Böckchen anlöten mit Polster möglich?

Dieses Thema im Forum "Reparatur und Instandhaltung" wurde erstellt von Spacecat, 15.März.2026 um 12:15 Uhr.

  1. Spacecat

    Spacecat Ist fast schon zuhause hier

    Mal eine Frage an erfahrene Reparatur Experten. An einem Saxophon ist vom großen Klappenschutz der über die großen Becherklappen geht, das obere Böckchen abgelöst. Müssen für eine Reparatur auch Klappen im Umfeld weg? So dass dies eher bei GÜ zu machen wäre? Oder ist es vom Aufwand auch so machbar? Da es ein längeres Klappenschutzblech ist, hält es noch am Instrument, aber ich würde es eigentlich nicht gerne so lassen, es sei denn, dass es eine größere Baustelle ergibt.
     
  2. ppue

    ppue Mod Experte

    Die Klappen herauszunehmen ist eine Sache von 3 Minuten. Das muss nicht erst bei der GÜ erst. Das Löten würde ich aber jemand überlassen, der das kann. Gerne verbrennt man sich den Lack, macht die Lötflächen schlecht sauber oder es fallen noch mehr Teile ab (-:
     
  3. Spacecat

    Spacecat Ist fast schon zuhause hier

    Danke @ppue !
    Selber löten war kein Gedanke, das Saxophon geht in Werkstatt. Lack ist mir jetzt nicht Thema, wenn man was sieht ist es ok, Hauptsache Böckchen wieder richtig dran. Ich war nur unsicher, ob dadurch jetzt ein ziemlich großer Aufwand für die Werkstatt entstehen wird, und diese mir die Reparatur vielleicht erst im Zuge einer größeren Zuwendung machen kann.
     
  4. ppue

    ppue Mod Experte

    Man könnte die Klappe sogar abdecken und gar nichts ausbauen.
     
  5. Vintage Sax Freak

    Vintage Sax Freak Schaut nur mal vorbei

  6. Spacecat

    Spacecat Ist fast schon zuhause hier

    Aha, das ist für mich ganz neue Idee. Bin dahingehend lieber beim Löten. Ob Kleben das Böckchen gut hält, stelle ich etwas in Frage. Der Lack hat paar Sommersprossen, kommt auf eine mehr nicht an, wenn Lack bißchen verbrennt.
     
  7. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Kein großer Aufwand. Vermutlich keine 15 Minuten....
     
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  8. cwegy

    cwegy Ist fast schon zuhause hier

    …bringt jedem Saxdoc groooße Freude!

    …den Sch**ß wieder zu entfernen.
     
    kalleguzzi und Sandsax gefällt das.
  9. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Das wäre der größte Pfusch
     
  10. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Da ich mich schon öfter mit einem Chemiker/Klebstoffspezialisten unterhalten habe würde ich sagen, das kommt auf den Kleber und die Ausführung an. Ich glaube auch, dass sich der Ärger in Grenzen halte würde, wenn man es mit einem Tropfen Schellack macht?! :-?
     
    Gerrie gefällt das.
  11. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Es ist immer die hauptsächliche Wichtigkeit, welche statische Kräfte am jeweiligen Bauteil anfallen !!

    Eine lose Fußplatte von einem Klappenschutz kann man schon mal kleben, da herrscht statische Ruhe, es sein denn, man stößt da wieder an.

    In den meisten Bereichen der Mechanik, kann man aber auch vorsichtig löten, ohne was ausbauen zu müssen.

    Wichtig aber, alles gut und bedacht vorzubereiten und das richtige Werkzeug zu haben.

    Das direkte Umfeld um die Lötstelle hitzeisolierend abdecken mit Wärmeschutzpaste, meistens geht aber auch Aluminium-Folie, die man entsprechend dick faltet und die empfindlichen Bauteile und Polster gut abdeckt.

    Wichtig, die richtige Brennergrösse zu nehmen...nur so klein wie nötig, das richtige Lot (nur wenig, das alte Lot ist ja noch da) und das richtige Flußmittel.

    Laien zum Doc..oftmals nur Minutensache.

    Gr Wuffy
     
    Zuletzt bearbeitet: 15.März.2026 um 18:24 Uhr
  12. quax

    quax Gehört zum Inventar

    Verteufelt das Kleben mal nicht so grundsätzlich. Heute wird viel rumgeklebt an Stellen, die wir meist nicht auf der Platte haben. Sowohl im Auto, als auch im Flugzeug sind wir Klebestellen hilflos ausgeliefert. Hat immerhin den Vorteil, dass an den Bauteilen nicht viel strukturell verändert wird. Wie beim Lören sollte man natürlich wiissen, was man tut.
    Bei näherer Betrachtung ist Löten auch nur Heißkleben.......
     
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  13. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Ich kenne nicht einen Saxdoc der abgebrochene Böckchen nur klebt. Ich denke,das hat schon seinen Grund
     
  14. quax

    quax Gehört zum Inventar

  15. cwegy

    cwegy Ist fast schon zuhause hier

    Das war auch hier früher mal Thema, dass man nicht Kleben sollte, so habe ich es jedenfalls in Erinnerung. Als ich mein Keilwerth neu bepolstert habe, habe ich auch viel bei YT und SOTW zum Thema Saxophon Reparatur gelesen und Tenor war, das es für den Saxdoc meist die größte Hürde ist, das mit Klebstoff verschmierte (eigentlich) Lötstellen immer am schwierigsten zu reinigen seien und Kleben keine dauerhafte Lösung sei.
     
  16. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ja Metall kleben… kannste machen, isses halt …

    Eine Metall-zu-Metall-Verbindung an einem Saxophon sollte meiner bescheidenen Meinung nach die Schwingungen ungedämpft und dauerfest weitergeben. Beides ist beim Kleben nicht der Fall und der Kleber versaut im Zweifel auch noch die Lötstelle.

    Die Becherklappen sind in Sekunden ausgebaut, Lötstelle reinigen, Flussmittel drauf, Lötflamme dran, Lot rein, abkühlen lassen, Becherklappe(n) wieder dran. Fertig. Ein S-Bogen Kork dauert länger.

    Ausbau ist auch Pflicht: Polster und Kleber reagieren allergisch auf unkontrolliert eingebrachte Hitze. Da hilft keine Paste und keine Alufolie (macht nur Sauerei oder Kratzer)
     
  17. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Hat ja nicht geklappt, sonst wäre die lötung nicht aufgegangen ;).
    Heutige professionelle Klebemethoden erfüllen durchaus deine Kriterien und sind darüber hinaus noch widerstandsfähig gegen Korrosion.
     
  18. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    @Spacecat Hi,
    Ich habe am Donnerstag ab etwa 12.00 frei und könnte Dich mit meinem Skoda zum Herrn Porsche fahren (oder andersherum? :)). Außerdem war ich vor ein paar Wochen beim Herrn Distler und habe ihn in erstaunlich guter Laune und fast schon kuschelig vorgefunden.

    Liebe Grüße, Alex
     
  19. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    @Spacecat ‘s spezielle Frage ist ja schon beantwortet. Die Frage nach dem Kleben finde ich trotzdem grundsätzlich interessant.

    Löten hat ja eine vergleichsweise hohe Festigkeit, überträgt Schwingungen, bleibt ein bisschen elastisch und auch plastisch verformbar bevor es bricht, ist relativ sauber und hat sich bewährt.

    Spricht man mit Experten der Klebebranche, die jetzt beispielsweise von Klebern bei Dächern, Flugzeugen, Raumfahrt und sonstiger Industrie erzählen, dann wird einem aber auch klar, dass wir halt auch altmodisch sind und bleiben wollen. Ich denke objektiv gibt es keinen musikalischen Grund, warum so etwas wie ein Klappenschutz nicht auch geklebt werden könnte, zumal man Buntmetalle super kleben kann.

    Als es hip war, bei neuen Saxophonen die Becher/Korpus/Knie-Verbindungen zu löten, weil die Schwingung besser übertragen wird als durch einen Dichtring, hörte ich, dass ein guter Saxdoc als Alternative auch ein Verkleben der Verbindung mit Schellack anbot. Hitzelabil bevor der Lack schmilzt, auch alkohollöslich, im ausgehärteten Zustand fast glashart und schwingungsleitend. Für manche war oder ist das wohl keine schlechte Option, um zu sehen ob es für sie einen Unterschied macht, ohne gleich ringsum zu löten.

    Ich fand das sehr kreativ, und da sind wir bei einem Naturprodukt und noch nicht bei High-Tech-Klebern. Ich glaube ja nicht, dass es hier zu einem schnellen Paradigmenwechsel in der Branche kommen wird. Muss es ja auch nicht. Es funktioniert ja alles. Ich finde es trotzdem interessant.
     
  20. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ich wollte auch nicht missionieren...
    Löten hat die Vorteile, es geht schnell, also keine Trocknungszeit, und es lässt sich einfach korrigieren, wenn es mal nicht passt. Hinzu kommt, dass es ein einfacher Prozess ist, den jeder mit ein klein wenig Übung hinbekommt. Das alles ist beim Kleben etwas anspruchsvoller. Schellack gehört nun nicht gerade zu den hochbelastbaren Klebemitteln.
     
    giuseppe gefällt das.
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