Are You Cleaning Your Sax Wrong?

Dieses Thema im Forum "Reparatur und Instandhaltung" wurde erstellt von JanTone, 10.September.2026 um 19:29 Uhr.

  1. ppue

    ppue Mod Experte

    Als ich meine Saxophone noch selber überholt habe, habe ich den Korpus natürlich gereinigt. Das geht in der Badewanne mit einer heißen Dusche ganz gut. Was sich so innerhalb von drei Jahren im Korpus ansammelt, ist zu 99 % getrocknetes Kondenswasser und Staub, wenn das Horn an Übetagen auf dem Ständer steht.

    Bei Blechbläsern geht das gar nicht anders, die haben nämlich keinen Wischer, der das Wasser in die Tonkamine drückt oder zumindest dort gar nicht erst erreicht.

    Ja, es gibt immer diese Schreckensbilder von geschimmelten Polstern. Meist sind das uralte Kannen, an denen nie etwas gemacht wurde und die dann womöglich noch Jahrzehnte in der Kiste lagen.

    Bei mir sammelt sich kein Wasser im Becher.

    Und wenn da eine hartnäckigere Schicht bei zu überholenden alten Hörnern, die ich aus Amerika gekauft hatte, ist, kamen die bei mir einfach in die Geschirrspülmaschine.
    Das ist doch einfach nur ein Blech. Was stellt man sich da an. Kann ich auch einmal im halben Jahr sauber machen. Ist aber unnötig.
     
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  2. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Sommerloch ade, aber von mir aus! :)

    Ich bin auch eher an der Seite der Wenigwischer, wobei ich nach Gigs schon alles mal durchwische und zuhause, wenn das Horn in den Ständer kann, zumindest Blatt, Mundstück und Bogen nach dem Spielen, da die stärker beschlagen. Größere Kondenswasser-Pfützen im Knie nach mehreren Stunden spielen kann man wohl entfernen, theoretisch wäre aber wohl ausgießen sinnvoller als in die Kamine wischen.

    Das heißt nicht, dass ich nichts von Hygiene halte, sondern eben halt da wo es sinnvoll ist. Ich messe (und korrigiere) die Luftfeuchtigkeit wo meine Hörner trocknen und wenn es um Hygiene geht würde ich als erstes ein Abklatschpräparat von feuchtgelagerten Blättern machen, bevor ich mich gedanklich an den Hörnern abarbeite, die mit ihren Schwermetallsalzen gar nicht so attraktiv für Ekelorganismen sind. Aber selbst das scheußlichste Blätteraquarium bringt einen in der Regel nicht um. Also alles easy, wischen einfach nach Gusto fürs eigene gute Gefühl…
     
  3. -j.

    -j. Kann einfach nicht wegbleiben

    Hab ich noch nie verstanden, warum Leute den Wischer in den Becher einführen und dann hochziehen; mein allererster Lehrer brachte mir bei, den Wischer oben einzuführen, wo der S-Bogen sitzt, also in 'Blasrichtung' wischen.

    Ob das jetzt wirlich einen Unterschied macht insbesondere Langlebigkeit der Polster ist mir eigentlich egal: erstens hab ich ein ruhiges Gewissen, und zweitens ist nach dem Gig oft die Bühne von meinen Kolleginnen und Kollegen aus der Blech-Fraktion schon komplett abgeräumt, bis ich mit meinem elaboraten Putzritual fertig bin :D....

    -j.
     
  4. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Wenn mein Horn dicht ist, sammelt sich das meiste Kondensat im Knie und kann einfach über den Trichter ausgegossen werden.
    Wenn’s nicht dicht ist, sabbert es in unmittelbarer Nähe der Leckstelle.

    Ich habe mir angewöhnt, so einen Kölbl Saxdryer einmal durchzuziehen und einige der geschlossenen Klappen (Palm F, Gis, tief Cis) mit einem Lappen auszutupfen. Das mache ich direkt nach Gig oder Probe, wenn es zeitlich und räumlich passt. Wenn nicht, dann eben Zuhause oder im Hotel. Anschließend stelle ich das Horn auf den Ständer zum Lüften und spüle das Mundstück mit Leitungsheimer.
    Wenn ich das mal vergesse oder nicht dazu komme, ist es auch nicht schlimm. Wenn ich es immer vernachlässige, dann schon.

    Aus der Sicht eines Reparierenden ist es viel schlimmer, wenn man eine Hupe in die Hand bekommt deren Bediener fleißig Cola oder anderen Sūsskram trinkt oder sich das halbe Mittagessen auf den Polstern nachweisen lässt. Als Krönung dann noch einen dieser beliebten Puschel, die man in den Korpus steckt … :vomit:

    Auch sehr gerne gesehen sind die Flitzpiepen, die ihre Hörner selbst mit dünnem Öl nachölen und sonst wochenlang im Ständer verstauben lassen.

    Unübertroffen finde ich aber die Putzfanatiker, die ihre Hupis täglich auf Hochglanz wienern und dabei irgendwann eine Feder aushängen, ein Pearl verlieren oder einen Hebel verbiegen… :rolleyes:

    Die Putzerei im Video finde ich in mehrfacher Hinsicht ziemlich falsch.
    Wenn ich meine Hupe so zwischen die Knie klemme, kann ich sie gleich danach neu regulieren. Da bleibt kein Auge trocken und keine Klappe dicht. Messing ist weich!
    Das Mundstück sollte nach dem Spielen vom Kork. Einmal wegen der Hügähne aber auch, damit sich der Kork wieder erholen kann. Bleibt dann länger dicht…
    Insgesamt profitiert ein Instrument davon, wenn es mit Bedacht behandelt wird und nicht als Objekt einer Zeitchallenge. Nicht putzen ist besser, als hektisch putzen.
     
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  5. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Nur getoppt von üben ist besser als youtube schauen.
    In meinem Umfeld macht das auch niemand anders. Nicht mehr, nicht weniger.
     
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  6. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Was ist Juhtuhb?

    Findet in meinem Leben nicht mehr statt (zumindest, was angebliche Sax-Lifehacks und „How to improvise better in 5 minutes“ angeht).
     
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  7. quax

    quax Gehört zum Inventar

    Ich habe mir vor Jahren den Spaß gemacht, heftig gebrauchte Blätter im Kultur zu bebrüten. Bei Körpertemperatur und bei Zimmertemperatur.
    Sie Ergebnisse waren im schlimmsten Fall recht überschaubar.
     
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  8. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Nur für Bakterien oder auch für Schwammerl?
    Vor allem bei der „Dunstlagerung“ könnte ich mir vorstellen, dass der Aspergillus frohlockt.
     
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  9. Lagoona

    Lagoona Ist fast schon zuhause hier

    Ich frage mich dann immer, welche Reinigungs-Routine für den Durchziehwischer
    gilt.
    Nie wird erklärt, wie und wie oft der Wischer gereinigt oder gewechselt wird.
    Dabei wäre das die entscheidende Frage.
    Nicht vergessen:
    Das Reinheitsgebot gilt für das Bier, nicht für das Glas!
     
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  10. quax

    quax Gehört zum Inventar

    Ja und ja.
    Allerdings lagerte ich die Blätter damals nicht feucht. Mittlerweile nutze ich eh Fibracell, da tut sich pilztechnisch dann eh nichts.
     
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  11. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Gute Frage…
    Ich werfe meine Saxdryer hin und wieder in die Buntwäsche, wenn sie unansehnlich sind. So alle paar Jahre :eek:
    Was jetzt irgendwie bei 30 Grad auch keinen einzigen Keim tötet.

    Ich lebe immer noch - mache ich was falsch? ;)

    Wenn das Glas schmuddelig ist, trinke auch das reinste Bier nicht daraus.
    Die Legende des „Deutschen Reinheitsgebots“ hat aber auch nichts mit Reinlichkeit zu tun sondern mit den teils abenteuerlichen Gewürzmischungen für Bier im Mittelalter.

    “Heute wird bekanntgemacht, dass keiner in die Bille kackt denn morgen wird gebraut!“
    Hamburg, 19. Jahrhundert (Die Bille ist der Fluss zwischen Alster und Elbe)
     
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  12. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich bildete mir letztens ein, dass ich mir die gleiche Rüsselpest gleich zweimal eingefangen habe - durch unvorsichtige Wiederverwendung eines Blattes, das ich zuletzt kurz vor Ausbruch der ersten Runde gespielt hatte.

    Lagerung: Trocken in dem Plastikdingens, in dem das Blatt aus der Packung kam.

    Der frohlockte nach einem Urlaub schon gar sehr in so einem ReedGuard für acht oder zehn Blätter… Camenbert in bunt.

    Und wenn sich so ein graugrüner Schimmer in der Rohrfaser zeigt, bin ich auch raus.
     
  13. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Ich bin großer Fan der althergebrachten Durchziehwischer aus Leder .

    Beim ersten Mal wird die Feuchtigkeit erst einmal wie von einem Lippenwischer aus dem Rohr gezogen, beim zweiten Mal der weitgehende Rest von dem Leder aufgesaugt.

    Leder hat zudem die nette Eigenschaft, die Oberfläche zu polieren.

    Für den S-Bogen hatte ich lange Zeit 2 Streifen Fensterleder zusammen gebunden. Sollte ich mir unbedingt wieder herstellen.

    Gruß,
    Otfried
     
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  14. Lagoona

    Lagoona Ist fast schon zuhause hier

    Das ist jetzt schon über ein Jahrzehnt her, da hatten wir hier die Diskussion, ausgelöst durch das von flauschigen Schimmelpilzen überwucherte Blatt einer Forumskollegin.
    Ich habe damals eine mikrobiologische Untersuchung für das Forum gesponsert und das Blatt untersuchen lassen, mit einem wenig aufregenden Ergebnis.
    Nichts wirklich Schlimmes.
    Die Bakterien können in dem Holz allerdings ganz gut überleben und auch zu Reinfektionen führen.
    Dazu gibt es eine wissenschaftliche Untersuchen, die ich jetzt nicht noch einmal raussuche.
    Ich denke für 90 Prozent von uns nicht wirklich
    von Bedeutung.
    Allerdings rate ich heute immer noch zu Vorsicht bei chronischen Infektionskrankheiten. Da würde ich die Blätter tatsächlich nach dem Spielen reinigen und desinfizieren.
    Ich hoffe mir bleibt das damalige Bashing dieses Mal erspart. Ist nur ein gut gemeinter Rat nach 29 Jahren Parodontologie.
     
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  15. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Als mikrobiologischer wie medizinischer Laie ist es für mich ein Unterschied, ob ich mit Viren oder Bakterien belasteten Speichel in ein poröses organisches Material eintrage, das dank eines feuchten Mikroklimas auch noch allerlei Sporen beherbergen und kultivieren kann und das ich dann auch gleich noch direkt mit meinen Mundschleimhäuten in Kontakt bringe …

    … oder ob ich mich wegen Kondensat von Atemfeuchte auf einer metallischen Oberfläche jeck machen lasse, die auch noch relativ weit von meinen Schleimhäuten entfernt ist und sich Aerosole tendenziell eher von mir weg, als auf mich zu bewegen.


    Will sagen: ich würde ein Blatt, das ich mit heraufziehender Erkrankung gespielt habe inzwischen entweder entsorgen oder desinfizieren (Isoprop 99%?), bevor ich es wieder verwende. Auch den Schmodder, der sich um die Kanten des Bissgummis bildet entferne ich (im Gegensatz zu anderen) spätestens wöchentlich über das tägliche Abspülen hinaus.
    Aber ich sehe keinen Grund, sich beim Instrument an sich aus hygienischen Gründen verrückt zu machen.

    Nichts tun ist trotzdem keine Option, rein aus technischen Gründen (z.B. Lebensdauer der Polster) und aus Respekt vor dem Menschen, der das Ding bei der nächsten Reparatur säubern muss. Ich hatte kürzlich so ein Ekelteil zur Durchsicht - da hat es länger gedauert, die in mehreren Schichten aufgetrockneten Essensreste von den Polstern zu kratzen, als die eigentlichen Regulierarbeiten zu machen.
     
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