Bassklarinette

Dieses Thema im Forum "Klarinette" wurde erstellt von Bereckis, 20.November.2016.

  1. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Ich wäre wohl doch gut beraten, wenn ich mich mal noch ein wenig mit einer vernünftigen Bassklarinetten Schule befassen würde, um da gezielt ein paar Sachen zu üben.
    Klarinettenschulen gibt es ja zuhauf- für Sopranklari. Sogar meine bestgehasste von seinerzeit- Demniz- ist noch immer im Geschäft. Direkt für Bassklari gibt es aber offenbar nicht sooo viel.

    Gefunden habe ich mal das:

    https://www.stretta-music.ch/volta-la-clarinette-basse-nr-464296.html

    Kennt die jemand? Ist die "gut"? Oder habt ihr mir sonst ev.Tipps? Ich bräuchte einfach was, was gezielt Sachen schult, z.B. Intervalle, die kleinen Finger usw. Also eher Zeugs, was nicht gerade für den Totalanfänger gedacht ist, aber auch nicht auf Stufe7. Es gibt ja immer noch diese Bärmann-Sachen. Die kenne ich einfach dem Namen nach- anscheinend wurden die neu herausgegeben und etwas modernisiert...Sollte ich da mit dem ersten Band beginnen?

    Ach so, ab und zu eine Übung welche auch noch gut klingt, wäre natürlich auch schön. Und vielleicht auch nicht gerade in den entlegensten Tonarten :)

    Wäre sehr dankbar für eure Tipps.

    antonio
     
  2. Ottokarotto

    Ottokarotto Ist fast schon zuhause hier

    Ich finde diese Etüden sehr reizvoll, z.T. mit Fassungen bis tief-C:
    Finger-Fitness-Etudes

    evtl. Noch auf books klicken…
     
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  3. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Also ich finde die Demnitz-Schule sehr gut für den ambitionierten Anfänger. Hat aber nichts für die tiefsten Töne einer langen Bassklarinette. Bärmann auch nicht. Diese Hefte gefallen mir persönlich nicht (extrem romantisch).

    Sehr schöne Geläufigkeitsetüden sind die von Kröpsch. Aber auch nur bis tief E.
     
  4. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Danke dir, @Florentin - Genau, Kröpsch habe ich inzwischen auch gefunden.
    Ja, der Demniz- das ist wohl eher eine (wenig unbegründbare) Aversion aus alten Tagen, daher :)
    Die oben verlinkte kennst du auch nicht, die von Volta meine ich? Komisch da findet man einfach nichts dazu. (ich jedenfalls nicht)
    Die ist ja nicht ganz billig, sonst würde ich die einfach mal auf gut Glück bestellen...
     
  5. giuseppe

    giuseppe Ist fast schon zuhause hier

    Mit Kröpsch hab ich es auch lernen dürfen :).
    Ich glaube aber nicht, dass die Bassklarinette eine spezielle Schule braucht. Eher Lockerheit und Geduld und viele lange Töne. Die Sopranklari lässt sich mit Gewalt erobern, die Bassklari nicht. Hab ich schon gesagt: Töne aushalten? :)

    Wenn ich mich an ein neues Instrument gewöhnen will, mache ich außerdem folgendes Spiel: ich nehme ein Standard oder ein Kinderlied und spiele es so, dass der tiefste Ton dem tiefsten auf dem Instrument entspricht. Wenn ich es idealerweise fehlerfrei gespielt hab, (insbesondere fehlerfrei von Ton und Ansprache, keine Quietscher oder Knarzer), dann spiel ich es einen Halbton höher. Das Spiel geht so lang, bis man am höchsten gut spielbaren Ton angekommen ist, was bei der Bassklarinette etwas dauern kann. So trainiert man Ansatz, Intonation und Koordination fast unbewusst, weil man an Finger und Tonarten denkt und musikalisch ist es leichte Kost.
     
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  6. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Bei der Bassklarinette gehts halt um die allertiefsten Töne, für die man auch Geläufigkeit erwerben will.

    Auf jeden Fall kann man folgendes machen: die Tonleitern (zumindest die Dur) über den gesamten Tonbereich rauf- und runterspielen, am besten auswendig. Und dasselbe für die Dreiklänge. Da kommen die neuen Töne dann schon mal in vielen unterschiedlichen Verbindungen vor.
     
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  7. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Genau, da bin ich dran, mal die einfacheren, welche gut liegen...

    Die richtigen Hebelchen für die kleinen Finger zu treffen klappt aber, naja, oftmals mässig :) Scheint nicht viel übrig geblieben zu sein, von meiner früheren Klarinettenspielerei, leider.
    Immerhin laufen die Töne bis etwa Mitte des dritten Registers schon mal ganz gut. Was mir noch Probleme macht, sind Quitscher bei grösseren Intervallen im mittleren Register, also schnellere Wechsel z.B. von D zu G. Da gibt es im Übergang oft irgendwie höher überblasene Zwischentöne. Offenbar bin ich da mit zuviel Druck unterwegs- jedenfalls noch ein Ansatzproblem.

    antonio
     
  8. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Welche Bassklarinette hast Du denn jetzt, @antonio ?
     
  9. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Ich hatte Gelegenheit eine Buffet Prestige zu einem vernünftigen Preis zu kaufen. Ja, da konnte ich halt nicht widerstehen :)
    Habe grosse Freude daran.
    Einen kleinen Schock hatte ich, als ich bemerkte, wie der Daumenhaken befestigt ist. Da ist eine Grundplatte mit einem 4mm Gewindeloch, drin sitzt eine Ringschraube für den Gurt. Da kam mein Mechanikerhirn dann doch ein wenig ins Grübeln- 4mm Gewinde, wohl Messing (ist jedenfalls nicht magnetisch) in der Länge gut Mutterndicke. Da hoffe ich, dass da nichts passiert. Sollte nicht, darf nicht, hält. Aber bei der Yamaha 211 ist das konstruktiv deutlich besser gelöst.
     
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  10. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Muss noch mal was nachfragen:
    Es läuft eigentlich ganz gut, so langsam komm ich rein. Ansatzfragen gibt es natürlich...so habe ich festgestellt, dass grössere Intervalle im mittleren Register gerne zum Quitschen neigen- müsste aber mal genauer schauen, welche Sprünge das sind. D zu G? z.B. bin nicht sicher.

    Was mir aber heute aufgefallen ist- bin aber auch nicht sicher, ob es stimmt: Wenn die beiden Überblasklappen wechseln, dann neigt das Ding zum Quitschen im Übergang der beiden Töne. Könnte da was nicht ganz stimmen mit der Synchronisierung oder so was? Die obere hat ja eine Stellschraube, aber ich will da jetzt natürlich nicht unkontrolliert rumdrehen. Bin auch nicht sicher, ob es doch am Ansatz liegt. Aber es quitscht sonst kaum noch und ich hab den Eindruck, dass es beim Wechsel der beiden Klappen passiert.

    Gibt es eine einfache Möglichkeit, das zu prüfen?

    Bin dankbar für Tipps :)
    Ansonsten muss ich halt doch mal zum Instrumentenmech.

    antonio
     
  11. Mini

    Mini Ist fast schon zuhause hier

    Zum Quietschen:


    Meine persönliche Erfahrung: Das Quietschen läßt sich durch einiges herumprobieren mit Blättern beseitigen.
    Wenn das einmal gelungen ist, kann man auf fast allen Blättern ohne Quietschen spielen.

    Gruß
    Mini
     
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  12. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    @Mini
    Vielen Dank. Das Video kenne ich :)
    Habe natürlich auch verschiedene Blätter im Umlauf- mein Eindruck ist aber, dass es eigentlich nicht daran liegt. Abgesehen natürlich von iregndeinem Blatt, welches wirklich doof tut. Legere liegt übrigens ganz weit vorne...
    Es ist mir einfach aufgefallen, dass es vor allem quitscht, wenn der Wechsel zwisch den beiden Überblasklappen stattfindet- so mein Eindruck (ich kann aber auch danebenliegen). Deshalb meine Frage, ob es da aus technischer Sicht etwas gibt, was man checken sollte/könnte- bevor ich mich wegen meines Ansatzes hintersinne :)

    Grüsse
    antonio
     
  13. Mini

    Mini Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Antonio,

    ja, die Duodezimklappen-Automatik ist bei der Bassklarinette schon ein diffiziele Angelegenheit.
    Quietschende Probleme hatte ich damit allerdings bislang nicht.
    Das läßt sich auch nicht so einfach überprüfen.
    Du könntest mal die Kopplung durch Verdrehen von Ober-und Unterstück aushängen,
    dann ist nur noch das obere Überblasloch aktiv. Die langen Töne gehen also schwerer,
    es sollte aber beim Übergang keine Anormalie mehr auftreten können.
    Greift sich komisch, und die Bb-Kopplung geht dann natürlich auch nicht mehr.

    Gruß
    Mini
     
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  14. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Bei meiner Bassklarinette muss ich Ober- und Unterstück, sowie S-Bogen ziemlich exakt ausrichten, damit die Automatik tadellos funktioniert.
    Wenn du ein D greifst, sollte sich mit Betätigung der Überblasklappe an der S-Bogenklappe nichts bewegen, bei höheren Tönen gilt das für die Korpusklappe.
     
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  15. Paco_de_Lucia

    Paco_de_Lucia Ist fast schon zuhause hier

    @mato ja, das ist immer eine Frickelei
    @antonio schau auch mal, dass Du nicht versehentlich mit dem linken Zeigefinger auf die A/u.o.G#-Klappe kommst,
    da reicht schon ein ⅛µm, dass es losquietscht, btw. in ein anderer Oberton überbläst.

    Generell gibts die Causa: zum quietschen neigende Blätter. Meist, wenn sie im Bereich der Blattspitze sehr dünn sind.
    dann kann dazu kommen, dass das MP nicht parallel ist und das Blatt das MP nicht richtig verschliesst beim Vibrieren.
    Da ggfls. mal die MP Bahn überprüfen bzw. auch die MP-Spitze, dass das Blatt eben selbige sauber überall verschliesst. Sonst wird das immer Quietschen.
    Viel Erfolg
    Paco
     
  16. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    @Mini , @mato , @Paco_de_Lucia
    Schönen Dank euch allen für die Tipps :)
    Mittlerweile bin ich gar nicht mehr sicher, ob es überhaupt ein Problem der Ü-Klappen sein könnte, habe nun eher die Koppelungen im Verdacht. ich weiss, dass sie sehr gut ausgerichtet sein müssen, daher achte ich immer beim Zusammenbau darauf.

    Heute ganz komischer Effekt: G im mittleren Register angeblasen- sauber, keine Neigung zum Quitschen, dann runter auf's F. Nur Quitschen, zweiter Versuch dasselbe. Am Ansatz kann es nicht liegen. Also Blick auf die Stellung der Koppelungen. Sieht gut aus. Nochmals Versuch- Quitschen :-( .
    Dann Ober und Unterstück ein wenig bewegt und zurück auf die korrekte Stellung. Anblasversuch- alles perfekt :)
    Ich habe bei ersten Versuch sofort bemerkt, dass sich das Drücken des F Drückers irgendwie anders anfühlte, er auch ein leicht anderes Geräusch machte. Das war dann nach der Dreh-Übung weg. Mechanisch habe ich aber nichts entdecken können. Sehr speziell...

    Ich muss wohl doch mal den Instrumenten-Menschen kontaktieren.

    antonio
     
  17. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Das wäre natürlich eine Möglichkeit- allerdings würde da ja das G sicherlich auch gequitscht haben und nicht nur der Wechsel auf's F.
     
  18. Paco_de_Lucia

    Paco_de_Lucia Ist fast schon zuhause hier

    @antonio → das ganze ist sehr schwierig, um es aus der Ferne zu betrachten und zu diagnostizieren.
    dazu müsste man Deine BK kennen, spielen und schauen.
    Die Tipps hier alle aus der Ferne helfen nur, wenn Du in der Lage bist, sie klarinettistisch umzusetzen.
    ich empfehle Dir 2 Wege:
    a) diese Bindungen, die Du beschreibst, sind eine generelle Übegeschichte auf Blasinstrumenten.
    ich würde beginnen, erst mal diese Töne, die Du legatieren möchtest, einzeln sauber aus dem Stand anzuspielen.
    Hat es da schon Probleme - diese untersuchen - sind sie instrumententschnisch? und/oder sind sie Ansatztechnisch → der gliedert sich in MP, Blatt und Spieler.
    Funktioniert es einzeln - dann die Töne schön Legato verbinden - quietscht es wieder/ immer noch -
    hat es eher was mit Ansatz und Spieltechnik als mit dem Gerät an sich zu tun - weil einzeln geht/ging es ja.

    b) schaffst Du es nicht, die Einzeltöne sauber segmentiert zu spielen - dann hats was Gröberes oder Ungenaues am Instrument.
    Dann lass es Dir mal von einem gut spielenden BassKlarinettisten anschauen oder geh in einen Laden, wo richtige Klarinettenspezies arbeiten.
    Die Vermutungen können jetzt von nicht sauber arbeitender Duo-Automatik bis hin zu nicht sauber schließenden Tonlöchern sein, alle Kombinationen und Wechselwirkungen können dabei gemeinsam auftreten.
    Das lässt sich mMn. nicht aus einem Forum aus der Ferne regulieren.
    Ich wünsch Dir gutes Gelingen und schöne Töne mit der BK
    rgds
    Paco
     
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  19. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    @Paco_de_Lucia

    Danke dir, Paco. Nun ja- alles richtig was du schreibst. Vielleicht zur Klärung, ich bin zwar Anfänger auf der Bcl, habe aber vor vielen Jahren recht lange Klarinette gespielt. Natürlich hat sich da inzwischen so einiges verdünnisiert, da ich seit zig Jahren nur noch Saxophone spiele. Bin also einerseits Anfänger- aber andererseits auch nicht ahnungslos, was Klarinette angeht. Bassklari allerdings eben schon, deren Eigenheiten sind mir gänzlich unvertraut.

    Ich habe natürlich auch nicht die Erwartung, dass man meine Probleme hier klären/beheben kann, es wird wohl nötig werden, das Instrument mal in fachliche Hände zu geben- wie ich schon schrieb- damit ich weiss, womit ich es zu tun habe, bzw. ob's doch einfach an meinem noch ungeübten Ansatz liegt. Komisch ist einfach, dass es mal absolut anstandslos geht, dann tauchen wieder besagte Probleme auf, ohne dass sich wissentlich bei/an mir was geändert hätte.

    Jedenfalls vielen Dank- ich werde berichten...

    antonio
     
  20. giuseppe

    giuseppe Ist fast schon zuhause hier

    Die Duodezimklappenautomatik kenne ich mit meinem Einklapper nicht. Aber allein die normale Kopplung der Ringklappen bei der Böhm ist für sowas immer gut (bzw. Der verbundenen Deckel beim Bass). Wenn die Kopplung drehungsabhängig „zu viel Kork“ hat, gehen z.B. die Klappen der rechten Hand möglicherweise nicht mehr ganz zu. Bei der Sopran kannst du die Ringe noch dichten, beim Bass wird es schwieriger mit den Deckeln. Dann ist die Klari undicht und die langen Töne sind futsch.
     
    antonio gefällt das.
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