Eigenbau-Problemlöser ersparen viel Zeit und Ärger

Dieses Thema im Forum "Reparatur und Instandhaltung" wurde erstellt von Wuffy, 8.April.2026.

  1. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Jeder fortgeschrittene Saxschrauber kennt die Probleme und Hindernisse, die auch schnell die Lust und den Spass am Selbstschrauben blockieren und auch teilweise schnell wieder beenden.

    Festsitzende und unlösbare Spitzschrauben und Achsen, abgebrochene Federstümpfe etc.um nur die ersten Probleme zu benennen , wenn man anfangen will, ein Sax zu demontieren.

    Mit seinem normalen Schraubendreher-Werkzeug kommt man da in der Regel nicht weiter und kann oft auch nur noch das Problem vergrößern indem man die Schlitzflanken am Schrauben / Achsenkopf abdreht und zerstört.

    Zwischenzeitl. habe ich mir Zug und Zug kleine Tools und Werkzeuge gebaut und bin nun im Stand (fast) alle Schrauben und Achsen (wenn die Kopfschlitze oder Teile davon noch da sind) drehenderweise wieder heraus zu schrauben.

    Wichtig hierbei zwei Faktoren:
    Die Drehkraft muss ganz nahe am Schrauben/ Achsenkopf ansetzen und es muss ein gezielter Druck vom Werkzeug auf den Schrauben/ Achsenkopf erfolgen.
    Bereits versaute Schraubenkopfschlitze kann ich mit Minifräsern (Danke an meine Zahnärztin) nochmal kantig ausfräsen, damit das Werkzeug greift.
    Kurz vor dem Eingriff dann noch mal punktuelle Hitze und es funktioniert.

    Auch das herausdrücken abgebrochener Nadelfedern, gerade direkt am Böckchen kann nerven und viel zeit zur Lösung in Anspruch nehmen.

    Mit meiner Zangen-Konstruktion mit versch. Einsätzen, komme ich in der Regel auch bei den meisten Fällen klar.

    Bei ganz kritischen Fällen, eben Böckchen ablöten und mit Schlagstiften schaffen.

    anbei ein paar Fotos aus meiner täglichen Praxis.

    LG Wuffy
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 8.April.2026
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  2. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    bei Böhmtools abgeschaut - wenn der S-Bogen wackelt oder zu fest sitzt
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  3. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Super und professionelle Arbeit

    Meine Eigenbau Aufweit-Walze kommt da optisch wesentlich rustikaler daher, erfüllt aber schon etliche Jahre einwandfrei ihre Aufgabe, obwohl nur ein Kugellager als Walze.
    Wichtig war mir die Feineinstellung in 1/100 mm-Schritten.

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    Zuletzt bearbeitet: 8.April.2026
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  4. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

  5. AltoBari

    AltoBari Ist fast schon zuhause hier

    Das mit der Walze finde ich prima. Der S-Bogen an meinem Altsax ging anfangs nur mit Fett rein.
    Örtlicher Saxdoc hat es etwas gängiger gemacht, aber immer noch stramm...wobei, lieber so, als undicht :oops:
     
  6. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Niemals Fett auf den Bogen, so hab ich das zumindestens gelernt.
    Dann hast Du innerhalb kurzer Zeit Riefen drin, und dann bockt der noch mehr.
    Eher öfters den Dreck vom Bogen und in der Aufnahme wegwischen, dann sollte er flutschen - also wenn er prinzipiell passt.
     
  7. AltoBari

    AltoBari Ist fast schon zuhause hier

  8. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Beides.....dünner Fettfilm, der dichtet und hilft bei sehr strammen Sitz.....aber immer auch oft die Hülse mit Küchenpapier gut säubern.
     
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  9. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Hmmm… als ich kürzlich mit @Toko über die S-Bogen-Passung sprach, hatten wir es auch über Fette und Öle an dieser Stelle.

    Fazit:
    Fett hat dort nichts zu suchen, weil es unweigerlich Staub usw. ansammelt, was wie Schleifpaste wirkt.
    Nicht mal das gelegentlich propagierte „Nasenfett“…
    Reinigen einer gefetteten Passung mit einem trockenen (Küchen-)tuch reicht auch nicht, man sollte wenigstens Waschbenzin verwenden.

    So eine Bogenpassung hat zwei Zustände: Dicht. Oder Nicht. Wenn nicht, hilft auch kein Fett. Nur mechanische Anpassung.

    Wie fast überall an unserem manchmal grobschlächtig wirkenden Instrument ist hier Fachkenntnis und geduldige Feinarbeit mit dem richtigen Werkzeug gefragt.
     
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  10. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Komisch....hatte in den ganzen zurückliegenden Saxer-Jahrzehnten noch nie Probleme mit irgendwelchem Staub oder Dreck an der Bogen-Hülse.

    Die alten Holzkoffer hatten auch noch nicht diese modernen Einbuchtungen für Bogen und Mundstück, wo diese offen gelagert sind

    Bogen und Mundstück wurden jeweils in saubere Tücher mehrfach eingewickelt, also elastisch gepuffert in den Zubehörkasten eingelegt.

    Da kam also nie Staub oder Dreck auf die Hülse.

    Ok, wer will, der reibt halt immer trocken Metall auf Metall.....meine Methode ist eben nun mal der hauchdünne Gleitfilm
     
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  11. elgitano

    elgitano Ist fast schon zuhause hier

    ich (¿als Gas- und Wasserintalateur, Klimaanlagen-Monteur?) würde eher sagen: ........hat zwei Zustände, ausreichend dicht, oder nicht ausreichend dicht.
    Genauso die Beschreibungen: "die Polster decken nun zu 100%", "alles 100% dicht,....."
    Was ausreichend ist, definiert jeder besser für sich.
    Claus
     
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  12. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Stimmt! :) Es gibt beim Saxophon trotz der Begriffsunschärfe einen recht breiten Konsens, was dicht bedeutet.
     
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  13. ppue

    ppue Mod Experte

    Sehr spacke Bögen, die schwer in die Hülse gingen, habe ich früher mit trockener, oder ganz leicht feuchter Seife bedacht. Metall auf Metall, da gehört Seife dran, sagten die Blechbläser im letzten Jahrtausend. In diesem habe ich das noch nicht gehört.
     
  14. saxoholic

    saxoholic Kann einfach nicht wegbleiben

    Das sehe und handhabe ich seit Jahrzehnten absolut genauso. Ab und an etwas Nasenfett auf den Zapfen und es flutsch und ist noch nie undicht gewesen. Und Schleifspuren oder Riefen in der Hülse hatte ich auch noch nie.

    Aber das kann ja zum Glück jeder so handhaben, wie er mag…
     
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  15. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Eine Schleifpaste aus Fett und Staub nutzt maximal um das Messing leicht zu polieren. Und selbst das wird nicht gut gehen. Wenn es um Materialabtrag durch Reibung geht, sehe ich Metall auf Metall wesentlich kritischer. Nicht umsonst ölt/fettet man aufeinander reibende Flächen. Das Problematische an Fett auf dem Zapfen sehe ich eher, dass man dann die Schraube anknallen muss, damit der S-Bogen fest sitzt.
     
  16. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich glaube, es ist wenig sinnvoll, zu fest sitzende und zu locker sitzende Bögen, in Verbindung mit diversen Schmiermitteln, gleichzeitig zu diskutieren.

    Sitzt ein Bogen optimal (und ja, @elgitano : 100% gibt es nicht) in der Hülse, dann braucht es gar nichts. Und das wäre doch das Ziel.
     
  17. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Wenn man seine Bogenhülsen selbst auf den Punkt walzt, sollte diese schon bei nicht angezogener Schraube bereits so stramm sitzen, dass absolut nichts mehr wackelt und sich ohne Kraft drehen läßt.

    Schlimm, wenn man überhaupt die Schraube anknallen muss...egal mit oder ohne Fett.

    Gr Wuffy
     
  18. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Diskutiert das mit @Toko , nicht mit mir.
    Ich halte mich an das, was mir einer der besten Saxdocs im Lande sagt (was sich mit dem deckt, was einer der besten Luthiers in Frankreich sagt und was einer der renommiertesten Repair Guys in USA sagt und, und, und… ).
    Sogar dann, wenn ich es technisch im Detail vielleicht nicht vollständig verstanden haben sollte.

    Anders gesagt: Warum, wieso, weshalb … mir völlig wumpe!
    Der Meister sagt „kein Fett an die Bogenaufnahme, das ist nicht gut“ also: kein Fett dort an meinen Hörnern.

    Was ihr mit eurem Zeug macht, ist mir ziemlich egal.
     
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  19. mcschmitz

    mcschmitz Strebt nach Höherem

    Wer unbedingt den Bogen schmieren will, muss halt etwas nehmen, wo der Dreck nicht dran haften bleibt.
    Öle & Fette scheiden da aus.
    Seife ist schon etwas besser.
    Graphit Pulver wäre super, wenn es nicht so abfärben würde.
    Ich würde für so etwas Teflon Spray nehmen. Schmiert gut, trocknet sofort weg und hinterlässt einen feinen Film, an dem kein Staub o.Ä. haftet, der langfristig Probleme bereiten könnte.
     
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  20. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Habe mir auch schon mit etwas Spucke geholfen....die kommt ja auch eh ins Horn ;)
     
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