Akai EWI 5000 - Erfahrungen

Dieses Thema im Forum "Sonstige Instrumente" wurde erstellt von fukaR, 19.November.2021.

  1. fukaR

    fukaR Kann einfach nicht wegbleiben

    Ich freue mich wie ein Schneekönig - morgen zieht ein EWI bei mir ein.
    Ich habe mir bzgl. Blaswandler einige Gedanken gemacht und mich für das EWI entschieden.
    Da ich auch sehr gerne in der Fusionschiene und in der Freien Improvisation unterwegs bin, denke ich eine ganz gute Wahl.
    Es soll auch kein Sax-Ersatz sein, sondern eine Erweiterung meines Instrumentenspektrums.

    Spielt jemand von Euch auch EWI und wie sind Eure Erfahrungen?
     
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  2. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Ich spiele regelmäßig ein EWI 4000s. Ich mag das Teil sehr, finde es jedoch nach Jahren immer noch nicht einfach, damit zu spielen. Die Oktavübergänge sind nicht gerade einfach durchzuführen, was bei hohen Geschwindigkeiten schnell zu Fehltriggern kommen kann.
    Ich würde dir empfehlen, anfangs erstmal alle Daumensensoren abzuschalten. Die Bendplates für den rechten Daumen habe ich immer noch nicht wieder aktiviert, da mir das Teil sonst zu kompliziert wird. ;)
    Viel Spaß mit dem Ewi.
     
  3. fukaR

    fukaR Kann einfach nicht wegbleiben

    @mato
    Danke für den wertvollen Hinweis!
     
  4. TobiS

    TobiS Ist fast schon zuhause hier

    Ich weiß nicht, ob es so schlau ist, die Daumensensoren zu deaktivieren.
    An mein EWI5000 taste ich mich sehr langsam heran, aber das Ziel ist ja schon, am Ende möglichst viele der Funktionen zu verwenden.
    Besonders die Bendplates sind meines Erachtens wichtig. Am Anfang war das sehr anstrengend, aber mittlerweile weiß ich,
    was ich tun und lassen muss, um nicht versehentlich zu triggern.

    Meine Erfahrung, und das deckt sich mit der einhelligen Meinung im Forum:
    Es ist kein weiteres Saxophon, sondern es ist ein eigenständiges Instrument, das viel Zeit in Anspruch nimmt.

    Und der Klang, bzw. das Spielerlebnis? Bei mir hält es sich noch in Grenzen
    Bis ich beispielsweise TRUTH von T-Square hinbekomme, dürfte noch etwas Zeit ins Land gehen ;).

    Wie läuft es denn bisher?
     
  5. fukaR

    fukaR Kann einfach nicht wegbleiben

    @TobiS
    Läuft soweit :cool:.
    Mit den Rollen komme ich recht gut klar, nur den Abstand ziwschen den Bendplates habe ich vergrößert, um mit dem rechten Daumen etwas mehr Spiel zu haben, ohne dass der Ton "abgeht".
    An den Einstellungen hatte ich auch gespielt, das Teil dann aber soweit verstellt, dass ich zu den Werkeinstellungen resettet habe.

    Insofern läufts und macht vor allem Spaß.
    Ich sehe das auch als eigenständiges Instrument und nicht als Bari- oder Bassklarinettenersatz - wobei die Bassklarinette recht brauchbar klingt (und im Winter nicht die Gefahr birgt, dass das Holz springt :D).
     
  6. TobiS

    TobiS Ist fast schon zuhause hier

    Warum springt denn das Holz im Winter? Bekommt es im Schnee kalte Füße?
    Die Rollen waren für mich der Faktor, an den ich mich am meisten gewöhnen musste.
    Mittlerweile nehme ich das EWI in die Hand, und weiß, wo alles ist... das fühlt sich schon mal gut an.

    Was spielst Du denn so? Wenn Dir die Bassklarinette so gefällt, spielst du Literatur für Bassklarinette?
    Ich mag ja die Synthetischen Klänge lieber (Im Grunde sind sie ja alle synthetisch, aber du weißt, was ich meine)...
    mir geht nur immer schnell die Phantasie aus... was spiele ich jetzt?
     
  7. waldsax

    waldsax Kann einfach nicht wegbleiben

    Hallo,
    ich spiele neben Sax das EWi5000 regelmäßig in einer kleinen Formation. Hatte vorher allerdings auch schon das Yamaha WX5 eingesetzt und somit Erfahrung mit Blaswandler gesammelt.
    Das EWI will genau wie jedes Instrument regelmäßig geübt werden, gerade am Anfang gibt es mit den Oktavrollen Schwierigkeiten sowie mit dem Umstand, das jede Tastenberührung auch einen Ton erzeugt. Z.B: beim Sax kann man die Finger auf die Klappen legen ohne das es irgend einen Einfluss hat, beim EWI erklingt sofort der entsprechend Ton. (Risiken und Nebenwirkungen: Fluchen, Dampf aus´n Ohren, Tobsuchtsanfälle, Beruhigungsbier nötig usw...:-D)

    Mittlerweile habe ich das verinnerlicht und das Teil macht einfach einen Riesenspaß!
    Bringt außerdem im Bandkontext noch mal viel mehr Möglichkeiten, muss ja nicht immer gleich ein Solo sein, es lässt sich auch ein schöner Orgelsound unter den Refrain legen o.ä.

    Fast bei jedem Auftritt wird man positiv darauf angesprochen, weil die meisten Leute das nicht kennen.
    @fukaR: Viel Spaß damit!
    Unerhört-4.0-Gräfenroda-OKT2021-12.JPG
     
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  8. fukaR

    fukaR Kann einfach nicht wegbleiben

    @waldsax
    Das Teil passt gut zur Lederjacke :cool:.
    Ich habe gestern 2 Stunden gespielt und es hat einen riesen Spaß gemacht. Ich bin auch recht gut klargekommen und es war schon recht ordentlich, was rausgekommen ist.
    Mit den Rollen funktioniert das Oktavieren recht gut finde ich. Man muss seine Finger ruhig halten beim Spielen, was noch etwas Konzentration fordert.

    @TobiS
    Am schlechtesten finde ich eigentlich die Sax-Imitationen. Bassklarinette klingt recht gut, und dann viele der Fun-Töne. Nicht alle, aber schon einige.
    Ich denke, dass sich im Laufe der Zeit so 10-12 Sound rauskristallisieren, die man dann standardmäßig benutzt.
     
  9. Dr-Dolbee

    Dr-Dolbee Ist fast schon zuhause hier

    @waldsax Wenn da bei dir direkt ein Ton kommt, ohne dass du reinpustest, hast du die Empfindlichkeit zu hoch eingestellt!
     
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  10. waldsax

    waldsax Kann einfach nicht wegbleiben

    Nein, natürlich nur beim reinblasen.
     
  11. Dr-Dolbee

    Dr-Dolbee Ist fast schon zuhause hier

    Okay, habs falsch verstanden.
    Stimmt, "Finger ablegen" wie beim Sax geht nicht.
     
  12. TobiS

    TobiS Ist fast schon zuhause hier

    Was spielt Ihr denn so auf dem EWI? Besonders live...
    Würde mich mal interessieren.
     
  13. waldsax

    waldsax Kann einfach nicht wegbleiben

    Finger weg von den Sax-Sounds, die sind wirklich grottig. Aber dafür habe wir ja unsere richtigen Kannen..:)
    1-2 Flötensounds sind ganz okay, Werkspreset 09 z.B nehme ich für Lokomotive Breath
    Orgel B3 Presets 50 -54 sind auch ganz brauchbar, passt für Rock-Oldies fast immer.

    Ich habe eine Zeitlang über Midi einen Racksynth angesteuert (Roland XV5050), hier hat man tonnenweise Soundpresets zur Verfügung und kann die auch selber mischen, editieren usw, aber das Kabel ging mir auf die Nerven, außerdem habe ich es nicht hinbekommen das Breath-Control (laut/leise über Luftstrom) da funktioniert. Deshalb bin ich davon abgekommen. Es gibt auch extra Geräte für Blaswandler z.B von Dynasample.
    Das ist dann aber alles schon sehr speziell und zeitaufwändig und hauptsächlich will ich ja Saxophon spielen...

    Empfehlen kann ich außerdem ein spezielles EWI-Forum:
    EWI, Blaswandler (Wind Controller) | Musiker-Board

    Wenn man da sich etwas einliest wird deutlich das das eine eigene Instrumenten-Gattung ist und mit Saxophon eigentlich wenig zu tun hat.

    Gruß
    waldsax
     
  14. Long John Silver

    Long John Silver Ist fast schon zuhause hier

    Das ist genau der Punkt - als Saxophon-Ersatz taugen die Synthies alle nicht, egal ob AKAI oder Roland etc. Das sind schon eigenständige Instrumente, die man sich mit relativ viel Aufwand erschließen muss. Das einzige halbwegs vertraute ist die entfernt Holzblas-ähnliche Griffweise. Wobei mir die kleinen Knöppsche in der Haptik einer 90er Jahre Billig-Stereoanlage so gar nicht gut gefallen wollen… Am wenigsten schlecht fand ich diesbezüglich das „große“ Roland AE-30 für stramme 1500€.

    Man muss sich klar werden, was man will. Wer vor allem ein leises Sax sucht, ist m.E. bei EWI und AE einfach falsch. Dafür gibt es bessere Lösungen - aber das ist eine separate Diskussion vom TravelSax über das Yamaha bis zum EMEO - mit denen man trotzdem via MIDI die meisten Synthie-Sounds erzeugen kann.
     
  15. fukaR

    fukaR Kann einfach nicht wegbleiben

    Ich habe das Gefühl, dass man im Vergleich zu einem Tenorsaxophon relativ viel pusten muss, d.h. der Blaswiderstand für mein Empfinden recht hoch ist. Ich habe an den Einstellungen auch schon einiges probiert, habe aber diese Empfindung immer noch.
    Wie ist das denn bei Euch? Auch ein gefühlt hoher Widerstand? Oder mache ich was grob falsch?
     
  16. duguard

    duguard Kann einfach nicht wegbleiben

    Das ist beim EWI normal, da muss man sich ein wenig umstellen. Versuch mal die restliche Luft über die Mundwinkel abzulassen, dann ist der Blaswiderstand nicht mehr so hoch. Ich weiß, das hört sich komisch an, funktioniert aber. Dauert halt ein wenig bis man sich das verinnerlicht hat.
     
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  17. fukaR

    fukaR Kann einfach nicht wegbleiben

    @duguard
    Danke für den Hinweis und den Tipp, dann ist das normal. Das EWI ist wirklich nicht einfach zu spielen und bedarf einiger Übung - vor allem die Finger möglichst ruhig zu halten.
    Die Möglichkeiten damit sind aber gigantisch.
     
  18. TobiS

    TobiS Ist fast schon zuhause hier

    Kannst Du beschreiben, wie sich das bei Dir anfühlt?
    Ich habe immer das Gefühl, dass ich sehr schnell "aus der Puste" bin.
     
  19. fukaR

    fukaR Kann einfach nicht wegbleiben

    @TobiS
    Vom Gefühl her wie früher mein Bass-Krummhorn - man braucht viel Puste, viel Druck und es geht aber nichts rein in das Teil. Als ob man gegen eine Wand bläst (ist bei Windkapselinstrumenten wie Krummhorn normal).
    Und aus der Puste bin ich auch recht schnell - da spielt sich mein Conn Tenor wie eine Blockflöte.

    Komischerweise ist der Widerstand (zumindest gefühlt) größer, wenn ich über MIDI-Kabel (iRigPro und die SWAM-Apps) als wenn ich die internen Sounds wireless über den Funkverbinder spiele. Muss ich noch einmal genauer beobachten.
     
  20. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Es gibt Leute, die bohren sich seitlich im Mundstückschnabel links und rechts zwei kleine Löcher rein, durch die Luft entweichen kann.
    Ich habe mich inzwischen drauf eingestellt eher Luft zu holen und komme sehr gut klar.
    Das aus der Puste sein liegt übrigens daran, dass die Luft in den Lungen verbraucht ist. Im Prinzip ist es ja so, als würde man die Luft anhalten.
     
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