Adolphe Sax & Cie, Brügge

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von altoSaxo, 31.Januar.2021.

  1. Sandsax

    Sandsax Gehört zum Inventar

    So wie es aussieht, kämpft Karel gerade einen (aussichtsarmen?) Kampf gegen ein Konsortium, das Anspruch auf den Markennamen erhebt.
    Nach Informationen bei SOTW von @mrpeebee, der Kontakt zu Karel hat, ist es wohl der Investor, der sich vor ein paar Jahren Selmer einverleibt hat, was ja auch nahe läge.


     
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  2. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Es gibt immer Investoren, die den Hals nicht voll kriegen. Reicht der name "selmer" nicht? Ich drücke Karel fest die Daumen, dass er gewinnt!!!
     
  3. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Es tut mir leid für einen wohl innovativen Kleinunternehmer, wenn die Rechtsabteilung einer Heuschrecke auf ihn angesetzt wird.

    Aus rein inhaltlicher Sicht sehe ich den Namen Sax weder so richtig bei einem Taiwanvertrieb in Belgien noch beim ursprünglichen Folgeunternehmen, das den Namen 100 Jahre nicht benutzt hat und jetzt vermutlich aus rein wirtschaftlichen Interessen darum streitet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.Juni.2022
  4. JES

    JES Gehört zum Inventar

    siehst du das nicht etwas einfach?
    Wir wissen eigentlich immer noch nicht, was genau Karel eigentlich an eigener Leistung einbringt. Andere "Manufakturen" in Deutschland und der Schweiz stellen auch kein ganzes Instrument her sondern bauen mit Teilen aus Asien. Andere bauen komplett in Asien, stempeln trotzdem ihren französischen /deutschen/... Namen drauf. Die eigentumsverhältnisse sind dann auch ein Thema. Ist bspw keilwerth noch ein deutsches Unternehmen, oder wg buffet crampon ein französisches, oder hängt all das an einem mutterkonzern mit Sitz in???
    Letztlich wichtig ist doch, er macht etwas in Belgien, und das Ergebnis findet seine Abnehmer.
     
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  5. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Verstehe mich nicht falsch. Ich wünsche ihm auch das Beste, inklusive, dass er den Namen behalten kann. Allein, ihn zu erwerben und zu nutzen, ist ein Schelmenstück mit einem besonderen Witz. Da hat er sich aus emotionaler Sicht was verdient.

    Dennoch habe ich außer dem Land Belgien noch keinen objektiven Grund gesehen, warum er den Namen nutzen sollte. Nutzt er Werkstatt, Schablonen, Werkzeuge von Sax?
    Wenn ein italienischer Geigenvertrieb den Namen Stradivari erwerben könnte, um China-Geigen zu labeln, wäre es ein gewitzter Marketing-Gag. Inhaltlich gerechtfertigt sähe ich es auch nicht.
     
  6. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ist in anderen Bereichen doch auch nicht anders.
    Blaupunkt, grundig ... sind keine deutschen firmen mehr.
    MG ist m.W. ein indischer Autohersteller und hat mit der Traditionsmarke nichts zu tun.
    Royal enfield ist definitiv jetzt eine indische Firma, die ihre Wurzeln als produktionsstandort der englischen Traditionsmarke hat....
    Opel... Frankreich
    Keilwerth... Frankreich, mit produktion teilweise in Taiwan.
     
  7. Kohlertfan

    Kohlertfan Strebt nach Höherem

    Es ist wohl ein Gesetz unseres Systems, dass die Großen mit ihrer Marktmacht die Kleinen an die Wand drücken oder gar fressen. Andererseits müssen die Großen immer noch größer werden um nicht gefressen zu werden. Irgendwann sind sie dann so groß, dass sie unbeweglich werden und gehen kaputt und zerfallen in kleine Einheiten. Solange bei diesem Prozess immer Geld gemacht wird, funktioniert das System.
    Theoretisch könnten wir als Konsumenten unsere Marktmacht ausspielen und Selmer boykottieren, bis die Heuschrecke vom kleinen belgischen Unternehmen ablässt. Aber das wird wohl eher nicht passieren, selbst wenn alle Saxforen weltweit zum Boykott aufrufen würden.
     
  8. GelöschtesMitglied14876

    GelöschtesMitglied14876 Guest

    So lange Geiz geil bleibt, wird das nix. Die Tönnjes Kadaver in Mastdarm werden auch tonnenweise gegrillt, einfach weil billig
     
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  9. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Warum sollten wir denn? Selmer hat die Schmiede von Sax in den 1920ern meines Wissens übernommen und war damit zumindest der legitime Nachfolger. Die Details der späteren Weitergabe des Namensrechts kenne ich nicht und sehe keinen Grund mich einzumischen.
     
  10. Sandsax

    Sandsax Gehört zum Inventar

    Der findige belgische Geschäftsmann, der sich vor zehn Jahren die Namensrechte sicherte und beim Aufbau seines Unternehmens von der Strahlkraft des Namens und der damit verbundenen Tradition bewusst profitiert und darauf sein Marketing aufgebaut hat, muss nun mit den Nachteilen der Strahlkraft des Namens umgehen.

    Der Name weckt Begehrlichkeiten und der Besitzer des Teiches, in dem der Selmerkarpfen schwimmt, möchte seinen Fisch damit füttern, um ihn möglichst fett zu machen.
    Dann kann er ihn mit umso mehr Gewinn verkaufen oder schlachten.

    Warum sollten wir den Karpfen dafür strafen?
     
  11. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht. Tönnies ist nicht Selmer. Wer geizig ist kauft weder ein Selmer noch ein A. Sax.
     
  12. Rai57

    Rai57 Schaut öfter mal vorbei

    Ich mach zurzeit Urlaub in Cadzand, und habe morgen einen Termin bei Karel in Brügge, um mich mal selbst zu überzeugen, wie sich das Dinant Alto so spielen lässt, und vor allem, wie der Klang ist. Das ist für mich außer der Qualität das Wichtigste, nicht unbedingt das Aussehen. Bin sehr gespannt!
    Gruß aus den Niederlanden
    Rai
     
  13. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    Ich hatte schon vergessen, dass ich den Faden mal eröffnet hatte. Inzwischen hatte ich auch schon einen netten Besuch im Brügge.

    @Rai57 Schöne Eindrücke wünsche ich dir morgen.
     
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  14. Rai57

    Rai57 Schaut öfter mal vorbei

    So, ich war heute Mittag bei Karel, und habe meine 90 Minuten Testspielen voll ausgekostet. Erstmal: das Dinant sieht gewöhnungsbedürftig aus, ich weiß auch nicht, ob die künstliche Patina jetzt unbedingt notwendig ist. So viel zum Aussehen. Aber die Intonation, Spielbarkeit, und der Sound sind vom Feinsten. Wobei - ich habe mehrere Dinants angespielt, alle waren unterschiedlich, eben Handarbeit, bin dann wieder zum ersten zurückgekehrt. Habe auch verschiedene Mundstücke und Blättchen ausprobiert, bin aber dann bei meiner eigenen Kombi gelandet. Gottsu 6 und Forestone S oder SM. Jetzt überlege ich, wie ich so ein Alto- Horn finanzieren kann. Es hat mich sehr beeindruckt. Bevor also jemand die Adolphe Sax-Hörner kritisieren will, bitte fahrt selbst nach Brügge und macht ein Testtröten aus. Mich hat das Alto Sax überzeugt, dass die Teile aus Taiwan kommen, merkst du nicht. Ich habe 2 Taiwans: 1 Green Hill und ein Jupiter 1100. Beide kommen mit dem Dinant nicht mit. Aber urteilt selbst - Brügge ist nicht weit, und 4290 Euronen muss man auch für andere Marken zahlen.
    Viele Grüße aus Cadzand
    Rai
     
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  15. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Spannend! Wie unterscheiden sich denn die drei? Böse Zungen sagen ja immer, dass es viele Variationen von SA80-Kopien sind. Ich kann das gar nicht beurteilen. Aber jemand der zwei oder bald drei Taiwan-Saxe hat kann vielleicht auch etwas Licht ins Dunkel bringen!
     
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  16. Rai57

    Rai57 Schaut öfter mal vorbei

    Hi Giuseppe, beide Taiwans, die ich habe, sind unterschiedlich. Das Green Hill ist mein Brot und Buttersax zum täglichen Üben. Das Jupiter, angeblich spielt Dirko Juchem das Gleiche, ist m E. sehr empfindlich. Die Mechanik ist mir etwas zu sensibel, der Klang aber, wahrscheinlich, weil es versilbert ist, sehr hart und kraftvoll. Mit dem beigelegten Jupiter Mundstück verliert es viel an Kraft, also nehme ich das Gottsu. Ansonsten scheinen beide sehr stabil zu sein, das Green Hill spiele ich seit 8 Jahren, das Jupiter habe ich vor 3 Jahren gekauft (2200€).
    Gruß Rai
     
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  17. ppue

    ppue Mod Experte

    Was daran ist denn Handarbeit?
     
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  18. Rai57

    Rai57 Schaut öfter mal vorbei

    Ich bin kein Fachmann, kann aber durchaus erkennen, ob ein Gegenstand auch manuelle Arbeitsschritte einhaltet. Mittlerweile darf er auch das Prädikat „Made in Belgium“ verwenden. Steht übrigens auch auf der Homepage.
     
  19. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Nun zitiere die die Firma selber von ihrer Homepage:


    Sind die Saxophone bereits zu 100 % „Made in Belgium“?

    Obwohl wir bereits so weit sind, dass wir „Made in Belgium“ auf unsere Instrumente setzen dürfen, werden noch nicht alle Teile in Belgien hergestellt. Es ist mehr als 60 Jahre her, dass hier Saxophone hergestellt wurden. Der Wiederaufbau von Grund auf erfordert Zeit, Forschung und viel Geld. Obwohl heutzutage keine Marke ihre Saxophone zu 100 % in ihrem eigenen Land herstellt, ist es die Absicht, mit unseren Instrumenten so weit zu kommen.


    Mich würde sehr interessieren, was sie tatsächlich selber in Belgien machen. Mir fehlt da die Fantasie. Auch wäre ich nicht in der Lage festzustellen, in welchem Land eine manuelle Tätigkeit durchgeführt wird. @Rai57 : Hast du die Werkstätten in Brüssel sehen können?

    Yanagisawa und Selmer (außer Axos) bauen nach meinem Wissen in ihrem Land die Instrumente zu 100 % selber.
     
  20. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich bleibe da ein wenig skeptisch.
     
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