Dichtband für Mundstückschaft-Anpassung

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von Flori, 29.Mai.2026 um 14:59 Uhr.

  1. Flori

    Flori Schaut nur mal vorbei

    Hallo, zusammen,
    wahrscheinlich kennen viele das Problem, zwischen Mundstücken zu wechseln, die alle eine andere Schaftöffnung haben, was in Wackeln der Mundstücke mit grösserem Durchmesser des Schaftes auf dem Kork
    resultiert.
    Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Schaftöffnung meiner Mundstücke für Tenor (ca. 20 Stück) zu messen.
    Dabei kam heraus dass es anscheinend 2 extreme Standards gibt:
    1.) der Selmer - Standard (Schaftöffnung ca. 16,75 mm) , auch Les Becs d` Autan und Retro Revival.
    2.) der Otto Link- Standard (Schaftöffnung ca. 17,25 mm), auch Keilwerth/Schreiber.
    Dazwischen gibt es noch Van Doren (ca. 17,05mm), und viele andere.
    Teilweise sind auch die Öffnungen bei einem Hersteller unterschiedlich (z.B. O.Link "Tone Edge", eines mit 17,20, eines mit 17,25 mm).
    Alle gemessenen Mundstücke befinden sich im Hersteller-Zustand, was den Schaftdurchmesser anbelangt.
    Nun stellt sich natürlich die Frage, mit welchem Material man die Mundstücke mit grösserem Schaft-Durchmesserr luftdicht und rutschfest befestigt.
    Das könnte eine selbstklebendes Band sein, das sich rückstandsfrei wieder vom Stimm-Kork entfernen lässt.
    Es sollte aber nicht rutschig sein, damit die eingestellte Stimmung hält, z.B. indem es eine strukturierte Oberfläche hat.
    Ausserdem sollte es bezahlbar sein.
    Natürlich kenne ich den Trick mit dem Papierstreifen, das ist aber nur eine Notlösung, denn Papier weicht auf und geht schnell kaputt, deshalb die Überlegung nach einer Alternative.
    Kennt jemand ein solches Produkt, oder gibt es noch andere Lösungen?
     
  2. cwegy

    cwegy Ist fast schon zuhause hier

    Für so etwas kannst du Teflonband aus dem Klempnerbedarf nehmen.
     
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  3. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Teflonband aus der Sanitärabteilung. Geht hervorragend zum Probieren oder für's vorübergehende Verstärken des Korks, aber nicht für den regelmäßigen Wechsel von Mundstücken. Dafür ist es zu umständlich und es gibt ein Abfallproblem.
     
  4. Flori

    Flori Schaut nur mal vorbei

    Hallo, cwegy und gaga,
    Danke für eure Antworten.
    Ich forsche zur Zeit nach elastischem (Gewebe-)Schlauch, der Durchmesser muss
    natürlich so gewählt werden, dass der Gesamtdurchmesser passt.
    Außerdem darf der nicht glatt sein.
    Ist Teflon glatt?
     
  5. Sandsax

    Sandsax Gehört zum Inventar

    Teflon ist glatt.

    Einen genau passenden Gewebeschlauch zu finden, kannst Du denke ich vergessen.

    Ich empfehle anstatt Teflon Leukosilk (in Rollen; 2.5 cm x 5m).
    Das klebst Du auf und kannst sogar Korkfett darauf verwenden.
    Solange der Kork noch in Ordnung ist, leidet er nicht beim Entfernen des Bandes.

    Alternativ ein zweiter S-Bogen :-?
     
  6. Flori

    Flori Schaut nur mal vorbei

    Danke, Sandsax, für Deine Antwort.
    Ein S- Bogen für Selmer Serie 3 ist nicht gerade billig.
    Ich habe schon mit Jupiter - S -Bögen, die erheblich preiswerter sind, experimentiert.
    Leider war die Intonation nicht so toll.
    Von daher ist die Idee mit dem Leukosilk vorteilhaft.
    Wie dick ist so eine Lage von dem Zeug?
     
  7. Sandsax

    Sandsax Gehört zum Inventar

    Wenn ich es früher gebraucht habe, bin ich mit ein bis maximal zwei Lagen ausgekommen; kann man prima mit einem Skalpell oder Papiermesser auf Stoß schneiden.
     
  8. tomaso

    tomaso Strebt nach Höherem

    Gute Erfahrung habe ich mit Kaffeefilterpapier gemacht.
    Das zerfasert nich so schnell und bappt nicht fest.
     
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  9. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Verwende schon seit Jahrzehnten grobes Maler-Krepp von Tesa....ein/zwei Lagen und dann fetten
     
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  10. Flori

    Flori Schaut nur mal vorbei

    Hallo, Tomaso und Wuffy, vielen Dank für eure Antworten.
    Das probiere ich beides mal aus, da schon vorhanden.
     
  11. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Leukosilk habe ich mal probiert und mir damit den Kork derart verkleistert, dass ich ihn ersetzen musste. Vielleicht war das Klebeband überlagert - war ein Restbestand aus den letzten Tagen meiner Mutter.

    Das simple Teflon-Dichtband funktioniert für mich am besten, wenn es mal ein bisschen wackelt, z.B. beim Testen von Mundstücken. So eine Rolle kostet 2,50€ oder sowas und hält bei mir seit Jahren (obwohl ich schon für diverse Klempnerei im Haus was abgezweigt habe).

    Wenn es öfter als gelegentlich sein muss, kann man den Mundstückschaft mit Nagellack innen bepinseln. Eine bis drei sehr gleichmäßige Schichten gehen gut, wenn man es sorgfältig macht. Hält je nach Qualität des Nagellacks von fünf Mal bis ewig. (Die Farbe des Nagellacks hat selbstverständlich dramatische Auswirkungen auf den Klang :D )

    Für mich der Königsweg ist die Konzentration auf ein Mundstück und ein darauf genau angepasster Kork. Hält ewig, ist gut fürs eigene Spiel und sieht auch noch besser aus, als so ein vom dauernden Wechseln vergnaddelter, umwickelter Kork… (und es ist für kleines Geld beim Saxdoc schnell gemacht oder auch zuhause kein Hexenwerk, wenn man handwerklich halbwegs begabt ist und das richtige Material hat)

    Ich habe aber schon mal Mundstücke am Schaft mechanisch geweitet (mit Schleifpapier über einem Rundholz), um die gleiche Weite wie ein anderes Mundstück zu erreichen. Das ist nicht ohne Gefahren aber bei mir hat es geklappt.
     
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  12. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Passt zum Thema,

    .....habe 2 meiner Mundstücks-Favoriten als Referenz.

    Auf diese sind alle meine neu angebrachten Mundstücks-Korken im Durchmesser angepasst.

    Diese 2 Referenzen habe von Haus aus schon die größten Innendurchmesser.

    Also alle weiteren Mundstücke, die ich auch oft im Wechsel zu den versch. Saxen ausprobiere und auch spiele, wurden auf diese Innendurchmessser ausgeschliffen.

    Absolut kein Problem, mit den richtigen Hilfsmitteln.

    Gr Wuffy
     

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  13. Flori

    Flori Schaut nur mal vorbei

    Hallo, Silver und Wuffy,
    Danke für eure Antworten.
    Auf die Idee mit dem Nagellack bin ich noch nicht gekommen, sehr guter Vorschlag.
    Das Aufweiten geht sicher bei vielen Mundstücken, aber leider nicht bei allen, fürchte ich.
    Manche sind schon so dünn (z B. Guardala oder Nachbauten), dass man wohl Gefahr läuft, das Mp zu zerstören, denn so zartfühlend beim Nachstimmen ist man im " Eifer des Gefechtes" nicht immer.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30.Mai.2026 um 08:28 Uhr
  14. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das mit dem Aufweiten muss man sich halt überlegen: ein derart bearbeitetes Mundstück ist in der Regel nur schwer wieder zu verkaufen.

    Und es gehen Informationen verloren: Bei vielen „Boutique“ Mundstücken macht der ursprüngliche Handwerker sein Zeichen genau dort in den Schaft. Und das macht schon mal einen deutlichen Unterschied, ob man ein 10Mfan Robusto Metall von Eric Falcon oder von jemand anderem vor sich hat - oder es unklar ist, weil es kein Tag mehr gibt.
    Ich würde so etwas nur mit einem deutlichen Abschlag kaufen.

    Die unterschiedlichen Materialien von Ebonit über Kunststoffe bis Messing und Edelstahl (Larsen) sind auch unterschiedlich zu bearbeiten, damit die Oberfläche keine Riefen bekommt und der Materialabtrag gleichmäßig ist. Sonst kann es dort schon mal tropfen…
     
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  15. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Um Mißverstände zu vermeiden,

    ....ich schleife nur die Innenbohrung leicht und mit viel Gefühl und laufendem Zwischenausprobieren aus.

    Da wird überhaupt nichts zerstört oder irgendwelche Zeichen entfernt...und das geht für alle Materialien...natürlich mit unterschiedlichen Schleifkörpern von mittelgrob bis sehr fein.

    Bei sauberer Arbeit ist da absolut nichts zu sehen oder zu erkennen.....Otto Link sind nun mal meine Referenzen.
     
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  16. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Um Missverständnissen vorzubeugen:
    Wo keine Zeichen sind, werden keine entfernt.
    Wer sie gar nicht erst sieht, weil er es nicht weiß, weiß auch nicht, dass er sie mit dem Aufreiben entfernt.

    Von „zerstört“ hat auch niemand etwas gesagt.

    Ich persönlich mache es halt nicht mit einer Bohrmaschine (das dreht mir zu schnell) und brauche auch keine Bastelkonstruktion - ein einfacher Holzstab reicht, der mit geeignetem (je nach Material) Schleifmittel umwickelt wird. Denn soo oft mache ich das wirklich nicht.

    Zum Thema Otto Link als Referenz: Welches Link?
    Die Florida No-USA zum Beispiel waren bekannt für einen deutlich kleineren Schaftdurchmesser.
    Ist der Aufgerieben ist so ein Florida eben keine 800€ (oder über 1000€ mit einem WT Tag im Schaft) mehr wert sondern nur noch 500€…
     
  17. Flori

    Flori Schaut nur mal vorbei

    Hallo, Silver,
    die Bemerkung bzgl. des Zerstör-Risikos
    stammt von mir, nicht von Wuffy.
     
  18. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Man sollte wissen, dass man (gute) Bohrmaschinen mit stufenloser Regelung auch extrem langsam laufen lassen kann.

    Und ich werde mich hüten, selbst und zu teueren Preisen gekaufte Mundstücke weder zu refacen oder auszuschleifen.

    Die Mundstücke, die ich anpasse, sind alles gebrauchte Beilagen von meinen Sax-Baustellen,,,meistens auch no name, aber teilweise doch recht brauchbar nach individuellem refacing.
     
  19. Flori

    Flori Schaut nur mal vorbei

    Ich weiß, ist etwas " off- topic"...
    Was ist eigentlich der Unterschied zwischen "Pressed Cork" und "normalem" Kork?
    Welchen nimmt man als Stimmkork?
     
  20. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Pressed Cork...wie es der Name schon besagt, ist ein künstlich gepresster Kork mit weniger Elastizität als Naturkork.

    Als Mundstückskork wird fast ausschl. Naturkork verwendet (Ausnahmen bei einigen BIlligsaxen)
     
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