Vergleiche verschiedener Saxophone und Mundstücke per Audioaufnahme

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von ppue, 11.März.2026 um 12:35 Uhr.

  1. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Worum denn?
    Ein akademischen Vergleich?
    Dazu müsste ein neutraler Aufbau geschaffen werden.
    Aber das was vorne bzw unten rauskommt ist doch von mehr Faktoren abhängig als nur von MPC und s Bogen und Horn.

    Ein absoluter Vergleich ist nicht praktisch hilfreich.
    Denn alleine Dinge wie Fertigungsstreuung vernichten die Aussagekraft. Du müsstest dann die gleiche Paarung mit unterschiedlichen Individuen wiederholen.
    Dann das mit allen Vergleichs Setups..
    Als Testreihen sicherlich spannend aber ohne praktischen Nutzen
     
  2. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Der Ausdruck generisch kam ja von mir. In einem gewissen Rahmen denke ich, dass ich das schon kann. Vielleicht ist das begünstigt durch ein limitiertes Vermögen, Ansatz und Voicing in einem noch spielbaren Rahmen zu verändern. Man sagt ja, ein Könner braucht nur ein middle-of-the-road Setup, um alle Sounds bedienen zu können. Bei mir ist es so, dass ich zwar auf dem Prüfstand sehr verschiedene Sounds rausbekomme, die Variabilität geht aber ziemlich zurück, wenn ich an der Stuhlkante sitze und durch (für mich) schwierige Stellen kämpfe.
    Ich kann mir aber schon vorstellen, dass es für einen variablen Spieler mit einer ganzen Farbpalette an Sounds schwieriger ist, „generisch“ anzusetzen.

    Wenn du denkst, dass der relativ deutliche Klangunterschied in meinem Tenorvergleich durch eine unterschiedliche Spielweise zustande gekommen ist - das denke ich nicht. Absichtlich kann ich zumindest verneinen und unbewusst oder feedbackbedingt denke ich eher auch nicht. Ich glaube schon, dass ich das mittlere D beim Selmer offener spielen und das tiefe D beim Conn mehr abdämpfen kann, und damit die Klänge mehr angleichen. Aber dafür müsste ich mehr bewusst etwas tun.
     
  3. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Warum soll man den jetzt plötzlich eine amtlich geprüfte Versuchsreihe für so eine Kleinigkeit machen? Hast du denn die Soundschnipsel von @gefiko und mir angehört und verglichen?

    Ich verstehe vollkommen, warum einige hier diese Art des Vergleichs für nicht so relevant halten wie Vergleiche anderer Art. Ich verstehe auch die methodische Kritik, die größtenteils ihre Berechtigung hat. Die Methodik hat Limitationen, wie man so schön sagt.
     
  4. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    An der Stelle scheiden sich schon die Geister. Jedes Instrument beschneidet den verfügbaren Klangraum auf eine spezielle Weise.

    Dass es einen eigenen Klang habe ist m.E., sorry für den Ausdruck, Unsinn.

    Gruß,
    Otfried
     
  5. ppue

    ppue Mod Experte

    Was verstehst du über einem verfügbaren Tonraum?

    Haha, zum einen ist der Versuch zu analytisch, weil ja alle anderen Kriterien wegfallen, und jetzt ist er nicht wissenschaftlich genug, weil die Rahmenbedingungen nicht konstant sind.

    Irgendwie habt ihr (fast) alle etwas in den falschen Hals bekommen.

    Ich will, dass wir lernen, den Klang an sich zu hören. Wenn du den Klang deines Instrumentes nicht hörst, kannst du ihn auch nicht benutzen.

    Ich will weder, dass @Silver sich ein neues Instrument sucht, noch, dass ich das beste Saxophon herausfinde. Ich will auch nicht gute von schlechten Klängen unterscheiden. Wüsste gar nicht, wie ich das belegen könnte oder diskutieren wollte, welches Bild der Fourieranalyse nun das Hübschere ist. Ich will Klänge unterscheiden lernen und ich will dem vielen Gerede um den Sound eine etwas solidere Basis verschaffen.

    Deshalb klammere ich möglichst viele andere Parameter aus.
     
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  6. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    +1
    -1
    Auch wenn es sich nicht gehört, den Moderator zu moderieren - das muss man irgendwie ein bisschen so verstehen, als ob (fast) alle etwas nicht kapiert hätten. Und das tut der Diskussion selten gut. Ich glaube, dass (fast) alle verstehen, worum es geht. Manche haben überzeugende Argumente gegen den zu isolierten Vergleich aus ihrem Standpunkt heraus, andere haben Interesse es trotzdem zu machen. Ich fände es schön, auf dieser Basis weiterzuprobieren.
     
  7. ppue

    ppue Mod Experte

    Die beiden Beispiele sind ja viel interessanter als all das Gerede. Lassen wir das.

    Ich selber werde auch noch meine Tönchen beisteuern, sobald es die Umstände zulassen. Bei @Gefikos Beispiel bin ich auf die Auflösung gespannt. Ich will da gar nicht raten, weil es nix zur Sache tut und eher zufällig ist. Zufällig ist es, weil ich eben kaum Erfahrungen mit den Klängen "an sich" gemacht habe. Ich bin aber relativ sicher, die drei Instrumente bei einem späteren Versuch heraushören zu können.

    Na gut, ich rate dennoch (nicht vorurteilsfrei): Bundy, Jupiter, Yamaha.
     
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  8. gefiko

    gefiko Strebt nach Höherem

    Wir schreiben hier keine Doktorarbeiten, haben aber Spaß beim Probieren und Vergleichen, auch beim Raten, weil man häufig so daneben liegt…
     
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  9. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Der gesamte physikalische Klangraum, also irgendwas von rosa Rauschen bis Sinuston in allen erdenklichen Lautstärken wird durch jede Komponente des Saxophons, Korpus, S-Bogen, Mundstück,Blatt, Spieler eingeschränkt.

    Nicht hierarchisch, wie ich das früher mal dargestellt habe, sondern in multilateraler Wechselwirkung.

    Am Ende bleibt für einen Spieler und ein Setup ein verfügbarer Klangraum, also die Möglichkeit, den Klang zu variieren.

    So, wie ich es in meinem zugegebenermaßen dilettantischen Beispiel weiter oben versucht habe, akustisch darzustellen.

    Gruß,
    Otfried
     
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  10. gefiko

    gefiko Strebt nach Höherem

    Sehr schön, lieber Watson :)

    Von den drei wurde Nr.2 neulich vom Saxdoc justiert und deckt zur Zeit perfekt.
    Bei den anderen zwei habe ich keine Schwierigkeiten leise und ohne Subtones die tiefen Töne zu spielen. Ich gehe davon aus, dass sie dicht sind.

    Wie auch beim Schnipsel von @giuseppe hat man gewisse Erwartungen und stellt dementsprechende Vermutungen.

    Ich spiele Nr.1 bei Auftritten, weil die Mitmusiker auf der Bühne sehr bewegungsfreudig sind (so eine Art Punkkapelle für Senioren in Ihren 70er) und das Instrument dadurch gefährdet ist . Aufgrund seiner Robustheit und kostengünstigen Anschaffungspreis ist dies das Bundy II.

    Nr.2 ist das Jupiter, das habe ich neulich gekauft, da es perfekt in den Silent Brass zum Üben passt.
    Nr.3 das Yamaha 62 PL, wo der Klappenschutz der tiefen Töne im Silent Brass nur stört…..

    Also ist @ppue der Gewinner (ohne Preis, nur Ruhm).


    Ich werde noch einige Vergleiche aufnehmen, aber nach WE (Mehrfamilienhaus).
    Hab zur Zeit eine Menge interessante Mundstücke für Alt und bin gespannt wie die unterschiedlichen Instrumente darauf reagieren.
     
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  11. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ja, und diese Klangräume überlappen bei gleich großen Instrumenten der gleichen Gattung signifikant. Für mich passt da eigentlich der Begriff des ureigenen Sound einer Kanne, aber es stimmt schon, das ist nicht ganz präzise.

    Die Frage ist, wie weit ist der Median dieser Klangräume voneinander entfernt und wie groß sind die Bereiche außerhalb der Schnittmenge.

    Vor vielen Jahren dachte ich, meine 2 Tenöre haben kaum Schnittmenge, klingen krass unterschiedlich. Aufgrund vieler Klangbeispiele hier habe ich meine Meinung zunehmend revidiert und bin vorübergehend zu dem Schluss gekommen, dass es eigentlich nur um Spielgefühl und subjektive Klangwahrnehmung aber kaum um objektive Klangunterschiede.
    Seit meinem 20-Sekunden-Experiment muss ich schlussfolgern, dass ich eigentlich keinen Schimmer habe, wie arg die Unterschiede vor dem Horn sind, weil ich es nie probiert habe. Da finde ich den Versuch deutlich besser als nichts, trotz aller Einschränkungen.
     
  12. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    @gefiko
    Den Gewinnertipp von @ppue hatte ich auch kurz erwogen aber verworfen, weil ich nicht dachte, dass du bei drei Altos ausgerechnet mit dem Bundy auf die Bühne gehst. Das war gemein. Am Ende war es aber eh geraten und 1/3 ist schon mal was! :D
    Freu mich auf weitere Vergleiche!
     
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  13. ppue

    ppue Mod Experte

    Das ist insofern richtig, wäre aber so, als wenn ich ein Bild von einem Baum dadurch beschreiben würde, was alles nicht zu ihm gehört.

    Und insofern falsch, weil wir hier von vornherein von einem Apparat zur Herstellung von stehenden Wellen ausgehen. Das Meiste, was wir hören, sind eben keine Stehenden. Wir wollen ja Musik machen.

    Egal, ich bin wieder zu Hause und der Nachbar hat seinen wohlverdienten Schichtschlaf beendet. So kann ich auch ein Beispiel einstellen. Da ich aber immer mehr Saxophone abstoße, sind nur meine zwei Lieblingsalti übriggeblieben. Ja, ich habe wohl noch irgendwo mehr S1er, aber die klingen wirklich gleich.

    Also Buffet Crampon S1 aus den 70ern und ein New Wonder II aus Ende der 30er. Sie sind in meiner Laufbahn meinem Klangideal am nähesten gekommen.

     
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  14. Kohlertfan

    Kohlertfan Strebt nach Höherem

    Ich rate mal: 1 ist das Conn, 2 das BC S1.
     
  15. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ist zwar Off-Topic in diesem Thread, aber nachdem ich es @Blofeld zugesagt habe, oute ich mich mit einem kleinen Fetzen altmodischer Musik auf beiden Hörnern immer im Wechsel zur Quartet-App.
    Exakt das gleiche Setup wie beim 3-Trööt vor 3 Tagen. Die Hörner standen seitdem unberührt, ungenutzt, ja sogar ungeputzt und das Blatt war unverändert auf dem Mundstück. :D
    Jetzt nochmal die Frage im Sinne des Präsidenten: Welches ist für den Spieler und welches fürs Publikum? (davon abgesehen, dass das Publikum natürlich einen anderen Spieler verdient, sofern es gezahlt hat...)
    Bei nächster Gelegenheit reiche ich noch was Moderneres mit straighterem Ton nach. Aber dieses habe ich halt in den Fingern...

    P.S.: Sax immer straight aus dem billigen Großmembrankondenser, kein EQ, kein Hall, keine Kompression.
     

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    • Lady.mp3
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    Zuletzt bearbeitet: 14.März.2026 um 19:11 Uhr
  16. ppue

    ppue Mod Experte

    Klingt nach einem Plastikblatt. Kann das sein?
     
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