Metallklarinette als Zweitinstrument

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von catflosse, 9.April.2026.

  1. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Ein für mich herausragender Sopranist war Charlie Mariano

    Hier mit einem meiner Lieblingsstücke:



    Gruß,
    Otfried
     
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  2. ppue

    ppue Mod Experte

    Das ist schonmal super beschrieben. Ich kann nachher mal danach schauen, wie ich es mache, ich meine aber, dass ich relativ stark voice dabei. Das geht vom offenen O (Å) ... bis zum ... I.

    Ansonsten würde ich es so beschreiben:

    Man spielt chromatisch nach oben, lässt aber den Ansatz (Pitchcenter) gleichzeitig immer weiter fallen, öffnet dabei minimal die Löcher, bis man alle offen hat und zieht zum Schluss den Ansatz weiter nach oben bis zum Zielton. Und wie gesagt voicen und gute Stütze. Ein sehr komplexer Vorgang an den man sich mit viel üben nach und nach herantasten muss.
     
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  3. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    @ppue, das mit dem extremen Voicen ist bei mir auch so. Deshalb ist der erste Schritt auch das maximale fallen lassen üben. Mit Lippe, Kiefer und Voicing, alles was geht. Je weiter man den Ton fallen lassen und stabil halten kann, desto einfacher wird das Glissando. Durch das Voicen entsteht übrigens schon bevor der Ton fällt dieser Sound, den man im Klezmer, NO-Jazz und bei orientalischer Klarinette hört. Die „Heul-Note“ sozusagen.

    Bei den Fingern ist bei mir aber nichts chromatisch. Am besten geht das Glissando durch das komplette Clarion glaube ich (werde auch mal testen nachher), wenn ich von Beginn an den linken Zeigenfinger genau wie alle Finger minimal öffne und eben nicht der Reihe nach. Man muss „die Schienen von Beginn an verlassen“ und stattdessen surfen.

    Und ja, je offener die Mensur desto wilder surft es sich auch in meiner Erfahrung. Die alte Kohlert-Albert-Klarinette aus den frühen 20ern von @claribari ist da besonders stark. Aber letztlich geht es auf jeder Klarinette.
     
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  4. ppue

    ppue Mod Experte

    Wie man das auch beim Gershwin macht, nehme ich gerne etwas Anlauf. So gesehen gliedert sich der ganze Vorgang in drei Teile, die, bestenfalls, fließend ineinander übergehen:

    1. schnelles Aufwärtsspielen (Tonleiter oder chromatisch)
    2. Tonlöcher leicht öffnen, Pitchcenter ganz tief, offenes O voicen
    3. Zielton greifen und das Pitchcenter hochziehen.

    Sehr schematisch gesagt.
     
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  5. ppue

    ppue Mod Experte

    Ist jetzt gar nicht nur für die Klarinette interessant, mache ich mit dem Sax genauso.
     
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  6. gefiko

    gefiko Strebt nach Höherem

    Probier mal Fagott oder Oboe…
     
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  7. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Mein Horn könnte dem von Steve Lacy entfernt ähneln. Oder dem von Asya Fateyeva oder Josh Redman…
    Auf einem so extremen Setup wie Steve Lacy würde ich keinen geraden Ton herausbringen (überarbeitetes 10* mit 1,5er Blatt).
    Und wenn ich das Selmer 100 Mal auf Hochglanz poliere werde ich trotzdem Asya Fateyeva in ihrer überragenden Kunst nicht einmal nahe kommen.

    Aber ich bleibe „stets bemüht“ :rolleyes:
     
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  8. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Wohl wahr! :) irgendwie hatte ich in Erinnerung, dass er a suiberns Sechser gspuit hod. Da hat mir mein Gehirn angesichts der überwiegend schwarz-weißen Fotod wohl einen Streich gespielt.
    Aber wenn du willst, mach ich dir dein Mundstück auf eine 12 auf! ;)
     
  9. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das mit dem silbernen Sechser stimmt schon (glaube ich).
    Damit enden aber auch die Gemeinsamkeiten, da hilft auch keine 12er Öffnung.:D
     
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  10. catflosse

    catflosse Kann einfach nicht wegbleiben

    Waow !!!! Dake!!! Ich hab das Gefühl, das Instrument wird sofort summ, wenn ich alle Finger gleichzeitig öffne. Vielleicht mit mehr Druck. Das geht erst morgen, jetzt schlafen die Kinder. Ich übe drei Tage, dann sag ich mal bescheid.

    Finde ich auch. Querflöte spielt leicht und intoniert sauber. Schade, daß sie nicht so beliebt ist. Bei den anderen hab ich dieselben Sorgen wie du. Die Flöte wehrt sich nicht so gegen das Gespielt-Werden.
     
  11. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Viel kleinere Öffnung dann!
    Falls es dich tröstet. Meine Flöte wehrt sich seit 10 Jahren erfolgreich.
     
  12. catflosse

    catflosse Kann einfach nicht wegbleiben

    Dann ist sie nicht dicht! Ansatz dauert ein bisschen, aber nicht 10 Jahre. Probier einfach mal ein gutes Instrument, Du bist sicher erstaunt! Mir fällte der Flötenansatz von allen am leichtesten, weil ich nichts im Mund habe und keine Kraft aufwenden muss. Trompete und Klarinette fällt mir am schwersten. Man muss mit viel Kraft fein justieren. Beim Sax wird es ja auch schöner, wenn man mit mehr Kraft spielt und härtere Blätter. Je leichter desto Quak! Außer Bari vielleicht. Da kenn ich mich nicht aus.
     
  13. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ich fand Klarinette vom Ansatz gar nicht so schwer. Hängt natürlich auch von Blatt und Mundstück ab, aber Intonation war nie ein Thema. Einmal richtig gestimmt, und der Ton war sauber... von oben bis unten.

    Mal zur Metallklarinette. Ich habe auch so ein Ding, keine high-end sondern so ein Massenteil. Verglichen mit meinen "richtigen" Klarinetten kann man darauf spielen, es klingt sogar recht gut nach Klarinette, für ernsthafte Arbeit ist das aber nix. Da fehlt Masse, die Haptik passt nicht, damit bekomme zumindest ich keine stabile Haltung, und damit sind sichere, schnelle Griffwechsel schwierig. Ich würde daher niemandem empfehlen auf so einem Gerät zu lernen, oder klompliziertere musik damit machen zu wollen.
     
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  14. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Ich habe auch eine Metallklarinette und für mich gibt es ebenfalls keinen Grund, die einer Holzklarinette vorzuziehen. Außer man lebt im tropischen Klima.
     
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  15. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ebenfalls? Wer denn noch?
     
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  16. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Die eine Metallklarinette, die ich mal gespielt habe, eine alte Selmer, spielte sich nicht wirklich anders als eine Holzklarinette und klang auch ziemlich ähnlich. Etwas ungewohnt war das Intonationsverhalten im kühlen Raum, weil das Ding oben so schnell aufwärmt und abkühlt.
     
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  17. catflosse

    catflosse Kann einfach nicht wegbleiben

    Dann habe ich wahrscheinlich das falsche Setup im Mund. Die Böhmklarinette braucht sehr viel Druck bei mir. Irgendwie ist sie nie dicht. Ich spiele sie mit einem deutschen Klarinettenblatt und das geht wesentlich leichter. Kann man denn ein Altsaxophon Mundstück an die Klarinette basteln? Gibt es da einen Adapter?
     
  18. catflosse

    catflosse Kann einfach nicht wegbleiben

    Das ist sowas von cool! Da würde man intuitiv nie darauf kommen. Ich danke euch sehr, das ist ein echter Schatz.. @ppoe entschuldige, wenn ich so dumm frage, aber hast du nicht mal ein Buch geschrieben oder einen Kurs? Kann man das irgendwo bekommen? Wenn Du auf dem Sax glissandierst, wie machst Du da die Klappen auf, sequenziell oder alle auf einmal?
     
    Zuletzt bearbeitet: 14.April.2026 um 21:27 Uhr
  19. catflosse

    catflosse Kann einfach nicht wegbleiben

    Was???!!! ich dachte 1,5 wäre für Kinder und Bariton. Und 10* so weit krieg ich den Mund gar nicht erst auf! Echt spannend. Er wollte vielleicht einfach unverwechselbar klingen, nehme ich an, in meinen Ohren klingt es sachlich, nicht zu süß, etwas trompetig, markant und kraftvoll.

    Vorsicht, da sind 2 Anhänge in diesem Post, ich hab aber nichts hochgeladen und kann diese auch nicht löschen. Lieber nicht anklicken!!!

    Ich habe sie entfernt, dein Mod.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15.April.2026 um 18:06 Uhr
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