In einem anderen Faden las ich einmal: Dementsprechend liegt ständig ein Silberschutzstreifen im Case meiner Bassklarinette und das Kautschukmundstück lagere ich außerhalb. Mit den Jahren wurde trotzdem die ein oder andere Stelle dunkel. Inzwischen habe ich eine junge gebrauchte Sopranklarinette (Bb) aus Holz mit versilberter Mechanik, bei der die Versilberung noch bestens erhalten ist. Der Vorbesitzer hatte darin zumindest beim Verkauf keinen Silberschutzstreifen und mich wundert, dass der Hersteller im Hauptfach des Case auch eine Mulde für das originale Kautschukmundstück eingearbeitet hat. Auch bei der Selmer Muse mit versilberter Mechanik liegt das Kautschukmundstück ("Echo") beispielsweise zusammen mit der Klarinette im Case, wie man auf dem vorletzten Bild des verlinkten Onlineshops erkennen kann. Gibt es bei der Sopranklarinette eine Besonderheit, dass die Versilberung nicht schwarz wird oder sollte man auch hier auf jeden Fall einen Silberschutzstreifen einlegen und das Kautschukmundstück separat aufbewahren? Wie handhabt ihr das? Sommerliche Grüße altoSaxo
Ich denke nicht, dass da ein grundsätzlicher Unterschied besteht zwischen Sopran- bzw. Bassklari. Silber ist Silber... Was einen gewissen Unterschied ausmachen könnte, ist die Frage, wieviel der Koffer offen bleibt. Im offenen Zustand wird das Anlaufen wohl weniger sein, bzw. länger dauern. Jedenfalls habe ich es bei meiner Bass auch gesehen, seither lasse ich das (Ebonit)Mundstück nicht mehr im Koffer, welcher nach Austrocknen dann immer zu ist. Die Versilberung ist stellenweise schwärzlich geworden, obwohl das Mundstück noch in einem filzähnlichen Beutel war. Danke für den Tipp mit den Silberschutzstreifen- kannte ich gar nicht... Bei der Sopran ist es eher kein Problem, da meine ohnehin leicht geschwärzt wurde bei der letzten Revision antonio
Ich lasse seit Jahrzehnten immer das Mundstück im Koffer ohne Silberschutzstreifen. Es gibt ein sehr langsames Anlaufen, aber das über Jahre und völlig unsignifikant. Alle paar Jahre kann man mal drüber polieren, dich die dunkleren Hintergründe werden die Highlights dann umso schöner!
Hängt auch stark vom Alter des Mundstücks ab. Wenn die Schwefelverbindungen bei fortgeschrittenem Alter ausreichend ausgedampft sind, läuft da nichts mehr an. Auch neue können sich da unterschiedlich verhalten. Ein Selmer Concept war da problemlos, ein Vandoren BD5 für Bass hat ratz-fatz zum Anlaufen geführt. Besser ausserhalb aufbewahren.
So ist es. Bei der Bass bin ich eigentlich auch erst auf das Anlaufen aufmerksam geworden, als ich ein neues Vandoren B50 im Koffer hatte. Bei den alten Dingern passiert nicht mehr viel...
Oder zu Saxophonen. Aber trotzdem nicht 'Silber ist Silber': Galvanik ist keine Wissenschaft sondern schwarze Kunst. Was da in Stabilisatoren, Beschleunigern, Härtezusätzen etc. reingekippt wird - ich kann mir vorstellen, dass sich Silber aus unterschiedlichen Bädern ganz anders verhält. Ausserdem hat sich im Lauf der Zeit die Gesetzgebung geändert, was für Zusatzstoffe im Bad zulässig sind... Mein Altmetall verhält sich sicher anders, als ein modernes Saxophon. Ja. Schön ausgedrückt. Ein Chemieprofessor von mir hat das mal so ausgedrückt: "Silber läuft wegen den Schwefelwasserstoffen an. Schwefelwasserstoffe lassen sich in Wohnräumen nicht immer vermeiden. Auch bei den besten Vorsätzen nicht"
Vielen Dank für die guten Antworten! Das MPC der Sopranklarinette werde ich dann besser in einem anderen Fach des Etuis aufbewahren. Einen Silberschutzstreifen lasse ich erstmal weg und schaue, ob die Versilberung sich verändert.
Hm, keine Ahnung wie es da zu und her geht...Ich kenne Versilberungen immer nur als empfindlich auf dieses erwähnte "Anlaufen". Schon immer...mag mich gut erinnern, dass (vor dem Zeitalter der Vergoldung) z.B. Steckerleisten an Prints usw.(Elektronik) schwarz wurden, allein schon nur "an der Luft". Allerdings sind mir auch schon Versilberungen begegnet, welche ums Verrecken nicht anlaufen wollten Da habe ich mich gefragt, ob die noch zusätzlich irgendwie lackiert wurden oder so.
Meine 89er Buffet ist 15 Jahre fast nicht angelaufen und seit der ersten GÜ inklusive polieren läuft sie etwas leichter an, schwarz-gräulich. Ich tippe auf eine Beschichtung, die dann weg war. Meine anderen Klarinetten sind ähnlich. Anlaufen ist langsam, trotz Kautschuk von 1930 - 2020 in den gleichen Koffern. Mein 85er Selmer Sopi versilbert lief deutlich an, gelblich, nicht unschön. Wie Omas Besteck. Mein 96er Selmer Tenor versilbert lief nie wirklich an. Da frage ich mich tatsächlich, ob dünner Lack darauf ist. Aber allein die unterschiedliche Farbe suggeriert unterschiedliche Legierungen.
Das Anlaufen von Silber ist ein natürlicher Prozess, der durch verschiedene Faktoren ausgelöst wird. Eine der Hauptursachen ist die Reaktion von Silber mit Schwefelverbindungen in der Luft, die zur Bildung von Silbersulfid führt. Diese chemische Reaktion, auch als Oxidation bekannt, kann durch hohe Temperaturen, Feuchtigkeit oder den Kontakt mit bestimmten Chemikalien beschleunigt werden. Auch die Körperchemie des Spielers spielt eine Rolle: Schwitzen oder die Verwendung bestimmter Kosmetika können das Anlaufen von Silber begünstigen. (Quelle: modifiziert nach https://tafelsilberkontor.de/blogs/silberwissen/warum-lauft-silber-ueberhaupt-an, Zugriff: 13.07.2026) Mein versilbertes Tenorsax (Baujahr 1956) ist sehr deutlich grau bis schwarz angelaufen - auch ohne Kautschukmundstück im Koffer, läßt sich das auf Dauer nicht vermeiden. Ich verzichte darauf das Instrument mit Hausmitteln wieder zum Glänzen bringen zu wollen, weil die Verfärbung der Funktionalität keinen Abbruch tut. Der Instrumentenmacher meines Vertrauens hat auch von einer Behandlung der Versilberung abgeraten. Die Tatsache, daß versilberte Instrumente unterschiedlich stark bzw. schnell anlaufen, dürfte an Differenzen in den verwendeten Silber-Legierungen und ggf. zusätzlicher Verwendung schützender Lacke bei moderneren Instrumenten liegen.