziellen Mitteln...),
    Kultur wieder rein in die Innenstädte und in bester Lage. Hab mir das Konzept mal vor Ort angeschaut,
    sehr beeindruckend ! Nicht nur die Jugend muß nicht mehr in Einkaufspassagen abhängen , sondern kann sich hier austoben.
    Kinos, Bücher , Proberäume , Cafes und riesig Platz sich zu entfalten.
    So kann Kulturförderung auch aussehen !

     
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