Kondensat am Finger

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von MonKid, 11.Dezember.2021.

  1. Saxversuch

    Saxversuch Kann einfach nicht wegbleiben

    …irgendwie habe ich das Gefühl, dass es nicht so ist. Auch der Mund wird trocken. Dann muss es direkt an mir liegen.

    Wie lagert ihr die Holzblätter von einem Tag zum anderen?
     
  2. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Versuchs mal mit Legere Kunststoff Blättern, da kann’s trocken sein, da ist das egal
     
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  3. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Vom Mundstück abnehmen, Feuchtigkeit abwischen und in einem ReedGuard - die Plastikbehälter, in denen die meisten Blätter geliefert werden reichen völlig - an einem trockenen Ort lagern (nicht im geschlossenen Saxkoffer).
    Am nächsten Tag ein bisschen anlutschen, damit das Blatt nicht komplett trocken ist, Blatt aufs Mundstück, Mundstück auf den Bogen, Bogen aufs Sax und los geht’s.

    Es gibt andere Prozeduren, von der Lagerung im Dunst von Schnaps bis zu allerlei Voodoo-Kästchen. Hat sich für mich als komplett unnötig und unpraktisch herausgestellt.

    Wer wirklich viel spielt (mehr als drei oder vier Stunden am Tag) lässt sein Blatt einfach auf dem Mundstück und meist das Mundstück auf dem Bogen, bis das Blatt durch ist. Eine abgedichtete Kappe hält das Ganze dann schön feucht… Gutes Training fürs Immunsystem :confused:
     
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  4. Bb7

    Bb7 Ist fast schon zuhause hier

    Ich wische das Blatt kurz ab und lege es etwas luftig beiseite. (Also so, dass es gut trocknen kann) Manchmal lasse ich es auch auf dem Mundstück, wenn ich weiss, das ich am selben Tag oder einen Tag später wieder spiele. Bei längeren Auszeiten kommt das trockene Blatt dann in ein Blattetui, wo es m.E. ganz gut aufgehoben ist.

    Allerdings werde ich auf meine alten Tage ja noch ein fan von Kunststoffblättern. Hätte ich nie für möglich gehalten, aber ich bin mit Forestone Black Bamboo MS + M schon einige Wochen ganz zufrieden. Da stellt sich das Problem eher kaum.
     
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  5. Saxversuch

    Saxversuch Kann einfach nicht wegbleiben

    Ja, daß stimmt. Ich habe auch eins hier. Ich find, es klingt nicht so schön wie Holzblätter. Liegt sicherlich auch an mir, oder an der Gewohnheit.
     
  6. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Kein Blatt wird bei mir am nächsten Tag wieder gespielt - ich habe mehrere Blätter in Rotation. Wurde mir so empfohlen.
    Nach dem Spielen wird alles zerlegt und durchgewischt, alleine schon gegen den Ekel-Faktor. Das Blatt kommt wieder in das Wasser, wo ich es vor dem Spielen angefeuchtet habe, während ich die anderen Sachen durchwische. Zuletzt wird das Blatt abgewischt, mindestens eine halbe Stunde trocknen gelassen und dann in ein Etui. Meine Blätter halten Monate. Ich spiele aber auch nicht täglich stundenlang.
     
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  7. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Definitiv ja :D
     
  8. Peterchen

    Peterchen Schaut nur mal vorbei

    Ich bewahre meine Blätter in einer Flasche unter billigem Wodka (mit ~38 Vol% Alkohol) auf. Nach dem Spielen wird alles zerlegt, das Blatt kommt zurück ins Wodka-Reservoir zu den anderen Blättern, die ich in Rotation von Tag zu Tag benutze.
    Vorteile:
    - die Blätter sind stets feucht und halten lange ihre Spannung
    - die Blätter halten dermaßen lange (tw. länger als ein Jahr), daß sich die Investition in den Wodka mehr als lohnt.
    - ich habe 0,0% Ausschuss bei den Blättern. Ich spiele alle Blätter, so wie sie aus der Schachtel kommen und kenne den Blätterstress den viele Saxophonisten verspüren gar nicht.
    - Ethanol desinfiziert. Die Blätter werden (auch nach langer Lagerung) nicht von irgendwie gearteten Mikroorganismen besiedelt.

    Nachteil (allerdings nicht von mir verifizierbar):
    - Viele Leute beklagen, daß diese Aufbewahrungsmethode die Blätter dumpf klingen ließe.
    Da ich meinen Sound so wie er ist, so haben möchte, wie er ist - nämlich eher auf der dunklen Seite des Klangspektrums, ist mir das egal, wenn es denn überhaupt stimmt....
     
  9. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ja, das stimmt.
    Ich habe eine Zeitlang das Schnapsdunst-Voodoo betrieben - also nicht eingetaucht, nur in einem Gefäß, in dem auch ein Schwamm mit 70%igem Rum war. Bis mir irgendwann mal der Rum unbemerkt ausgerutscht ist und die Blätter nach dem Urlaub nicht nur satt getränkt sondern vor allem komplett ohne Höhen und eine gute halbe Nummer weicher waren.

    Aus dieser Not bin ich wieder zur üblichen, oben beschriebenen Methode übergegangen.
    Meine Blätter halten nicht „ewig“ aber doch eine ganze Weile, je nach Beanspruchung (Anzahl Proben/Gigs, Übepensum) und Mundstück.
    Durch Wechsel auf ein oder mehrere andere Mundstücke kriege ich zuverlässig jedes Blatt schnell tot… Ein Blatt, ein Mauspiess!

    Ich bin auch von der Zimperlichkeit mit Blättern kuriert.
    Bei mir funktionieren alle Blätter einer Schachtel und ich spiele sie einfach und jammere nicht.
    Wenn wirklich mal eins deutlich zu hart oder zu weich ist, lege ich es zur Seite und nehme das Nächste.

    Gretchenfrage: Wie merkt man, dass ein Blatt kurz vor „durch“ ist, wenn man vier im Turnus spielt und meint, damit könne man den Blättertod überlisten?
    Antwort: Gar nicht. Man nimmt die gleichmäßige Abnutzung als Referenz und steht dann nach Wochen gradueller Gewöhnung an weicher (und schriller) werdende vier Blätter beim plötzlichen Kinds- äääh Blattstod vor einer dumpfen, harten, anstrengenden Aufgabe (und Schimpferei über die ach so schlimme Schwankung bei Holzblättern).
     
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  10. Saxversuch

    Saxversuch Kann einfach nicht wegbleiben

    Da bin ich noch weit von entfernt, mit jedem Blättchen zurecht zu kommen.
     
  11. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Ich lege meine Blätter immer in ein 0,3 Liter Glas mit schottischem Whiskey (61%,Cask Strenkth) ein. Damit die Blätter nicht immer in der gleichen alten Plörry lagern,trinke ich das täglich vorm Spielen aus und fülle neuen rein. Ich habe das Gefühl,ich spiele seitdem viel gelassener und habe vor keinem Solo mehr Angst .:duck::duck::duck:
     
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  12. khayman

    khayman Ist fast schon zuhause hier

    Jedes Jahr den Wert eines Keilwerth SX 90 Tenor, nur für die Blattlagerung.... hm, da lagere ich meine Blätter doch lieber wie bisher einfach auf Glas in ihrem Case (und ich spüle sie nur ganz selten nach dem Spielen mit Leitungswasser ab)

    Beeinflusst denn die Intensivität des Torfgeschmacks vom Whiskey auch den rauchigen Klang??? Dann überlege ich vielleicht doch nochmal, ob ich die Blatt-Lagerung ändern sollte.

    Die Kosten für das Taxi - weil nach 0,3l 60% (oder häher) bin ich nicht mehr Fahrtüchtig - habe ich noch gar nicht mitgerechnet....

    :cool:;):D
     
  13. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Ja unbedingt,gibt einen absolut Smoothie Sound mit einem klein bisschen Dässel ;)
     
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  14. quax

    quax Gehört zum Inventar

    Bitte bedenken, dass Alllohol hygroskopisch ist, also mit ",feucht" halten eigentlich nichts ist.
     
  15. -j.

    -j. Kann einfach nicht wegbleiben

    Zu Weihnachten kriegte ich so ein Vandoren "hygro" reed case geschenkt -- doch ich bin wieder zu meiner erprobten Methode zurückgekehrt, weil meine Erfahrung ist, dass Wellenbildung der Blattspitze im hygro sehr viel schneller eintritt bei weichen Blättern (Rigotti Gold #2-1/2); härtere Blätter (Vandoren Java green #3-1/2) hingegen scheinen länger zu halten. Ich vermute mal, dass es (auch?) damit zusammenhängt, dass die Blätter in dem Ding nicht durchgängig flach aufliegen. Das gleiche Phänomen zeigte sich vor Jahren mit einem 'normalen' Blatthalter, der jedoch tiefe, breite Rillen hatte und deswegen ziemlich bald einmal im Müll landete.

    Meine Methode: Blätter ruhen in normalen el-cheapo plastik Blatthaltern, welche wiederum in einem luftdicht verschliessbaren Kühlbeutel lagern ("zip-loc bags" nennen die Amis sie). Das Weihnachtskonzert letzten Dezember spielte ich mit demselben Blatt wie das Jahr zuvor. Gut, ich wechsle die Kannen praktisch täglich, Mundstücke sowieso, also kann es schon mal Wochen dauern, bevor dasselbe Blatt wieder zum Einsatz kommt.

    Was die nassen Finger betrifft, so ist mir das ein Rätsel. Gestern hatte ich einen Gig mit dem Alto, das ich mittlerweile eher selten spiele, aber diese Woche eben exklusiv. Am Tag 1, als ich es erwartet hätte, blieb alles normal. Tag 2, bei ungefähr gleichen klimatischen Bedingungen, gleichem Mundstück, gleicher Blattstärke und -marke, ein riiiiesen-Gesabber, sodass ich alle paar Minuten die linken Finger und entsprechende Klappen abwischen musste.

    In der Big Band, wo ich nunmehr Tenor hupe, habe ich es mir schon lange zur Gewohnheit gemacht, das Instrument in langen Pausen/zwischen songs nie horizontal auf den Knie abzulegen, sondern immer vertikal zu halten mit dem Becher auf dem rechten Knie. Beim Alto schien das weniger wichtig zu sein.

    Wie immer, your mileage may vary,

    -j.
     
  16. -j.

    -j. Kann einfach nicht wegbleiben

    ... äh, natürlich nicht mit dem Becher auf dem Knie, sondern dem, öh, wie heisst das, auch "Knie"? Dem "U" eben. :sorry2:
     
  17. Saxversuch

    Saxversuch Kann einfach nicht wegbleiben

    Ich frag mich manchmal, was macht ihr mit dem Kondenswasser im Sax., wenn ihr in irgend so ein „Nobelschuppen“ spielt? Kann man ja schlecht vor Ort wo hintröpfeln. Ist ja mal mehr, mal weniger.
    Oder bleibt der Sabber drin bis zum Schluss?:)
     
  18. -j.

    -j. Kann einfach nicht wegbleiben

    Sabber bleibt drin bis zum Schluss bzw. Pause. Barisaxer sowie die Trombosen legen oft ein paar Blatt Küchenpapier auf den Boden. Habe deswegen noch nirgends Hausverbot gekriegt...

    -j.
     
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  19. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Wenn man nicht gerade das Kondensat über die Tonlöcher auskippt… ;)

    … hänge ich der Theorie an, dass es an der linken Hand beim Spielen dann sabbert, wenn es undicht ist.

    Und zwar aus dem Tonloch*, dessen Klappe nicht vollständig schließt, nicht genau gleichzeitig öffnet/schliesst, wenn sie gekoppelt ist oder bei dem die (kombinierte) Federspannung und Materialbiegung durch die Betätigung höher ist, als die Fingerkraft im Spielfluss.
    Manchmal sabbert es weiter nach unten.

    Durch ein längeres Leiden mit Koffer(n), die meinen Hörnern wehtaten, bin ich zu diesem Thema stark sensibilisiert und merke das inzwischen alleine am Klappenanschlag und im Detail am veränderten Blasverhalten**.
    Sobald ich eine Leuchte reinhänge, wird es mir zu 99% durch ein Lichtlein bestätigt.
    Die fehlenden 1% sind kleine Lecks an Stellen, die man nicht gut sehen kann, weil man vorher Gestänge abbauen müsste.

    Natürlich lernt man, über diese kleinen Lecks und das Gesabber wegzuspielen - mich stört das aber schon und meine treuesten Fans*** bemerken sogar einen Unterschied bei dem, was und wie ich improvisiere bzw. wie flüssig ich durch schwierigere Passagen im Satz komme bzw. schlicht daran, dass ich weniger lange Linien spielen kann, bis ich Luft hole.


    * Das Leck kann auch an der S-Bogen-Passung sein, um Probleme zu bereiten. Allerdings führt das eher seltener zum Sabbern.

    ** Der Blasaufwand steigt, die Töne sind nicht mehr homogen, die Ansprache von Quinten abwärts leidet und der Rauschanteil steigt. Lecks gibt es natürlich auch in der rechten Hand (v.a. bei der Kopplung F#-F-E-D) - die führen zu ähnlichen Problemen und zusätzlich zu insgesamt schlechter Ansprache D-Abwärts.

    *** namentlich Madame und der Chef d‘orchestre :)
     
  20. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich spiele nicht in Nobelschuppen… verträgt sich nicht mit meiner Champagnerleidenschaft :p:p:p

    Nein, mal im Ernst:

    Ich kippe das Kondensat nach jedem Stück über den Trichter aus, damit es sich nicht ansammelt. Das merkt kein Mensch und außerdem ist es nur Wasser.
     
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