Vergleich: Jody Jazz HR*6 vs. D’Addario Select Jazz 6M vs. Vandoren T27

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von Calymne, 12.Juni.2026.

  1. Calymne

    Calymne Ist fast schon zuhause hier

    hab ich heute (also alles außer Metall).
    da, wo es keine anderen Ohren gab, ich also hemmungslos probieren und quietschen konnte. Gequietscht hat es nur etwas, lange nicht so viel wie befürchtet.
    Ich habe noch zwei Mundstücke aus der Schublade gezogen. Ich hatte noch ein 4C, dass ich mal gekauft hab als ich ne Tonkriese hatte - ich hab es allerdings nie geschafft, da einen Ton rauszubekommen. Heut gings. Kommt aber weg.
    Dann gibt´s zu meinem Mauriat ja noch das Originalmundstück vom Kauf - kA es ist definitiv enger als ein 6er, ggf. auch als ein 5er. Steht aber nix dran. Da hab ich auch nie einen Ton rausbekommen. Heute hab ich mal ein 2er Holzvandoren drauf gepackt - und joah klingt auch nicht so verkehrt. Zimmertauglich jedenfalls, mal sehen.

    Mein T27 kann tatsächlich auch lauter als ich bislang dachte - trotzdem bleibts beim D´Addario für Festzelte.
    Das 5er Jodi geht zurück, das fand ich mit egal welchem Blatt anstrengender zu spielen als das 6er.
    Das 6er wird jetzt das Orchesterteil zum schön spielen, ging heut auch schon in leiser etwas besser. Und das T27 kommt als Backup mit solange das nötig ist.

    Weil ich es gar nicht geschrieben hatte: auf dem T27 spiele ich aktuell ein schwarzes Fiberreed in MH.
    Das D´Addario werd ich wohl auch mit dem MH oder H spielen und
    das Judi hab ich einmal mit dem 2er Holz probiert und dann mit einem Black Bamboo in MS.

    Also es scheint mir, dass ich mir fürs schöne Orchester vielleicht doch noch mal ein paar Holzblätter dazulege, mal sehen. Die Auswahl die ich jetzt habe, reicht mir jedenfalls für die nächste Zeit, ich sehe mich da nicht mit Metall experimentieren, erst mal das vorhandene Zeugs richtig in den Griff bekommen.
    Dafür geht das Ganze dann als nächstes beim Bari los :cool:.
     
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  2. cwegy

    cwegy Ist fast schon zuhause hier

    Das hört sich doch nach einem guten Plan an! Freut mich für dich :)
     
  3. Peterchen

    Peterchen Schaut nur mal vorbei

    Meiner Erfahrung nach ist die Wahl des Equipments (also nicht nur die des Mundstückes, sondern auch der Blätter und des Instumentes) extrem individuell,
    aber weit weniger entscheidend für das, was letzlich beim Zuhörer ankommt, als die eigene Klangvorstellung und die Zeit, die man in die Entwicklung des eigenen Sounds investiert hat.
    Allerdings sei vorrausgesetzt, daß einem das Eqipment nicht "im Weg steht". Heißt, wenn ich als blutiger Anfänger, der vieleicht total auf Ben Webster steht, wie ebendieser mit 10er Bahn und Blattstärke 5 zu Werke gehe, darf ich mich nicht wundern, wenn das Üben ein reines Frusterlebnis wird.

    Ich habe auch festgestellt, daß ich im Falle eines Mundstückwechsels in der Regel spätestens nach einer Woche wieder so klinge, wie auf dem vorherigen Setup, auch wenn das subjektive Spielgefühl ein anderes sein mag.
    Die Suche nach dem "optimalen Mundstück" endet für viele von uns nie. Unter Umständen findet man den den heiligen Gral nach Jahrzenten des Schlummerns in der heimischen Schublade der vormals aussortierten, weil für zu "schlecht" befundenen Mundstücke. So ist es mir zum Beispiel ergangen.
    Sich mit erfahrenen Saxophonisten über Equipment austauschen, ausprobieren, recherchieren, was die Profis diverser Stilrichtungen für ein Setup benutzen oder benutzt haben, kann ein Weg sein zu einer immer besser informierten Entscheidung zu kommen, was für einen selbst "das Beste" ist. Aber dieser Weg befindet sich immer unter den eigenen Füssen.
     
  4. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Gilt auch für fortgeschrittene Spieler!

    Ich finde es zielführender, seinen eigenen und persönlichen Sound zu entwickeln als bestimmte Vorbilder nachzuahmen. Die persönlichen Voraussetzungen, z.B. Volumen des Mundraums, Zahnstellung, Gesichtsmuskulatur...sind individuell.

    Daher finde ich es für die eigene Entwicklung eher problematisch, wenn man sich in bestimmten Formationen Sounderwartungen unterzuordnen hat, die einem möglicherweise nicht liegen. Aus einem geborenen sanften Leisebläser wird kein überzeugender fetzender Pop- und Rocksaxophonist werden:cool:
     
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  5. Wanze

    Wanze Strebt nach Höherem

    Das wird oft so beschrieben.
    Komisch, mir ist es nie so gegangen. Als Wenig-Mundstück-Wechsler habe ich tatsächlich in meiner Saxophon-Zeit nur 4 Mundstücke gehabt (bzw. gekauft, intensiv genutzt. Ein bisschen Beifang hat sich trotzdem eingestellt).
    Jupiter - Meyer M7M - Jody Jazz 8 - Gottsu Jazz Metall 7* in zeitlicher Reihenfolge auf dem Tenor.
    Natürlich habe ich nach den 'neuen' Mundstücken mal wieder auf den älteren gespielt - ich hatte nie den Eindruck, dass ich auf den alten genau so klinge, wie auf dem jeweils neuesten. Die zwei neuesten spiele ich noch parallel, je nach Situation, eben weil sie unterschiedlich klingen. Nicht nur in meinen Ohren.
     
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  6. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    @Wanze

    Ich denke es ist heute auch anders als früher.

    Als ich angefangen habe Saxophon zu spielen war ein Mundstück dabei.
    Dann gab es ein paar Musikgeschäfte die auch Saxophone und ein paar Mundstücke im Angebot hatten.

    Heute ist die Auswahl zwar größer. Für Anfänger die Verwirrung vermutlich auch. Die Empfehlungen gehen ebenfalls in unterschiedliche Richtungen.

    Grüsse Gerrie
     
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  7. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich kenne das Phänomen der “Regression zum Sound im Kopf” zumindest ein Stück weit. Das ist auch gut so. Unabhängig davon höre ich immer mehr Nuancen von Blättern, Mundstücken und Hörnern, die einem bestimmten Equipment-Stück zu eigen sind und nicht gut mit anderen emuliert werden können. Das kann ein bestimmter Buzz sein, ein Britzeln, ein quäken, eine bestimmte Wärme oder auch ein fehlender Bereich, eine „Hohlheit“ im Klang.

    Wichtiger finde ich aber die unterschiedlichen technischen Aspekte. Zum ersten gehen Mundstücke und Blätter ganz unterschiedlich laut. Das gleicht sich bei mir nicht mit der Zeit aus. Es gibt Teile, die einfach mehr Reserven haben. Dann gibt es Teile, auf denen man wie von selber eher viel Rauschen und leichten Subtone bekommt und andere Teile, die immer einen sauberen geradlinigen Ton spielen wollen. Wenn ich da in die Gegenrichtung steure, hat das ganz unterschiedliche Auswirkungen aufs Spiel.

    Erst gerade habe ich wieder bemerkt, das mein aktuell liebstes Tenormundstück für den Sound im Kämmerchen in der großen Big Band einfach lautstärkemäßig underperformt und habe wieder ein altes rausgekramt, von dem ich weiß, dass es sich gut mischt.
     
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  8. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Hier mal ein Beispiel, wie eine Stufe die Charakteristik eines mpc ändert

    Nicht ganz fair, weil auch Öffnung und Bahnkurve tlw massiv verändert wurden, aber die Tendenz ist erkennbar....
     
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  9. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Klingt ja furchtbar, nach der Bearbeitung!:cool:
     
  10. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Geschmackssache, das kommentiere ich nicht.
    Leider separiert er nicht die beiden Änderungen. Dann hätte man hören können, was das Öffnen verändert hat, was die Baffle. So kommen ha, t zwei massive Eingriffe zusammen.
    Mich persönlich hätte auch interessiert, was die 2Grad Tischwinkelverminderung bringen (also im Spiel und Klang, nicht nur geometrisch).
     
  11. ppue

    ppue Mod Experte

    Na, die 2° öffnen das Mundstück im Wesentlichen. Dafür macht er es. Ansonsten müsste er die Rail vorne herunterschleifen, was aber das Mundstück schnell kürzer machte und die tip rail enorm breit, was er wieder wegnehmen müsste. Die 2° sind also weniger für das Abstrahlverhalten interessant als für die größere Öffnung.

    An seiner Tonleiter hört man schön, dass er sein Mundstück nicht weit genug drauf hat. Man erkennt es sofort, weil c' und d' zu weit auseinander liegen. der Ganztonschritt ist übergroß, das Überblasen macht eine deutlich zu große Oktave. Eigentlich ein Anfängerfehler. Ist dieser Tonschritt zu groß, dann ist das Instrument für die Steigung zu lang (geht in Richtung Klarinette). Schöbe er das Mundstück weiter drauf, dann erhöhte sich das c' sehr schnell, während das lange d' davon prozentual kaum betroffen wäre. Nur zur Info (-:

    Er benutzt das gleiche Blatt, um weitere Parameter auszuschließen. Das sehe ich kritisch. Man sollte eine 60er Öffung nicht mit dem gleichen Blatt wie eine 110er Öffnung spielen. Das macht wenig Sinn und ist bei seiner Blattauswahl für beide Öffnungen suboptimal.

    Ich bin erstaunt, wie wenig hier der Baffle ausmacht, der ja schon ein enormes Ausmaß hat.

    Mich hätte interessiert, wie es geklungen hätte, hätte er nur die Rails optimiert. Ich erlebe das selber regelmäßig, wenn ich meine Rails abziehe und mit guten Kanten neu "definiere", dass der Sound sich enorm verbessert. Die Rails werden einfach rund mit der Zeit. Dazu kommt, wenn man beide Mundstücke vergleicht, dass das unmodifizierte Mundstück schon fast schlampig verarbeitet aussieht gegenüber dem Modifizierten (-:

    Das Video ist sehr sehenswert und seine Arbeit grandios.
     
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  12. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Du meinst also, ob das Blatt flacher oder steiler angeblasen wird ist völlig egal. Wenn du meinst...
     
  13. ppue

    ppue Mod Experte

    Ja, meine ich. Es gibt in dem Sinne keinen Anblaswinkel. Der Mundinnenraum ist eher eine Art Ballon, in dem weitgehend der gleiche, durch die Stütze erzeugter Druck herrscht. Dieser Druck drückt mit gleicher Stärke auf alle Seiten des Blattes. Kann man sich vorstellen, wenn man das Mundstück vorne zuhält und Druck aufbaut. Dabei bleibt das Blatt in der absolut gleichen Position.

    Nur, wenn der Spalt zwischen Mundstück und Blatt sich öffnet, entweicht die Luft mit hoher Geschwindigkeit und reißt das Blatt mit an die Rail. Das Mundstück kannst du also auch in unterschiedlichen Winkeln in den Mund nehmen, der Ton wird ein ähnlicher bleiben. Nur das Obertonverhalten kannst du mit verschieden großen Mundhöhlen verändern.

    Einen kleinen Effekt hat dann eher, dass die Blattunterseite einen anderen Winkel hin zum S-Bogen hat. Das verändert das Abstrahlverhalkten der entstehenden Welle. Aber der Effekt wird marginal sein gegenüber dem großen Baffle, der dem Mundstück verpasst wurde.
     
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  14. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    Handwerkliche Meisterleistung würde ich sagen.

    Der Aufwand ist beachtlich. Und das bei Jemandem der es mit Sicherheit schon oft gemacht hat.

    Respekt.

    Grüsse Gerrie
     
  15. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Bei mir ändern sich Ansprache und Klang mit der Neigung des mpc. Anderer Aufsetzpunkt der Unterlippe. Ein paar grad machen da einen Unterschied.
     
  16. ppue

    ppue Mod Experte

    Ja, dann änderst du viel. Den müsstest du natürlich entsprechend verschieben.
     
  17. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Wäre auch mal interessant, wie yamaha das 4c auf bspw 7c oder 8c bekommt. Die werden ja nicht einfach den Tisch neigen...oder doch?
    Wenn man den Weg der größeren Öffnung geht, wäre das ev eine option mal ein 6c zu versuchen. Das "costa fast gar nix", klingt neutral, spricht i.d.R. leicht an, und ev ist das schon Durchsetzungsfähigkeit genug. Oder sich ev eines drucken lassen z.B. bei fabtone (probepaket) o.a.. Möglichkeiten findet man hier ja genug für jeden Geldbeutel.
    Ich tue mir einfach schwer für einen Versuch mehrere Hundert Euro in ein mpc zu stecken.

    PS. Weiß jemand, welche Metallmundstücke keilwerth Anfang der 70er den toneking tenor ev mitgegeben hat? Steht nix drauf, aber das wäre geeignet. Dynamisch, leicht zu spielen, große Kammer mit ganz leichter Baffle, und dürfte so ne 6er-Öffnung mitbringen.
     
  18. ppue

    ppue Mod Experte

    Da bin ich ganz bei dir. Ich rate auch von verschiedenen Mundstücken für verschiedene Situationen ab. Das eigene Mundstück ist ein Körperglied von mir und sollte es so flexibel sein wie die Umstände, in den ich spiele.

    Ich spiel nur noch akustisch, laut, ohne Baffle, große Kammer, große Öffnung. Da habe ich genau das Richtige. Ist, so glaube ich, mein drittes Mundstück in über 50 Jahren. Ich kenne mich da also überhaupt nicht aus auf dem Markt und kann diesem gewaltigen Fred gar nichts hinzufügen.

    Fahr jetzt an die See, dann seh ich weiter ...
     
    Sax a`la carte und Gerrie gefällt das.
  19. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Nicht ganz meine Meinung. Ich halte nichts von materialschlachten und hohem finanziellem Einsatz zur Erreichung eines klanglichen Ziels. Heißt nicht, dass es nicht sinnvoll ist 2 setups zu haben für bspw klassik und rock/pop/funk. Sinnvoll, nicht zwingend notwendig.

    Ich bin da auch gelandet bzw immer wieder dahin zurück. Viele Mundstücke waren bei meinen vintages einfach dabei, natürlich habe ich die probiert, natürlich fand ich die auch klanglich, sagen wir mal, spannend. Nur, letztlich will ich klingen wie ich, und will mein spielgefuehl, meinen Sound. Das geht mit meinem einen mundstück einfach für mich am leichtesten.
    Die andere Lektion, es muss nicht die riesige Öffnung sein. Dem Geist bin ich auch hinterher mit Öffnungen 115 am alto, 125 am tenor. Wozu? Es bringt mir nur Anstrengung gegenüber einer 090 oder 095. Wenn der Rest passt und ich das dann auch beherrsche.
     
  20. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Klassik und Jazz sind komplett andere Spielweisen.
    Im Rahmen wird ein klassisch gespieltes Jazzmundstück klassisch klingen, ein jazzig gespieltes Klassikmundstück jazzig.
    Klar unterstützt das Mundstück ein bestimmtes Genre, aber das wird hier oft komplett überbewertet kommt mir vor.
     
    JTM, ChristophSax, altblase und 3 anderen gefällt das.
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