Bahnkurven

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von giuseppe, 24.August.2025.

  1. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Ich meine, Du hast einiges an Erfahrung in diesem Bereich, deswegen möchte ich Dir nicht widersprechen).
    Allerdings meine ich (im Metallbereich), dass das Schleifen am Band und das am rotierenden Schleifkreis doch Unterschiedliches an "Nebenwirkungen" hervorrufen: beim Band sind eher der Anfang und das Ende vom Tisch anfällig, beim rotierenden Kreis - die Innen- und Außenseiten der Rillen. Was für unsere Sache völlig egal ist).

    Kann ich nur bestätigen). Bei kreisförmigen Bewegungen jedoch weniger störend. Außerdem wenn man alle zwei Minuten anhält und ein paar Mal mit einem Pinsel drüber zieht und die Kreise regelmäßig wechselt, noch weniger störend.
    Es mag aber sein, dass Ebonit sich da anders verhält. Damit habe ich tatsächlich keine Erfahrung.
    Liebe Grüße, Alex

    P.S. mit herkömmlichem Schleifpapier würde ich das niemals machen: ich fürchte, die Oberkante der Rillen wird eher rundlich als flach. Aber die harten Flex-Kreise - die verhalten sich da etwas anders.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9.November.2025
  2. Earl Jay

    Earl Jay Ist fast schon zuhause hier

    @Alex_Usarov
    Du darfst mir doch gern widersprechen, davon lebt ja das Forum und es wird auch regelmäßig praktiziert. :D
    Mein Kommentar spielt eher darauf an, dass man mit solchen Maschinen auf Spatzen schießt. In der Praxis geht es in der Tischbearbeitung ja eher so um 0,1mm. Da mit irgendwas schnell drehendem anzufangen würde mir in der Regel nicht einfallen, außer man will den Tisch um 5 Grad kippen (Achtung: Übertreibung!!).
    Klar kann jeder mit sowas ans Ziel kommen, Erfahrung und Know How vorrausgesetzt. Ich glaube aber nicht dass das für die meisten hier wirklich der richtige Weg wäre.
    Ich selbst mache aus diversen Gründen keine planen Tische, da bleibt mir dieses Elend erspart. Dafür handle ich mir ganz andere Probleme ein, aber genug davon.

    VG,Jens
     
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  3. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Jo nu
    wenn du den tisch plan schleifst, kommt die bahnkurve nicht (mehr) tangential an .... das wäre dann der nächste Arbeitsgang .... wobei sich ent weder die Krümmung ändert oder / und die öffnung...
    und wie @Earl Jay vorher schon gesagt , würde ich das nicht maschinell machen .
     
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  4. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    So ein kleines Update meiner sporadischen Wochenendbeschäftigung:
    Das oben erwähnte und abgebildete erste Opfer in Form eines Tenormundstückes habe ich zur Seite gelegt. Es ist gefühlt schon 100 g weniger Material, es spielt, aber gut ist es nach wie vor nicht. Nie würde ich so ein Mundstück auch nur zur Probe nehmen. Auch bekomme ich den Tisch bei diesem Material einfach nicht richtig Plan. Es ist ein bisschen zu elastisch, wirkt wirklich billig im Vergleich zu Kautschuk. Soso, Jody, Hightech-Materialien… Mal sehen, ob da später noch was geht…

    Das nächste Opfer war ein Pomarico Jazz für Bassklarinette. Ich habe es mal aus 4 verschiedenen als bestes ausgewählt, mächtiges Teil, aber nicht so gut zu spielen wie mein Fobes. Dann habe ich festgestellt dass es auch asymmetrisch ist, habe nach kurzem Zögern auch hier die eine Bahn an die andere angeglichen. Das machte es besser, aber nicht richtig gut. Dann kam mir von einem alten Bekannten im Forum ein anderes Jazz über den Weg gelaufen, das auch asymmetrisch, aber nichts um Klassen besser als meines ist. Saparalott, wie gut könnten die sein, wenn sich eine QC hätten!

    Dann habe ich mein altes vermessen und analysiert mit dem Spreadsheet von MojoBari, der mir im amerikanischen Forum in PM auch ein paar wertvolle Antworten auf meine Fragen gegeben hat. Ich habe da materialschonend ein bisschen an der Bahn geschruppt und bei nur mäßigem Erfolg letztlich entschieden, die sehr leichtgängige (wenn auch etwas „unknackige“) Bahn des Selmer Concept zu kopieren. Ich habe den Baffle der entstand nicht ganz abgenommen sondern etwas Rollover stehen lassen. Und jetzt geht es gut. Satt, rund, voll und warm, viel Dynamik, wenig Edge. Vorerst kann es so bleiben. Ich würde mich trauen es zum Gig zu nehmen, aber das Fobes bleibt besser. Ein erster Erfolg. Trotz des Materials mit viel Schleifpapier, viel saugen und wischen.

    Gestern habe ich dann mein 25 Jahre altes kaputtes 5JB Klarinettenmundstück dran genommen. Es war mir immer einen Ticken zu offen vom Gefühl (obwohl ich offenere habe die weniger Arbeit erfordern). Ich hatte mal das Tiprail angedotzt und es dann vor Jahren freihändig abgezogen um das zu reparieren. Danach war es eine völlige Niete und landete in der Kiste um nicht mehr drüber nachzudenken. Ich habe den Tisch Plan gezogen und aus dem Theo Wanne Büchlein eine ca. 6* Bahn mit ca.1,4 mm raufgezogen (wollte 6, wurde einen Ticken mehr), Tiprail etwas schmäler gemacht und poliert. Außerdem habe ich es einen knappen mm gekürzt, um bei sehr alten Klarinetten etwas Luft nach oben zu bekommen, ohne an die Birnen zu müssen. Hat insgesamt 45 Minuten gedauert und ist RICHTIG gut geworden. Ich bin gerade sehr happy über das Erfolgserlebnis nach ein paar durchwachsenen Monaten mit meinem neuen Hobby.
     
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  5. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Das ist aus meinen bisherigen Erfahrungen ein Punkt, der sich anders verhält als ich erwartet hätte. Eine radiale oder elliptische Bahn geht ja nicht tangential sondern sehr definiert an einem Punkt ohne Kante in den Tisch. Ohne Hilfsmittel lässt sich das manuell nur schwer umsetzen, weshalb ich die Bahn in einem minimalen Winkel beginne. Lasse ihn den am Ende stehen, spielt die Bahn definiert und knackig, will ein bisschen Druck. Schleife ich den Punkt in Richtung tangential aus, wird vielleicht das pp bei tiefen Tönen smoother, aber das Teil verliert Definiertheit und Knackigkeit. (Vorsicht, Erfahrung aus einem mehrfach umgestalteten Teil und aus Messen und Vergleichen professioneller Mundstücke…)
     
  6. Gisheber

    Gisheber Ist fast schon zuhause hier

    Ich hatte bisher immer vermutet dass die Bahn tangential an den Tisch anschliesst.
     
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  7. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich habe Käse geschrieben. Asymptotisch gelesen und gedacht, tangential geschrieben. Natürlich sind sie tangential! Wichtig ist das der Break definiert ist!
     
    Zuletzt bearbeitet: 1.Januar.2026 um 21:07 Uhr
  8. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Nochmal sortiert, ich hatte @_Eb initial falsch verstanden oder an was anderes gedacht:
    Der Break ist natürlich tangential. Wenn ich die Bahn mit einem minimalen Winkel beginne und diesen am Ende wegschleife, muss ich aber aufpassen, nicht in Richtung Asymptote zu verlängern, was das Ergebnis für mich ad hoc verschlechtert. Dagegen ist ein minimaler Winkel am Break vom Gefühl gar nicht schlimm, soweit ich das bisher beurteilen kann. Deshalb bin ich mit dem abrunden des Breaks bei den beiden gelungeneren sehr zurückhaltend geblieben und habe da nur einen Strich mit 800er Papier rübergezogen. Jetzt hoffentlich auch verständlich was ich meinte.
     
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  9. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Das ist als Hobyker und ohen entsprechenden Maschinepark wirklich nicht einfach. Seinerzeit habe ich in meiner Ausbildung- obwohl kaum noch benötigt- monatelang Feilen gelernt. geprüft wurde da mit Haarlineal :)
    Also habe ich mich der damaligen Feiltechnik erinnert. Ein plane Fläche ist da nur mit dem sog. Kreuzfeilen überhaupt zu erreichen. Und auch da muss die Führung der Feile gekonnt sein, sonst gibts Buckel.

    Am Mundstück habe ich mal zuerst simpel mit sehr planer Platte und verschiedenen Körnungen von Schleiftuch probiert. Immer schön kurz ziehen, schön in der Mitte drücken usw. Fehlmazeige. Damit bekommt man keinen plane Fläche hin, vermutlich weil der "Umkehrmoment" beim Scheifen das Problem verursacht. Auch ohne den Umkehrvorgang gelang das nicht wirklich.
    Die besten Resultate habe ich auch hier mit diagonaler Schleifbewegung, also über Kreuz, erhalten. Dies mit rel. spitzem Winkel beim Schleifen. Auch nicht meinen, dass man sehr feine Körnung nehmen soll. Zuerst eher etwas gröber, dann mit feinerer Körnung nachglätten. Aber auch so bleibt es eine Kunst, wenn man wirklich gute Planheit will.
    Damit bekommt man ja auch nur mal einen planen Tisch- soll dieser konkav werden, längs oder quer, ist das dann natürlich noch mal eine andere Sache...

    Ich habe das selber Mundstück Bearbeiten längst aufgegeben, weil mir das auch das richtige Werkzeug Arsenal fehlt...

    antonio

    PS: Beim Feilen (von Metall) mit guten Feilen, diese sind soweit ich es noch weiss, mindestens einseitig ganz leicht nach oben gewölbt- bekommt man mit dem kreuzweisen Feilen sogar ein leichte Mulde auf die Fläche- was man natürlich i.d.Regel auch nicht will. Aber immerhin zeigte, dass ma es beherrscht :)
     
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