Ab wann lohnt der Kauf eines "guten" Saxophons?

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von Petra, 15.Dezember.2016.

  1. claptrane

    claptrane Ist fast schon zuhause hier

    Da hast du vollkommen recht, du spürst den Unterschied der Ligaturen , vor allem den Unterschied zwischen weichen und harten. Und du selber nimmst möglicherweise einen größeren Unterschied war, aber das was vorne rauskommt, ist meistens sehr ähnlich.
    Ich behaupte der Klang Unterschied zwischen zwei Blättern und zwei Ligaturen ist 100 zu 1 bei den Blättern .Wohlgemerkt, was vorne rauskommt .
     
  2. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    das sind alles gute Gründe für Klangunterschiede - Unterschiede im Zustand.
    Einen Klangunterschied zwischen Hörnern lasse ich gelten: Unterschiede in der Mensur. Hat das Rohr mehr Durchmesser, wirkt sich das schon aus... Das hatte ich eben bei meinen Baris.

    Da hab ich doch einmal ein Video eines Bassklarinettisten reingestellt, der neben sehr unterschiedlichen Ligaturen auch noch "alles" als Ligatur verwendet hat: Schuhband, Gummiring, ... die Klangunterschiede waren vernachlässigbar, milde gesagt.

    Viele gehörte Unterschiede sind im Kopf - das kenne ich auch aus anderen Bereichen. Mancher Unterschied, der auch vorne rauskommen mag, kann auch daher stammen, dass man mit einer Ligatur, die sich anders anfühlt, auch selbst anders spielt.
    Wenn man Ligaturen unterschiedlich wahrnimmt, egal aus welchem Grund, und man bevorzugt eine - wieso nicht? Aber für felsenfeste Behauptungen "die klingen sooo anders" gibt es keine Grundlage.
     
  3. MrWoohoo

    MrWoohoo Ist fast schon zuhause hier

    Meine Grundlage sind die Aussagen von SaxKollegen, die mich hören. Wir "beobachten" uns gegenseitig und geben Feedback.
    Aber es kann sein, daß durch das verschiedene Spielgefühl ein anderes Gefühl ins Gespielte kommt. Daß nicht die Lig an sich anders klingt, aber sie mich dazu bringt, anders zu spielen.
     
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  4. kindofblue

    kindofblue Ist fast schon zuhause hier

    Es lohnt sich als Vorsatz für den 01.01.2017

    kindofnewstart
     
  5. MrWoohoo

    MrWoohoo Ist fast schon zuhause hier

    eher kindofcompromise ;-)
     
  6. giuseppe

    giuseppe Ist fast schon zuhause hier

    Nochmal zur Eingangsfrage:
    Ich glaube auch, dass das, was "eine andere Hausnummer" ist, vor allem durch Einstellung und Zuwendung zu dem alten Horn entstanden sind. Es ist nicht das Vintage-Selmer alleine, dass dich so vom Hocker geworfen hat. Natürlich gibt es alte Selmer-Modelle, die in sich schon sehr gelungen und ausgewogen sind, weshalb sie ja oft kopiert wurden. Aber ohne die nötige Zuwendung können solche Hörner auch deutlich schlechter gehen als dein Horn, und dann bleibt die Begeisterung aus. Und da die Mechanik und Bauweise vieler moderner Hörner in vielen Fällen nicht unbedingt schlechter ist, kann man diese mit der gleichen Liebe und Zuwendung oft auch dorthin hinbekommen, so zumindest meine Erfahrung aus langjährigem Vintage- und Nicht-Vintage-Besitz.

    Insgesamt werden Saxophone durch jahrelange liebevolle Zuwendung oftmals besser und besser, und irgendwann ist erst ein Top-Horn darausgeworden. Z.b. macht es nur einen kleinen Unterschied, ob der Saxdoc die Klappenaufgänge an der alten Kanne nach den Notizen in seinem alten Büchlein oder mit seinen Platzhaltern einstellt, oder ob ich hier mit meinem Lieblingsmundstück, Stimmgerät und viel Hören in stundenlanger vergnüglicher Kleinarbeit das Optimum für mich heraushole. Dieser Unterschied ist klein aber fein. Wenn diese Detailverliebtheit nun auch bei Einstellung, Dichtigkeit und Wahl der Polster, Resonatoren, Federhärten und vielleicht sogar dezenter Optimierung der Klappenposition über Jahre angewandt wird, entstehen für mich diese Hörner mit dem Aha-Effekt beim Spielgefühl. Natürlich gibt es eine unterschiedliche Ausgangsbasis und manche Hörner kommen nie dahin, wo andere gefühlt erst beginnen. Bei alten Tröten, die durch liebende Musikerhände gegangen sind, ist es aber oftmals schwer zu sagen, wo sie mal hergekommen sind.

    Wenn nun ein silbernes Vintage-Horn deine Liebe für sich gewinnt, dann ist das gut für dich und für das Horn. Win-Win sozusagen.

    Was die Selmerpreise betrifft, braucht man nur etwas Geduld (vorausgesetzt politische und wirtschafltiche Entwicklung ändern nicht maßgeblich den Stellenwert von Luxusgütern): Mein Selmer Serie III Tenor erzielt nun gebraucht etwa genausoviel, wie ich vor knapp 20 Jahren dafür (umgerechnet in DM) gezahlt habe, obwohl ich einen Aufpreis für die Versilberung gezahlt habe, der im Gebrauchtmarkt mehr oder weniger unter den Tisch fällt. Und ein gesuchtes Vintage-Horn ist es ja noch nicht gerade. Als Geladanlage taugt das noch nicht (vielleicht wirds noch), für einen Gebrauchsgegenstand ist das aber nicht übel.
     
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  7. Gisheber

    Gisheber Schaut öfter mal vorbei

    Hallo Woohoo,

    Dennis DiBlasio bestätigt dir dass die Ligatur einen Einfluss hat:
    "I never thought it made a difference, but, i was proven wrong. It does make a difference".

    Und ich denke auch dass dies zutrifftt obwohl ich kein Ligaturen-Spezialist bin. Bei mir gilt: ich nehme immer was da ist, Hauptsache das Blatt hält gut (auch beim abstimmen) und der Deckel passt gut drauf und fällt nicht runter.

    DiBlasio Aussage nachzuhören hier ab 0:40



    Gruss
    Klaus
     
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  8. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    "makes a difference" - bei ca. 1:40 sagt er "it makes it blow free-er" oder so. Über Unterschied im Klang sagt er nichts...
     
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  9. Claus

    Claus Moderator

    Könntet Ihr bitte diese Off-Topic-Diskussion in einem eigenen Thread weiterführen?
     
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  10. kokisax

    kokisax Ist fast schon zuhause hier

    @Petra,

    liebe Petra, der Kauf eines "guten" Saxophons ist IMMER ratsam......

    kokisax:)
     
  11. Longtone

    Longtone Kann einfach nicht wegbleiben

    Ich hab als "Spätberufener" angefangen vor 2 1/2 Jahren mit dem Altsaxophonspiel, bei einem kleinen, feinen Fachgeschäft in Stuttgart ein Jupiter 769 zuerst gemietet, dann gekauft. Und für hunderte Euro Mundstücke und Blätter ausprobiert - dabei konnte ich noch nicht einmal alle Oktaven spielen sondern eher nur quietschen, vor Ärger darüber hab ich sogar mal zwei Mundstücke zerbissen, 200 Euro Schaden, die konnten aber garnichts für meine Unzulänglichkeit, zu ungeduldig ! Und die Lehrer haben nicht gewarnt ! Irgendwann quietschte nichts mehr, über Nacht, alle Oktaven gehen, ich spiele seit kurzem in einer Bigband - und die anderen sind mit meinem Klang zufrieden. Aber ich schämte mich wegen meines Jupiter, und probierte sehr teure Alternativen - die aber nicht besser klangen. (Mit dem gleichen setup, so sagt man wohl:) Was entweder daran liegt, dass ich nicht gut spielen kann oder den Unterschied - falls es einen gibt - noch nicht hören kann. Deshalb bleibe ich bei meinem Jupiter und steige erst auf ein anderes um, wenn ich damit einen besseren Klang erzielen und hören kann - danke, kleines, feines Fachgeschäft :)
     
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  12. euroknacker

    euroknacker Ist fast schon zuhause hier

    Also ich würde ja das Jupiter 769 nicht unbedingt als Billiginstrument bezeichnen wollen, da gibt es sicherlich schlechtere und billigere.
    Ich sitze mit meinem Thomann Bari im Musikverein neben einem Kollegen mit einem teuren Selmer, bisher hat sich auch noch niemand darüber beschwert das ich schlechter klingen würde.
    Ich persönlich seh es inzwischen so, solange man sich selbst auf dem Instrument wohl fühlt und einem der eigenen Klang gefällt ist alles ok, vorausgesetzt natürlich das die Intonation stimmt, dann sollte man sich nicht verrückt machen lassen und hunderte von € investieren wo es nicht nötig ist.
    Bei Computern ist es ähnlich da sagt man ja schließlich auch: never change a running system.

    Höre dir diesen Link an und dann sag mir ob es mit einem teuren oder billigen Instrument gespielt wurde https://app.box.com/s/fafp8hh10v4uknxuoh4ndu29q5fer7pc

    Gruß Jürgen
     
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  13. Saxoryx

    Saxoryx Ist fast schon zuhause hier

    Wie einige sehr erfahrene Experten hier immer wieder sagen: Der Spieler macht den Ton. Charlie Parker würde selbst mit der billigsten Chinakanne, die vielleicht tatsächlich schlecht ist und fast auseinanderfällt, wie Charlie Parker klingen.

    Den Klang kann ich selbst durch Üben doch sehr beeinflussen, sprich verbessern, aber die Ergonomie nicht so. Deshalb ist für mich die Ergonomie immer wichtiger geworden. Nicht dass alles andere unwichtig wäre, aber das Horn muss einfach so leicht wie möglich zu spielen sein, damit ich mich nicht darauf konzentrieren muss, dass irgendwelche Federn schwer gehen oder irgendetwas nur mit etlichen Verrenkungen zu erreichen ist (ein 2m-Mann braucht da sicherlich etwas anderes als ich mit meinen kurzen Armen ;)), sondern mich voll und ganz auf die Musik konzentrieren kann, die ich spielen will. Das ist schwer genug. :)
     
  14. womez

    womez Nicht zu schüchtern zum Reden

    Wie wär's denn mit einem schönen Vintage-Alt von Buescher oder Conn? Das Buescher Aristocrat Big B oder Conn Ladyface M6 (beide ca. 1940-1950) gibt's normalerweise um die 1.500 Euro - beides sind phantastische Profi-Instrumente, die Selmer (abgesehen von der Ergonomie, bei Buescher nach meinem Geschmack viel besser als bei Conn) in nichts nachstehen. Gerade an den Conns gibt's eine regelrechte Schwemme, überall werde die angeboten. Derzeit ganz aktuell in Silber für nur 1.000 Euro hier in den Kleinanzeigen (wenn die Angaben stimmen und das Sax gut spielbar ist, ist das ein absolutes Schnäppchen, wirklich eines der besten Instrumente der Saxophongeschichte). Ein silbernes Big B sucht bei ebay seit Wochen verzweifelt einen Abnehmer - auch für 1.000 Euro. Das ist doch eigentlich schon im Azubipreisbereich, oder?
    (P.S., nein, ich bin weder Selmer-Hasser und noch vintage-Fetischist. Ich spiele selbst ein Selmer aus den 80ern, das ich sehr mag, außerdem ein King und ein Buescher auf den 40ern).
     
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  15. TitusLE

    TitusLE Ist fast schon zuhause hier

    Ich hatte noch nie ein Vintage-Sax in den Händen, aber sind die nicht alle mit der alten Anordnung des Tischs für den linken kleinen Finger?
    Wie gesagt, nicht hab's noch nie gespielt, stelle mir das aber schwieriger vor als die aktuelle Variante. Und der Wechsel zwischen verschiedenen Instrumenten wird damit auch erschwert.
    Das sollte man sich auch vor Augen halten, denke ich.
     
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  16. womez

    womez Nicht zu schüchtern zum Reden

    -- das ist ja eine lange, hitzig geführt Diskussion. Viele Vintage-Fans bezweifeln, dass die alten Cluster für den llinken Finger wirklich schlechter sein müssen. Aber eigentlich ist doch ziemlich klar, dass die von Selmer eingeführt Anordnung für die meisten Spieler die überlegene ist - nicht ohne Grund hat die sich fast vollständig durchgesetzt. Meine persönliche Erfahrung ist: Mit der Buescher-Big-B-Anordnung komme ich sehr gut zu recht - finde ich fast genauso gut wie die von Selmer. Mit den alten Conns und Kings hab ich etwas mehr Schwierigkeiten, gewöhnte mich aber auch nach einiger Zeit immer wieder dran. Die sind im Übrigen alle wiederum sehr unterschiedlich, hier unterscheiden sich die verschiedenen Vintages sehr stark voneinander
     
  17. TitusLE

    TitusLE Ist fast schon zuhause hier

    Ok, diese Diskussion wollte ich auch nicht wieder erneut entfachen. Ich könnte auch inhaltlich gar nichts dazu beitragen.
    Mir ging es in erster Linie darum, das erwähnt zu haben, um einem eventuellen bösen Erwachen vorzubeugen.
     
  18. Sandsax

    Sandsax Ist fast schon zuhause hier

    Nein, gar nicht erst erwähnen- nachher glaubt das noch jemand! :eek: :rolleyes:
     
  19. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Das betrifft letztendlich genau das Tief-B - wie oft spielt man das, insbesondere am Alt?

    Und ich hatte praktisch von Anfang an beides zuhause, und ja, beim ersten Mal kann es sein, dass ich kurz suche, und dann ist es wieder "drin" für diese Session.
    Bezüglich Ergonomie finde ich beide Positionen "ähnlich gut". Bei der alten greife ich weiter "über", bei der neuen spreize ich den kleinen Finger weiter ab - beide Male muss ich "weiter" greifen.
    Und auf irgendeinem Instrument habe/ hatte ich tatsächlich beide Positionen zur Verfügung...
     
  20. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Wenn ich mal ein "modernes" Instrument anspiele, komm' ich zunächst gar nicht mit der Ergonomie zurecht.

    CzG

    Dreas
     
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