Licks über II-V-I-Verbindungen

Dieses Thema im Forum "Improvisation - Harmonielehre" wurde erstellt von ppue, 26.Juli.2026.

  1. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich habe extra nicht geschrieben, dass die alterierte, die Bebop-Skala oder was auch immer über die V vorgegeben ist. Also alles erlaubt (-:

    PS: Der Einfachheit halber bleiben wir bitte in C-Dur.
     
  2. ppue

    ppue Mod Experte

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    Zuletzt bearbeitet: 26.Juli.2026
  3. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Der Einfachheit halber wäre es vielleicht auch hilfreich anzugeben, warum (Stimmführung) diese Muster funktionieren.
    Ich mein - wie Du sagst - um möglichst viele mitzunehmen.
     
    giuseppe und ppue gefällt das.
  4. ppue

    ppue Mod Experte

    Gut, ich dachte, das erklärte sich von selber.

    Erst gibt in der Tendenz zwei Arten zu improvisieren: horizontal und vertikal.

    Vertikal sind es meist Akkordbrechungen, hier ein reiner Dm7

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    oder
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    Dm7 von der 9 aus abwärts, dann G7 5# abwärts auf E-G von C-Dur.

    Die andere Möglichkeit ist das horizontale Spiel mittels Skalenausschnitten (oder auch Tonwiederholungen):

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    Es kommt dann immer gut, wenn man auf einem Akkordton landet. Hier zweimal auf dem E vom C7.
     
  5. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Naja, schon, wenn man sich mit Stimmführung (c zu h, f zu e) auskennt. Wenn IMHO gewissen Regeln (die jemand natürlich besser im Ohr hat, der Klavier spielt) beachtet werden, kann man sich notenmäßig sehr viel erlauben, und es klingt trotzdem logisch.

    Ausgehend vom 1. Beispiel könnte z.B. im 2. Takt h, as, g und f zu e durch ein des, h, ais, as zu g (oder es, des, b zu g) ersetzen und in den Thread von @Silver transferieren :)
     
  6. ppue

    ppue Mod Experte

    Aber sicher. Ich wollte aber fürs Erste einfach und durchschaubarer anfangen.

    Ich hoffte ja, dass wir hier eine kleine Sammlung hinbekommen, möchte die aber gar nicht selber erstellen, sondern hatte auf die Hilfe aller gehofft. Postet also gerne eure Licks ...
     
  7. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Das ist im Prinzip eine gute Idee, nur gibt es hunderte von Büchern, wo Licks - vielleicht noch dazu in allen Tonarten - ausgeschrieben sind.
    Meist ohne Erklärung warum und wieso. Diese Bücher befinden sich - so nehme ich an - in hoher Zahl im Besitz der geneigten Mitschreiberschaft.
    Deshalb könnte sich die Anteilnahme in Grenzen halten :)
     
    Viper gefällt das.
  8. ppue

    ppue Mod Experte

    Na ja, es gibt auch hunderte von Büchern über Harmonielehre. Ich spreche dennoch lieber hier und im Austausch mit anderen darüber.

    Aber muss auch nicht sein, die Materialdiskussionen sind sicher wichtiger (-;

    Nein, Scherz beiseite, ich finde, wir dürften gerne mehr konkret über Musik sprechen.

    Ist ja auch so, dass es vielleicht mal dazu anregt, selber überhaupt solch ein Gebilde zu konstruieren.
     
  9. Loppi

    Loppi Kann einfach nicht wegbleiben

    ich finde deinen Thread sehr spannend, ich merke mir diese Diskussionen immer und arbeite sie dann später, wenn ich mal Zeit habe, in Ruhe auf. Ich würde mich also freuen, wenn der eine oder andere seine Licks beitragen würde!
     
    ppue gefällt das.
  10. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Sicher nicht - zumindestens meine Meinung, und ich fasse die Message auch nicht als Spitze auf, wenn das gestattet ist.
    Der Vergleich hinkt IMHO.
     
  11. ppue

    ppue Mod Experte

    Wäre schön, wir würden den Fred jetzt nicht zerreden, sondern uns der Sache widmen.
     
    claptrane gefällt das.
  12. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Hier mal zwei Ideen.
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  13. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Wenn man beim zweiten Lick genau hinschaut, sieht man, dass über der Dominante einfach ein Molldreiklang aufbauend auf der b9 (abwärts) gespielt wird. Eine ziemlich einfache Möglichkeit alterierte Klänge gutklingend über eine Dominante zu spielen. Das Ohr erkennt den Dreiklang, aber er erzeugt gleichzeitig ziemlich viel Spannung. Mit dieser Methode ganztaktige Patterns zu spielen ist allerdings schon schwieriger, denn die Kunst ist, keine Töne aus der mixolydischen Skala zu spielen, die schon alteriert wurden.
     
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  14. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ja, sehr schön. Im ersten Beispiel könntest du zum Thema alteriert/vermindert anstelle der chromatischen Linie auch die 2 weglassen und 3#9b9 und dann b7 oder gar die bluesige b6 spielen…
     
  15. Tafkah

    Tafkah Ist fast schon zuhause hier

    @mato: als nicht Jazz-erfahrerer Musiker mit allerdings relativ erfahrenem Gehör ist es für genau so, wie du es beschreibst. In vielen Jazz Soli höre ich auf der Dominante oft Dreiklänge, die ich als Gestalt in sich höre, die aber die Spannung dadurch erzeugen, dass sie in einem "harmonischen Paralleluniversum" angesiedelt sind. Mit etwas unharmonischer Verwechslung könnte ich einfach sagen, dass in Takt zwei über dem Dominanten G ein Ab-j7 in einem Arpeggio abwärts erklingt. Das wäre aber nur eine "Krücke" und nicht Verständnis-bildend.
    Viel zielführender und klarer ist deine "Aufforderung", die Töne der mixolydischen Leiter, die bereits chromatisch verändert (=alteriert) wurden, zu vermeiden, das wären hier das Dis und das As. Ich denke aber, dass auch diese "Regel" wieder durchbrochen wird, wenn Töne umspielt werden. Außerdem spielt es, wenn ich mich richtig entsinne, eine Rolle, ob die Zählzeit gewichtet ist, auf der die alterierten Töne und ihre "echten" Vertreter gespielt werden.
     
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  16. Tafkah

    Tafkah Ist fast schon zuhause hier

    Sch...autokorrektur: ich hatte "enharmonische Verwechslung" geschrieben. Eine wirklich musikalische ungebildete Autokorrektur....
     
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  17. Tafkah

    Tafkah Ist fast schon zuhause hier

    So, jetzt habe ich selber ein Beispiel gefunden: die Takte 11 und 12 aus der Contemporary Etüde "Everybody Gets the Blues" von Bob Mintzer.

    Hier erklingt sie ohne Melodiestimme, es gibt aber einige mehr oder weniger gelungene Fassungen. Bob swingt in seiner Fassung (habe die Noten und die CD) am "tightesten", ihn habe ich aber auf die Schnelle nicht auf YT gefunden:



    Aber hier kann man mal das Tempo runterziehen und mitspielen (Bb). Die Eb Fassung gibt es auch, muss man halt ein bisschen suchen.

    Bildschirmfoto 2026-07-28 um 21.42.58.png

    Doppelter Quintfall mit rhythmisch und harmonisch (Alterierung) ähnlichem Strickmuster.
    Über Emi7 steht ein Tonleitermotiv, dass schon den originalen Tonraum von C verlässt mit dem Fis.
    A7 wird mit einem Quintfall abwärts alteriert realisiert mit kleiner None Bb (b9) und übermäßiger Quinte F (5#)
    Dmi7 wird mit einem A-Moll Dreiklang (A-C-E) aufwärts umspielt und G7 alteriert abwärts bewältigt mit übermäßiger Quinte D#( 5#), kleiner None G# (b9), die aber dann in die Root G chromatisch aufgelöst wird.

    Als ich das zum ersten Mal vor über 10 Jahren sah dachte ich spontan "das kann doch nicht funktionieren". Tut es aber, solange man das Gefühl für die Originaltonart und Kadenz im Hintergrund nicht verliert.
     
  18. Tafkah

    Tafkah Ist fast schon zuhause hier

    Kurze Ergänzung: ich habe das immer nur gespielt aber nicht durchdacht oder analysiert. Ab heute speichere ich, dass eine Quinte abwärts einen Halbton über der Dominante (z.B. D#-G# über G7 als Dominante von C-Dur) bei guter Vorbereitung und Auflösung in einer Improvisation oder Komposition (wie bei Bob Mintzer) gelungen klingen kann.
     
  19. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Das stimmt natürlich. Es macht für mich einen Unterschied, in was für Tonschritten und auf welchen Zählzeiten was gespielt wird. Als Arpeggio wirkt es unabhängig von der Zählzeit immer als schwere Note. Eine gespielte b9 danach mit einem Arpeggio mit normaler 9 zu revidieren, klingt für mich nach Panne und nicht mehr nach alteriert.
    Meine Fähigkeiten mit alteriertem Material umzugehen sind jedoch ziemlich eingeschränkt und tief geforscht und probiert habe ich da noch nicht wirklich.
     
    Tafkah und giuseppe gefällt das.
  20. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Nur ein Gedanke dazu nochmal zur Entstehung. Die #5 oder b13 ist in meinen Ohren vielleicht die früheste Alteration zur Steigerung der Dominante durch den Solisten. Pres‘ Soli sind voll davon. Die anderen Alterationen hätte ich jetzt später verordnet, im Bebop. Die komplette alt. Skala dann erst als Tritonussubstitut im noch etwas fortgeschritteneren Bebop. Vielleicht täusche ich mich aber auch.
     
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