Besserer Klang durch korrekte Atmung

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Mona, 27.Dezember.2025.

  1. jabosax

    jabosax Ist fast schon zuhause hier

    Ja, jetzt kommen wir zum eigentlichen Thema, was bisher nur abstrakt mit Bauchatmung umschrieben haben. Jetzt wird es hilfreich, auch wenn wir direkt zwei widersprüchliche Aussagen haben.
     
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  2. quax

    quax Gehört zum Inventar

    Aufklären. Reden wir lieber über Atmung.
    Reine Bauchatmung tritt wohl eher selten auf, meist im Zusammenhang mit Atemübung oder Schlaf. I.d.R. atmen wir gemischt und den Erfordernissen angepasst und das auch noch automatisch. zum Glück.
    Bei reiner bewusster Bauchatmung kann ich nur einen Bruchteil des möglichen Atemvolumens nutzen, gleiches gilt für bewusste reine Brustatmung. Immer unter der möglichen, wie weit wir es tatsächlich zu trennen vermögen.
    Im ersten Post habe ich nicht von Bauchatmung vs Brustatmung gesprochen. Es ging um Bauchatmung und maximale Einatmung. Letztere erfordert Zwerchfell sowie einen Teil der Brustkorb - und Schultermuskulatur. Das kann man einfach ausprobieren. Es ergeben sich unterschiedliche Volumina. Was ich mit diesen Muskeln beim geregelten Ausatmen (Stütze) anstelle, lässt sich bestimmt über Longtoneübungen erlernen, wie sie hier wiederholt empfohlen wurden.
    Wenn meine Saxophonstimme über 20+ Takte ein regelmäßiges Hintergrundgdudel verlangt, dann reicht mein kleiner Bauch nicht, das halbwegs hörbar zu produzieren.
    Es klingt leider nicht immer gut mikt Atemzeichen in jedem 4 Takt.
     
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  3. jabosax

    jabosax Ist fast schon zuhause hier

    Danke für die tolle Erklärung. Macht sie ja auch deutlich, dass wir gar keinen Widerspruch zwischen Dir und den beiden anderen haben. Und genau diese Form des Umgangs mit dem Atmen ist ein wichtiger Baustein, um einen schönen Ton zu formen.
     
  4. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Daran kann man arbeiten. Aber Im Ernst, ich muss korrigieren. Bei meinem Musizier-Atem, der zum Glück noch relativ lange ist, und der gefühlt nur in den Bauch geht, hebt sich der Brustkorb auch im unteren Bereich. Ich denke aber, dass es ganz wichtig ist, dass der Schultergürtel sich nicht hebt und statisch bleibt. Mit der „Luft da oben“ kann man nicht stützen, zu wenig Kontrolle.
     
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  5. Moritz.M

    Moritz.M Ist fast schon zuhause hier

    +1
     
  6. ppue

    ppue Mod Experte

    Bauchatmung mag, medizinisch gesehen, der falsche Ausdruck sein, dennoch deutet er natürlich in die richtige Richtung, denn viele Menschen atmen stark in den Brustbereich, ziehen womöglich die Bauchmuskulatur dabei noch an und den Bauch ein.

    Das Dumme ist, dass das Atmen ein Automatismus ist und wenn man in einen körperlichen Automatismus eingreift, ist das für den Körper äußerst verwirrend, denn dieser Automatismus hält ihn ja am Leben. Greift man da ein, ist erst einmal Chaos angesagt.

    Dennoch will man ja irgendwie dahin, zur "Bauchatmung".

    Ich habe es schon oft beschrieben: Die besten Lektionen für einen Chor von mir kamen von einer Atemtherapeutin. Das Bezeichnende war, dass sie überhaupt nichts im Körper bezeichnet hat und auch keinen Vorgang im Inneren erklärt hat. Ich fand ihre Übungen außerordentlich hilfreich für viele Mitglieder.

    Eine Übung z.B. war, drei/vier Schritte nach vorne zu gehen, die Lippen zu einem engen U zu formen und dabei auszuatmen. Also gehend die Luft langsam durch die Lippen pusten und wenn die Luft raus ist, stehenzubleiben, auch mit der Atmung einen Moment zu verharren, dann entspannen und spüren, wie die Luft von alleine wieder einströmt.

    Man kann dann die Anzahl der Schritte vergrößern und die gleiche Übung so fortführen.

    Hier wurde nicht das Einatmen in den Bauch trainiert, sondern das bewusste, langsame Ausatmen, Verharren und spontanes, selbstständiges Einatmen. Das mag mit Longtones ähnlich funktionieren.

    Aber auch in meinem Chor gab es dann Leute, die es im Ansatz nicht geschafft, eine Bauchatmung in Gang zu bringen. Das zeigt, wie wichtig mitunter ein paar private Lehrstunden sein können.

    Ich bin sicher, dass unsere Gesangslehrergilde von diesem Thema sehr viel mehr Ahnung haben, als die Blasinstrumentenlehrer. Sicher ein guter Tipp, solch einen Gesangslehrer mal für ein/zwei Stunden zu buchen.
     
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  7. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich erinnere mich gut an den ersten Versuch, meinen Atem zu meditativen Zwecken natürlich fließen zu lassen UND dabei mit allen Sinnen zu beobachten. Das schien mir anfangs nicht nur komplett unmöglich, dass er mit dem Beginn der Beobachtung noch natürlich und von selbst fließen konnte, ich brauchte auch Zeit und Ablenkung, wieder „nicht aktiv“ zu atmen.
    Ich erwähne es auch deshalb, weil mir die Übung heute überhaupt kein Problem mehr bereitet. Ich kann mit heute beim unwillkürlichen Atmen zusehen. Aber es hat ÜBUNG gebraucht (das scheint das wiederkehrende Thema des Lebens zu sein, neben ein paar wenigen anderen).
     
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  8. Moritz.M

    Moritz.M Ist fast schon zuhause hier

    … den Atem einfach nur beobachten, nichts verändern, einfach nur beobachten, wie es mich atmet…
     
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  9. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Ja, eh.
    Das Problem ist, dass viele das wörtlich nehmen.
    Und ein viel größeres Problem ist, Teile des Spiels voneinander trennen zu wollen. Der ganze Körper spielt, und alles spielt zusammen - im wahrsten Sinn des Wortes.

    Ich hatte heute am Vormittag einen Schüler (Alt), der in der oberen Oktave Probleme hatte (@Mona, was sind die von Dir erwähnten "hohen Noten" überhaupt)?
    Mit meinem Hinweis, durch Denken an Bruststimme unten und Kopfstimme oben die Veränderung mit herbeizuführen und ein paar Übungen dazu ging es schon deutlich besser. Resonanz, eh schon wissen.

    Also um welchen Bereich geht es bei Dir?

     
    Zuletzt bearbeitet: 28.Dezember.2025
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  10. Woliko

    Woliko Strebt nach Höherem

    Auf einem Workshop des Rascher-Quartetts haben wir die hohen Töne erst gesungen und gepfiffen, danach gespielt. Die Atmung kam dazu dann fast automatisch.
     
  11. quax

    quax Gehört zum Inventar

    Eine Sache vielleicht noch.
    Atemluft strömt "von alleine" aus, nie von allein in die Lunge hinein. Wer sich gelegentlich verausgabt, kennt das Gefühl, wie ein Fisch an Land nach Luft zu schnappen.
    Wenn man aber das Gefühl hat es sei doch so, ist wahrscheinlich alles im grünen Bereich und man hat sich der "natürlichen" Atmung mindestens genähert.
     
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  12. bthebob

    bthebob Strebt nach Höherem

    Für meditative Zwecke kenne ich es anders.

    Das Atmen beobachten, ja .... aber bewusst länger ausatmen als einatmen.

    Etwa 15 sec. ein- und 8 sec. ausatmen.

    Aber vielleicht entstammt diese Empfehlung einer anderen Schule, wer weiß ?

    Wobei, für's Saxen langes Ausatmen zu üben sicher nicht schaden kann.:)

    Stichwort: constant airflow

    Juju hatte am 30.12. 2022 dazu im Forum viel lesenswertes geschrieben.

    VG
     
  13. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Was ich so gehört habe, ist die Bauchatmung (so, wie wir sie hier eben meinen) auch im Alltag die "richtigere" Atmung. Man kann also gleich den alltäglichen Automatismus darauf einstellen.
    Beim Sax spielen reicht mit die aber, jedenfalls bei längeren Sequenzen und tieferen Instrumenten, eh nicht, und ich muss u.U. alle Ecken der Lunge ausreizen. Aber auch da fange man beim Einatmen mit dem Zwerchfell an und fülle "nach oben hin", hat man mir gesagt. Die Schultern brauchen sich da auch nicht (nennenswert) heben. Mit der richtigen Haltung (die ich schon beim Tanzen und beim Singen gelernt habe), geht das gut.
     
  14. bthebob

    bthebob Strebt nach Höherem

    Ja, man sollte sich seinen Text vorm Hochladen nochmal durchlesen.;)

    Andersrum ist richtig: 15 sec. ausatmen und ca. 8. einatmen.

    VG
     
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  15. ppue

    ppue Mod Experte

    Na, dann verlinke es doch gleich, @bthebob


    Das stimmt nur insofern, dass du aus der, ich nenne es mal "mittleren Ruheposition" heraus, egal wohin, immer mit Muskelkraft einatmen musst.

    Atmest du aber tief und lange aus, machst dann eine Pause (Übung von oben) und entspannst dich dann, dann atmest du automatisch, d .h. von allein, ein. Dann bist du wieder in der Ruhestellung.

    Einfacher gesagt: Atmest du ein und lässt locker, dann atmest du aus. Atmest du aus und machst die Lungen leer, dann atmest du anschließend von allein ein.

    Normal.

    Nur klärt das alles noch nicht, wohin du deinen Lungen Raum verschaffst, im Brustkorb oder im Bauch.


    Die Bauchatmung sollte die entspannte Art zu atmen sein.

    Wenn aber dein ärgster Gegner vor dir steht und dir einen in die Fresse hauen will, dann darfst du gerne deinen Brustkorb mit Luft füllen, schnell ein wenig Adrenalin produzieren, Brust- und Armmuskeln in Alarmbereitschaft versetzen und dabei darauf achten, dass bei all den Prozessen dein Gegner nicht schneller ist.

    Brustatmung ist durchaus normal in angespannter Situation. Beim Tanzen kann ich mir auch vorstellen, dass man eher mit Geschwellter die Vorgänge verrichtet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.Dezember.2025
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  16. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Da gibt es alle möglichen Varianten. :)
     
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  17. quax

    quax Gehört zum Inventar

    Ah ja. Woher kommst Du und bist Du schon lange auf unserem Planeten?
    :D:duck:
     
  18. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich kam am 20.09.1956 aus meiner Mutter.

    Wenn du die Luft vollständig aus dem Körper presst, verharrt dein Körper als in dieser Position. Und das ist dann auch deine Ruheposition. Hm.
     
  19. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    ich atme einfach.-...
    @Mona ich glaube du lernst gerade mehr über das Forum und dessen Einwohner als über deine Kernfrage
    :pint:
     
    korfi62, Sax a`la carte, Nemo und 5 anderen gefällt das.
  20. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Gut, dass mal jemand erwähnt, warum der Bauch rausgeht :)
    Ich denke auch dass ein großer Teil der Menschen die Lungen viel zu tief unten im Körper verortet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.Dezember.2025
    khayman, quax und giuseppe gefällt das.
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