Licks über II-V-I-Verbindungen

Dieses Thema im Forum "Improvisation - Harmonielehre" wurde erstellt von ppue, 26.Juli.2026.

  1. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Poesie war nie meine Stärke. Aber inhaltlich würde der Thread was hergeben…
     
  2. Tafkah

    Tafkah Ist fast schon zuhause hier

    Lasst uns zurück zum Thema kommen und nicht weiter über Giant Steps o.ä. reden. Ich hab's ja leider angezettelt, will aber auch keinen eigenen "Giant Steps" oder "Coltrane-Changes" Faden ins Leben rufen.
    @ppue wollte ja eine II-V-I DIY Sammlung ins Leben rufen, warum also nicht zwei Wege einschlagen: "Links II-V-I hausgemacht" und "Lieblings-Links II-V-I aufgeschnappt". Für mich muss ich bei den hausgemachten leider passen, weil ich einfach keine habe und beim Improvisieren auch, ähnlich wie es @mato berichtet, nur rudimentär und allenfalls im Ausnahmefall, z.B mit der b9, arbeite.
    Überhaupt glaube ich, dass viele von uns zwar interessiert die vielfältige Literatur mit II-V-I Links beobachten, davon aber wenig oder gar nichts in ihr "Alltags-Spiel" integrieren. Deshalb habe ich heute damit begonnen, Alterierungen in der C- Dur Kadenz etwas planmäßiger zu üben.
    Dabei beginne ich mit einem Aufwärtsarpeggio der II in Terzschichtungen:

    h-d-f-a
    d-f-a-c
    f-a-c-e
    usw

    Vom jeweiligen oberen Ton versuche ich dann, abwärts z.B. sequenzierte Terzen oder Tonschritt/Terz- Motive mit Alterierungen zu besetzen und zu schauen, wie ich "elegant" (eher elephant) auf der Terz e oder dem Grundton c lande.
    Das Beispiel hier hat mit Alterierungen eher wenig zu tun, eher mit chromatischer Annäherung des Zieltons e, aber ich wollte mal zeigen, wie ich vorgehe als absoluter Anfänger in diesem Metier.

    IMG_7715.JPG
     
  3. Tafkah

    Tafkah Ist fast schon zuhause hier

    Ich bleibe (für mich) am Ball und habe dieses 10-minütige Video mit einem II-V-I Loop in Bb-Dur, also klingend C-Dur für Tenor, entdeckt. Der Groove ist schrecklich, das Video swingt überhaupt nicht, aber zum Üben für Annäherungen zu Alterationen kann es dienen.

     
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  4. Flori

    Flori Nicht zu schüchtern zum Reden

    @Tafkah

    Warum beginnst Du in Deinem notierten Beispiel mit dem Ton H (B)?
    Takt 1 ist eigentlich ein typisches V7 - Lick (wenn es das sein soll, ist es natürlich ok).
    Wenn das ein II-V-I - Lick sein soll, finde ich das nicht so clever, da dieser Ton eine Vorwegnahme der Terz des V7 ist (der harmonisch gesehen neben dem F typischste Ton dieses Akkordes), und kein typischer Ton des IImin7.
    Typischer wäre hier ein C oder E als Anfangston (C = Septime, E = None), ab Brecker-Stylistik auch ein C#..
     
    Zuletzt bearbeitet: 31.Juli.2026 um 07:46 Uhr
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  5. Tafkah

    Tafkah Ist fast schon zuhause hier

    @Flori

    Mein Gedanken- bzw. Hörfehler: Das Motiv bezieht sich nur auf die V. Es müsste als als Akkordsymbol nur ein G7 oder halt G7 mit weiterer Bezifferung drunter stehen und beim letzen Ton E ein C. Die II hatte ich komplett außen vorgelassen. Das zeigt wieder einmal, dass ich hörend und fühlend zur Zeit eher in der Barockmusik als im Jazz unterwegs bin. Wenn ich die zweite Hälfte des Motivs anders gestalte und z.B. mit g-f-e-d-e ausklingen lasse, bin ich (fast) bei Bach. Bin halt kein Jazzer und werde es auch in diesem Leben nicht mehr werden. Es macht nur Spaß, mit dem Idiom zu spielen und zu denken, Fehler eingeschlossen.
    Ich werde mal versuchen, heute beim Spielen eine "echtes" II-V-I Link zu finden.
     
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  6. Flori

    Flori Nicht zu schüchtern zum Reden

    @Tafkah
    Wenn das nicht gerade der allerletzte Takt Deiner Improvisation ist, klingt das E doch gut, gerade auch mit der chromatischen Annäherung/Umspielung.
    Das ist zwar eher BeBop-Stilistik (Ch. Parker), wird aber auch heute noch gerne genutzt.
    Der Grundton (C) erschallt doch schon (vorausgesetzt, Du spielst mit Band) vom Bass und Harmonie-Instrumenten, da ist es eigentlich für den Solisten und seine Melodie mitten im Soilo immer von Vorteil, auf der Quinte, Terz, Sexte oder anderen Optionen (9,#11) zu "landen".
     
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  7. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Ein Lick aus meinen Fingern. Bluestonleiter jeweils vom Grundton, über Dm7 in Moll, aufgelöst in die Terz der Dominante. Über C in Dur (hier) auf der Terz landend. Das Ding ist einfach genug für höhere Tempi, rhythmisch beliebig variierbar. Gut für die Geläufigkeit in all keys und in beiden Modi.


    IMG_20260731_104232.jpg

    Ein Durchgang "in all keys" mit reichlich rhythmischen Variationen und auch Unsicherheiten.

    https://youtube.com/shorts/omhJ-3OGWQI?is=cEnH0L8tFaNE0FOe
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 31.Juli.2026 um 11:48 Uhr
  8. Tafkah

    Tafkah Ist fast schon zuhause hier

    Schon wieder habe ich mich missverständlich ausgedrückt, lieber @Flori : ich meinte den Ton E und das Akkordsymbol C. Das Prinzip, dass man den Grundton vernachlässigen kann, da er ja meist im Bass oder der Gitarre erklingt, ist mir schon vertraut.
     
  9. ppue

    ppue Mod Experte

  10. Flori

    Flori Nicht zu schüchtern zum Reden

    Vielleicht das erste Bb oktavieren.
     
  11. ppue

    ppue Mod Experte

    Nö (-:

    Es setzt die Linie fort, die vorher beim A endete und bildet mit dem Bb den Höhepunkt auf der V.
     
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  12. ppue

    ppue Mod Experte

  13. OnkelSax

    OnkelSax Ist fast schon zuhause hier

    Ohne von 2-5-1 viel - besser wenig - Ahnung zu haben, nur paar grobe theoretische Ansätze was damit gemeint ist, aber wie man sie anwendet, da fehlt es mir (noch). Nun ja, ich hatte letztens ein Solo zu spielen und da "bastel" ich mir dann sicherheitshalber zu den Akkorden was zurecht um iwie immer nen Rückhalt zu haben, falls ich mich "verrenne". Ob ich das dann tatsächlich spiele? Meistens nicht...aber sicher ist sicher. So jetzt die Frage an die Dachleute, ob das nachfolgende Lick zum Thema passt. Ob da jetzt ne Alteration, zur Dominate gestiegen ist or whatever...keine Ahnung.
    upload_2026-7-31_14-13-21.png
     
  14. kindofblue

    kindofblue Strebt nach Höherem

    Ich habe ja viel über das melodisch Moll gequasselt. Hier wäre ein Beispiel von meiner Seite:
    Bildschirmfoto 2026-07-31 um 14.20.48.png
    Anfangspunkt beim Takt 1 ist der Grundton vom 2. Takt - also hier ein G. Im ersten Takt die dorische Moll Skala von D raufspielen.
    Im 2. Takt melodisch Moll von der b9 runterspielen (oder alteriert vom Grundton des 2. Taktes).
    Im 3. Takt ist der Schlusston die 13te (also das A) welches von G und H umspielt wird.
     
  15. Juju

    Juju Strebt nach Höherem

    Ich glaube, ich verstehe warum @Flori das vorschlägt, denn der Sprung von a nach Bb ist unpraktisch zu spielen, aber die ganze Phrase über G7 ist so wie sie ist vollkommen, von daher müsste man dann eher überdenken, wie man am elegantesten dahin kommt…
     
  16. ppue

    ppue Mod Experte

    In einer Ballade könnte das vielleicht sogar gerade noch geschafft werden (-;
     
  17. Sebastian

    Sebastian Ist fast schon zuhause hier

    Du kannst ja einfach noch einen Takt mit der ii voranstellen, oder muss sich die ganze Übung auf zwei Takte beschränken?
     
  18. ppue

    ppue Mod Experte

    Nein, der Takt ist nicht vorgegeben. Geht auch im 6/8 über vier Takte (-:
     
  19. Tafkah

    Tafkah Ist fast schon zuhause hier

    Na klar, ich hatte keinen Takt und kein Zeitmaß im Kopf und habe einfach 8-tel notiert. Der "Taktstrich" diente nur dem Hinweis auf die 1.
    Ich habe noch im Kopf, dass @Juju, ich glaube sie war es, erklärte, dass bei der II-V-I oft die Improvisation die II vernachlässigt und sich ganz auf die gewichtige V kapriziert und dort ihre kreative Energie austobt.
    Außerdem glaube ich auch, dass oft die II-V in einem Takt abgehandelt wird und der II selten die Ehre zuteil wird, sich über einen Takt auszubreiten. Deshalb habe ich jetzt auch nicht weiter gedacht und meinem Beispiel eine II vorangestellt.
     
  20. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    ....was übrigens auch für die II gilt: Dm7 -> C.
     
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