Neues Saxophon einstellen lassen?

Dieses Thema im Forum "Reparatur und Instandhaltung" wurde erstellt von Buschreiter, 12.September.2026 um 22:05 Uhr.

  1. Spacecat

    Spacecat Ist fast schon zuhause hier

    Alle selbstgemachten Ergebnisse, die ich zwangsläufig gesehen habe, haben nicht überzeugt. Mag sein, dass es Selfmade-Gurus der Extraklasse gibt, die dann kein Geld beim Meister für Holzblasinstrumente liegen lassen müssen. Spielbar wars meist schon. Aber genaue Blicke in die Details fand ich schon als Nichtkönner der Materie erschreckend. Am schlimmsten wenn man solche Selfmade Überholungen als Käufer erwirbt, und meint, man hat ein gutes Sax für Jahre an der Hand:(
    Für mich sehe ich einen Beruf, der nicht ohne Grund gewisse Lehrjahre und Erfahrungen benötigt.
     
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  2. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    die Mechanik muss vorher spielfrei gemacht werden.
     
  3. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    von allen großen Namen die oft hier genannt werden habe ich Totalausfälle gesehen - das ist ja der Grund wieso manche sich damit intensiv beschäftigen. Ich habe den Vergleich mit meinen Hörnern wie eine Kanne gut eingestellt bzw. gut überholt ist.
    Das ist bei mir der Maßstab. Mindestens so gut. Ich kann aber verstehen, das man Zweifel hat das es DIY richtig gut wird. Das ist ein Prozess über mehrere Jahre. Wenn ein Horn eine Delle hat, OK, dann muss jemand ran der das Werkzeug und
    das Können hat.
     
  4. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Hierzu gibt es ein YouTube-Video mit Thomann:



    Die Qualitätssicherung ist dort ein wichtiger Punkt, um die unwirtschaftlichen Retouren zu vermeiden. Neben den preiswerten Massenprodukten verkaufen sie auch in allen Bereichen sehr hochwertige Instrumente. Ich selber habe dort Marleaux-E-Bässe (bis 7000 Euro) und Meisterkontrabässe bis 25.000 Euro in Ruhe anspielen können.
     
  5. JTM

    JTM Strebt nach Höherem

    Ich sag nur @Wuffy
     
  6. Buschreiter

    Buschreiter Schaut nur mal vorbei

    Schönes Video, allerdings frage ich mich, warum ich eine völlig miserabel eingestellte 12-Saiter Takamine- Gitarre bekommen habe? Die habe ich nur aus 2 Gründen nicht zurückgesendet: 1. war der Klang richtig gut, 2. war die woanders nicht für Geld und gute Worte zu bekommen. Der Gitarrenbauer hat geflucht, aber gute Arbeit geleistet.
    Beim Sax wurden übrigens die Federn anders eingestellt, Polster ausgerichtet, Kopplungen eingestellt usw, bis alles passte. Dazu das Mundstück noch leicht plan geschliffen. Ergebnis: Ein völlig anderes (besseres) Instrument.
    Das soll kein Thomann-bashing werden, ich kaufe dort gerne und häufig, das Instrument war auch spielbar, hat es mir aber unnötig schwer gemacht. So würde ich das einordnen.
     
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  7. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Es gibt einige Klappen, die mit Feder anders auf dem Kamin aufschlagen, als ohne, unabhängig von irgendwelchen Kopplungen. Und da geht es nicht nur um Spiel, sondern auch um Torsionskräfte. Ich glaube, das meint @Earl Jay.

    Mich würde interessieren, mit was du die Polster unterfütterst. Karton? Und welche Stärken benutzt du da?
     
  8. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ok - Du legst also Material wie Pappe unter das Polster.

    Ich halte das für eine unzulässige Abkürzung weil das Polster dann schief im Klappendeckel steht (oder höher steht, als z.B. das Nachbarpolster).
    Letztlich kaschiert das nur einen mechanischen Fehler bei dem das Metall im Vergleich zur ursprünglichen Konstruktion verbogen ist. Ich gehe den anderen Weg und richte die Mechanik so aus, dass alle* Polster planparallel zu Tonlochkamin und Klappendeckel mit der gleichen (geringen) Menge Kleber eingebaut werden können, gleich hoch über den Klappendeckelrand hinausstehen und dann auch mit minimalen Anpassungen decken.

    Je näher die Mechanik an der ursprünglichen Konstruktion ist, desto besser klingt und stimmt das Horn.
    Von einem geschmeidigen, gleichmäßigen Gefühl unter den Fingern gar nicht zu reden.
    Das gilt meiner Meinung nach für alle „namhaften“ Instrumente - entgegen anderslautender Berichte stimmen sogar alte Kannen ziemlich gut, wenn man sie nicht verbogen hat.

    * bei den älteren Selmer (ich weiß nicht genau, ob es sich bei den Mark VI schon irgendwann geändert hat) sind die Polster der obersten Klappen - also hoch Fis bis Cis - ein paar Zehntel dünner, als die darunter liegenden. Pisoni liefert die Polstersätze für Mark VI bis heute so aus, hat aber nur die Standarddicken einzeln bestellbar. Andere Hersteller berücksichtigen das gar nicht und man muss sich ein bisschen behelfen, vor allem beim Cis.

    Wenn ich die planparallel eingebauten Polster unter Federlast und Kopplung einbaue, reicht auch der Lichttest, sofern ich wirklich nur die Federkraft am Pearl überwinde. Dann habe ich eine realistische Chance, dass jede Kombination gedrückter Taster im realen Betrieb (wo i.d.R. auch der Leichtfingerigste stärker drückt) zu vollständig geschlossenen Klappen führt.

    Die Zigarettenpapiermethode ist ziemlich Old School und man muss höllisch aufpassen, dass man immer gleich schwach an der gleichen Stelle drückt, sonst ist sie fehlerhaft. (Es gibt Ecken, da ist sie hilfreich als Ergänzung, keine Frage.)

    Wie Jens @Earl Jay schrieb: das Messing ist flexibel und die zu überwindende Torsion relativ groß.
     
  9. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    Deswegen werden Polster nach der Serie mit unterschiedlichen Filzstärken verwendet. Da habe ich den Ratschlag von ToKo angenommen. Dann gibt es mit der Einbauhöhe keine Probleme. Beim Unterlegen verwende ich unterschiedliche Papierstärken, an der richtigen Stelle. Das erkennt man mit Licht sehr gut.
    Zum Schluß zählt das Ergebnis. Die Deckung und das Spielgefühl. Es gibt nicht die eine mehr oder weniger bessere Methode, sondern die, mit der man zurecht kommt. Manche arbeiten mit Heißkleber, wenn es funktioniert, wieso nicht, ich verwende Schellack, so wenig wie möglich, soviel wie nötig. Andere Siegellack. Dann habe ich vor kurzem ein überholtes Horn gecheckt, da schließen die Polster von hinten nach vorne bei leichtestem Druck - ich kanns nicht besser beschreiben - aber die Polster sind nicht mein Spielgefühl….. es gibt hier einfach nicht die richtige oder falsche Methode, es muss zum Schluß funktionieren.
     
  10. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    Ich erkläre dir noch mal, wieso es aus meiner subjektiven Sicht (vom Profi abgeschaut) nur mit einer Fühlerlehre geht. Vorweg, mach das wie du es für richtig hälst. Wenn mit Licht alles scheinbar dicht ist, heißt es nicht, das Polster deckt gleichmäßig.
    Die Fühlerlehre möge hier das Zigarettenpapier sein, in einem dünnen Streifen 3-5mm breit. Bei minimalem Druck sitzt es überall fest, wenn du ringsum prüfst. Dort wo es sich easy rausziehen lässt, korrigierst du. Auch wenn es scheinbar mit Licht dicht
    ist. So die Vorgehensweise verständlich? Erst Licht dann Fühlerlehre. Als Ingenieur und Mechaniker ist das für mich zumindest völlig logisch. Und das ist der Unterschied ob das Polster schließt oder das Polster deckt!!!!!!!!!
     
  11. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich bin da eher bei @Silver:

    Ich unterlege Polster selten und auch pumpe ich nicht massenhaft Kleber in den Deckel. In der Regel sollte der Deckel so parallel am Tonkamin ankommen, dass die Klappe mit einem normalen Polster gut schließt. Eine feinere Justage kann ich dann mit geeigneten Hilfsmitteln vornehmen.

    Unterlegen muss ich z.B. dann, wenn die Kamine schon mal abgeschliffen wurden, der Deckel eben nicht mehr im richtigen Winkel auftrifft oder ungewöhnlich dünne Polster verwendet werden. Wenn ich da viel unterlegen müsste, dann stimmt etwas an der Mechanik nicht. Die Instrumente, die die Fabriken verlassen, haben ja auch nichts unterlegt.
     
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  12. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Und wenn Du zwanzig Ausrufezeichen schreibst, decken Polster bei mir und den meisten anderen, die ich kenne, auch ohne den zwingenden Einsatz einer Fühlerlehre. Darunter sind international renommierte Leute, auch außerhalb Deutschlands (denn Du scheinst ja ein Problem mit den renommierten Saxdocs hierzulande zu haben.)

    Deine Methode ist auch völlig OK und wenn es für Dich funktioniert ist alles gut.

    In einem Faden wie diesem sollte man meiner Meinung nach aber nicht so kategorisch diese eine Methode aus Licht und Fühler (Gürtel und Hosenträger) als die einzig sinnvolle darstellen. Sonst laufen alle, die sich damit bisher nicht beschäftigt haben, zu ihren Reparateuren verlangen diese Doppelarbeit zum gleichen Preis.


    Das ist etwas missverständlich formuliert.
    Hat @Toko Dir geraten, unterschiedlich dicke Polster zu verwenden oder die Polster mit Pappe zu unterlegen?

    Ich kann nicht für ToKo sprechen, würde aber denken, das Erste ist nur für Sonderfälle (wie z.B. die Mark VI) zutreffend und das Zweite kann ich mir bei ToKo (im Normalfall) nur schwer vorstellen.

    Ich muss dazu sagen, dass ich das Meiste, was ich fundiert über die Materie weiß, von ToKo aus allererster Hand bei der Generalüberholung eines frühen Mark VI Alto gelernt habe, die ich unter seiner Anleitung in seiner Werkstatt selbst machen durfte. ToKo hat auch mein Mark VI Tenor nach einer von einer anderen Werkstatt vermurksten GÜ auf einen perfekten Stand gebracht (und mir dabei gezeigt, wie man ein Horn reguliert und worauf es ankommt, damit ich es selbst machen kann, wenn der famose BAM Koffer mal wieder alles aus dem Lot gedrückt hat - es hat gedauert, bis dieser Übeltäter ermittelt war) und sein Mitarbeiter Jakob - der bei ToKo von der Pike auf das Handwerk gelernt hat, nachdem er Saxophon mit Abschluss studiert hatte - hat mein Mark VI Sopran parallel zu GÜ des Alto ganz vorzüglich generalüberholt. Alles ohne Fühlerlehre, übrigens.

    Nicht alles funktioniert für mich 1:1, wie er es macht aber das sind Geschmacks- und - zum Beispiel die Art der Dosierung von Kleber - Übungssachen, die ich anders (umständlicher) mache, weil dadurch für mich der Prozess sicherer wird.

    Nachdem ich über die Jahre so einiges von sehr renommierten Werkstätten bis zu hochgelobten Bastlern in der Hand hatte, halte ich ToKo für einen der unbestreitbaren Top-Leute in Europa.
     
  13. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    wir sind doch einer Meinung, es gibt nicht die einzig wahre Methode. Das habe ich mehrfach erwähnt. Du verdrehst aber gerne Aussagen - egal, dein Stil.
    Hauptsache die Kanne ist dicht. ToKo hat mir einen Tipp bezüglich Polsterhersteller gegeben, mit technischen Hinweisen bezüglich Umgang mit den Polstern.
    Eine ToKo-Kanne hatte ich noch nicht in den Händen, kann deswegen keine Aussage treffen.
    Gibt es von dir irgendwelche Videos oder Aufnahmen (tidal - spotify etc.) dass man dich mal Saxtechnisch einschätzen kann? Ist nicht provokant gemeint, aber ich finde es
    sehr hilfreich das ich auf gehobenem Hobbyniveau eine überholte Kanne spielen, nachjustieren und perfekt einstellen kann.
    Wir können auch eine Videokonferenz machen, mit Horn..... dann kann man sich noch besser einschätzen und lernt im Austausch was.
     
  14. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    verschiedene Baureihen benötigen unterschiedliche Filzdicken. Dadurch passt es zum Deckel. Beim Unterlegen spreche ich von ganz wenig, um später das Justieren zu erleichtern.... auch hier nochmal, da muss muss
    jeder seinen Weg finden wie er das macht, hauptsache die Kanne geht.
     
  15. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Vielleicht sollte der zitierte @Toko mal selber etwas zur Klärung schreiben?
     
  16. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    Es muss doch nichts geklärt werden. Es wurde an ihn doch keine Frage gestellt.
    Es gibt unterschiedliche Ansätze - Hautpsache die Kanne geht.
     
  17. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Vielleicht bin ich einfach nicht schlau genug, Deine Aussagen zu verstehen.

    Erst können „alle hochgelobten Saxdocs“ irgendwie nix und es muss unbedingt mit Fühlerlehre gearbeitet werden. Dann mit Licht und Lehre. Und jetzt gibt es nicht die „einzig wahre Methode“… Aha.

    Dann beziehst Du Dich für mich missverständlich auf ToKo, hast zwar noch nie ein von ihm bearbeitetes Instrument gespielt aber einen Tipp bekommen … und ich verdrehe „gerne“ Aussagen, weil ich nachfrage… Alles klar.

    Und jetzt soll ich auch noch beweisen, dass ich überhaupt „was kann“. Netter Versuch.
    Selbst wenn ich seit 40 Jahren nur Hänschen-Klein spielen könnte, hat das nichts damit zu tun, dass ich Pappstücke unter Polstern für keine gute Idee halte und überzeugt bin, dass man ein Saxophon mit einem Leaklight prima dicht bekommen kann, wenn man alle Federn und Kopplungen aktiv hat und nicht ausgehängt.

    Es wirkt ein bisschen, als hättest Du hier und da mal was aufgeschnappt und Deine eigene Methode daraus gemacht.
    Das ist völlig OK, wenn es für Dich funktioniert. Sind ja Deine Instrumente.

    Lassen wir es gut sein. Diese Art zu diskutieren hat für mich keinen Mehrwert.
     
  18. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Warum sollte er?
    Da hat @Shorty durchaus recht - es gab keine Frage an ihn, die geklärt werden müsste.
     
    Gerrie gefällt das.
  19. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    schon öfters aufgefallen, du hast einen Umgangston der nicht OK ist, du ziehst irgendwas aus dem Zusammenhang raus, und interpretierst irgendwas rein.....
    du kennst nicht ansatzweise meine Arbeitsweise (Kopplung aushängen, wenn es Sinn macht!), und behauptest irgendwas, und noch übler, nennst ständig andere
    Forenmitglieder. Ich habe dir angeboten, z.B. ne Videokonferenz, dann spielst du auf deiner Kanne, und ich ich auf meiner frisch überholten. Und dann spiel
    ich dir was schwieriges vor, was halt auf einer schlecht überholten Kanne nicht geht. So einfach ist das.
    Und natürlich kannst du eine Kanne besser einstellen, wenn du gut spielen kannst. Das ist doch logisch. Die Nummer mit der Deckung der Polster hat dich jetzt
    halt geschmissen - check doch die Old-School-Nummer (Fühlerlehre) an deinen Kannen aus, ich bin halt anderer Meinung wie du, wie man ein Polster zur
    Deckung bringt. Wenn dir Leaklight ausreicht, auch OK.
     
  20. JTM

    JTM Strebt nach Höherem

    Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Jemand,der ein Horn perfekt reparieren kann muß nicht ein super Saxophonist sein.
     
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